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Montag, 27. August 2012

Etwas zum Kibbutzleben

B"H

Vor genau einem Jahr interviewte ich die Leiterin des KIBBUTZ PROGRAMME CENTERS in Tel Aviv. Wer sich für die Volontärsarbeit im Kibbutz interessiert, der kann HIER nachlesen ! 

Ich weiss noch, wie ich, aus meiner kleinen deutschen Studentendaseinwelt gerissen, in Tel Aviv eintraf und zum Kibbutz Center schlappte, um mir einen Kibbutz auszusuchen. Am Ende lernte ich drei Kibbutzim kennen. Einen als Volontär und zwei weitere als Ulpanist (Teilnehmer am Hebräischsprachkurs). Eine super Zeit, die ich nicht missen will und bis heute unterhalte ich Kontakte zu Leuten, die ich im Kibbutz kennen lernte. Gemeinsam unternahmen viele Trips im Land und lernten Israel auf eine ganz andere Weise kennen. 

Eine Zeit lang überlegte ich mir sogar, selbst Kibbutznik zu werden und offiziell wurde ich von einem Kibbutz sogar gefragt. Obwohl sich die Lebensweise in den Kibbutzim im Laufe der Zeit drastisch verändert hat und die Moderne einkehrte (mit eigenem PKW, Video oder Computer und Internet) ist das Leben dort nichts für mich. Eine gewisse Zeit kann man es dort aushalten und Ihr werdet garantiert eines haben: Viel Zeit für Euch selbst !

Dienstag, 12. Juni 2012

Leserfrage: Kibbutz für Senioren ?

B"H

Jemand stiess auf diesen Blog, indem er die Keywords: "Kibbutz für Senioren" googelte. 

Soweit mir bekannt ist, besteht bei den israelischen Kibbutzim ein alterbedingtes Aufnahmelimit. Somit sollte man weder als Volontär noch als potentielles Kibbutzmitglied älter als 35 Jahre sein. Sagen wir: Das vierzigste Lebensalter nicht überschritten haben. 

Senioren werden in der Regel kein Kibbutzmitglied mehr, denn ein Kibbutz beruht auf Produktivität und ist kein Spa für ältere Herrschaften. Dagegen werden die kibbutzeigenen Senioren bestens betreut und versorgt. Jene Senioren, die seit ihrer Jugend Kibbutzmitglieder sind und den Kibbutz aufbauten. 

Wonach sich auswärtige Pensionäre dennoch erkundigen können: 
Nach Mietwohnungen im Kibbutz. Viele Kibbutzim vermieten mittlerweile zahlreiche Häuser und dies vor allem an Auswärtige. Hierbei dürfte jedoch eine Warteliste anstehen, denn die Nachfrage nach Kibbutzwohnungen liegt recht hoch. Insbesondere bei Israelis aus der Stadt, die ein ruhiges Landleben suchen. 

Eines aber sei zu beachten: Wer sich ein Haus in einem Kibbutz mietet, ist nicht automatisch Kibbutzmitglied ! Zwar werden Häuser / Wohnungen an Auswärtige vermietet, doch weder sind die neuen Mitbewohner Mitglied des Kibbutz, noch erhalten sie das Recht, den Kibbutzspeisesaal oder anderweitige Einrichtungen zu nutzen. Dies jedoch sollte jeder neue Bewohner mit dem jeweiligen Kibbutz selbst abklären !

Link:

Dienstag, 3. April 2012

Leserfrage: "Wie werde ich Kibbutz – Volontär ?"

B"H 

Der Sommer naht und damit auch die Ferienzeit. Junge Leute beginnen Pläne zu schmieden und bei vielen kommt die Idee auf, einmal in einem Kibbutz als Volontär zu arbeiten. Eine Leserin stellte mir dazu folgende Fragen: 

wo bewerbe ich mich am besten? muss man dafür irgendetwas bezahlen um als volunteer zu arbeiten? oder bekommt man für seine arbeit, schlafplatz, essen und taschengeld?4

Allgemein verfasste ich im vergangenen Okotober einen aktuellen Text zum Thema:


Das Kibbutz Program Center in Tel Aviv verlangt einiges an Gebühren, doch jeder, der sich einschreibt, erhält auch einen Platz in einem Kibbutz. Es kommt drauf an, wann der Bewerber nach Israel kommt, denn die Kibbutzim suchen saisonal Volontäre und nicht immer kann man sich individuell einen Kibbutz aussuchen. Was vielleicht hilfreich wäre ist, wenn der Bewerber zumindest sagen könnte, ob er in den Norden oder Süden des Landes will.

Sonntag, 1. April 2012

Volontärsleben im Kibbutz EN GEV

B"H

Ein deutscher TV - Report über zwei deutsche Volontärinnen im Kibbutz EN GEV am See Genezareth (Kinneret). 




Der Kibbutz lebt vom Fischfang und Tourismus. Volontäre müssen dort meistens die Gästehäuser putzen.

Wer auch einmal in einen Kibbutz will, hier ein paar aktuelle hilfreiche Infos vom KIBBUTZ PROGRAM CENTER in Tel Aviv. Im Oktober vergangenen Jahres machte ich ein Interview mit der Leiterin AYA SAGI. 

http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2011/10/das-kibbutz-programme-center-in-tel.html

Samstag, 25. Februar 2012

Erfahrungen als Kibbutzvolontär

B"H 

Da kommen auch bei mir alte Erinnerungen hoch: Einmal war ich Volunteer und zweimal im Ulpan (Kibbutz Gezer, Kibbutz Revivim und Kibbutz Givat Brenner). :-)


Link: 

Das KIBBUTZ PROGRAMME CENTER in Tel Aviv und mein Interview mit der Leiterin Aya Sagi



Weiterer Link:

Dienstag, 25. Oktober 2011

Das KIBBUTZ PROGRAMME CENTER in Tel Aviv

B”H 

Das heutige KIBBUTZ PROGRAMME CENTER befindet sich in der Frishman Street 6 in Tel Aviv. Leicht und bequem zu erreichen, denn die Ben Yehudah Street und ein paar Hostels liegen gleich um die Ecke. 

Das Office selber ist recht klein und nach meinem Eintreten fühlte ich mich sogleich in die Vergangenheit zurückversetzt. Es roch nach Kibbutz, Arbeiterklasse; kurz gesagt: Ein richtiges israelisches Büro von “damals”. 

Drei Bewerber waren bei meinem gestrigen Eintritt zugegen. Ein schwedisches Pärchen sprach mit der Angestellten, ein weiterer junger Mann befand sich im Wartezustand und ich setzte mich neben ihn auf einen der Stühle in der Warteecke. Noch dachte die Angestellte bestimmt, ich komme zur Bewerbung, aber das dürfte mit meinen mehr als 40 Jahren nichts mehr werden. Das Höchstalter liegt bei 35 Jahren. 

Die Schweden zogen happy von dannen, denn sie erhielten offenbar einen vielversprechenden Kibbutzplatz und wollten schon am nächsten Tag dorthin reisen. Dem jungen Mann wurde ein Job beim Abwasch angeboten. Eine Maschine wäscht das Geschirr im Speisesaal und ein oder mehrere Personen nehmen danach das saubere Geschirr vom Fliessband. 

 

Aya Sagi - Die Leiterin des Kibbutz Programme Centers in Tel Aviv



Die Leiterin des Programme Centers betrat die Räumlichkeiten und erkundigte sich, ob alle Wartenden bedient werden. Ich sagte ihr, dass ich kein Bewerber sei, sondern Blogger und ob sie vielleicht einige Details beisteuern könnte. Aya Sagi, so heisst die Leiterin, war total freundlich und bat mich in ihr Büro. Zwar hätte ich mich durch die offizielle Website gearbeitet, die reichlich mit Infos gespickt ist, doch einige Frage blieben offen. Auch aufgrund der Fragen des Bloglesers aus Deutschland. Und so durfte ich fragen, was ich wollte. Aya Sagi nahm sich Zeit. 

Zuerst einmal interessierte es mich, warum man sich jetzt im voraus beim Kibbutz Programme Center anmelden muss. Ein entsprechendes Formular ist auf der Website zu finden und dies sollte schon im jeweiligen Heimatland des Bewerbers ausgefüllt und abgesandt werden. 

Früher zu meiner Zeit war es so, dass man sich bei der JEWISH AGENCY in Frankfurt anmelden konnte, doch immer wieder tauchten Leute spontan im Office auf und bekamen Plätze zugewiesen. Ohne all die immensen Kosten bei der Jewish Agency. Heute ist alles ganz anders und es läuft kaum mehr etwas ohne Voranmeldung. Aya Sagi nannte mit den Grund dafür: 

“Schuld” daran sei das israelische Innenministerium, denn das bewilligt nicht unbedingt allen Bewerbern eine Zulassung. Das Ministerium will die Namen im voraus wissen. Namen und Passnummern, um sicherzugehen, dass niemand in der Vergangenheit in Israel unangenehm auffiel. “Israel ist ein jüdisches Land!” und dieser Status Quo soll gehalten werden. Heutzutage kommen die Kibbutzvolontäre nicht nur aus reichen Industrieländern, sondern auch aus Osteuropa, China oder Indien. Und gerade Leute aus diesen Ländern versuchen immer wieder in Israel zu bleiben. Man schaue sich nur unsere Anzahl illegaler Gastarbeiter an. Israel selbst will die Infiltrierung weitgehend vermeiden und das ist der Grund, warum potentielle Volontäre vorab gecheckt werden. Einmal pro Woche geht Aya Sagi mit der Bewerberliste zum Innenministerium und fragte nach einem Okay. Zwar kann der ein oder andere immer noch spontan erscheinen, doch Garantien für einen Platz gibt es keine. Ferner sei es ein Problem, dass Touristenvisum, welches jeder Tourist am Flughafen erhält, danach in ein Volontärsvisum umzuwandeln. Wer dagegen angemeldet kommt, erhält bei der Einreise gleich sein Volontärsvisum. 

Die Krankenversicherung 

Früher war es so, dass der Bewerber eine Krankenversicherung bei der Jewish Agency kaufte oder billig beim Kibbutz Office in Tel Aviv bekam. Auch das ist heute anders und Euch bleibt nur die eine Möglichkeit, die Krankenversicherung im Kibbutz Center direkt zu kaufen. Kostenpunkt: 340 Schekel (ca. 65 – 70 Euro). Etwas anderes akzeptiert das Office nicht mehr. 

Laut Aya Sagi erhält jeder Volontär eine Versicherung der israelischen Krankenkasse “Kupat Cholim Klalit”. Das sei Standard und die Klalit kommt für fast alles auf, wohingegen andere Krankenkassen in der Vergangenheit Probleme bereiteten. Es kam vor, dass der Volontär zuerst für die Behandlunsgkosten aufkommen musste, nicht genügend Geld dabei hatte und somit der Kibbutz einsprang. Der Volontär jedoch reiste irgendwann ab und so blieb der Kibbutz allein auf den Kosten sitzen. “Man habe immer noch viele offene Rechnungen”, so Aya Sagi. Um das zu verhindern, gibt es jetzt die Einheitskrankenkasse für alle. 

Wie lange darf man volontieren ? 

In der Regel bis zu sechs Monaten. Drei weitere Monate können in Ausnahmen gewährt werden. Hierzu aber ist eine Erlaubnis des Innenministeriums erforderlich. Wer nicht zugelassen wird, dem empfiehlt Aya Sagi, u.a., ein Volontariat bei SAR – EL. Vielleicht seien da ja die Aufnahmebedingungen umkomplizerter. Wer weiss …

Weiterhin kann sich ebenso bei WWOOF Israel beworben werden. Landwirtschaft einmal auf organische Anbauart. 

Insgesamt befindet sich heute viel weniger Kibbutzim im Kibbutz Programme wieder. Viele Kibbutzim nehmen einfach keine Volontäre mehr auf und so sind die Jobs begrenzt. Alles sei saisonal bedingt, so Aya Sagi. Im August, zum Beispiel, kommen weniger Volontäre, doch die Kibbutzim suchen Arbeitskräfte. Wer im Dezember / Januar kommen will, der erhält mit Sicherheit einen Platz. Übersteigt die Zahl der Bewerber jene der freien Stellen, kann es zu Warteschleifen kommen. Man versuche hier jedoch, die Wartezeit nicht länger als 1 – 2 Wochen werden zu lassen. 

Auf meine Frage hin, ob es denn immer noch Kibbutzim gebe, die keine deutschen Volontäre aufnehmen, wollte Aya Sagi nicht so recht herraus mit der Sprache. Sie fand das peinlich, doch ich versicherte ihr, dass man in Deutschland verstehe, wenn da ein Kibbutz mit zahlreichen Holocaust – Überlebenden nicht unbedingt Volontäre aus Deutschland aufnehme. 

“Naja, einen Kibbutz, der sich noch im Programme befinde, nehme keine Deutschen auf”. Allgemein aber, so versicherte mir Aya sagi, seien deutsche Volontäre überaus beliebt und willkommen. Grund: Ihr deutscher Arbeitswille und die Pünktlichkeit. Deutsche verursachen selten Probleme und sind pflegeleicht. “Das sei alles eine Sache der Mentalität” – so Aya Sagi. “Und sage den Deutschen, sie sollen kommen. Wir nehmen sei sehr gerne ins Kibbutz Programme auf !” 

Ganz billig ist die Sache dennoch nicht. Allein die Anmeldegebühr beträgt derzeit 400 Schekel (ca. 80 Euro). Das zahlt Ihr direkt im Office. Hinzu kommen die 340 Schekel für die Krankenkasse und dann will man auch noch sehen, dass Ihr mindestens 800 Schekel (ca. 160 Euro Cash in der Tasche habt). Niemand soll einfach so halb pleite ankommen und dann dem Kibbutz auf der Tasche liegen. 

Zusätzlich verlangt fast jeder Kibbutz eine kleine Kaution von ein paar Hundert Schekel, die es am Ende wiedergibt, falls kein Mobiliar zerstört wurde. Aya sagi gab mir unendlich viel Material mit und ich werde in den nächsten Tagen noch viel mehr zum Thema berichten. Neben der Website des Centers könnt Ihr Euch auch auf der Facebook Page eintragen !  

Meine Kibbutzvergangenheit

B”H 

Als ich Ende September 1987 zum ersten Mal das Kibbutz Office in der Hayarkon Street in Tel Aviv betrat, war mir alles fremd. Vor allem jene jungen Leute, die sich im Wartezimmer versammelt hatten und nacheinander aufgerufen wurden. 

Mein Englisch war mies, doch noch betrübter stimmten mich die drei Deutschen, die das Wartezimmer füllten. Deswegen war ich eigentlich nicht nach Israel gekommen, um hier Deutsche zu treffen. Der Neuseeländer nebendran war mir da wesentlich sympathischer, denn der machte sich weniger wichtig. 

Als auch ich aufgerufen wurde und die Angestellte mich fragte, wohin in denn wolle; in den Norden oder lieber in den Süden, entschied ich mich für einen Kibbutz im Zentrum des Landes. Der Rest der Deutschen reiste ab nach Ashkelon in den Süden und ich war sie los. 

Das waren noch Zeiten. Das alte Kibbutz Office, was sich schon lange nicht mehr in der Hayarkon befindet. Ich erhielt den Kibbutz Gezer zugesprochen und machte mich auf den Weg zum Zentralen Busbahnhof, der schon längst durch einen neuen ersetzt worden ist. Den Bus in die nicht allzu weit entfernte Kleinstadt Ramle sollte ich nehmen und von dort aus einen Lokalbus nach Gezer. Ramle mag deme in oder anderen als Hinrichtungsort von Adolf Eichmann bekannt sein. In Ramle wohnen zudem viele Araber, doch den mehrheitlichen Anteil der Bevölkerung halten die Juden. Die Stadt hat sich seit 1987 sehr verändert und kaum jemand würde sie heute wiedererkennen. 

Nach meiner Ankunft in Gezer traf ich zuerst auf den Verantwortlichen für die Volontäre. Jeff hiess der damals und der Kibbutz setzte sich zumeist aus eingewanderten Amerikanern zusammen. Jeff erklärte mir die Regeln und zeigte mir ein Zimmer, welches ich mit zwei anderen jungen Frauen teilte. Typische Volontärshäuser in einer Volontärsgegend des Kibbutzes. Etwas abgeschieden von den Häusern der Chawerim (Kibbutzmitglieder). 

Norweger, Holländer, Amerikaner, Engländer, Kanadier – so sah damals die Volontärsherkunft aus. Wir arbeiteten in der Küche, dem Speisesaal, auf den Feldern, im Kindergarten, in der Wäscherei, bei der Weintraubenernte, in der Klebstofffabrik, im Kuhstall oder im Hühnerstall. Ich war zumeist im Speisesaal oder bei den Hühnern und liebte diese Jobs. Die Leute waren super, manche Volontäre weniger, denn die zeigten sich häufig besoffen. 

Der Kibbutz bemühte sich, die Volontäre dort einzusetzen, wo sie am liebsten arbeiten wollten. Das Essen war okay, zu Kibbutzfeiern waren wir eingeladen, einmal pro Woche wurde ein Film gezeigt. Dazu span jemand im Speisesaal eine Leinwand auf. Im Kibbutz Club, genannt “Moadon”, floss freitags Bier und es gab Musik und Tischtennis. Mein Lieblingsort war die kleine Bibliothek, in der ich als Volontär neben der Arbeit freiwillig nochmals volontierte. Idylle pur und nachmittags nach der Arbeit wurde regelmässig Mittagsschlaf gehalten. 

Neun Monate blieb ich in Gezer, kehrte nach Deutschland zurück und kam nochmals zu zwei anderen Kibbutzim, in denen ich jeweils einen Ulpan (Hebräischsprachkurs) besucht: In Revivim in der Negev sowie in Givat Brenner bei Rehovot. In Revivim arbeitete ich neben dem Unterricht vorwiegend in der “Lady Shaver” Fabrik. Die Plastikrahmen für die “Lady Shaver” wurden dort produziert und Hunderte von Shaverhüllen flossen aus der Schmelzanlage auf das Fliessband. Wir Volontäre durften dann alles in einen Karton schlichten und so ging das mindestens sechs Stunden am Tag. 

Es war eine super Zeit, an die ich stets gerne zurückdenke. Alles war easy, der Kibbutz machte uns faul, denn es war für alles gesorgt. Essen gab es dreimal am Tag, die Wäsche wurde gemacht … Heute ist vieles anderes, denn die Kibbutzim entwickelten sich weiter. Gesellschaftlich genau so wie wirtschaftlich. 

Am meisten geschockt war ich über die heutigen Zulassungsvoraussetzungen, denn die sind mittlerweise wesentlich strenger geworden. Die offiziellen Website des KIBBUTZ PROGRAMME CENTERS ist sehr informativ, dennoch blieben bei mir ein paar Fragen offen. Gerade aus deshalb, weil mich ein Blogleser kontaktiert hatte und mir einige detaillierte Fragen sandte. Da ich schon seit längerem ein Update zum Volontärsprogramme plante, ging ich gestern kurzerhand ins Kibbutz Office und hoffte auf jemanden zu treffen, der bereit war, meine Fragen zu beantworten. Dazu jetzt mehr im nächsten Artikel !

Kibbutz & Jerusalem

B"H

Heute abend werde ich einen ausführlichen Bericht zu meinem gestrigen Besuch beim Tel Aviver Kibbutz Office verfassen. Dort sprach ich eine ganze Zeit lang mit der Leiterin und die erwies sich als überaus hilfsbereit. Einige Erneuerungen haben mich so ziemlich überrascht und nichts scheint mehr so wie in den alten Kibbutz Volontär Zeiten.:-)

Danach fuhr ich nach Jerusalem, um Freunde zu besuchen und kam am Ende erst um Mitternacht zurück nach Tel Aviv. Die Lokalbusse fuhren um die Zeit nicht mehr und so musste ich den Levinsky Park, vollgepackt mit illegalen Afrikanern durchqueren, um an ein Sherut – Taxi zu gelangen. Keine tolle Erfahrung um diese Uhrzeit am Busbahnhof herumzulaufen und sich den Weg durch Afrikaner, Junkies und Prostituierte zu bahnen.


Jerusalems neue Strassenbahn



Nahe der Ben Ben Yehudah Mall in der Innenstadt von Jerusalem.

Photos: Miriam Woelke

Montag, 24. Oktober 2011

Recherche zum Kibbutzaufenthalt

B”H 

Ein Blogleser stellte mir gestern ein paar nähere Fragen zum Kibbutzaufenthalt und ich konnte kaum glauben, was ich auf der Site des “Kibbutz Programme Centers” von Tel Aviv sah. Vieles hat sich wieder einmal verändert seit meinem letzten Artikel und ich werde selbst vorbeischauen und nachfragen. Zwar heisst es, dass man sich als Freiwilliger stets im voraus aus seinem Heimatland anmelden muss, trotzdem sehe ich hiesige Touristen einfach so spontan vorbeischauen. 

Ob das nach wie vor geht und wie das mit Krankenversicherung etc. aussieht, versuche ich heute ein wenig zu erfragen. Ich hoffe die Leutchen im Office sind diesmal hilfsbereiter als beim letzten Mal.

Samstag, 6. November 2010

Die Kibbutznikim kehren heim

B"H

Es ist keinerlei Geheimnis, dass immer mehr israelische Städter das Leben auf dem Lande suchen. Besonders ihre Kinder sollen in einer geborgenen heimischen Atmosphäre aufwachsen und nicht, z.B., in einem Großstadtmoloch genannt "Tel Aviv".
In Jerusalem tut sich der gleiche Trend auf. Nicht selten heisst das neue Wohnziel: Nordisrael. Dabei jedoch muss ein neuer Job organisiert werden und das Leben verlangt Umstellungen. Nicht jeder ist dazu bereit und so suchen vor allem Tel Aviver oder Leute aus dem Großraum Tel Aviv nach einer anderweitigen Lösung.

Um ihre hohen Schulden loszuwerden, begannen viele Kibbutzim schon vor Jahren Land zu verkaufen oder Wohnungen / Häuser an Auswärtige zu vermieten. Das bringt Cash in die geschundene Kibbutzkasse und erwies sich als sehr einträglich. Jetzt aber klagen die Kibbutzim über zuviel Einmischung von außen. Wer denn nicht nur eine Kibbutzwohnung mietete, sein Leben nicht weitreichend in Tel Aviv abhielt, sondern so richtig Kibbutzmitglied wurde, verstehe vielerseits die Ideologie der Kollektive nicht. Leute seien in den Kibbutz gekommen, Mitglied geworden und das einzige, was sie suchten, war ein Platz zum Wohnen. Die Ideologie der "alten" Mitglieder sei ihnen egal. Wie sollen die Kibbutzim darauf reagieren ?

Einer der größten israelischen Kibbutzim, der Kibbutz Ma'agan Michael an der Küste, fand gezwungenermassen eine Lösung: Man nehme bis auf Weiteres keine Leute von außerhalb auf, denn ein zweiter neuer unerwarteter Trend verbreitet sich in Windeseile und verlangt die Initiative vieler Kibbutzim: Die Jugend findet zurück. Und die Jugend braucht somit Wohngelegenheiten. Damit scheidet Wohnraum für Auswärtige aus, denn in Ma'agan Michael sei es eh schon fast zu eng.

Meine Zeit im Kibbutz liegt 15 - 23 Jahre zurück, doch damals war es an der Regel, dass die Jugend an den Unis in Jerusalem oder Tel Aviv studierte und nie wieder in den Kibbutz ziehen wollte. Das Leben lag in den Städten, wo die Action ist. Nicht im Kuhstall, im Chadar HaOchel (Kibbutz Speisesaal) und kein junger Kibbutznik hegte große Lust, die Schulden des Kibbutz abzahlen zu wollen.

Nun ist alles anders und die einstige abtrünnige Jugend kehrt heim. Samt ihrer Ehegatten und Kinder. Man suche soziale Sicherheit, einen ruhigen Platz zum Leben und halt das Altbewährte. Aus mit der Action an der Tel Aviver Shenkin oder in Florentin hinaus und rein ins Kibbutzleben. Den Kibbutzim fehlt es an Platz und man begann, neue Häuser für die Heimkehrer zu bauen. Nicht alle von ihnen sind nach wie vor Mitglieder. Zwar können die Eltern Mitglieder im Kibbutz sein, aber dadurch sind es die Kinder noch lange nicht.

Ma'agan Michael genauso wie Kibbutz Yad Mordechai besinnen sich auf alte Traditionen und es ist ihnen offenbar gelungen, diese aufrecht zu erhalten. Alles wird von den Mitglieder entschieden und abgestimmt. Profite werden nicht sinnlos an die Mitglieder hinausgeworfen, sondern fest investiert. Zuviele Kibbutzim sehen das Geld und laufen geradezu hinein in den Materialismus.

Ich jedenfalls freue mich, dass es vielen Kibbutzim wirtschaftlich offensichtlich wieder besser geht. Zu meiner Zeit war das Essen oft knapp und der wöchentliche Film im Vorführraum lief nur am Anfang des Monats, wenn noch Geld zum Filmausleihen vorhanden war.

Wie werden sich die Kibbutzim in Zukunft entwickeln ? Ich bin selber auf die Antwort gespannt ... 

Dienstag, 2. November 2010

Multikulti in Israel

B"H

In Deutschland herrscht bekanntlich die Debatte, ob die angestrebte Multikulti - Gesellschaft erreicht wurde oder nicht. Wie weit integrieren sich Ausländer in die deutsche Gesellschaft und wie weit nicht ? 
Demzufolge stellt sich die Frage, wer oder was die deutsche Gesellschaft ausmacht. Die deutsche Geschichte, Kultur, Mentalität, Sprache, Kunst, Musik oder was auch immer. Sicherlich verlangt Deutschland einem im Land lebenden Ausländer recht viel ab. Deutsch muss man sprechen; wenn es geht, ohne fremden Akzent, denn das macht einen schlechten Eindruck bei der Jobsuche. Als besonders harter Brocken erweist sich die deutsche Mentalität. Plötzlich soll alles perfekt funktionieren und Abläufe sind geplant. Rational und produktiv denken. Logisch definieren, sonst hagelt es Kritik aus der Umgebung. Von wegen einfach so mit Träumereien daherkommen.

Was mir in Israel immer Spass machte ist, das Kennen lernen aller möglichen Leute aus aller Herren Länder. Sei es im Kibbutz, in einem Cafe, bei einem Schabbatessen bei Rabbinern oder anderweitigen Events sowie Plätzen.
Ich kann die Leute alle gar nicht mehr zählen, die ich innerhalb der vergangenen mehr als 15 Jahre in Israel kennen lernte und zu Beginn war ich perplex, dass es sowas überhaupt gibt. Leute, egal welchen Alters, die einfach freinahmen und die Welt bereisten. Als ich noch in Deutschland studierte gab es nur eines: Nämlich das Studium beenden und Karriere machen. Wer eine Auszeit nimmt, alles hinter sich lässt und in der Welt herumreist ... wie soll der dann bei seiner Rückkehr zurechtkommen ? Keine Wohnung, kein Geld und erst recht keinen Job. Das macht angst und ist nicht gesellschaftskonform.
Hinzu kommt: Was soll man bloss beim Vorstellungsgespräch sagen, wo man in dem Zeitraum war ? Einfach zugeben, am Strand gelegen zu haben oder durch ein Museum geschritten zu sein ? In Neuseeland Kiwis gepflückt, in den USA Möbel geschleppt und in Israel im Kibbutz gewesen und danach irgendwo in einem illegalen Job in Tel Aviv hängengeblieben ? Gekellnert und mit anderen ein paar Monate in einem Dormitory eines Hostels gehaust zu haben ?
Nix Karriere, sondern sich darum gekümmert, dass der Boss einem den Lohn zahlte und im Hostel das Gepäck nicht verschwand ? Tolle Aussichten und bei all dem Hickhack empfiehlt es sich ganz sicher nicht herumzureisen. Wer denn einmal verreist, der reist doch eher mit Rucksack, in Hotels und in ein paar Restaurants. Nicht so mit Schlafsack am Strand und tagsüber an der billigen Falafel kauen.

Und somit begann ich all die anderen Touris zu beneiden. Die nahmen sich eine Auszeit und kümmerten sich nicht gross ums Geld. Mal hier jobben, mal dort. Das Geld für das Hostelzimmer zusammenbekommen und wenn in Israel gar nichts mehr geht, dann bleibt der Kibbutz. Zumindest für diejenigen unter 35 Jahre.




Viele Leute kommen einfach nach Israel und wer sie nach dem Grund fragt, bekommt oft keine definitive Antwort. Als ob man die haben müsste.

Manche fühlen sich einfach danach, andere wollten schon immer mal kommen. Bibel, Thora und so halt. Heilige Orte sehen oder in den Kibbutz. Israel beistehen, Israel hassen, und viel zuviele lassen ebenso ihre nervigen Verschwörungstheorien los.
Jeder scheint auf der Suche nach irgendwas und endet dann ausgerechnet in Israel. Tel Aviv ? Naja, eine Weile wegen der Action; insgesamt aber viel zu teuer und laut.
Jerusalem ? Billige Hostels im Ostteil der Stadt und bei den Palis lässt es sich leben, wenn man die Klappe hält und nicht laut gegen die Hamas keift.

Im Wesentlichen unterscheiden sich Juden und Nichtjuden in ihrem Israelverhalten. Das liegt schon allein daran, weil viele Diasporajuden kommen und an diversen Internships teilnehmen, die Nichtjuden verschlossen bleiben. Und das nicht nur auf religiöser Basis. Das ewige Hin und Her bei den Juden, ob man denn Aliyah machen solle oder nicht. Bei Touristen kommt es schlimmstenfalls zu Überlegungen wie "wielange man im Land bleiben soll, wie das neue Visum an Land gezogen wird oder ob sich nicht die Suche nach einem versteckten jüdischen Verwandten lohnt, um dem Innenministerium einen vom Pferd zu erzählen".

Am penetrantesten sind jene nichtjüdischen Touristen, die nach zwei Tagen zu labern beginnen, sie seien eigentlich Juden, nur ohne Papier halt. Bestimmt waren ihre Ahnen Opfer der Inquisition und wurden zwangsgetauft. All so ein Müll kommt dann heraus. Der Normalotourist dagegen sucht mehr sich selbst und schaut, was er aus Israel für sein Leben mitnehmen kann. Nicht materiell, sondern abstrakt als Weisheit verpackt.

Eines jedoch haben alle gemeinsam:
Den Gedanken, wie man seine Eindrücke und Erfahrungen seiner Familie bzw. seinen Freunden daheim klarmacht. Vollgestopft mit Impressionen kommt der Tourist daheim an und da steht lediglich die Mutter am Herd und kocht sein Lieblingsessen zur Begrüssung. "Ja, is ja schön, dass es Dir gefallen hat. Und was machste dann morgen früh ? Arbeitsamt oder Studium ? Der Ernst des Lebens ist wieder da !
UNTER muss der Mensch in Deutschland sein. Die Erinnerungen nach einem kleinen Quentchen Freiheit bleiben. Die Sehnsucht drückt einen noch lange, aber irgendwie sagt man sich: "Nun bin ich wieder daheim und, tja, hier herrscht halt eine andere Mentalität. Was soll ich machen ? Halt eine Weile und dann wieder abhauen !"

Dienstag, 19. Oktober 2010

An alle Kibbutz - Volontäre & Ex - Volontäre

B"H


Das Kibbutz Movement feiert dieser Tage sein 100 - jähriges Bestehen und möchte aus diesem Grund ein Treffen ALLER Kibbutz - Volontäre veranstalten. Jene, die sich gerade in den Kibbutzim befinden und all jene, die in der Vergangenheit volontierten, sind damit angesprochen.

Mindestens 15,000 Deutsche arbeiteten bisher als Volontäre in israelischen Kibbutzim. Damit liegt Deutschland zwar hinter den USA oder Schweden, aber sind 15,000 eine beträchtliche Anzahl. Ich erinnere mich noch an meine Volontärszeit in den späten 80iger und frühen 90iger Jahre, wobei ich in drei Kibbutzim war. Einmal als Volontär in Kibbutz Gezer (nahe Ramla), und zweimal Ulpan (Hebräischsprachkurs) in Kibbutz Revivim (südlich von Beersheva) sowie in Kibbutz Givat Brenner (nahe Rehovot). Die Zeit war toll und ich möchte sie keinesfalls missen.


Als Kibbutz Volunteer lernt man eine Menge Leute aus aller Herren Länder kennen. Es gibt Zoff mit den Roommates, das Essen ist oft miserabel, manchmal erscheint der Kibbutz zu langweilig, Liebschaften, Skandale und und und. Trotzdem hatte ich im Kibbutz die beste Zeit mich auszuruhen und in aller Ruhe zu lesen. Ausser Arbeit und Ulpan war eh nie viel los. Hier und da ein Konzert, da ein Film und sonst tote Hose. Der Typ für die Freitag abend Disco mit kostenlosem Bier solange der Vorrat reicht (meist nicht allzu lange) war ich selten.





Unterbringung der Volontäre im Kibbutz.
Normalerweise sind die Volontäre separat von den Mitglieder untergebracht.
Das heisst, viele Kibbutzim haben ihre eigene Volunteer Area; etwas weiter weg
von den regulären Häusern. Und nicht immer geht es so "komfortable" zu wie auf dem Bild.




Nach einigen Wochen kennt der Volontär die Kibbutzmitglieder, wird ab und an eingeladen und es entstehen nicht selten Freundschaften. Allerdings sind die Mitglieder das ständige Kommen und Gehen gewohnt und richtig feste und andauernde Freundschaften ergeben sich eher selten. "Aus den Augen, aus dem Sinn" - so lautet fast immer das Motto.


Früher waren es 100 Kibbutzim, die Volontäre aufnahmen; heute sind lediglich 30 Kibbutzim bereit, mit Volontären zu arbeiten. Daher kommt es beim Kibbutz Office inTel Aviv immer wieder zu Warteperioden. Aktuelle Jobsituation neben Geschirrwaschen oder Wäsche falten: Die Baumwolle wurde gerade geerntet und jetzt stehen auf den Feldern die Orangen und Mandarinen an.



Wer sich für das internationale Volunteers Treffen interessiert:





VOLUNTEERS - KIBBUTZ PROGRAM CENTER
6 Frishman Str./cr. Hayarkon
Tel-Aviv 61030
Tel: 972-3-5246154/6
Fax: 972-3-5239966
E-Mail: kpc@volunteer.co.il






Link:

Das Kibbutz Program Center in Tel Aviv - Erste Anlaufstelle für alle Kibbutz - Volontäre

Donnerstag, 14. Oktober 2010

100 Jahre Kibbutz Movement

B"H

Das israelische Kibbutz Movement feiert dieser Tage sein 100 Jubiläum. Der erste Kibbutz des Landes wurde genau vor 100 Jahren gegründet und hat bis heute einen bekannten Namen: Kibbutz Degania (A) am See Genezareth.


Jahrelang war ich schon in keinem Kibbutz mehr. In den späten 80iger sowie frühen 90iger Jahren war ich 1x Volontär in einem Kibbutz und 2x in einem Kibbutz - Ulpan. Die Unterschiede des Volontärs zum Ulpanisten waren teilweise gravierend, denn ein Ulpanist war, zumindest in meinen Kibbutzim, besser angesehen. Wir zahlten damals ca. 600 Schekel für den Ulpan und unternahmen viele Trips, die ein normaler Volontär nicht bekam. Ferner waren wir in einer eigenen Ulpan - Area untergebracht und nicht zusammen mit den Volontären.


Meinen letzten Ulpan (Hebräischsprachkurs) hatte ich im Jahre 1995 und dies geschah in einem der grössten Kibbutzim des Landes: In Givat Brenner bei Rehovot. Aufgrunddessen, dass ein Kibbutz mit den Ulpanisten viel Geld verdient (für jeden einzelnen Schüler bekommt der Kibbutz Geld von der Jewish Agency), nahm Givat Brenner zu damaligen Zeit schon fast keine Volontäre mehr auf.


Wie die Lage heute aussieht, kann ich nicht sagen. Als ich 1987 zum ersten Mal in einem Kibbutz war, lebten die Mitglieder noch rustikal. Die Kinder waren im Kinderhaus untergebracht und nicht daheim. Wollten die Mitglieder ein Auto benutzen, mussten sie den Kibbutz ein paar Tage vorher um Erlaubnis. Mein damaliger Kibbutz besass zwei oder drei Autos, welche sich die Mitglieder untereinander teilen musste. Im Dining Room (Chadar HaOchel) assen alle zusammen, wobei die Volontäre und Ulpanisten stets ihre eigenen Ecken hatten.


Nach einiger Zeit (ca. Ende der 80iger / 90iger Jahre) begannen einige Kibbutzim für das Essen im Dining Room Geld zu verlangen. Vorher schlug sich ein jeder auf den Teller, was er wollte, doch die Kibbutzim mussten wirtschaftlich denken, denn sie steckten (stecken bis heute) tief in den roten Zahlen. Jedes Kibbutzmitglied und die Volontäre bekamen ein bestimmtes monatliches Budget zur Verfügung gestellt und alles, was drüber lag, musste bar bezahlt werden. Somit gab es nicht mehr jeden Tag Hühnerbeinchen, sondern nur noch zweimal pro Woche.


Die Goldenen Jahre des Kibbutzes waren vorbei und kurz darauf begannen die Mitglieder ihr Abendessen daheim einzunehmen. Nur die Volontäre / Ulpanisten assen noch im Dining Room zu Abend. Mittlerweile dürften weitere Mahlzeiten eingeschränkt worden sein.


Der Strom der Volontäre hat nicht nachgelassen und täglich stellen sich neue Kandidaten beim Kibbutz Movement in Tel Aviv vor. Sind die Kibbutzim ausgebucht, muss der Kandidat schon einmal bis zu zwei Wochen warten und hängt in Tel Aviv fest.


HAPPY BIRTHDAY, Kibbutz !




Link:


Falls Ihr Kibbutz - Volontär werden wollt, hier die Bedingungen:


http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2009/05/kibbutz-program-center.html

Montag, 24. Mai 2010

"Arbeiten in Israel" - Ein kleines Update

B"H

Ungewöhnlich viele Leute sind an einem Job in Israel interessiert. Und sei es nur befristet. Da ich auf derlei Blogartikel viele Hits erziele, surfte ich einmal kurz im World Wide Web, um nachzuschauen, ob es diesbezüglich Neuerungen gibt. Eines ist momentan sicher, Israel will mehr und mehr auf ausländische Arbeitnehmer (a la chinesische Bauarbeiter, thailändische Erntehelfer oder philippinische sowie nepalesische Altenpfleger) verzichten, um die eigene arbeitslose Bevölkerung in die Jobwelt zu reintegrieren.

Was erschwert die Jobsuche in Israel ?

Zuerst einmal die Bürokratie und die immer komplizierter werdenden Visabedingungen. Ein Visum wird befristet erteilt; auch dann, wenn es um einen Job geht. Sehr schnell kann die Entscheidung gegen eine Visaverlängerung fallen und folglich muss der ausländische Arbeitnehmer das Land verlassen. Oft von heute auf morgen. Welcher Arbeitgeber will dieses Risiko eingehen ?

Sprachkenntnisse sind erforderlich. Viele sagen, Englisch sei ausreichend, aber wer in Israel bestehen will (und nicht nur irgendwo putzen gehen), der benötigt gute Hebräischkenntnisse.

Ein Arbeitsvisum wird meist nur dann erteilt, wenn der israelische Arbeitgeber keinen verfügbaren Israeli für den Job gefunden hat.

Steuerzahlungen und besonders die monatlichen Zahlungen an die Krankenkassen / Sozialversicherung (Bituach Leumi) sind ausgesprochen kompliziert. Die offiziellen Krankenkassen "Maccabi", "Me'uchedet", "Leumit" oder "Clalit" nehmen grundsätzlich nur israelische Staatsbürger auf.
Irgendwo im deutschen Net las ich, dass da jemand deutschen Bauarbeitern rate, nach Israel zu gehen. So ein Quatsch ! Ein deutscher Bauarbeiter würde kaum mit den israel. Behörden kämpfen, drastischen Gehaltskürzungen entgegensehen, ganz zu schweigen von den schlechteren Arbeitsbedingungen. Und all das, um dann mit Chinesen oder Arabern auf dem Bau zu schuften. Da haben jobsuchende Bauarbeiter in den USA oder Kanada bessere Chancen.

Viele Firmen stellen grundsätzlich nur Staatsbürger ein, denn sie wollen sich nicht mit lästiger Bleiberecht - Politik eines ausländischen Arbeitnehmers herumärgern. Visum hier, wer zahlt die Krankenkasse da ?


Wie erfolgt die Jobsuche ?

Auf jeden Fall im Land sein und nicht aus der Ferne irgendwelche Lebensläufe loslassen. Der Bewerber sollte sich vor Ort befinden, denn ist eine Firma interessiert, erhält der Bewerber einen Anruf uns muss sich ggf. sofort vorstellen.

Flexibilität sollte vorhanden sein. Wer in Deutschland "Meister" oder so ist, der fängt in Israel nochmal ganz unten an. Ferner darf nicht mit eventueller deutscher Besserwisserei aufgefahren werden. Israelis arbeiten anders und sind einen wesentlich differenzierten Rythmus gewöhnt. Allein das bringt einen Deutschen zu Beginn aus der Fassung.:-)

Wie wäre es vorerst mit einem Kibbutz oder einem Praktikum ?

Auf jeden Fall rate ich davon ab, nach Israel zu fahren und sein Glück aufs Geratewohl zu probieren. Heutzutage muss man sogar auf eine Volontärsstelle im Kibbutz nicht selten 2 - 4 Wochen warten.

Was ich anrate ist, sich eigend bei der Israelischen Botschaft zu informieren, dort Adressen anzufordern und sich keinesfalls zu blauäugig geben.

Mittwoch, 31. März 2010

Kibbutz Degania Alef (A) feiert seinen 100. Geburtstag


B"H

Einer der bekanntesten israelischen Kibbutzim, Degania Alef (A), feiert dieser Tage seinen 100. Geburtstag.



Photo: Website des Kibbutzes


Was weiss ich über Kibbutz Degania zu sagen ? Nichts, denn ausser, dass ich ein paar Mal auf dem Weg an den See Genezareth (Kinneret) dran vorbeigefahren bin, besitze ich keinerlei Details. Allerdings wird es, wie fast bei jedem anderen Kibbutz auch, so sein, dass die Mitglieder aus der Vergangenheit ihren Kibbutz heute kaum mehr wiedererkennen würden. Innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte durchlief die Kibbutzbewegung zahlreiche Veränderungen. Aufgrund von Millionenschulden musste umdisponiert werden. Die Kinder schlafen schon Ewigkeiten daheim und nicht mehr im "Kinderhaus". Jeder hat sein eigenes TV, Video oder Auto und die Gemeinschaft ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.
Der Kapitalismus ist schon längst in die einstige "Kolchose" eingezogen und mit ihm der Individealimus sowie der Materialismus.


Links:

Der Sozialismus ist tot

Kibbutz Program Center

Freitag, 29. Januar 2010

Die Vergessenen

B"H

Aufgrund des Internationalen Holocaust - Tages in dieser Woche, hier ein Erlebnisbericht von mir. Verfasst im Jahre 2007, doch stets aktuell:

Montag, 24. August 2009

Suff ist IN

B"H

Als ich Ende der achtziger Jahre zum ersten Mal nach Israel kam, war das Land noch stolz auf seine geringe Alkoholikerrate.
Alkohol ?
Nee, sowas gab es nur als ein wenig Wein am Schabbat oder an Feiertagen. In Maße und ohne jegliche Exzesse. Besoffen waren nur die Kibbutzvolontäre. Besonders jene aus England und Skandinavien.

Heute ist alles anders und die israelische Jugend leidet an einem massiven Alkoholproblem. Ein aktueller Report besagt, dass 32,6 % der 12 - 18 - jährigen sich im vergangenen Jahr mindestens einmal betranken. Dies ist ein Anstieg von 7,6 % innerhalb der letzten drei Jahre.

63,8 % der Altersgruppe der 18 - 21 - jährigen gab an, sich im vergangenen Jahr mindestens einmal betrunken zu haben.

Das Alkoholproblem ist deswegen so gravierend, weil eben aus jenem Suff leicht Gewalt entsteht. Ein falsches Wort und schon hat jemand eine Faust im Gesicht oder ein Messer zwischen den Rippen.

Bildungsminister Gidon Sa'ar (Likud) sagte diesbezüglich während einer Regierungssitzung, dass die israelische Gesellschaft als Ganzes gewaltbereit sei. Eben die Gesellschaft solle sich zum Positiven verändern und man solle nicht nur immer nach strengeren Gesetzen schreien.

Die Polizei hingegen erhöhte dennoch ihr Personal.

Ständig kommt es irgendwo zu Schlägereien, Pöbeleien und sogar zu Mord. Wie aber sollen die Jugendlichen es besser machen, wenn die Erwachsenen ihnen alles andere als ein Beispiel sind ?

Sonntag, 28. Juni 2009

Der Sozialismus ist tot

Kibbutz Givat Brenner

B"H

In der letzten Wochenendausgabe der israelischen Tageszeitung MAARIV finden wir einen mehrseitigen Artikel zum Thema "Privatisierung im Kibbutz". Beim Durchlesen kamen bei mir alte Erinnerungen hoch. Zwar war ich nie ein Kibbutzmitglied ) und hätte dies auch nie werden wollen) doch immerhin war ich einmal Volontär (Kibbutz Gezer) und zweimal im Ulpan (Sprachkurs) der Kibbutzim Revivim sowie in Givat Brenner.

Wer nicht gerade Mitglied ist, der kann als Volontär eine tolle geruhsame Zeit erleben. Mitglieder hingegen machten in den letzten zehn Jahren einen gravierenden Wandel mit.
In einigen Monaten feiert der allererste Kibbutz sein 100 - jähriges Bestehen: Der Kibbutz Deganiah am See Genezareth (Kinneret). Zeit Bilanz zu ziehen und den einstigen als so perfekt angesehenen Kibbutzsozialismus zu betrachten.

Schon zu meiner Zeit in Givat Brenner (1995) gab es rigorose Veränderungen zu spüren. Sämtliche Bewohner bekamen ein Monatsbudget für ihr Essen und mussten damit auskommen. Abendessen im Diningroom fand nur noch für Volontäre und Ulpan statt. Außer freitags aßen die Mitglieder daheim zu abend. Noch während meiner Zeit in Gezer (1987) musste ein Mitglied den Kibbutz fragen, ob eines der ca. drei Kibbutzfahrzeuge abends einmal zum Kinobesuch etc. ausgeliehen werden darf. Damals noch war alles Gemeinbesitz und man war schon froh, einen eigenen Fernseher besitzen zu dürfen. Und als noch alles jedem Mitglied gehörte, da war der Neid noch gering zu halten. Mit dem Einzug der Privat - TVs wurde das schon anders und die Nachbarn schauten, wer sich welches TV leisten konnte.

In den 90igern gab es Essenbudget und heute essen die allerwenigsten Kibbutzmitglieder überhaupt noch im Diningroom, sondern daheim in den eigenen vier Wänden. Was im Israel des Sozialismus und eines David Ben Gurion niemand zu träumen gewagt hatte: Spätestens in den 80igern war das Kibbutzsystem unrentabel geworden. Bis auf wenige Ausnahmen schrammten die Kibbutzim haarscharf am Bankrott vorbei und nur die staatliche Hilfe erhielt sie noch aufrecht. Immer schlimmer wurde es und in Gezer erlebte ich es live mit, wie Wasser und Strom wegen unbezahlter Rechnungen auf Stunden abgestellt worden waren. Die Behörden machten Ernst und die Kibbutzim waren gezwungen entweder drastisch umdenken oder den Laden dichtmachen.


Plastikfabrik RAVIV im Kibbutz Revivim

So kam man auf die Privatisierung. Mitglieder konnten ihr Haus billig erwerben, Land wurde verkauft, Leute von außerhalb erstanden es und bauten günstig ihre Villen. Es scheint gerade so als seien fast alle dem öden Sozialismus überdrüssig geworden. Immer gab es Mitglieder, die weniger schufteten als andere und auch das wollte man nicht mehr mitmachen. Wer nicht arbeitet, fliegt raus, denn wir (das Mitglied) unterhalten keine Faulenzer mehr. Kurz gesagt, der brutale Kapitalismus zog ein. Nichts mehr mit dem gemeinsamen Leben, Veranstaltungen und Hora - tanzen. Heute pochen viele auf ihr Privatleben, machen die Tür zu und wollen ihr eigenes Leben führen.

Insgesamt wird gesagt, dass die Privatisierung sich positiv auf die Kibbutzim ausgewirkt habe. Trotz allem jedoch gibt es Mitglieder, die sich plötzlich im neuen Kapitalsystem nicht mehr wiederfinden. Den Traktor, den sie so sehr liebten, fahren nun billige Thaikräfte oder Palästinenser. Diese zu beschäftigen zahlt sich für den Kibbutz finanziell günstiger aus. Was also tun, wenn man ein ganzes Leben für den Kibbutz da war und letztendlich alle doch wieder dem Kapital nachjagen und ihre Türe hinter sich zuknallen ? Wo bleibt das das einstige Ideal ?

MAARIV berichtet von Selbstmorden. Nicht wenige Mitglieder sahen nur noch diesen Ausweg und die Kibbutzim schweigen. Selbstmord wegen Privatisierung ? Psychische Probleme damit ?
Das sei ein absolutes Tabuthema !
An soetwas lieber nicht denken, denn man will ja die Früchte des eingezogenen Kapitalismus ernten und weniger die Verlierer sehen.

In ca. zehn Jahren wird es den Kibbutz kaum noch geben, sondern die Betriebe lösen sich in Privatunternehmen auf. Bald wird der Kibbutz ganz verschwunden sein, bis auf einige wenige, die uns dann als Museum dienen. Doch das einstige Gesellschaftsideal ist für uns Städter schon längst etwas Abgefackeltes. Vom Lande halt und belächelt.

Wer einen Kibbutz in seiner heutigen Form sehen will, der sollte sich beeilen, denn bald könnte damit Schluß sein.



Link:

Kibbutz Program Center



Ulpanidylle im Kibbutz

Sonntag, 14. Juni 2009

Sommer in Israel

B"H

Die Sommerferien beginnen so allmählich und nicht wenige Europär, mit oder ohne Geld, suchen nach diversen Ferienprogrammen / Aufenthalten in Israel. Bisher standen der Kibbutz sowie der Moschav stets ganz oben auf der Liste. Jedenfalls bei nicht gerade mit Reichtümern behafteten Rucksacktouristen.

Hier Aktuelles zum Kibbutz Programm in Israel !
Wobei ich in dieser Woche unbedingt nochmals im Kibbutz Office in Tel Aviv vorbeischauen will. Zwecks Erkundung der Zahlungen für die Auslandskrankenkasse.
Deutsche Vermittlerbüros bieten dem Kibbutzvolontär für nicht gerade wenig Geld eine Krankenkasse an, doch wer in Israel ankommt erfährt, dass er es hier viel billiger hätte haben können.

Zu den Arbeitsaufenthalten in den Moschavim:
Früher liess sich hier etwas Geld verdienen und Unterkunft wurde gestellt. Macht Euch jedoch heute darauf gefasst, weniger freie Jobs im Moschav vorzufinden, denn seit Jahren stellen deren Arbeitgeber lieber Billigkräfte aus dem Fernen Osten ein.

Dienstag, 19. Mai 2009

Kibbutz Program Center

B"H

Insbesondere zum Sommer hin zieht es viele ausländische junge Leute in Israels Kibbutzim. Jobben, den Kibbutz und Land und Leute geniessen. All das kenne ich selbst auch, denn als ich noch jünger war, war ich Kibbutzvolontär. Wenig später wurde ich in zwei weiteren Kibbutzim Ulpanschüler (Hebräischsprachkurs). Wobei die Ulpanim in einem Kibbutz fast immer einen Tag Arbeit und einen Tag Unterricht beinhalten. Insgesamt aber machte ich die Erfahrung, dass es ein Ulpanschüler in vielen Lebenslagen besser hat als ein Volontär. Kulturell zumindest, denn man wird zu Vorträgen eingeladen und fährt auf informative Trips. Nicht selten ist sogar die Unterbringung günstiger, denn mit dem Ulpan strengt sich der Kibbutz an, da er Geld von der Jewish Agency erhält. Demnach stellt ein Ulpan eine Einnahmensquelle für den Kibbutz dar.

Heute morgen machte ich mich einmal zum offiziellen Kibbutz Office in Tel Aviv, in der Frishman Street Nr. 6, auf. Im Untergeschoß findet man das Office des Kibbutz Program Center. Ein paar winzige Büroräume mit wenigen Angestellten bilden die erste Anlaufstelle des Volontärs.
Leider war die Leiterin nicht anwesend und so muss ich mich nochmals hinbemühen, doch gab man mir ein Infoblatt und ich stelle vorab einige Infos davon in den Blog.

Zuvor allerdings muss ich sagen, dass ich in den 80iger Jahren nicht schlecht über den Tisch gezogen worden bin. Eine mir von der Jewish Agency in Frankfurt angeratene Privatagentur sandte mir Formulare und Rechnungen zu. Ohne all das auszufüllen und zu zahlen, bekäme ich später vom Kibbutz Office in Tel Aviv keinen Platz zugeteilt. Also zahlte ich Gebühren plus Krankenkasse.
Alles Quatsch und Geldmacherei, wie sich hinterher herausstellte. Jeder kann im Office in Tel Aviv einfach so vorsprechen und eine Krankenkasse bekommt er dort auch vermittelt.
Hütet Euch also vor der Abzocke in Deutschland oder anderswo. Setzt Euch ins Flugzeug und kommt selber her. So spart Ihr eine ganze Menge Geld.

Einige der Aufnahmebedingungen in das Kibbutz Program:

Man sollte mindestens einen zweimonatigen Aufenthalt im Kibbutz planen. Zwei Monate bis maximal sechs Monate.
Das war einmal anders und man konnte länger bleiben, doch die Visavergabe vom Innenministerium ist begrenzt.

Man sollte in guter körperlicher und seelischer Verfassung sein und sich darüber ein Attest vom Hasuarzt ausstellen lassen.
Weiterhin sind einige Englischkenntnisse erforderlich !

Nur Bewerber im Alter von 18 - 35 Jahren werden akzeptiert !

Die folgenden Infos variieren von Kibbutz zu Kibbutz:

Ein Arbeitstag beinhaltet acht Stunden, eine Sechs - Tage - Woche & drei Tage Urlaub pro Monat.
Arbeit aller Art sollte nicht gescheut werden und nicht in jedem Kibbutz kann man sich seinen Arbeitsplatz aussuchen. Meist jedoch volontiert man in der Landwirtschaft, in Fabriken, im Tourismus (Zimmer vom Guest House putzen) oder im Diningroom (Eßsaal oder in der Küche).

Das Zimmer teilt man mit zwei oder drei weiteren Volontären. Mahlzeiten werden gemeinsam im Diningroom eingenommen, wobei es heute so ist, dass die eigentlichen Kibbutzmitglieder daheim essen. Das Kibbutzsystem hat sich im Laufe der Jahre sehr verändert und mittlerweile ist es so, dass fast nur noch die Volontäre den Diningroom nutzen.

Die Wäsche wird einem gewaschen und wenn vorhanden, kann man die lokale Bücherei sowie das Swimming Pool nutzen.

Der Kibbutz gibt ein monatliches Taschengeld aus. Ein paar Hundert Schekel vielleicht und nichts Berauschendes. Der Kibbutz kommt allerdings NICHT für die Reiseunkosten eines Volontärs auf.
Ehepaare oder Singles mit Kinder werden nicht akzeptiert !

Die beste Zeit zu kommen und sich um einen Volontärsplatz zu bewerben sind die Monate von Mai - September, denn dann gibt es die meiste Arbeit in den Kibbutzim. Man reist mit einem Touristenvisum ein und wandelt dann innerhalb der ersten zwei Wochen das Visum in ein Volontärsvisum um.

Hier der Knackpunkt, der oft nicht im Großgedruckten angegeben ist:

Wie ich sowohl von Volontären als auch von einer Angestellten im Office erfuhr, übersteigt die Nachfrage das Angebot. Derzeit ist das wieder einmal der Fall und der zukünftige Volontär muss nach seiner Bewerbung oft zwei Wochen warten, ehe er einen Platz in einem Kibbutz zugewiesen bekommt. Zwei Wochen also fast täglich im Kibbutz Office vorsprechen und nachfragen, ob sich etwas ergeben hat. Man hängt in Tel Aviv fest und lebt meist im Hostel. Das SKY Hostel oder das Momos (Ben Yehudah Street, Dormitory ca. 15 Euro pro Nacht) liegen ganz in der Nähe und sind preiswert. Wer es exclusiver und sauberer sucht, der gehe ins Gordon Hostel (Dormitory ab 90 Schekel - 18 Euro) in der Gordon Street. Alle drei Hostels liegen nicht weit von der Fishman entfernt und das Kibbutz Office kann innerhalb weniger Minuten erreicht werden.

Geöffnet ist das Kibbutz Office von Sonntag - Donnerstag jeweils von 8.00 - 14.00 Uhr. Adresse: Frishman 6 in Strandnähe. Zu erreichen mit den Buslinien 10 vom Arlozorov Bahnhof oder mit der 4 vom Zentralen Busbahnhof.

Kosten:

- 340 Schekel (ca. 68 Euro) für die Krankenkasse. Gültig für drei Monate und jede weiteren drei Monaten kosten 100 Schekel (20 Euro) extra.
- Man sollte im Besitz einen gültigen Passes sowie Visum sein und ggf. ein Rückflugticket vorweisen.
- Außerdem sollte der Volontär im Besitz von 800 Schekel (160 Euro) sein. Das Geld soll demjenigen nicht genommen werden, nur will man sichergehen, dass er etwas Kleingeld besitzt.
- 360 Schekel (ca. 72 Euro) Gebühren für die Registrierung.
- 110 Schekel (ca. 25 Euro) Visagebühren.

- Ein Kibbutz kann zwischen 300 - 400 Schekel (ca. 50 Euro) Kaution verlangen. Falls etwas zu Bruch gehen sollte.

Den meisten Volontären kommt es auf die Kibbutzatmosphäre an, die sich in den letzten Jahren sehr zum Kapitalistischen hin gewendet hat. Und leider bevorzugen viele Kibbutzim Gastarbeiter aus China, Thailand, etc. und akzeptieren daher weniger Volontäre. Chinesen sind halt billiger und schuften 12 Stunden nonstop für wenig Geld. Außerdem besaufen sie sich abends nicht, wie leider viele Kibbutzvolontäre.

Eines jedoch muss ich als Städter noch loswerden:
Was einem der Kibbutz nicht vermitteln kann, ist das reale Leben in Israel ! Für Israelis gelten Kibbutznik nach wie vor als Hinterwäldler, die nie in der Stadt zurechtkommen würden. Vielerseits stimmt dies sogar. :-)

Wichtige und informative Sites:

Kibbutz Program Center

http://www.kibbutz.org.il/volunteers/about.htm

Sprachkurze (Ulpanim) in Kibbutzim

http://www.kibbutzulpan.org/page.asp?ln=eng