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Montag, 24. September 2012

Und wieder das Auswanderungsthema

B"H

Wie viele Male ich an dieser Stelle über das Thema "Nach Israel auswandern" berichtet habe, kann und will ich gar nicht mehr zählen. Die Flut der Einwanderungswilligen Deutschen jedoch scheint ungebrochen, denn tagtäglich googlen sich Leute durch meinen Blog, welche bezüglich einer Auswanderung nach Israel Tipps und Tricks suchen. Ich schätze, dass es sich dabei vorweglich um Nichtjuden handelt, die meinen, in Deutschland sei alles Mist und in Israel sei alles super toll. Um es einmal in der naiven Art Auswanderungwilliger auszudrücken.

Wie in vielen anderen Ländern unseres Planeten, so gelten auch in Israel Zulassungsbeschränkungen und nicht jeder kann einfach so kommen und sich niederlassen. Israel ist kein EU – Land, wo man eben mal so mit dem deutschen Pass einreist, Bleibe und Job sucht und das wars.

Nach wie vor sagen die Bestimmungen, dass jemand Jude sein muss, wenn er nach Israel auswandern und die Staatsbürgerschaft erlangen will. Jude mit Papieren und nicht so mal eben kommen, wie viele viele andere, und beim hiesigen Innenministerium behaupten, man sei ja eigentlich Jude, habe aber keine Papiere. Die Leier läßt sich das Innenministerium nicht gefallen und Ihr seid in dem Fall schneller aus dem Gebäude draussen als Ihr hineingekommen seid. Wischiwaschi – Ausreden gelten nicht und da sind die israelischen Behörden knallhart.

Der Trick mit "einen Israeli heiraten" funktioniert, doch bedeutet dies nicht, dass Ihr im Nachhinein besser behandelt werdet. Im Gegenteil, denn die Außenseiterposition werdet Ihr auch dann kaum mehr los und die Ministerien trampeln weiter auf Euch herum. Arbeitserlaubnis ? Nö, das Ministerium hat Zeit. Monate, manchmal ein oder zwei Jahre und wenn Ihr bis dahin verhungert auf der Straße liegt, schert das auch keinen Menschen. Israel hat genügend eigene Probleme und muss dazu die vielen jüdischen Neueinwanderer unterbringen. Da bleibt kein Platz und keine Zeit für Träumer, die nicht nach Israel gehören, aber meinen, aus Deutschland unbedingt weg zu wollen.

Selbst Israelis haben es nicht leicht im eigenen Land. Wie mag es da erst für Touristen aussehen, wenn Ihr nicht gerade ein dickes fettes Bankkonto im Hintergrund habt, was Euch erlaubt, hierzulande die hohen Lebenshaltungskosten zahlen zu können. Ich persönlich würde lieber in die USA oder nach Australien auswandern als ausgerechnet nach Israel. Aber alles scheint ja hier so einfach. Die Leute kaufen sich ein Ticket, fliegen ein und meinen, sie schaffen das schon irgendwie in Israel.

In der letzten Woche las ich auf einer israelischen Site einen Artikel über den ständig ansteigenden Tourismus im Land. Neue Hotels sind im Bau und der Tel Aviver Strand soll mehr auf Touristenattraktivitäten getrimmt werden. Unter dem Artikel befanden sich die üblichen Kommentare und dort stand nebenbeiganz klein: 

Die Touristen haben es gut. Ich war auch einmal Tourist und war so begeistert von Israel, dass ich offiziell einwanderte. Nach zehn Monaten im Land kam jedoch die Ernüchterung, denn der Alltag hat nichts mit dem Touristenspass zu tun. In Kürze kehre ich enttäuscht in mein Heimatland, die USA, zurück und wenn ich nach Israel komme, dann nur mehr als Tourist, um den Spass zu geniessen.

Links:

Zum Thema "Auswandern nach Israel" bitte die Israelische Botschaft in Berlin kontaktieren !

Die Deutsche Botschaft in Tel Aviv

Freitag, 31. August 2012

Trip nach Ramat Gan

B"H 

Gestern war ich blogmässig etwas verhindert, denn ich reiste für ein paar Stunden nach Ramat Gan und Bnei Brak. Beide Städte grenzen direkt an Tel Aviv, wobei Bnei Brak vielerorts ausschliesslich von ultra – orthodoxen Juden (Haredim) bewohnt wird. Nicht im gesamten Bnei Brak, doch immerhin in großen Teilen der Stadt. 

Als ich nachmittags nach Jerusalem zurückkehrte, fuhr ich zu Jordan ins Hadassah Hospital, um sie zu besuchen. Mittlerweile vertritt mich derselbe Anwalt, der auch sie vertritt. Ein Spezialist für Autounfälle. Normalerweise arbeite ich bei anderen Gelegenheiten mit einem anderen Anwalt zusammen, doch der wollte den Busunfall nicht länger bearbeiten, da er sich als "nicht professionell genug auf dem Gebiet" betrachte. Jetzt also verklagen Jordan und ich die Busgesellschaft EGGED mit demselben Anwalt, doch die Rechtsangelegenheit wird sich hinziehen. Mindestens noch ein Jahr, denn erst dann wird ärztlich geprüft, ob bei uns gesundheitliche Folgeschäden bleiben. Immerhin haben wir einen super Anwalt auf Empfehlung vom Hadassah Hospital erhalten. 

Jordan selber habe ich die Grüße einiger Leser zukommen lassen und bei ihr und der Family gibt es einen kleinen Lichtblick am Horizont: Nächste Woche erfolgt eine erneute Hauttransplantation und wenn alles gutgeht, kehrt sie mit ihrer Mutter zum Rest der Familie heim nach Arkansas. Dort muss sie zwar ein paar Monate durch die Reha, aber daheim ist daheim. 

Und ich hatte wegen Anwalt, Ramat Gan sowie Bnei Brak keine Zeit für Blogs und e – mails beantworten. Alles bleibt mal wieder liegen bis morgen Abend bzw. Sonntag. 

Hier ein paar Photos von Ramat Gan, die ich gestern unterwegs knippste:









Photos: Miriam Woelke

Montag, 27. August 2012

Immer noch der Busunfall

B"H

Bald ist es zwei Monate her, doch die Angelegenheit mit dem Busunfall zieht sich in die Länge. In der vergangenen Woche besuchte ich, wie jede Woche, die 19 – jährige Amerikanerin Jordan, die beim Busunfall vom 9. Juli 2012 schwer verletzt worden war. Dagegen bin ich mit Schnittwunden und einer deftigen Rippenprellung noch gut bei weggekommen.

Mittlerweile ist der viermalige Beckenbruch bei Jordan gut verheilt. Bleiben die Verbrennungen an den Beinen, ausgelöst durch die heissgelaufenen Motoren der zwei Busse, zwischen denen sie klemmte. Vor fast zwei Wochen durchlief sie eine Hauttransplantation im Hadassah – Krankenhaus, doch die Operation wird in ca. einer Woche wiederholt. Jordan meinte zu mir, dass sie trotz all der Schmerzmittel oft vor Schmerzen die Wände hochgeht. Ich dagegen muss wieder einmal zum Orthopäden, denn der Rücken bereitet erneut Probleme. Vom Sitzen aufzustehen und zu gehen fällt mir seltsamerweise wieder schwerer. Auβerdem habe ich in dieser Woche wieder einmal einen Anwaltstermin. Offenbar sind es nur Jordan und ich, die verletzt worden waren und nun per Anwalt mit der EGGED – Versicherung um den Schadenersatz verhandeln.

Falls jemand Lust hat, könnt Ihr Jordan eine Mail schreiben und "Gute Besserung" wünschen. Ich würde die Mails an die e – mail Adresse der Mutter weiterleiten. Jordan’s Mutter verbringt seit fast zwei Monaten ihre Zeit am Krankenbett der Tochter. Mit Laptop und Handy verhandelt sie mit Versicherungen und dem Anwalt. 

Wer sich von der Leserschaft für das Rechtliche interessiert: 

- In Israel besteht bei Verkehrsunfällen keine Schuldfrage. Bedeutet, dass die Versicherung des Verursachers zahlen muss, er selbst jedoch nicht. Die zwei Busfahrer, welche Jordan und mich fast in den Tod fuhren, kommen zwar vor Gericht, den finanziellen Schaden (einschliesslich Krankenwagen, Krankenhauskosten, Arztkosten, Schmerzensgeld und weitere Schäden) jedoch trägt die Versicherung der Busgesellschaft EGGED. 

- Wie lange haben wir, dem Gesetz nach Zeit, Egged zu verklagen ? 

Zuerst hörte ich Gerüchte, welche sechs Wochen veranschlagten. Stimmt aber nicht. Laut meinem Anwalt haben wir für Schadenersatzforderungen bis zu sieben Jahre Zeit.

Samstag, 21. Juli 2012

Beschreibung eines Unfallhergangs

B"H 

Mittlerweile habe ich einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um die Busgesellschaft EGGED auf Schadenersatz zu verklagen. Wie gewöhnlich wird die Angelegenheit offenbar in einem Vergleich enden, doch mein Anwalt sieht keinerlei Probleme darin, wenn ich über den Unfallhergang berichte. Und genau dies werde ich innerhalb der nächsten Tage tun. 

Wer von Egged Romantik erwartet, der wird enttäuscht. Israelfans sollten wissen, dass es sich um ein knallhartes Geschäft handelt. Doch wer kann schon auf den Bus verzichten, wenn er kein eigenes Fahrzeug besitzt ?


Photo: Miriam Woelke

Montag, 18. Juni 2012

Die ersten Sudanesen wurden aus Israel ausgeflogen


Nur ein Tropfen auf den heissen Stein: Die erste Abschiebung von Afrikanern, doch schon stehen neue Afrikaner an der Grenze zu Israel. 


B"H 

Israels illegale Afrikaner bestimmen, trotz dem alltäglichen arabischen Terror, die heimischen Schlagzeilen. Mehr als 60,000 meist illegale Afrikaner befinden sich im Land und täglich kommen neue hinzu. Die Bevölkerung hat die Nase gestrichen voll und das Problem muss eine baldige Lösung finden, denn es kann nicht sein, dass unser Land zum afrikanischen Kontinent wird. Mit Leute, die sich illegal aufhalten und einfach nur ein besseres Leben suchen. 

Derzeit sollen 1500 Südsudanesen in ihre Heimat abgeschoben werden. Wer sich freiwillig meldet, erhält 1000 Euro Cash von der israelischen Regierung. Ich wünschte, mit ständen Freiflug und Cash zu. Anstatt all die Steuergelder hinauszuschmeissen, sollten die Afrikaner einfach an die ägyptische Grenze zurückverfrachtet werden. 

Gestern abend wurden mehr als 120 Sudanesen in den Süd – Sudan ausgeflogen. Weitere sollen folgen. Allerdings bildet diese Gruppe der Sudanesen die Minderheit. Weit mehr als 60,000 Afrikaner aus dem Norden des Sudan sowie aus Eritrea können nicht abgeschoben werden und man sucht eine anderweitige Lösung. Zwischenzeitlich reagiert offenbar auch die Knesset und plant ein Gesetz zu verabschieden, welches jeden israelischen Arbeitgeber bis zu fünf Jahren Haft verurteilen kann, wenn er denn illegale Afrikaner einstellt. Fast 60% der Israelis wollen, dass dieses Gesetz verabschiedet wird, denn man ist der Afrikaner überdrüssig. 

Teile von Tel Aviv, Eilat oder jetzt auch Jerusalem wirken wie Afrika und nicht mehr wie Israel. In Jerusalem ist vor allem die Gegend um den Machane Yehudah Markt betroffen. Am Schabbat kommt man sich dort vor wie in Afrika.

Samstag, 9. Juni 2012

Nach Abschiebung aus Israel: Einreise mit neuem Pass funktioniert nicht

B"H  

Jahrelang hielt sich unter aus Israel abgeschobenen Touristen hartnäckig das Gerücht, dass wenn man sich im Heimatland einen neuen Pass mit anders klingendem Namen ausstellen läßt, man sofort wieder in der Lage sei, nach Israel zurückzukehren. Doch das funktioniert nicht mehr, wie ich von einem Bekannten erfuhr. 

Touristen, die in Israel ihr Visum nicht verlängern bzw. das Visum um Monate oder sogar Jahre überschreiten und von der Polizei aufgriffen werden, werden in der Regel abgeschoben. Es sei denn, jemand kann glaubwürdig nachweisen, Jude zu sein. Nicht einfach nur so behaupten, wie es unzählige Touristen tun, sondern schriftlich beurkundet belegen. Nichtjuden hingegen werden nach absichtlicher Visaüberschreitung sofort abgeschoben. Bedeutet, in Polizeigewahrsam genommen, um dann am Flughafen in ein Flugzeug des Heimatlandes verfrachtet zu werden. In dem Fall darf der Betroffene mindestens fünf bis zehn Jahre nicht mehr nach Israel einreisen. 

Dann kam irgendwann das Gerücht auf, dass man sich ja nach der Abschiebung im jeweiligen Heimatland entweder einen neuen Pass mit anderer Passnummer ausstellen lassen kann oder seinen Namen eventuell ändert. Vielleicht noch einen Zweitnamen hinzufügt. Dann nämlich sei man in der Lage, die israelischen Grenzkontrollen irrezuführen und wieder einzureisen. 

Wie ich von einem Freund erfuhr, wurde vor ca. 1,5 Jahren ein gemeinsamer Bekannter von uns aufgegriffen und nach England abgeschoben. Sieben oder acht Jahren hatte er sich in Israel ohne Visum aufgehalten. Vor ca. zwei Monaten stand er wieder am Ben Gurion Flughafen. Mit neuem Pass und Namen, denn mittlerweile hatte er den Familiennamen seiner biologischen Eltern angenommen. In seiner Kindheit war er adoptiert worden und trug, zur Zeit der Abschiebung, den Nachnamen seiner Adoptiveltern. Um sich eine sofortige Einreise wieder zu ermöglichen, wechselte der Engländer der Nachnamen aus und hatte auch gleich einen neuen Pass parat. 

Genutzt hat ihm das nicht, denn die Grenzpolizei fand seine wahre Identität heraus und so wurde er vom Flughafen aus abgeschoben. Wie das möglich sein kann ? Entweder anhand von Fingerabdrücken oder von speziellen Codes im Pass.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Kurzer Demobericht zur Knessetabstimmung im Fall ULPANA

B"H

Momentan bin ich dabei, Photos von der heutigen Demo des nationalrelig. Movements zusammenzustellen. Wir berichtet, geht es dabei um die heutige Knessetabstimmung bezüglich dieses Gesetzesentwurfs (genannt: REGULATION LAW).

The so-called Regulation Bill requires anyone claiming ownership of land upon which homes are being built to file a challenge and prove ownership within four years of the start of construction upon the property.

Als der kleine Stadtteil Ulpana in der nationalrelig. Siedlung Beit El im Jahre 1999 gegründet wurde, regten sich weder Israels Linke noch die palästinensischen Nachbarn auf. Erst Jahre später wendeten sich die Linken zusammen mit den Palästinensern an den Gerichtshof, welcher ihnen Recht gab. Ulpana befinde sich auf arabischem Privatbesitz, obwohl es dafür offiziell keinerlei Beweise gibt. Keine Urkunden, kein nichts. Der Oberste Gerichtshof fordert Beit El auf, Ulpana zu räumen.

  Erste Berichte lassen verlauten, dass der Gesetzesentwurf in der Knesset scheiterte.

HIER ein Bericht vorab von meiner Freundin FRUMLIFE, der ich von unterwegs Demophotos zusandte. Mein Bericht folgt in Kürze ! 


Photo: Miriam Woelke

Samstag, 14. April 2012

Günter Grass und das Einreiseverbot nach Israel

B"H 

Günter Grass selber vergleicht das vom israelischen Innenminister Eli Yishai ausgesprochene Einreiseverbot mit den Methoden der einstigen STASI. Werfen wir jedoch einmal einen Blick auf die offizielle israelische Gesetzgebung: 

Einreisebestimmungen Israel

http://embassies.gov.il/berlin/ConsularServices/Pages/local-visa-information.aspx

Günter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren. Die israelische Gesetzgebung besagt, dass deutsche Staatsbürger, die vor 1928 geboren wurden, eines Visums nach Israel bedürfen. Deutsche, die danach geboren worden sind, benötigen im Vorfeld kein Visum, sondern erhalten ein gewöhnliches 3 – Monats - Visum bei der Einreise am Ben Gurion Airport. 

Günter Grass jedoch fällt unter das Visum – Gesetz und müsste, bei einer etwaigen Reise nach Israel, sein Visum im voraus, sprich bei der Israelischen Botschaft in Berlin, beantragen. Als ehemaliges Mitglied der Waffen – SS sehe ich da jedoch einige Schwierigkeiten anrollen, denn Nazis oder SS – Leuten dürfte ein Visum verweigert werden. Deswegen ist es fast unerheblich, was Eli Yishai sagt. Grass ist von vornherein für eine Israelreise unqualifiziert. 

Für deutsche Staatsbürger, die vor 1928 geboren sind benötigen wir folgende Unterlagen, um ein Visum nach Israel ausstellen zu können: 

- Ihren Reisepass im Original, der mindestens noch 6 Monate gültig ist 

- Visaantragsformular, vollständig ausgefüllt und persönlich unterschrieben 

- ein aktuelles Lichtbild 

- Ausgefüllte Erklärung 

- Ihre Adresse in Israel (im Antragsformular einzutragen) oder Hotelreservierung 

- Telefonnummer (im Antragsformular bei der deutschen Adresse einzutragen) 

- Bestätigung eines Reisebüros, dass Hin- und Rückflug gebucht wurden 

- Einen mit €4 frankierten und adressierten Rückumschlag 

 visa@berlin.mfa.gov.il

Montag, 19. März 2012

Israel: "Unverheiratete Paare und die Gesetzeslage"



B"H

Mein Anwalt ist Partner einer größeren Kanzlei, deren oberster Boss heute eine TV Aufzeichnung machte. Das Thema war äußerst interessant und schockierend zugleich. Da ich im Wartebereich sass, bekam ich alles mit und möchte an dieser Stelle ein wohl eher unbekanntes Gesetzesthema ansprechen.

Von Freunden aus Kanada weiss ich, dass es eben in Kanada (zumindest im Staat British Colombia) ein Gesetz gibt, nachdem ein offiziell unverheiratetes Paar in bestimmten Situationen dennoch als "verheiratet" gilt. Nämlich wenn einer der beiden Partner stirbt und der andere plötzlich legal als Erbe eintritt.

Ich hörte von einem Fall, wo eine Frau starb und der Nachbar plötzlich erben wollte, weil er die Frau ab und an besucht hatte und er meinte, dass damit eine gewisse Zweisamkeit entstanden war. Der Fall geht gerade vor Gericht und der Nachbar hat Chancen zu erben. In Kanada ist also immer Vorsicht geboten, wenn ein unverheiratetes Paar mehr als ein Jahr zusammenlebt.

Dass dasselbe in Israel zutrifft, dürfte selbst den meisten Israelis unbekannt sein. So jedenfalls heute der Anwalt vor der TV Kamera. Heutzutage ziehen viele Israelis in eine gemeinsame Wohnung und wollen ausprobieren, ob die Beziehung klappt und sie später eventuell einmal heiraten. Egal, welchen alters, jeder sollte wissen, dass wer mehr als vier oder fünf Monate in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebt, vor dem Gericht als "verheiratet" gilt. Zumindest in gewissen Situationen.

Beispiel:

Verstirbt eine der beiden Parteien, so wird der Partner, wenn auch nicht verheiratet, zum Erben. Kommt, u.a., der Freund bei einem Armeeeinsatz ums Leben, würde die Freundin dessen Geld erben. Gesetz dem Fall, dass beide zusammenlebten.

Ferner kann es passieren, dass wenn sich ein unverheiratetes Paar nach einiger Zeit trennt, eine Partei sogar Alimente einklagen kann. Dies allerdings nur auf bestimmte Zeit, wie, beispielsweise, drei Monate. Wer also mit seinem Partner zusammenzieht und vorerst nicht heiratet, der sollte zumindest vorher zu einem Anwalt gehen und die Gesetzeslage abklären. Zum Beispiel, in dem er ein Testament macht oder schriftlich eventuelle Ansprüche des Partners ausschliesst. Auf alle Fälle vorher genau erkundigen, um nicht hinterher als die ausgenommene Weihnachtsgans dazustehen. Bei Geld sollte Liebe nicht blind machen !

Sonntag, 18. März 2012

Apostille in Israel

B"H 

Morgen muss ich wieder einmal zum Notar zwecks Apostille für Deutschland. Wie ich soweit vernahm, dürfen anerkannte Notare Apostillen ausstellen und nicht nur das israelische Außenministerium oder die örtlichen Gerichte. Ob das alles so stimmt, wird sich morgen herausstellen.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Arabischer Richter Salim Jubran verweigert die israelische Nationalhymne

B"H

Der israelische Oberste Gerichtshof hat seit gestern einen neuen obersten Richter namens Asher Grunis. Die bisherige oberste Richterin Dorit Beinisch beendete ihre Amtszeit. Nicht immer beliebt, war sie doch für ihre radikal – linken Entscheidungen bekannt. 

Bei der gestrigen Vereidigung von Richter Asher Grunis kam es zu einem Eklat, den die Netanyahu – Regierung gerne als unbedeutend abtut: Der einzige arabische Richter am Obersten Gerichtshof, Salim Jubran, weigerte sich, bei der feierlichen Einführung von Grunis die israelische Nationalhymne mitzusingen. 

Was hat ein Araber am Obersten Gerichtshof zu tun ? Noch dazu mit einer Einstellung zur Verfassung, die uns den Stinkefinger zeigt ! 

Hier ein Video dazu ! Ich hoffe, es funktioniert !

http://www.mako.co.il/news-law/legal/Article-72518208805c531018.htm

Dienstag, 20. Dezember 2011

Leserfrage: Erbschaftssteuer in Israel, Teil 1

B”H 

In den nächsten Tagen möchte ich kurz auf ein rechtliches Thema eingehen, was offenbar so einige Blogleser betrifft. Und zwar handelt es sich um Erbschaften zwischen Deutschland und Israel. 

Was, wenn Kinder oder Enkel von Holocaust – Überlebenden plötzliche eine Erbschaft aus Deutschland erhalten ? Was setzt die Erbschaft an Bürokratie voraus, wie ist alles zu handhaben und was ist mit der Erbschaftssteuer ? 

Die Erbschaftssteuer – ein eher heikles Thema und soviel sei vorab gesagt: 

In Israel wurde die Erbschaftssteuer im Jahre 1981 abgeschafft. 

Das allerdings bedeutet nicht, dass ein Erbe bei einer Erbschaft aus Deutschland steuerfrei ausgeht. Soweit mit bisher bekannt ist, zieht das deutsche Finanzamt die dort gesetzlich vorgeschriebene Erbschaftssteuer automatisch ab. Bedeutet, in Deutschland muss der Israeli Erbschaftssteuer zahlen, wird der Rest des Erbes nach Israel überwiesen, fallen jedoch keine weiteren Steuern mehr an.

Dienstag, 29. November 2011

Die Knesset schränkt die Pressefreiheit ein

Photo: BeRuby


B”H 

Nun ist es also durch die Knesset; das neue Gesetz, welches Journalisten und Bloggern jegliche Hetze gegen Personen im Internet verbietet. Gleichzeitig müssen wir Siteinhaber darauf achten, keinerlei hetzerischen Kommentare gegen andere Personen mehr durchzulassen. 

Im Klartext bedeutet dies, dass jedes Individum, welches sich angegriffen fühlt, eine Internetsite auf eine saftige Geldstrafe verklagen kann.  Die Gefahr der Einschränkung der israelischen Pressefreiheit begibt in höhere Dimensionen, denn zu viele Journalisten haben Angst und halten sich zurück. Gesetzesbrechern kann dieses Gesetz nur Recht sein und nicht umsonst sehen Kritiker in der neuen Gesetzgebung einen Racheakt vieler Politiker, die von der hiesigen Presse diverser Vergehen angeklagt worden sind. So wie Moshe Katzav und seinen Vergewaltigungen, der ehemaligen führende Politiker Chaim Ramon (sexuelle Belästigung) sowie weitere Politiker, die sich bestechen lassen. 

Zugegeben, unsere Presse übertreibt leider allzu oft; im Grunde genommen aber wurden auf diese Weise unzählige Politskandale aufgedeckt. Wie ich persönlich dieser Tage erfahren musste, sah sich auch eine relig. Institution von mir zu Unrecht angegriffen, brachte jedoch im Gegenzug keinerlei Gegenbeweise ihrerseits. Der Angriff fand nicht von mir, sondern von anderweitigen Sites sowie Bewohnern des entsprechenden Stadtteiles statt. 

Was soll ich sagen ? 

Vor Nepper, Schlepper, Bauernfänger darf das Internet jetzt auch nicht mehr warnen. Zumindest nicht in Israel, es sei denn, es liegen handfeste Beweise vor. Liegen diese denn vor, wird weiter abgestritten. Wir Schreiber verbreiten nur Lügen und Gerüchte. So nämlich reden sich die Schuldigen gerne heraus und versuchen uns einzureden, dass eigentlich wir die Bösen sind und nicht sie. 

Wer der hebräischen Sprache mächtig ist, kann hier ein paar Blogbeitraege zum Thema lesen: 

Mittwoch, 23. November 2011

Will Netanyahu die israelische Presse mundtot machen ?

B"H 

Vor wenigen Tagen erst verabschiedete die Knesset ein vielerseits umstrittenes neues Gesetz, nach dem Journalisten mit einer Geldstrafe von bis zu 300,000 Schekel (ca. 60,000 Euro) belegt werden können, wenn sie denn falsche Gerüchte in die Welt setzen. Zum Beispiel, wenn ein Politiker irgendeines Vergehens beschuldigt wird, obwohl noch gar keine ausreichenden Beweise vorhanden sind. 

Ich muss zugeben, dass ich den genauen Wortlaut des neuen Gesetzes noch nicht gelesen habe und kann mir daher kein Bild machen, ob und in wieweit die Pressefreiheit dadurch wirklich eingeschränkt wird. Wenn überhaupt, denn ein Journalist sollte schon wahrheitsgetreu berichten. Ob das Gesetz auch auf Blogger zutrifft, kann ich ebenso wenig sagen. Nur, dass die extreme Linke wieder einmal Amok läuft und “Peace Now – Schalom Achshaf” bereits eine Protestdemo hier in Tel Aviv abzog. Da jedoch “Peace Now” der Organisator war, hielt sich die Teilnehmerzahl sehr in Grenzen. 

Wer sich die israelische Medienlandschaft vor Augen hält, dem ist sehr gut bekannt, was an Gerüchten oftmals in die Welt gesetzt wird, weil irgendein Journalist so seine eigenen Schlussfolgerungen zieht. Außerdem geht mir die Lobbyarbeit und die versteckten Kriechereien mit den Politikern auf die Nerven. Viele Journalisten cliquen mit ihrem Politikerspezi und schreiben alles in seinem Sinne. Bananenpresse in der Bananenrepublik. Von daher ist das Gesetz gar nicht einmal so schlecht. 

Donnerstag, 3. November 2011

Yitzchak Rabin Gedenkfeier verschoben

B”H 

Nach dem weltlichen Kalender jährt sich am 4. November 2011 die Ermordung des einstigen Premierministers Yitzchak Rabin zum 16. Mal. Laut dem jüdischen Kalender jedoch wird erst am kommenden Mittwoch, dem 9. November (12. Mar Cheshvan), gedacht. 

Israels Linke plante für diesen Schabbat ihre obligatorisch große Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an Rabins letzte Rede und der anschliessenden Ermordung durch Yigal Amir. Die Veranstaltung wurde gestern im voraus, bis auf Weiteres, abgesagt, denn an diesem Wochenende wird es in Tel Aviv kalt, stürmisch, regnerisch und ungemütlich. Zwar scheint momentan noch die Sonne und es ist warm, das aber soll sich bald ändern. 

Wann genau die Gedenkfeier nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

Montag, 31. Oktober 2011

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Notariell beglaubigte Dokumente und Kopien in Israel

B”H 

Momentan durchlaufe ich eine private Rechtsangelegenheit, die eigentlich mehr Deutschland als Israel betrifft. Von Deutschland aus werden daher beglaubigte Kopien von Dokumenten angefordert und mittlerweile fand ich einen vertrauenswürdigen Anwalt, der alles erledigt. Da ihn mir Freunde empfohlen hatten, erhielt ich recht günstige Preise, was sonst in Israel weniger der Fall ist. 

Das Problem ist natürlich die Sprache, denn die von ihm notariell verfassten Rechtsdokumente werden in englischer Sprache sein und mit der Anerkennung in Deutschland ist das hin und wieder schon ein Problem. 

In Israel gelten ganz andere Identitätsmerkmale einer Person als in Deutschland. Zum Beispiel erhält hierzulande jeder Staatsbürger mit der Geburt oder der Einwanderung eine einzige Personalausweisnummer, die er in der Regel auswendig kann, und die ihm ein Leben lang erhalten bleibt. Die Nummer ist das A und O bei israelischen Ämtern und im öffentlichen Leben. In Deutschland findet die Identifizierung einer Person vorwiegend per Ausweis, Reisepass oder Geburtsdatum statt. 

Was in den USA die Sozialversicherungsnummer, ist in Israel die Personalausweisnummer. Manchmal überkreuzen sich die Identitätsnachweise und das kann, besonders bei Deutschen, zu Verwirrungen führen; wie ich selber im privaten Rechtsfall bemerke. 

Der Preis für eine notarielle Beglaubigung incl. Schreiben des Anwaltes kostet in Tel Aviv ca. zwischen 400 – 500 Schekel (ca. 80 – 100 Euro). Zusätzlich verlangt der Anwalt eine Kopie des Personalausweises sowie ggf. die Personalausweisnummer einer im Schreiben aufgeführten Person.