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Donnerstag, 8. November 2012

REICHSKRISTALLNACHT & Schabbat CHAYE SARAH in HEBRON

B"H 

In Deutschland wird offenbar mehr an die Reichskristallnacht erinnert als in Israel. Erstens hat unser Land stetig andere Sorgen, denn der Antisemitismus geht weiter seinen weltweiten Weg. Gerade jetzt, nachdem Barak Hussein Obama die US – Präsidentschaftswahlen erneut gewann, hagelt es nur so antisemitische Kommentare aus Deutschland und Österreich. Nicht bei deutschen Online News, sondern bei israelischen ! Man traut sich heute wieder mehr, denn die Welt gibt den Antisemiten ja Recht und heutzutage läßt sich alles so wunderbar als "Israelkritik" kaschieren. 

Nicht, dass der Jahrestag der Kristallnacht in Israel völlig übergangen wird und ich bin mir sicher, in den morgigen Wochenendausgaben der Zeitungen Berichte zu finden; dennoch ist es die Aufgabe Deutschlands und auch Österreichs, dem vor mehr als siebzig Jahren zu gedenken und dafür zu sorgen, dass Juden in Europa unbehelligt leben können. 

Ein zweites großes Ereignis spielt sich in Israel, genauer gesagt in Hebron, ab. Am Schabbat lesen wir in den Synagogen die Thoralesung CHAYE SARAH, in welcher die Vormutter und Frau des Avraham, Sarah, stirbt. Aus diesem Grund versammeln sich, wie in jedem Jahr zu CHAYE SARAH, Tausende Juden an der Ma’arat HaMachpelah (den Gräbern von Avraham und Sarah, Yitzchak und Rivka (Rebekka) sowie Ya’akov und Leah), um der Sarah zu gedenken. Schabbat CHAYE SARAH in Hebron ist etwas Einzigartiges und leider habe ich noch nie geschafft, gerade an dem Schabbat dort zu sein. Übrigens liegen in der Machpelah ebenso Adam und Eva begraben. 

Mehr zum Schabbat CHAYE SARAH findet Ihr auf meinem relig. Hamantaschen – Blog ! 


Links:

Trip nach Hebron 

Israels radikale Linke und ihre obskuren Spendenresourcen 

Deutsche Antisemiten in Hebron

Dienstag, 2. Oktober 2012

SUKKOT (das Laubhüttenfest) in Jerusalem


Am Kikar Shabbat im ultra - orthodoxen Mea Shearim / Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

B"H

Dieser Tage wird bis Anfang nächster Woche SUKKOT bzw. Simchat Thora gefeiert und viele Besucher fragen sich, wo in Jerusalem die besten Feiern ablaufen. Gerade in der Hauptstadt findet sich ein riesen Aufgebot an Festivals zum Fest.

Da wäre, z.B., morgen (Mittwoch) früh der BIRKAT HA'COHANIM (Segen der Tempelpriester) an der Klagemauer (Kotel). Der Segen findet inmitten des Morgengebetes Schacharit statt. Jeder darf an die Klagemauer, doch wird bereits frühmorgens alles restlos überfüllt sein. Auch das nahegelegene jüdische Altstadtviertel wird aus allen Nähten platzen, denn Tausende Juden aus ganz Israel sowie dem Ausland wollen ihren Feiertag geniessen. Wen es in die jüdische Altstadt zieht, der esse vorher und bringe sich etwas zu Trinken mit, denn die Preise dort liegen enorm hoch.

Neben dem morgigen Segen werden die ganze Woche über weitere Altstadtaktivitäten laufen. Darunter die bekannten Führungen der Yeshiva (relig. Schule) ATERET COHANIM. Bei einem Rundgang werden im arabischen / christlichen Viertel aufgekaufte Häuser gezeigt, die von Ateret Cohanim aufgekauft wurden und wo seither Juden wohnen. Und das mitten unter muslimischen und christlichen Arabern. Besagte Führungen sind kostenlos, finden aber nur in hebräischer Sprache statt !





An Sukkot zieht es Tausende Israelis in die Natur und somit sind Parks, das Tote Meer, die Mittelmeerstrände, die Berge im Norden, etc. alle überlaufen. Den Kindern werden zahlreiche Aktivitäten in den lokalen Shopping Malls geboten und relig. Juden zieht es abends meist in den ultra – orthodoxen Stadtteil Mea Shearim. Hier jedoch sind nichtjüdische Besucher weniger erwünscht, denn immer wieder kam es in der Vergangenheit vor, dass sich christliche Missionare versuchten sich breitzumachen. Aber selbst Juden bleiben dieser Tage viele chassidische Synagogen Mea Shearims verschlossen, denn wegen Überfüllung wird nur Mitgliedern der Zugang gestattet.

Ich denke, dass jeder seine Nische finden wird und etwas zu feiern hat. Eigentlich wollte ich ein paar Tage in den Norden fahren, doch alles ist dermassen überfüllt, dass ich die Trips erst nach Sukkot mache. In der Zwischenzeit gehe ich in die Altstadt sowie nach Mea Shearim und mache Photos und Videos von den Aktivitäten. Und allein damit bin ich eh ausgebucht und brauche dieser Tage keine Reise.:-)

Link:

Trip mit "Ateret Cohanim" 


MOADIM le'SIMCHA - Schöne Zwischenfeiertage an alle Leser !

Sonntag, 30. September 2012

Das Laubhüttenfest SUKKOT beginnt in wenigen Stunden

B"H 

Photo: Miriam Woelke


Am letzten Donnerstag nahm ich an der Einweihung einer neuen Thorarolle im Chabad Haus im Jerusalemer Stadtteil Rehavia teil. Eine tolle Feier, bei der ich viele Photos machte und einige Videos drehte. All das werde ich im laufe dieser Woche in meine Blogs stellen. 

Heute abend beginnt das achttägige Sukkot (Laubhüttenfest) und auch hierzu werde ich von den Events in Jerusalem berichten. Mit vielen Bildern und Videos. 

Sukkot in Jerusalem zu verbringen ist mit das Beste, was einem passieren kann und ich hoffe, anhand der Bilder die hiesigen Stimmungen den Juden in der Diaspora zu vermitteln. 

Auf Benjamin Netanyahus verkorkste Cartoon Skizze ("Bibi Bomb", siehe Sketch aus der heutigen YEDIOT ACHARONOT)), die er bei der UNO hochhielt, muss man nicht unbedingt eingehen. Kurz gesagt, die Welt und Israel lachten sich kaputt über den Donald Duck ähnlichen Bibi Cartoon. 

Am Schabbat hatte ich über Nacht Gäste und gestern abend dann, man höre und staune, zog allmählich der "Winter" ein. Trotz einer Hitze von 33 Grad Celsius begann es zu regnen. Nur ein paar Tropfen, aber es war der erste Regen seit April. Obwohl es immer noch sehr warm und schwül ist, trübt es sich ein und für Sukkot ist noch mehr Regen angesagt. 

Heute ist in Israel nur wieder ein "halber" Tag, denn um 17.00 Uhr beginnt das Laubhüttenfest. Morgen (Montag) ist Feiertag und alles wird geschlossen sein. Ab ca. 18.30 Uhr werden die Busse allerdings wieder fahren und dann geht es so richtig los mit den Sukkotfeiern. Ab Dienstag werde ich über viele Events aus Jerusalem berichten. 



Eine der vielen Hundert Sukkot (Laubhütten) in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

CHAG SAMEACH – SCHÖNE FEIERTAGE ! 

Montag, 20. August 2012

BALABASTA 2012: "Wie male ich ein Bild ?"


B"H

Ein weiteres Video vom alljährlichen Jerusalemer Sommerfestival BALABASTA auf dem Machane Yehudah Market. Man muss nicht unbedingt auf die BALABASTA, doch es ist ganz angenehm über den Machane Yehudah zu laufen und ein wenig Action zu sehen. Neben Obst und Gemüse stieg vor langem der Trend nach Abwechslungsreicherem und so umfasst der Schuk (arab. Markt) Cafes, Restaurants, Gallerien, Eiscafes oder kleine Boutiquen.

Montag, 13. August 2012

Aktuelle Photos von der Jerusalemer BALABASTA 2012

B"H

Trotz wilder Spekulationen bezüglich des Iran, geht das Leben auch in Israel weiter und ich habe keine Zeit, mich all den Spekulationen hinzugeben. Nach meinem Unfall vor einem Monat habe ich mich endlich wieder erholt. Zwar gibt es noch Schmerzen im Rippenbereich. Besonders beim Hinlegen und sich im Schlaf drehen und wenden, aber nichtsdestotrotz habe ich fast alle Schmerzmittel abgesetzt. 

Mit meinem Anwalt treffe ich mich erneut in dieser Woche. Entweder kommt es zu einer finanziellen Einigung mit der EGGED – Versicherung oder wir ziehen vor Gericht. Und da stehe ich nicht allein, denn die schwerverletzte Jordan wartet mit einem super Anwalt aus Tel Aviv auf. 

All das ist momentan wichtiger als irgendein Achmadinejad und dessen idiotischer Israelhass. Da suche ich mir, wie Tausende Israelis ebenso, Positiveres und genau da brauchte ich heute abend nicht lange zu suchen. 

Zuerst aber muss ich eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben. Das derzeitige August – Event BALABASTA findet nicht an jedem Montag des Monats statt, sondern SONNTAGS !!! 

Heute abend also war es wieder soweit und ehrlich gesagt war ich überrascht, bei meinem Markteinkauf auch gleich auf der BALABASTA zu landen. Die Stadtverwaltung lobt das erfolgreiche alljährliche Event auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt; viele ultra – orthodoxe Jude hingegen lehnen es ab und da schliessen sich sogar viele Standbesitzer an. Tausende Menschen strömen vom frühen Abend bis Mitternacht auf den Markt und schauen Attraktionen: Konzerte, Jongleure, Maler, Clowns für die Kinder, extra Fressstände und und und. Mit dem Einkaufen jedoch hapert es, denn die Leute wollen Attraktionen sehen und keine Äpfel oder Wassermelonen mit sich herumschleppen. 

Hier nun ein paar Photos von den heutigen Attraktionen:









Die Lubawitscher (Chabad) Chassidim hatten auch einen Stand.



Witzige Showeinlagen













Sicherheitscheck





Photos: Miriam Woelke

Dienstag, 7. August 2012

BALABASTA in Jerusalem

B"H 

Es ist wieder soweit: Gestern startete der Machane Yehudah Markt sein alljährliches BALABASTA Festival. BASTA, damit bezeichnet man in der hebräischen Sprache einen Marktstand. 

Im gesamten Monat August findet das / die / der  BALABASTA an jedem Montag abend statt. Dann ist der Machane Yehudah Markt bis Mitternacht geöffnet und verschiedene Attraktionen wie Konzerte oder Kunstevents werden geboten. Tausende Besucher aus dem ganzen Land besuchen den Markt, doch die Bastainhaber sind sauer. Kein Besucher kauft etwas, sondern man läuft halt so, der Attraktionen und des Flairs halber, durch. 

Für mich bildet der Machane Yehudah Markt eines der Jerusalemer Highlights. Fast täglich bin ich dort oder zumindest in der Nähe. Freunde von mir wohnen im angrenzenden Stadtteil Nachlaot, die Bäckerei, in der ich sechs Jahre arbeitete, befindet sich ebenso nebendran und ohne das chaotische und manchmal rauhe Flair des Marktes kann ich kaum mehr leben. Hier trifft sich einfach alles: Jung, alt, reich, arm, normal, durchgeknallt, Tourist und Einheimischer. Kein anderer Markt in unserem Land kann den Machane Yehudah ersetzen. Auch nicht der Carmel Markt in Tel Aviv. 




Vorbereitung zur BALABASTA am gestrigen Abend. Zum Festival selbst blieb ich dann doch nicht, weil ich zu platt aus Tel Aviv wiederkam.













Photos: Miriam Woelke

Sonntag, 5. August 2012

Ein stolzer Esel

B"H

Ohne Störungen verlief sie, die Jerusalemer Gay Parade vom letzten Donnerstag. Schnell sollte alles gehen und kaum jemand nahm Notiz davon. Die Gays erhielten einen kurzen Straßenabschnitt, um sich im hinterher Bell Park auszutoben.

Kaum etwas ist in Jerusalem so umstritten wie die Gay Parade, denn derlei Event gehört nicht in diese Stadt. Die Homosexuellen verhöhnen Jerusalem, sind jedoch gleichzeitig stolz darauf. Eine große Party, wie in Tel Aviv, bleibt aus und am Ende zieht man schnell davon. 

Die haredische (ultra – orthodoxe) Edah HaCharedit nimmt seit ein paar Jahren keine Notiz mehr von den Homos und ignoriert die Parade weitgehend. Genau so wie die Mehrheit der Jerusalemer Bürger. Dennoch gab es in einigen relig. Vierteln wieder die berühmten STOLZEN Esel zu sehen, welche da die Homosexuellen repräsentieren. In der hebräischen Sprache nämlich wird die Gay Parade GA’AWAH genannt. Man will halt "stolz" auf seine Veranlagung sein und merkt nicht, wie lächerlich das ausgerechnet in Jerusalem wirkt.

Außer Spesen nichts gewesen und selbst die Security von Polizei und Armee lachten, wenn man sie auf ihren Wachbefehl ansprach. Es gibt Wichtigeres zu tun als ein paar Typen im Bikini zu bewachen.




Vielleicht trifft man sich ja im nächsten Jahr in Gaza - City oder Ramallah. Aber dazu zeigen die Gays dann doch nicht genug Stolz.:-)

Montag, 25. Juni 2012

LAILA LAVAN - WEISSE NACHT in Tel Aviv


 Laila Lavan 2011

Photo: Miriam Woelke
B"H 

An diesem Donnerstag abend (28. Juni 2012) ist es wieder soweit: Tel Aviv feiert seine alljährliche LAILA LAVAN – WEISSE NACHT. An zahlreichen Orten der Stadt finden kulturelle Veranstaltungen statt. Vieles kostenlos, doch bei einigen Konzerten wird Eintritt verlangt.



Ein Bericht aus dem vergangenen Jahr

Mittwoch, 13. Juni 2012

Markthändler gegen BALABASTA


Auf dem Machane Yehudah Markt

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Die Händler des Jerusalemer Machane Yehudah Marktes gehen allmählich auf die Barrikaden. In diesem Sommer organisiert das Rathaus erneut den offenen Markt auf dem Machane Yehudah. Jeden Montag abend wird der Schuk (arabisches Wort für Markt) zum sommerlichen Freilandfestival. Dann haben viele der Stände bis gegen 22.00 Uhr geöffnet und an jeder Ecke finden besondere Aktivitäten statt. Konzerte und anderweitige Shows. Immerhin stellt der Machane Yehudah ein wichtiges Kulturgut der Stadt. 

Da ich längere Zeit in der Umgebung gewohnt und gearbeitet habe, ist der Markt für mich ein Stück Heimat geworden. Hätte ich eine Wohnung im benachbarten Stadtteil Nachlaot gefunden und nicht viel weiter weg in einem Nobelviertel, dann wäre Ersteres meine Wahl gewesen. Trotz Abfall – und Abgasgestank, trotz Lärm oder den Menschenmassen. Auf dem Markt fühle ich mich wohl und außerdem wurde er längst mein Vergnügungsviertel Nummer 1. Nicht nur wegen der neu eröffneten Cafes und Restaurants, sondern ebenfalls wegen der Fish & Chips und aktuell dem neuen Beer & Burger. 

Der Markt hat Flair und man muss ihn lieben, um dies zu geniessen. Die weitgehend irakischen Händler, ihre konservativen Stimmungen und wer das Politbild Jerusalems sucht, der gehe auf den Markt. Der Nachteil ist, dass es immer mehr Touristen zum Machane Yehudah zieht, die da wenig oder gar nicht kaufen, sondern nur schauen. Die Händler wiederum haben es satt, ständig, wie ein Affe im Zoo, begafft zu werden. Was sie wollen ist Kundschaft und keine Touristengruppen. 

In diesem Sommer also macht die Stadtverwaltung den Schuk einmal pro Woche zum Rummelplatz. Montags ist Actiontag und von überall her kommen die Besucher angerollt. Besonders sprechen sich die Markthändler gegen Besucher aus Tel Aviv aus, denn die kaufen nichts, sondern bestaunen Jerusalem als museumsreifes Antiquariat. BALABASTA, so der Name des anstehenden Festival und die Markthändler würden es am liebsten abschaffen und ihre Bastot (Marktstände) nur zum Verkauf benutzen anstatt zum Anschauungsobjekt zu werden. 

Meine Markteinkäufe zum Schabbat erledige ich bereits am Donnerstag, denn freitags ist absolut kein Durchkommen mehr auf dem Markt. Dann nämlich rollen die Touristengruppen an, um die Israelis beim Schabbateinkauf anzuglotzen. Dabei an erster Stelle die Jugendgruppen des jüdischen BIRTHRIGHT (TAGLIT). Das Resultat ist, dass man an keinen Stand mehr herankommt. Vom Einkaufen erst gar nicht zu reden. 

Trotz aller Aufregung, Balabasta wird auch in diesem August wieder Tausende Besucher anziehen und vielleicht kaufen die ja hier und da auch eine Tomate.

Das Jerusalemer LIGHT FESTIVAL, Teil 2

B"H

Zum ersten Teil der LIGHT FESTIVAL Serie geht es HIER !



Nachdem wir vor dem Jaffa Tor zur Altstadt den Lichterdom bewunderten, gehen wir jetzt hinein in die Altstadt.



Im Armenischen Altstadtviertel (hinter der Polizeistation Jaffa Tor) werden wir mit recht alienmässig wirkenden Lichtern konfrontiert.





Kurz darauf sehen wir einen Baum mit Lichtern, die herunterzufallen scheinen. Immer wieder gehen sie aus, um dann von oben nach unten herabzufallen. Eine tolle Show, aber schwer zu photographieren.



Ein paar Meter weiter betrachten wir die Installation "Faces of Jerusalem". Manche Gesichter sind ganz nett gemacht, doch an dem "Kunstwerk" hat mich eigentlich nichts gereizt.







Und weiter gehts durchs Armenische Viertel bis hin zum Zionsberg.



Nahe dem jüdischen Viertel erfolgte eine Installation an der Altstadtmauer, die ich nicht ganz verstand. Offiziell heisst es, die Installation habe etwas mit einem Piano zu tun. Was genau, blieb mir schleierhaft.



Und dann am Cardo vorbei, dessen Außenteil gerade restauriert wird. Als ich mit Freunden dort entlang schlenderte, kam der Hunger auf. Israelis ist das Essen ungemein wichtig und nach all den wenigen Metern hielten wir Ausschau nach Fressalien und einem Kaffee. Und Beides fanden wir dann auch. Sogar zu einem erschwinglichen Preis, denn das juedische Altstadtviertel erweist sich normalerweise als völlig überteuert.

Photos: Miriam Woelke

Teil 3 erfolgt in ein paar Tagen !

Sonntag, 10. Juni 2012

Das Jerusalemer LIGHT FESTIVAL 2012, Teil 1

B"H

Wie versprochen, stelle ich viele viele Photos vom Jerusalemer LIGHT FESTIVAL 2012 in den Blog. Aus all den Photos mache ich eine kleine Serie. 

Am Donnerstag war ich bei Festival in der Altstadt. Insgesamt ziehen sich drei Pfade durchs jüdische, arabische sowie christliche Viertel und wie ich bereits andeutete, so wirkte das diesjährige Festival zumindest auf mich enttäuschend. Zwar fehlt es gewiss nicht an Zuschauern, dafür aber an Lichtobjekten. 

Beginnen tue ich mit dem Jaffa Tor, einem der Eingänge zur Altstadt. Auf dem Platz vor dem Tor steht eine Art Lichterdom. Oder ist es doch eher eine Moschee ? Der Felsendom oder vielleicht doch eher eine Kirche ? 

Wie berichtet, gab es seitens der jüdischen Altstadtbewohner schon zu erheblichem Ärger, denn man fühle sich mit christlichen Lichtersymbolen überhäuft. Ob dem wirklich so ist ? 

Von Weitem jedenfalls sieht der Lichterdom recht spektakelhaft aus. Ein Genuss fürs Auge. Steht man davor, so meint der Besucher, es handele sich um den Felsendom und keine Kirche. Wer jedoch das offizielle Programm liest, dem wird erklärt, dass es sich angeblich doch um eine venezianische Kirche oder einen Dom handele. Also doch Kirche. 

Und hiermit beginnt mein erster Teil der kleinen Serie zum Festival. Mit dem Dom am Jaffa Tor. 

Wer sich in Jerusalem aufhält, der kann noch bis zum 14. Juni aufs Lichterfest gehen. Der Eintritt ist kostenlos und die Shows beginnen gegen ca. 19.30 Uhr. Kleiner Tip nebenbei: Bringt ein wenig Zeit und Laufpensum mit !


Die Auffahrt zum Jaffa Tor



Der Lichterdom von Weitem










Bevor sich jetzt wieder sämtliche Linken aufregen, wie denn die jüdische Stadtverwaltung so furchtbar dreist ein Light Festival organisiert und dies teilweise auch noch bei den Arabern im arabischen und christlichen Viertel zelebriert, der schaue hier:


Überall, wo sie konnten, stellten die Palästinenser Verkaufsstände mit Fressalien und Souvenirs auf. Auch für sie gibt es wegen des Festivals viel zu verdienen und im laufe der Serie werde ich diesbezüglich noch viel mehr Photos zeigen. 



Zu christlich mit einem Kreuzsymbol in der Mitte ? Mag sein.



Drachen am Jaffa Tor. Auch die Kinder sollten auf ihre Kosten kommen.



Photos: Miriam Woelke

Samstag, 9. Juni 2012

Vorschau

B"H 

Am Donnerstag abend war ich mit Freunden auf dem Jerusalemer Light Festival. Ab morgen werde ich viele Photos dazu in die Blogs stellen, kann mir aber dennoch einen kleinen Kommentar vorab nicht verkneifen: Im Gegensatz zu den vergangenen zwei Jahren sehe ich das diesjährige Festival als enttäuschend an. Gab es in der Vergangenheit noch viel mehr Lichtskulpturen / Installationen zu bewundern, tun sich in diesem Jahr die Lichtobjekte eher rar. Man läuft ewig herum und findet hier und da einmal ein Objekt. 

Lange Wege und wenig Licht, so mein Urteil. Dennoch lohnte sich unser Besuch, da ich viele Photos im arabischen Altstadtviertel schoss. 


Kleiner Vorgeschmack: Der Lichterdom mit seinen 62,000 Lichtern am Jaffa Tor.

Photo: Miriam Woelke

Donnerstag, 7. Juni 2012

Ärger beim Jerusalemer LIGHT FESTIVAL

B"H 

Kaum hat das alljährliche Jerusalemer LIGHT FESTIVAL begonnen, gibt es auch schon den ersten Ärger. Bewohner des jüdischen Altstadtviertels regen sich über zu viele christliche Lichtersymbole in ihrem Stadtteil auf. 

Nicht wenige Jerusalemer sehen im Bürgermeister einen wesentlichen Vernichter der einheimischen Atmosphäre. Nir Barkat hat eine Werbekampagne für die Stadt anrollen lassen, um noch mehr Touristen anzuschleppen. Außerdem solle endlich die Moderne einziehen. Sprich, Barkat will Jerusalem zu einem zweiten Tel Aviv formen. Das aber kann nur schiefgehen, denn zwischen beiden Städten liegen Welten. 

Die Frage ist doch, ob es eine gute Idee ist, Jerusalems einzigartigen Charakter ändern zu wollen. Die Bewohner jedenfalls sind noch die Alten wie ich sie aus den 80iger und 90iger Jahren kenne. Die unverwechselbare Mentalität ist, trotz vieler Neubauten und Straßenbahn, nie verloren gegangen. Hilfsbereit, manchmal schroff und misstrauisch. Oft wird der Jerusalemer als Konservativ und kleinbürgerlich dargestellt, aber das kommt auf die jeweilige Situation an. Noch dazu, wo die Stadt sich mit anderen Problemen herumzuschlagen hat als Tel Aviv. 


Beim Lichterfestival im vergangenen Jahr. Hier am Tempelberg.

Photo: Miriam Woelke
 

Seit drei Woche lebe ich wieder in Jerusalem. In einer tollen Zwei – Zimmer – Wohnung, die ich über Mundpropaganda fand. Tolle Lage, ruhig, Natur und zur Abwechselung einmal normale Nachbarn. Insgesamt wohne ich zehn Jahre in der Stadt; mit Unterbrechungen in Tel Aviv und Nordisrael. Da ich sowohl Tel Aviv als auch Jerusalem kenne, weiss ich um die mentalen und wirtschaftlichen Unterschiede. Nir Barkat mag zwar große Pläne haben, doch ein zweites Tel Aviv wird Jerusalem nie. Was dem Bürgermeister anzukreiden ist, ist seine von Geld bestimmte Naivität fundamentalistische Christen anzuschleppen, die stets meinen, die Stadt gehöre ihnen allein. 

Was am Lichterfest stört werde ich mir heute abend anschauen. 
Photos dazu gibt es in den nächsten Tagen !