Wie viele Male ich an dieser Stelle über das Thema "Nach Israel auswandern" berichtet habe, kann und will ich gar nicht mehr zählen. Die Flut der Einwanderungswilligen Deutschen jedoch scheint ungebrochen, denn tagtäglich googlen sich Leute durch meinen Blog, welche bezüglich einer Auswanderung nach Israel Tipps und Tricks suchen. Ich schätze, dass es sich dabei vorweglich um Nichtjuden handelt, die meinen, in Deutschland sei alles Mist und in Israel sei alles super toll. Um es einmal in der naiven Art Auswanderungwilliger auszudrücken.
Wie in vielen anderen Ländern unseres Planeten, so gelten auch in Israel Zulassungsbeschränkungen und nicht jeder kann einfach so kommen und sich niederlassen. Israel ist kein EU – Land, wo man eben mal so mit dem deutschen Pass einreist, Bleibe und Job sucht und das wars.
Nach wie vor sagen die Bestimmungen, dass jemand Jude sein muss, wenn er nach Israel auswandern und die Staatsbürgerschaft erlangen will. Jude mit Papieren und nicht so mal eben kommen, wie viele viele andere, und beim hiesigen Innenministerium behaupten, man sei ja eigentlich Jude, habe aber keine Papiere. Die Leier läßt sich das Innenministerium nicht gefallen und Ihr seid in dem Fall schneller aus dem Gebäude draussen als Ihr hineingekommen seid. Wischiwaschi – Ausreden gelten nicht und da sind die israelischen Behörden knallhart.
Der Trick mit "einen Israeli heiraten" funktioniert, doch bedeutet dies nicht, dass Ihr im Nachhinein besser behandelt werdet. Im Gegenteil, denn die Außenseiterposition werdet Ihr auch dann kaum mehr los und die Ministerien trampeln weiter auf Euch herum. Arbeitserlaubnis ? Nö, das Ministerium hat Zeit. Monate, manchmal ein oder zwei Jahre und wenn Ihr bis dahin verhungert auf der Straße liegt, schert das auch keinen Menschen. Israel hat genügend eigene Probleme und muss dazu die vielen jüdischen Neueinwanderer unterbringen. Da bleibt kein Platz und keine Zeit für Träumer, die nicht nach Israel gehören, aber meinen, aus Deutschland unbedingt weg zu wollen.
Selbst Israelis haben es nicht leicht im eigenen Land. Wie mag es da erst für Touristen aussehen, wenn Ihr nicht gerade ein dickes fettes Bankkonto im Hintergrund habt, was Euch erlaubt, hierzulande die hohen Lebenshaltungskosten zahlen zu können. Ich persönlich würde lieber in die USA oder nach Australien auswandern als ausgerechnet nach Israel. Aber alles scheint ja hier so einfach. Die Leute kaufen sich ein Ticket, fliegen ein und meinen, sie schaffen das schon irgendwie in Israel.
In der letzten Woche las ich auf einer israelischen Site einen Artikel über den ständig ansteigenden Tourismus im Land. Neue Hotels sind im Bau und der Tel Aviver Strand soll mehr auf Touristenattraktivitäten getrimmt werden. Unter dem Artikel befanden sich die üblichen Kommentare und dort stand nebenbeiganz klein:
Die Touristen haben es gut. Ich war auch einmal Tourist und war so begeistert von Israel, dass ich offiziell einwanderte. Nach zehn Monaten im Land kam jedoch die Ernüchterung, denn der Alltag hat nichts mit dem Touristenspass zu tun. In Kürze kehre ich enttäuscht in mein Heimatland, die USA, zurück und wenn ich nach Israel komme, dann nur mehr als Tourist, um den Spass zu geniessen.
Links:
Zum Thema "Auswandern nach Israel" bitte die Israelische Botschaft in Berlin kontaktieren !
Die Deutsche Botschaft in Tel Aviv










