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Sonntag, 23. September 2012

Jerusalem by Night






Die wieder aufgebaute HURVAH - Synagoge in der jüdischen Altstadt





In der Edelmeile MAMILLA MALL zwischen Jaffa Tor / Altstadt und Jaffa Road.



Um 2.00 Uhr nachts in der Jaffa Road. Was hier nach toller Action und Ausgelassenheit aussieht, kann trügen, denn des nachts treiben sich um die Jaffa Road die sogenannten KIKARISTEN herum. 



 Photos: Miriam Woelke

Dienstag, 8. Mai 2012

"Im Suff wird draufgeschlagen" - Israels Jugendkriminalität

B"H 

Thema Nummer 1 in den gestrigen TV – Nachrichten war der drastische Anstieg der Jugendkriminalität im Land. Nicht, dass es niemals zuvor Schul- bzw. Facebook Mobbing gab. Vor ein paar Monaten beging sogar ein Jugendlicher Selbstmord, weil er von seinen Mitschülern auf dem Social Network gemobbt worden war. Gewalt an den Schulen und "Schüler prügeln Lehrer" ist schon lange ein Thema. Besonders in "sozialen Brennpunktschulen". Oder  Jugendliche stechen eben mal so mit Messern gegenseitig aufeinander ein … all das ist längst fester Bestandteil der Nachrichten. 

Innerhalb der letzten Wochen aber nahm die Brutalität drastisch zu und es gab einen Toten. Der Jugendliche Eden Ochayon erstach den Familienvater Gadi Vichman als dieser sich bei einem Pulk Jugendlicher über deren Lärm beschwerte. Ochayions am Tatort anwesende Freunde sowie seine Freundin wurden jetzt allesamt verhaftet. 

Jugendliche hängen besonders abends in Parks oder zwischen Wohnblöcken ab, rauchen und ziehen sich Bier und Wodka literweise rein. Danach wird gegröhlt, was das Zeug hält und jeder, der vorbeikommt und schief schaut, wird angemacht. Große Teile der israelischen Jugend würden immer mehr dem Suff verfallen und anfangen zu randalieren - so die Prognosen. 

Sobald es zum Gewaltausbruch kommt, schreien die Medien nach mehr Sozialarbeitern und und und. Ich denke mir, dass die Gründe dafür den europäischen Jugendproblemen ähneln: Langeweile und die Angst vor der Zukunft. Viele Jugendliche sehen nicht gerade viel Hoffnung in ihrem Leben und suchen  mit dem Alk das "tolle" Abenteuer.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Kindesmissbrauch in Nachlaot (Jerusalem)


B"H 

Am vergangenen Freitag berichtete Israels größte Tageszeitung "Israel Hayom - Israel Heute" in einem mehrseitigen Artikel von eine Pädophilengang, die den Jerusalemer Stadtteil Nachlaot unsicher gemacht haben soll. Zuerst konnte ich das gar nicht glauben. Nachlaot ? Die romantisch beschauliche Seite Jerusalems im Schatten des Machane Yehudah Marktes. Pädophile in Nachlaot ? Wie kann denn das sein ? Jahrelang habe ich in dem Stadtteil gewohnt und gearbeitet, aber etwas Außergewöhnliches ist mir nie aufgefallen. Wer aber kann schon hinter die Fassaden blicken ? Kriminelle gibt es überall; selbst im romantischsten Ort der Welt.

Laut "Israel Hayom" sollen den Pädophilen mindestens 50 - 100 Kinder in die Hände gefallen sein. Auf dem Nachhauseweg vom Kindergarten oder der Schule abgefangen. Hinterher bedroht, dass man ihre Familie umbringe, falls jemand auch nur ein Sterbenswörtchen verrät. “Israel Hayom” liess aus, ob es sich bei den betroffenen Kindern auch um Mitglieder der lokalen haredischen (ultra – orthodoxen) Gemeinde handelte. Laut mehrerer Aussagen der Eltern handelt es sich bei den Gang Mitgliedern vorwiegend um Nichtjuden. Russen ? Auch das liess die Zeitung offen.

Mehrere Eltern wurden anonym interviewt und berichteten, wie ihre Kinder letztendlich zugaben, missbraucht worden zu sein. Die Polizei wirft den Eltern vor, danach zu sehr auf eigene Faust gehandelt zu haben, um die Täter dingfest zu machen. Darüber hinaus glaubt die Polizei selber nicht an die Verhaftung des größten Kindesmissbrauchring seit der Staatsgründung im Jahre 1948. Die einzelnen Gang Mitglieder kannten sich untereinander teilweise gar nicht und allein das läßt die Polizei zu dem Schluss kommen, dass lediglich eine Person aktiven Missbrauch betrieb. Jedoch nicht in der Größenordnung von 50 – 100 Kindern. Zu viele Eltern hätten ihre Kinder beeinflusst und vieles sei einfach nur böses Gerede gegen die angeblichen Pädophilen. 

Die Verdächtigen befinden sich fast alle wieder auf freiem Fuß und seitdem ist Nachlaot zur Sperrzone geworden. Kinder werden von ihren Eltern nicht mehr allein auf die Straße gelassen und die Verdächtigen sind eh zu Personen non grata geworden.


Nachlaot

Photos: Miriam Woelke


Sämtliche Infos sowie die Übersetzung des hebräischen Artikels aus der “Israel Hayom” hier in englischer Sprache:




Donnerstag, 29. Dezember 2011

In Israel leben 900,000 Kinder unterhalb der Armutsgrenze

B”H 

Der aktuelle Report des israelischen Kinderschutzbundes ist da und wurde vorgestern Präsident Schimon Peres überreicht. Die im Report enthaltenen Zahlen sind verheerend und wenn es in Deutschland heisst, dass Arbeitslosigkeit mit dem Absinken in HARTZ IV gleichzusetzen ist, so ist die Situation in Israel teilweise noch viel schlimmer. Allein weil weniger Hilfsmittel und Organisationen vorhanden sind, die den Fall in die Armut verhindern. 

Ende des Jahres 2010 lebten in Israel insgesamt 2,519,900 Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren. Die Anzahl bildet einen Gesamtbevölkerungsanteil von 32,7 %. 

Von diesen 32,7 % sind 69,7 % Juden (im Jahre 1995 waren es noch 75 % Juden), 24 % Moslems, 2,8 % Kinder und Jugendliche ohne Religionszugehörigkeit, 1,7 % Christen und 1,9 % Drusen. 

In Israel leben ca. 155,000 Kinder und Jugendliche ohne israelische Staatsbürgerschaft. 100,000 davon befinden sich illegal im Land. 

In Israel leben 889,500 Kinder und Jugendliche (35,3 %) unterhalb der Armutsgrenze. Seit 2001 bedeutet dies einen Anstieg von 48 %. 

Bei 18 % von den 35,3 % handelt es sich um Kinder und Jugendliche aus Neueinwandererfamilien. 

82,8 % der israelischen Kinder benutzen das Internet. Insgesamt haben 91,5 % der 2,519,900 Kinder und Jugendlich in Israel einen Computer daheim.

Donnerstag, 24. November 2011

TAGLIT (BIRTHRIGHT): Der perfekte Weg zur Aliyah ?


B”H 

Junge Juden bis zu einem bestimmten Alter haben die Möglichkeit, sich bei der internationalen Organisation “Birthright” (Hebräisch: TAGLIT) anzumelden, um auf diese Weise zwei bis drei Wochen Israel kostenlos zu geniessen. Inklusive Sterne – Hotels und Gruppentrips. Sinn und Zweck von “Birthright” ist es, so vielen jungen Juden wie möglich das Land Israel nahezubringen und ggf. zur Aliyah (Auswanderung nach Israel) zu animieren. In den meisten Fällen gelingt dies nicht, denn die Jugendlichen kehren zu ihren Eltern zurück, gehen auf das College oder die Uni und richten ihr Leben im jeweiligen Diaspora – Land aus. Der Israeltrip war toll und bleibt unvergessen, doch leben will man nicht gerade im Heiligen Land. Da bleiben jüdische Heranwachsende lieber im eigenen Land, wo es bequem ist, Jobs vorhanden sind und das Leben in geregelten sowie vertrauten Bahnen verläuft. 

Viele Israelis betrachten die Einrichtung “Birthright”, die vorwiegend von aussen gesponsort wird, als reine Geldverschwendung. Im eigenen Land leben Tausende Jugendliche unter dem Existenzminimum und dann rauschen Jugendliche aus der Diaspora an und machen im 5 – Sterne – Hotel Highlife. Ist das fair ? Warum nicht das Geld in die heimische Jugend stecken anstatt in ausländische Jugendliche, für die der Trip eh nur ein Abendteuerurlaub darstellt und die danach auf “Nimmer Wiedersehen” verschwinden ? 

Zahlreiche Israelis beschweren sich darüber zu Recht. Genau so übrigens wie über Neueinwanderer, die hierherkommen, ihre finanziellen Rechte abkassieren und, wenn das Geld aufgebraucht ist, in ihre Heimatländer zurückkehren. 

“Birthright” darf mit gemischten Gefühlen betrachtet werden. Was mich jedoch an der Organisation stört ist, dass hier auch Jugendliche akzeptiert werden, die aus einer Intermarriage stammen. Beispiel: Der jüdische Vater heiratete eine nichtjüdische Frau und demnach sind die daraus hervorgehenden Kinder keine Juden mehr. Es gibt Eltern, die ihre Kinder auf derlei Trips schicken, damit sie ggf. einen jüdischen Freund bzw. Freundin finden. Erschreckend ist, dass schlimmstenfalls das Kind mit einem nichtjüdischen Partner zurückkehrt. Und das ausgerechnet aufgrund von “Birthright”.

Donnerstag, 8. September 2011

Israel: 151,000 Kinder werden von Eltern vernachlässigt

B”H 

Ein aktueller Bericht des Sozialministerium gibt erschreckende Zahlen preis: 

In Israel leben 151,000 Kinder in vernachlässigten Verhältnissen. Darunter 47,000 Kinder im Alter bis zu sechs Jahren. 

“Vernachlässigt” bedeutet in diesem Fall, dass daheim bei den Eltern Chaos herrscht. Niemand kümmert sich um die Kinder, keiner putzt die Wohnung oder kocht Mittag. Mindestens ein Elternteil ist drogenabhängig. Kindesmisshandlung sowie Missbrauch ist hierzulande ebenso ein weitverbreitetes Thema.

Mittwoch, 31. August 2011

Israels wohlhabende Barbie Puppen



B”H

Morgen ist es wieder soweit und die israelischen Medien ziehen jedes Jahr das Thema erneut heran. Ich wette, dass nirgendwo anders auf der Welt der erste Tag des neuen Schuljahres so thematisiert wird wie hierzulande. 

Die Sommerferien beginnen üblicherweise Ende Juni und der erste Schultag ist in jedem Jahr der 1. September. Religiöse Schulen sind von diesen Terminen weitgehend ausgenommen, denn für sie gelten andere Ferientermine und die Sommerferien fallen wesentlich kürzer aus.

Auch heute abend waren die TV – Nachrichten wieder voll mit dem morgigen Schulbeginn. Wie viel das die Eltern alles kostet. Neue Schulbücher, Hefte, Ranzen und und und. Zu meiner Schulzeit bin ich mindestens zwei Jahre mit demselben Ranzen unterwegs gewesen, doch hierzulande muss schon jedes Jahr ein neuer Rucksack für die Schule gekauft werden. Das gehört zum guten Ton und die Schüler achten dabei auch noch auf Markenprodukte.

Und jedes Jahr wieder zum 1. September geht es auch um Prestige. Neue Klamotten wollen die Schüler zum ersten Schultag. Wobei ich hier weitgehend von säkuleren und weniger von relig. Schülern ausgehe. In der säkuleren Schulwelt sind Markenklamotten und alles drum herum extrem wichtig und wer nicht viel Geld hat, muss halt sehen, wie er zurecht kommt. 

Viele wohlhabende Schüler gehen in die Schulen in ihren eigenen Stadtteilen wie in Tel Aviv – Nord und dort rechnet nicht jeder Schüler mit jedem Schekel, denn die Eltern haben's ja. Woanders sieht es nicht so rosig aus, aber die weniger betuchten Kinder, welche in ihren Stadtteilen zur Schule gehen, stehen somit nicht unter dem Klamottendruck von Tel Aviv – Nord. 


Vor ein paar Tagen brachte eine Nachrichtensendung einen schockierenden Bericht, der selbst die Journalisten vom Hocker riss. Da gehen doch glatt Kinder aus reichem Haus kurz vor dem 1. September zum Beauty Shop, um sich ein neues Styling zwecks Schulbeginn zu verpassen. Markenklamotten reichen nicht mehr; jetzt muss selbst ein neues Hair Styling und Make - up her.

Jene Kids machten auf mich einen recht armseligen Eindruck mit ihrem Leben, in dem sich alles nur ums Aussehen dreht. Künstliche Ideologien, selbst wenn das Kopferl recht leer ist. In dem Moment fragte ich mich nur, wie denn die Zukunft unseres Landes mit solchen dummen Barbie Dolls aussehen wird. Wie gut, dass die Barbie simmer noch in der Minderheit sind, denn zuviel BLOND könnte das Land nicht verarbeiten.

Montag, 20. Juni 2011

Sommerferien in Israel

B”H

Der Sommer steckt in jedem Jahr voller Kultur. Auch bei mir, denn ich sehe mir die Oper “La Traviata” in Tel Aviv an. Der Ticketpreis beträgt mehr als 400 Schekel (80 Euro), doch bekam ich die Karte durch eine günstige Gelegenheit umsonst.

Die Städte geben ihr Bestes, um den im Sommer Daheimgebliebenen etwas zu bieten. In vielen Schulen beginnen heute die großen Sommerferien und erst am 1. September beginnt das neue Schuljahr. Religiöse Schulen haben jedoch andere Termine und sind davon ausgenommen !

Wer meint, dass die Mehrheit der israelischen Schüler jetzt das große Gammeln anfängt irrt, denn viele suchten sich Sommerjobs und arbeiten. Ob in Cafes, bei der Ernte auf den Feldern oder beim Tellerwaschen in Restaurants.

Für Schüler gilt ein niedrigerer Mindestlohn, nämlich der von 15,74 Schekel für die Altersgruppen von 14 – 16 und 16,87 Schekel für die Altersgruppen von 16 – 17 Jahren. Von 17 – 18 Jahren werden 18,66 Schekel pro Stunde verdient.

Kurz gesagt, eine Menge Schufterei, doch die betreffenden Schüler nehmen es gelassen. Einige wollen ihre finanzielle gebeutelten Eltern unterstützen, andere sich einen kurzen Urlaub gönnen und wieder andere wollen einfach unabhängig vom Geldbeutel der Eltern sein.

Donnerstag, 28. April 2011

UNRWA Angestellte sind dagegen, dass palästinensische Kinder von dem Holocaust an den Juden erfahren


B”H

Wie "Tundra Tabloids" und "PalWatch" berichten, ist die UNO dagegen, in palästinensischen Schulen den Holocaust an den Juden zum Unterrichtsthema zu machen.

Grund: Die palästinensischen Kinder könnten zu sehr verwirrt werden !


Freitag, 7. Januar 2011

Schabbat Schalom

B”H

Heute morgen sah es noch nach einem perfekten Tag aus. Die Sonne lachte strahlend vom Himmel und es war warm. Selbst oben in der sonst so kühlen Bergregion um Zfat im Oberen Galiläa. Als ich ca. 35km südlich daheim in Tiberias aus dem Bus stieg, konnte ich die Jacke ablegen, denn noch viel wärmer. Vor ein paar Tagen hatte mir eine amerikanische Touristin verkündet, dass Tiberias eh das "israelische Florida" sei.
Später bezog sich der Himmel, es schüttete und nun ist alles grau in grau. Es wird ein verregneter Schabbat und damit Zeit, wieder einmal ein gutes Buch zu lesen. 

Die Presse weiss nicht viel Neues. Abu Mazen liess ein paar einsitzende Touristen frei, was mich nicht gross verwundert.


Ein 15 – jähriger Teenie, den die Presse nur “D” nennt, erhängte sich im Badezimmer seines Elternhauses. Offenbar hatten ihn Klassenkameraden auf Facebook in den Tod gemobbt. Der Schüler war für sein Alter recht klein gewachsen und man nannte ihn daher “Desche – Rasen”. Ferner wurde er verkloppt und auf Facebook als “Homo” beschimpft. “Er solle sich lieber gleich umbringen”.

Jetzt wimmelt die Schule ab und weist alle Schuld von sich. Die Mitschüler geben alles nur als “Spass” aus, aber die Polizei ermittelt weiter.
70% der israelischen Schüler besitzen ein Facebook Account und es kommt immer öfter zum Mobbing oder jetzt sogar auch zur Vergewaltigung einer 12 – jährigen, die da via Facebook ein paar obskure Typen kennen lernte und sich mit ihnen traf. 


Vor wenigen Tagen fand im Kibbutz Beit Oren bei Haifa eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Brandkatastrophe auf dem Carmel vor einem knappen Monat statt. Netanyahu war dort, der Knessetvorsitzende Ruven Rivlin, der sephardische Oberrabbiner Shlomo Amar sowie Innenminister Eli Yishai von der sephardischen SHASS – Partei. Nach wenigen Gedenkworten kam es zum Eklat. Der Lebensgefährte der beim Brand umgekommenen Polizeichefin von Haifa Ahuva Tomer, rastete aus. Danny Rosen forderte Netanyahu auf, Innenminister Yishai aus der Gedenkveranstaltung zu entfernen. Unverzüglich, sonst gehe er (Danny Rosen). Damit fingen auch andere trauernde Angehörige an, Yishai zu beschimpfen. Schliesslich wurde der Innenminister vom Oberrabbiner hinausgeleitet. Jedoch schlossen sich nicht alle trauernden Angehörigen der über vierzig im Feuer Umgekommenen an. “Man kann Yishai nicht zum Hauptschuldigen machen. Das sei ja absurd. Davon kommen die Toten nicht wieder und man solle mit seiner Trauer anders umgehen und nicht wahllos um sich schlagen”.

Danach kam es zu einem weiteren Eklat zwischen der SHASS – Partei und Rosen. Israels Massenblatt “Yediot Acharonot” lässt in ihrer heutigen Schabbatausgabe Danny Rosen mehrseitig zu Wort kommen. Und damit geht das Land vorerst in den regnerischen Schabbat. 


Wie ich berichtete, denke ich darüber nach, nach Zfat zu ziehen. Zfat ist bestimmt kein zentraler Ort wie Tel Aviv, hat aber anderer Vorteile. Wer ein ruhiges Leben sucht, der ist in Zfat garantiert richtig. Vielleicht sogar viel zu richtig.
Wie aber finde sich in Zfat eine Wohnung ? Noch dazu eine Bezahlbare ?

Die Kleinstadt verfügt über eine riesige Anglo – Gemeinde und diese wiederum fand ihren eigenen Weg der “Community Communication”: Eine eigene Mailing List und auf ihr stellte ich ein Announcement ein. Prompt kamen fast 15 Antworten zusammen und ich habe einiges zu tun, um die zu prüfen.

In der Zeitung hiess es gestern noch, dass die Stadt Tiberias den prozentual höchsten Preisanstieg bei Häuserkauf aufweist. Wohlgemerkt, beim Kauf und (noch nicht) bei den Mieten. Warum das so ist, darauf gehe ich mit Photos zu Beginn der kommenden Woche ein.

“Schabbat Schalom” an alle Leser !

Donnerstag, 18. November 2010

Israels beliebteste Vornamen des Jahres 2009

B"H

Welche Namen gaben juedische Eltern in Israel ihren Neugeborenen im Jahre 2009 ?

Bei den Mädchen führt eindeutig NOA gefolgt von Shira, Maya, Tamar und Yael.

Bei den Jungen führt NOAM gefolgt von Itai, Uri, Daniel und David.

Bei den palästinensichen Neugeborenen führt der Jungenname Machmud und bei den Mädchen war es, u.a., Nur. Wobei ich Nur (übersetzt bedeutet das Wort LICHT) ebenso von Jungen kenne. Anscheinend gibt es im Arabischen wie im Hebräischen Vornamen, die gleichzeitig für Jungen und Maedchen gelten können. Im Hebräischen wären dies, u.a., Tal, Sharon oder Sivan.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Wie israelische Teenager Geld verdienen



B"H


In Israel liegt das Geld nicht förmlich auf der Strasse und fast alle müssen sich ihr Einkommen hart erarbeiten. Arbeitslosengeld sowie die Sozialhilfe fliessen eher spärlich und so stottert ein jeder vor sich hin und sieht zu, irgendwie über die Runden zu kommen.


Die Reichen lasse ich einmal aus, doch eine israelische Tatsache ist, dass kaum ein Haushalt des normalen Mittelstandes, geschweige denn der "Unterschicht" mit dem zur Verfügung stehenden Einkommen durch den gesamten Monat kommt.


Die Bewohner der Küstengegenden finden eher Jobs als die Jerusalemer. Ganz schlecht sieht es im Norden des Landes sowie im Süden aus. Israels Industrie beschränkt sich überwiegend auf die Küstengegenden und der Rest kann sozusagen sehen, wo er bleibt.


Jugendlich aller Schichten versuchen ständig, ihr Taschengeld aufzubessern. Selbst gut betuchtere Jugendliche kellnern neben der Schule oder jobben in Shops. Die Mehrheit des so erworbenen Geldes wird in Markenklamotten gesteckt oder man geht mit Freunden aus. Das ist die eine Seite der Medaille. Die zweite Seite ist, dass immer mehr Jugendliche ihren Nebenverdienst nicht nur in Klamotten investieren, sondern vielmehr arbeiten gehen, um ihre arbeitslosen Eltern finanziell zu unterstützen. Mit dieser Aussage beziehe ich mich auf jüdische Jugendliche, denn bei arabischen Jugendlichen ist es absolut keine Seltenheit, wenn die Kinder selbst im frühen Alter arbeiten gehen, um so den Haushalt mitzuernähren.


Leider hat in den vergangenen Jahren bei vielen Jugendlichen die "Arbeitswut" abgenommen. Anstatt richtig zu klotzen, suchen viele das schnelle Geld. Richtiges Geld und nicht nur 20 Schekel (ca. 4 Euro) pro Stunde. Wer will gross schuften, wenn andere den schnellen Schekel einfahren ?


Bei jungen Mädchen, besonders aus sozial schwachen Familien stammend, ist es längst keine Seltenheit mehr, wenn diese sogenannte "Escort - Dienste" anbieten. "Begleitdienste" oder realistisch ausgedrückt: Prostitution.
Die Mädchen sehen sich nicht unbedingt als Prostituierte und rechtfertigen sich sich mit dem Argument, dass heutzutage viele Teenies gleich miteinander ins Bett steigen, ohne sich voher ausreichend kennen zu lernen. Wo sei da der Unterschied, wenn man in eine Disco geht, sich einen Typen angele und nebenbei zum Ausdruck bringt, dass ALLES möglich sei, wenn nur eine Bezahlung stimme. So versprechen sich die Mädchen ein Ende der Armut und aufhören könne man ja immer noch.


Schnelles bequemes Geld ist bei vielen israelischen Teenies IN und auf die Nebenwirkungen wird gepfiffen. Schuld daran sind, unter anderem, auch die Massenmedien mit ihrer Werbung. Ferner TV und Internet, denn es wird den Jugendlichen der Schein einer Kosumwelt vermittelt, bei welcher heute niemand aussen vorstehen will.


Ob spezielle Sozialarbeiter das Gesamtproblem angehen, ist mir nicht bekannt.

Dienstag, 27. Juli 2010

Die KIKARISTEN - הכיכריסטים

B"H

Jerusalem - Innenstadt - Zion Square von allen Seiten









Photos: Miriam Woelke


B"H

Alles in Jerusalem ist so toll und wenn ich als Tourist durch die Innenstadt schlendere, ist mein Leben fast perfekt.
 
Diese Aussage muss von einem Touristen stammen, denn die Jerusalemer betrachten ihre Stadt als alles andere als perfekt. Arbeitslosigkeit, steigende Mieten und Lebenshaltungskosten, Verkehrschaos aufgrund des Straßenbahnbaus, hoffnungslose Rathausbürokratie sowie eine ansteigende Kriminalitätsrate. So schlägt sich jede israelische Stadt mit ihren Lokalproblemchen herum.

Besonders die Jugendkriminalität nimmt, wie schon vor einigen Monaten berichtet, immer mehr zu. Drogen, Suff, Gewalt gegen andere und und und. Die Liste ist lang und macht auch vor der Heiligen Stadt nicht halt. Auch nicht, dass minderjährige Teens von daheim abhauen oder gleich ganz von den Eltern rausgeschmissen werden, die mit der Erziehung nicht mehr fertig werden. Das Jugendamt reagiert nicht immer schnell und ehe man sich versieht, stehen die Kids auf der Straße.

Der Zionsplatz (Kikar Zion) inmitten der Jaffa Road ist bekannt für seine Tag - und - Nacht - Transformationen. Kikar Zion, die nähere Umgebung wie Yoel Solomon Street oder der Unabhängigkeitspark weiter unten, sist das Territorium der "Kikaristen" (benannt nach dem Kikar Zion). Hier treffen sich abgefackelte Homeless Teenager und ziehen sich entweder Drogen oder Alk rein. Jeder einzelne von ihnen mit seiner eigenen Geschichte. No Future, von daheim rausgeworfen, bei Freunden oder im Park pennen … Tagsüber sieht man sie seltener, doch gegen abend beginnen sie ihre Session auf den Stufen zur Bank Hapoalim am Zion Square.

"Hey, haste mal ne Zigarette oder n'paar Schekel ?"

Die Kikaristen haben ihre eigene Gemeinde, ihre eigenen Foren, Blogs und ihre eigene Facebook Group. Ausgemachter Feind ist die Polizei und das gerade zu dieser Zeit, denn vor erst vor wenigen Wochen starben zwei Kikaristen (das Mädchen Lee Vatkin aus super guten Wohlstandselternhaus) an vermurksten Drogen. Einsam lagen ihre Leichen in der Jerusalemer Ussischkin Street und der Vater von Lee alarmierte die Polizei. Zwei tote Drogenkikaristen. Die Eltern von Lee fragen sich, was sie falsch gemacht haben bei der Erziehung ihrer Tochter und die Kikaristen - Community ist geschockt. Ein dritter Kikarist starb ebenfalls, doch die Gemeinde lebt weiter.

Jugendamt, Sozialarbeiter, Lokalpresse … alles versucht die Kikaristen zu analysieren und in Schubladen zu packen. Drugies, eh nix zu machen. Die wollen sich ja nicht helfen lassen.

Bei vielen Kikaristen mag das der Fall sein. Eine Patentrezept gibt es nicht und so mancher Jugendlicher (wie Lee Vatkin) fühlt sich von der Community wahnsinnig angezogen. Schmeisst die Schule, haut von daheim ab und verbringt die Nächte am Kikar oder im nahegelegenen Park. Eltern suchen dort des nachts nach ihren Kindern und die Sozialarbeiter nach einer Lösung. Eine extra Anlaufstelle wurde von der Stadtverwaltung eingerichtet (in der Jaffa Road).

Wer des nachts die Jerusalemer Innenstadt durchschreitet, den erwartet ein weniger romantisches Bild, sondern die Realität waltet bis ca. 5.30 Uhr morgens. Sobald es hell wird, wandelt sich das Bild und der Alltag zieht auf. Mit ihm verschwinden die Kikaristen bis zum Sonnenuntergang des neuen Tages.

Freitag, 23. Juli 2010

Schabbat Schalom


Photo: Miriam Woelke


B"H

Was unternimmt die Tel Aviv Jugend in den ewig andauernden Sommerferien ? Sie geht ins Dizengoff Center oder in die Azrieli Shopping Mall. Mac Donald's steht ganz oben auf der Liste.
Nachdem ich das alles gestern nachmittag ein wenig miterlebte, muss ich sagen: Die Religiösen haben auf vielen Gebieten Recht. Teile der säkuleren Jugend sind echt abgefahren mit ihren Hippie - oder was auch immer Klamotten. Selbst in Jerusalem ist mir bisher soetwas noch nicht begegnet. Und das einmal abgesehen von der Religion.

Nein, es kommt nicht der Spruch "Zu meiner Jugendzeit war alles anders". Was ich jedoch gewohnt bin sind Jugendliche mit einer Identität und Idealen. Allerdings fragte ich mich gestern beim Anblick der Jugendlichen in den Tel Aviv Malls, was da für ein Ideal außer Mac Donald's, Handy oder Klamotten dahinter steht. Kein Wunder, dass viele Tel Aviver bereit sind, die Siedlungen einfach an die Palästinenser abzugeben, denn das Land Israel scheint nicht unbedingt auf der Dizengoff Center Prioritätenliste zu stehen.

Mord und Totschlag in den Tageszeitungen. Gewaltakte ausgeführt von Jugendlichen nehmen auch in unserem Land stetig zu. Die Gesellschaft verroht und korrupte kriminelle Knessetabgeordnete sowie Ex - Premier Ehud Olmert oder Ex - Präsident Moshe Katzav geben keine Ideale weiter. Es sei denn, jemand will im Knast landen.

Vielleicht schaffe ich es in der nächsten Woche endlich einmal zum "Gilad Shalit - Zelt" zu kommen und ein paar Bilder zu schiessen. Glück ist dabei von Nöten, denn Noam und Avivah Shalit sind häufig außer Zelt, denn sie gehen ständig auf Promi - Tour. Prominente treffen und dann eine Presseshow abziehen. Hat all das eine Freilassung ihres Sohnes gefördert ? Nein !

Israel ist voller Touristen und die Abzocke scheint mächtig zu blühen. Unsere Tourismusindustrie kann sich nicht beschweren und billige Handlanger zum Zimmerputzen in den Hotels (siehe in Eilat) finden sich neuerdings auch: 
Die illegal eingeschleusten Afrikaner.
Da Eilat von ihnen überflutet wurde und kaum mehr Jobs zu vergeben sind, reisen die Afrikaner nun nach Ashdod und bieten da ihre Dienste am. Die Bewohner von Ashdod sind nicht gerade begeistert, morgens einem Haufen illegaler Afrikaner zu begegnen, die sich da in der Stadt ausbreiten wollen. Jerusalem bleibt weitgehend verschont, denn in der Hauptstadt sind die Leute nicht so liberal und die Polizei erst recht nicht.

An Gesellschaftsthemen fehlt es mit nie und ich kann gar nicht alles auflisten, was sich in Israel abspielt. Um all den Müll nicht ständig vor Augen haben zu müssen, seilt sich jeder lieber in sein Privatleben ab. Und das tue auch ich an diesem Schabbat in Jerusalem.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !


Link zum Thema:

Montag, 28. Juni 2010

Wodka, Arak, Facebook, Wodka, Arak, Facebook

B"H

Die Sommerferien haben vor einer guten Woche begonnen und erst am 1. September startet auf den säkuleren israelischen Schulen das neue Schuljahr. Von Ende Juni - 1. September sind alljährlich Sommerferien und für viele Eltern bedeutet das purer Horror. Die Kids allein zuhause und die Eltern auf der Arbeit.

Die Kids schlafen bis in die Puppen, essen, surfen, bis zum geht nicht mehr, im Internet und treiben sich draussen mit Freunden herum. Viele Cliquen hängen in öffentlichen Parks und kippen sich mit Wodka und Arak (Ouzo) zu. Pöbeln und machen bis spät in die Nacht Randale.

Nicht alle Jugendlichen sind dermassen drauf, doch genügend. Ab dem nächsten Sommer will Bildungsminister Gideon Sa'ar die Sommerferien kürzen, denn die Eltern halten es kaum mehr aus.

Montag, 3. Mai 2010

Tel Avivs Bürgermeister fordert höhere Schulbildung für Haredim




B"H

Tel Avivs Bürgermeister Ron Chulda'i machte bei einem Bildungskongress ein bestimmtes Statement und heute stürzt sich die Presse des Landes darauf. Haredim (ultra - orthodox) wie säkuler.

Gemäss dem Bürgermeister sind weite Teile der haredischen (ultra - orthodoxen) Gesellschaft aufgrund ihres limitierten Schulsystems ungebildet und man züchte da eine Generation heran, die den Ansprüchen des israelischen Arbeitsmarktes nicht gerecht und somit in der Zukunft auf Sozialhilfe angewiesen sein wird. Außer Talmud, Thora und Halacha werde nichts unterrichtet. Nichts da mit wissenschaftlichen Fächern, Sozialkunde, Geschichte, Mathematik oder Fremdsprachen wie Englisch.

Es war überaus interessant, die Kommentare zu den Zeitungsartikeln der haredischen Presse zu studieren, denn zahlreiche Haredim stimmen Ron Chulda'i absolut zu. Viele von ihnen würden liebend gerne akademische Studien aufnehmen, sind jedoch durch die Restriktionen der jeweiligen Gemeinde bzw. haredischen Ausrichtung gebunden und können nicht so, wie sie wollen. Ansonsten würden sie mit ernsthaften Benachteiligungen in der Gesellschaft versehen werden. Zwar existieren haredische Colleges, doch hier trauen sich letztendlich nur die etwas mehr Modernen hin und nicht der Hinterhof aus Mea Shearim (ultra - orthodoxes Viertel in Jerusalem).

Die haredische Gesellschaft in der Diaspora (z.B. Manchester, London oder New York) ist definitiv gebildeter und das Schulsystems auf einem höheren Level. In Israel dagegen bewegen sich viele haredische Schulen gen Null. Insgesamt lernen die Mädchen mehr Weltliches als die Jungen, denn für sie gibt es Englischunterricht. Nach der Heirat ernährt so manche haredische Frau die Familie, in dem sie arbeiten geht und der Mann lernt. Gute Jobs sind im Hightech Sektor zu finden und dort braucht der Angestellte Englischkenntnisse. Aus diesem Grund unterrichten viele haredische Schulen (wie in der Chassidut Vishnitz) Englisch. Bei Karlin - Stolin lautet ein Schulfach "Computer" und selbst in der extrem antizionistischen Chassidut Dushinsky arbeiten nicht gerade wenige Frauen. Zwar ohne Englisch, doch als Lehrerinnen.

Zu früheren Zeiten waren grosse Rabbiner gleichzeitig Wissenschaftler. Neben der jüdischen Religion standen Mathematik, Astronomie, Medizin, Physik und anderes hoch im Kurs. Der Abarbanel (Thorakommentator) aus dem Mittelalter war sogar spanischer Staatsmann. Heute hingegen kann ein haredischer Schüler kaum die jüdische Philosophie zitieren noch kennt er historische Zusammenhänge betreffend seines eigenen Volkes. Das einzige, was erfolgt, sind Auswendiglernereien der Mischna (mündliche Gesetze G - ttes an Moshe am Berg Sinai und Bestandteil des Talmud).

So mancher Rabbiner argumentiert, dass ein Tamudschüler aufgrund seiner anerlernten Logik in der Lage sei, Englisch oder Mathe innerhalb kürzester Zeit, wenn nötig, zu erlernen und nachzuholen. Dies allerdings scheint mir eher wie eine Ausrede. Nicht nur das Wissen, sondern ebenso das selbständige Denken fehlen. Wer kennt den Philosophen Chasdai Crescas, die Zitate des Rambam zu Aristoteles oder die politische Situation Israels zur Zeit der Kreuzritter ?

Verlange ich da zuviel ?

Offensichtlich schon, denn wer von den säkuleren Schülern kennt die Zusammenhänge ? Jede Legislaturperiode eine neue Regierung und somit ein neuer Bildungsminister. Rechts oder links, jeder Minister nach seiner Facon und die Schüler leiden darunter. Das gesamte Bildungssystem scheint irgendwie im Eimer, genau wie in vielen anderen Ländern auch. Und das, obwohl Israel stets die Errungenschaften in der Wissenschaft sowie der Hightech hervorhebt.

In der haredischen Gesellschaft jedoch bedeutet Bildung auch zugleich Macht und dieser Machtfaktor spielt sicherlich eine Rolle. Welcher Rabbiner will seine Anhänger allzu gebildet sehen ? Je weniger Bildung, desto eher behält das geistige Oberhaupt seine Führungsrolle. Mitglieder extremerer chassidischer Ausrichtungen kennen nur ihren eigenen Stadtteil und alles andere außerhalb wird als unrein betrachtet. Die einzigen, die den Hof jemals verlassen sind der Rebbe und seine Familie. Die wissen, was draußen abläuft, ihre Anhänger oftmals nicht.

Alle nur erdenklichen Pros und Cons können aufgelistet werden, doch Fakt bleibt, dass das haredische Schulsystem wirklich ganz unten ist.

Donnerstag, 29. April 2010

Der Oberste Gerichtshof, die Haredim und das Beit Yaakov

Photo: Kikar Shabbat

B"H


In der säkuleren israelischen Tageszeitung "Yediot Acharonot" geht es heute in riesigen Schlagzeilen um die Haredim (Ultra - Orthodoxe). Yediot ist mehr als bekannt für sein säkuleres Getöse gegen die Haredim und heute bekommen die Leser wieder alles doppelt und dreifach serviert. Was mich jedesmal wieder neu stört, sind einseitige Darstellungen von Journalisten, welche die haredische Gesellschaft nicht kennen. Umschreibungen der Problematik müssten ewig lang und detailliert sein, damit der Außenstehenden überhaupt einen winzigen Einblick bekommt. Und dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen deutschen Blogleser oder einen säkuleren israelischen Yediot - Leser handelt.


Was ist passiert, dass die gesamte israelische Presse heute so aufschreit ?


Es geht um die relig. Siedlung Emmanuel und ihre ebenso relig. haredische Mädchenschule "Beit Yaakov".

Damit beginnt das Problem, denn ich muss hier ausholen: Erstens ist die Mädchenschule "Beit Yaakov" unter haredischen Mädels verbreitet. Auch in Antwerpen, London, Manchester oder New York. Man beachte jedoch, dass die Schule zur Agudath Israel gehört ! Sprich jenen haredischen Ausrichtungen, welche u.a. der Knessetpartei "Yahadut HaTorah" angehören wie Vishnitz, Belz, Slonim, litvishe Harediyot, Gur, Erloi, etc. Schülerinnen extrem anti - israelisch ausgerichteter Richtungen wie Satmar, Chabad, Dushinsky, Toldot Aharon, etc. gehen nicht auf das Beit Yaakov, sondern auf ihre eigenen Schulen, welche keinerlei finanzielle Hilfe des Staates Israel erhalten. Das Beit Yaakov hingegen schon ! Dies hat zur Folge, dass der Staat Israel Einfluss auf das Beit Yaakov nehmen kann, denn schliesslich wird es von ihm mitfinanziert. Bei Satmar etc. ist das anders, denn dort findet diese Hilfe nicht statt. Folglich hat der Staat Israel kein Recht, den Schulen der anti - zionistischen Edah HaCharedit auch nur irgendetwas vorzuschreiben, geschweige denn Einfluss zu nehmen.


Zweitens bestehen in Israel nach wie vor gesellschaftliche Unterschiede zwischen sephardischen und aschkenazischen Juden. Auf jeder Ebene und in jeder Gesellschaftsform. Auch bei den Haredim (Ultra - Orthodoxen) !
Ein aschkenazisches Mitglied der haredischen Gesellschaft wird kaum ein sephardisches Mitglied ehelichen, es sei denn, der Aschkenazi hat Probleme in seiner Gesellschaft und ist kein so toll akzeptiertes Mitglied.


Deswegen gibt es innerhalb des Beit Yaakov Schulsystems zwei Batei Yaakov:
Eines für aschkenazische Mädels und eines für sephardische.
Viele Leute, selbst zahlreiche Haredim, betrachten dies als Rassismus, denn die Aschkenazim wollen die Sepharadim partout nicht in ihrer Schule. Dies schränke die späteren Ehechancen der aschkenazischen Tochter ein, denn sephardische Mädels gelten nicht immer als intelligent.


Soweit die Meinung der Gesellschaft !


Vielerorts gingen sephardische Eltern schon auf die Barrikaden, denn sie wollten ihre Mädels im aschkenasischen Beit Yaakov untergebracht wissen. Eben wegen des höheren Bildungsniveaus sowie den besseren Eheaussichten (einen besser gestellten Bräutigam zu finden).


In der Siedlung Emmanuel weigerte sich das aschkenazische Beit Yaakov wieder einmal, die sephardischen Töchter aufzunehmen und jetzt kam es zu einer Entscheidung des Obersten (säkuleren) Gerichtshofes. Man bedenke, dass sich der Staat in die Verhältnisse einmischen darf, wie ich im Vorfeld bereits erklärte.
Die obersten Richter entschieden, dass ab sofort alle Mädels in einer Klasse sitzen. Das Beit Yaakov und die aschkenazischen Eltern sind außer sich. Gestern abend hörte ich auf einem relig. Radiosender den Bericht eines betroffenen Vaters aus Emmanuel, der da sagte, dass die sephardischen Mädchen der Siedlung teilweise aus Familien stammen, wo die Eltern erst kürzlich relig. geworden sind und die Kinder (noch) gar nicht mitziehen. Bedeutet, die Töchter halten nicht unbedingt Schabbat und soetwas wolle man nicht im aschkenasischen Beit Yaakov haben.
Weiterhin geht es in Emmanuel darum, dass das aschkenazische Beit Yaakov überwiegend mit Mädchen der chassidischen Gruppe Slonim besetzt ist. Bedeutet, man lernt auf die Slonimer Art und Weise, was nichts mit sephardischem Judentum zu tun hat, es sei denn, man ist total an den Slonim interessiert.


Warum also sollte ein sephardisches Mädchen aus Emmanuel in einer Slonim angehauchten Atmosphäre lernen ? Noch dazu, wo Sepharadim und Aschkenazim wesentlich andere Bräuche und manchmal auch andere Gebete haben.


Heute morgen fuhren Busse aus Emmanuel zum Obersten Gerichtshof in Jerusalem und ca. 80 Eltern wollten vor dem Gebäude protestieren. Der Gerichtshof seinerseits will das Urteil weiterhin diskutieren und man wird sehen, ob es zu Umstimmungen seitens der Richter kommt. Eines jedoch ist sicher:

Die Richter werden niemals die Angelegenheiten der haredischen Gesellschaft verändern. Mit oder ohne Urteil !

Donnerstag, 11. Februar 2010

Memorial Service bei YASHLATZ

B"H

Neben den Gedenkfeierlichkeiten der "Mercaz HaRav Yeshiva" in Jerusalem findet heute abend um 20.30 Uhr eine weitere Gedenkveranstaltung in der Jerusalemer Yeshurun Synagoge statt. Organisator ist die Jerusalemer Yeshiva YASHLATZ, auf welcher einige der ermordeten Jungen lernten.
Ferner brachte Yashlatz ein Erinnerungsvideo heraus:
http://www.yashlatz.com/yashlatz-memorial-video

Mittwoch, 10. Februar 2010

Zweijährige Yahrzeit in Yeshivat Mercaz HaRav

B"H

Vor zwei Jahren, am Rosh Chodesh ADAR, Beginn des jüdischen Monat Adar, oder nach dem weltlichen Kalender am 6. März 2008, verübte ein palästinensischer Terrorist ein Attentat auf die Jerusalemer Yeshiva (relig. Schule) Mercaz HaRav im Stadtteil Kiryat Moshe. Die Angehörigen der Opfer, Yeshivat Mercaz HaRav und die gesamte jüdische Welt erinnern an diesen schwarzen Tag der Yeshiva.

Morgen (Donnerstag) abend findet um 18.00 Uhr in der Mercaz HaRav Synagoge im Stadtteil Kiryat Moshe ein "Memorial Service" statt. Mit dabei sein werden die zwei derzeitigen israelischen Oberrabbiner Metzger und Amar.
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Das folgende Video erregte vor einem Jahr ganz Israel. Nachdem es wenige Tage nach dem Attentat Tagen auf Youtube erschien, fuhr es schon nach wenigen Stunden mehr als 15.000 Hits ein.


Das Video zeigt den Polizeinotruf aus der Yeshiva Mercaz HaRav, in welcher Anfang März 2008 acht Studenten von einem palästinensischen Terroristen erschossen worden sind. Einigen Studenten gelang es, sich vor am Attentäter zu verstecken und per Handy die Polizei anzurufen.

Siehe auch hier:

http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2008/03/mercaz-harav-opfer.html


 



Vor zwei Jahren Jahren war es David Shapira, der jenen Terroristen erschoss, welcher in die Jerusalemer Yeshiva (relig. Schule) "Mercaz HaRav" eingedrungen war und dort ein Massaker anrichtete. Ein anwesender Polizist hatte sich nicht hineingetraut und Shapira stellte hinterher fest, dass sie Waffe des Terroristen aus einer Waffenlieferung an die Palis aufgrund des Oslo - Abkommens stammte.

In diesem Video, nach dem letzten Gazakrieg, meldete sich David Shapira als Kriegsteilnehmer zu Wort.






Link:

Das Mercaz HaRav Massaker