B"H
Ganz aktuell:
Die Site des israelischen Geheimdienstes SHIN BETH ist nun auch in englischer sowie arabischer Sprache im Internet zu finden:
Englisch:
http://www.shabak.gov.il/english/Pages/default.aspx
Arabisch:
http://www.shabak.gov.il/arabic/Pages/default.aspx
Ivrit:
http://www.shabak.gov.il/Pages/default.aspx
Alltägliches Leben in Jerusalem - Sarkastische Stories - Witziges und Ernstes -------- Copyright All rights reserved - 2006 - 2012 ---- All Texts are written by Miriam Woelke.
Dienstag, 15. April 2008
"Wer fährt, setzt sein Leben aufs Spiel"
B"H
"Wer fährt, setzt sein Leben aufs Spiel" - so lautet die alte und aktuelle Warnung unserer Sicherheitsbehörden.
Wie jedes Jahr an Pessach fahren offensichtlich auch in diesem Jahr wieder Tausende Israelis in den Sinai (Teil von Ägypten). Für Israelis gehört der Sinai neben Jordanien zu den bequemsten Urlaubszielen. Man muß nicht buchen und teure Flugtickets in Kauf nehmen. Ohne grosses Grenzüberqueren ist man relativ schnell am Urlaubsort. Und gerade der Sinai mit seinem beliebten Palmenort Dahab passt in die Billigkategorie. Fünf - Sterne - Hotels für wenige Dollar, weisse Sandstrände und romantisches Flair.
Dahab Location

Dahab im Sinai

Das einzige Problem bildet da nur die Al Khaida, welche sich schon lange Zeit im Sinai niedergelassen hat und munter nach israelischen Zielen Ausschau hält. Wozu umständlich in Israel nach Opfern und Terrorobjekten suchen, wenn es viel einfacher geht ? Sollen die Israelis nur in den Sinai kommen. Und so plant Al Khaida immer wieder Terrorattentate und Entführungen.
Dies alles jedoch hält die israelischen Touristen nicht aus dem Sinai fern. Jeder meint halt, dass ihn die Al Khaida Terroristen ganz sicher nicht erwischen. Und deshalb gibt es für Hartgesottene eindeutige Verhaltensregeln in der Tagespresse. Auf alle Fälle solle man es vermeiden, sich schon von weitem als Israeli zu identifizieren. Daher gilt, dass schon allein T - Shirts mit hebrä. Schrift vermieden werden sollen. Ich stelle mir bei dem Gedanken nur all die Israelis vor, die man mit oder ohne T - Shirt eh schon aus der Entfernung erkennt. Normalerweise legen sie keinen großen Wert auf Takt und ihr Geschrei ist überall zu hören.
Und wenn man sie nicht am Geschrei erkennt, dann an einem sicherlich: An den mitgebrachten Bamba - Tüten.

Terror in Dahab:
http://en.wikipedia.org/wiki/2006_Dahab_bombings
"Wer fährt, setzt sein Leben aufs Spiel" - so lautet die alte und aktuelle Warnung unserer Sicherheitsbehörden.
Wie jedes Jahr an Pessach fahren offensichtlich auch in diesem Jahr wieder Tausende Israelis in den Sinai (Teil von Ägypten). Für Israelis gehört der Sinai neben Jordanien zu den bequemsten Urlaubszielen. Man muß nicht buchen und teure Flugtickets in Kauf nehmen. Ohne grosses Grenzüberqueren ist man relativ schnell am Urlaubsort. Und gerade der Sinai mit seinem beliebten Palmenort Dahab passt in die Billigkategorie. Fünf - Sterne - Hotels für wenige Dollar, weisse Sandstrände und romantisches Flair.
Dahab Location

Dahab im Sinai
Das einzige Problem bildet da nur die Al Khaida, welche sich schon lange Zeit im Sinai niedergelassen hat und munter nach israelischen Zielen Ausschau hält. Wozu umständlich in Israel nach Opfern und Terrorobjekten suchen, wenn es viel einfacher geht ? Sollen die Israelis nur in den Sinai kommen. Und so plant Al Khaida immer wieder Terrorattentate und Entführungen.
Dies alles jedoch hält die israelischen Touristen nicht aus dem Sinai fern. Jeder meint halt, dass ihn die Al Khaida Terroristen ganz sicher nicht erwischen. Und deshalb gibt es für Hartgesottene eindeutige Verhaltensregeln in der Tagespresse. Auf alle Fälle solle man es vermeiden, sich schon von weitem als Israeli zu identifizieren. Daher gilt, dass schon allein T - Shirts mit hebrä. Schrift vermieden werden sollen. Ich stelle mir bei dem Gedanken nur all die Israelis vor, die man mit oder ohne T - Shirt eh schon aus der Entfernung erkennt. Normalerweise legen sie keinen großen Wert auf Takt und ihr Geschrei ist überall zu hören.
Und wenn man sie nicht am Geschrei erkennt, dann an einem sicherlich: An den mitgebrachten Bamba - Tüten.
Terror in Dahab:
http://en.wikipedia.org/wiki/2006_Dahab_bombings
Montag, 14. April 2008
Der Ansturm
B"H
Alles bereitet sich in dieser Woche mehr oder weniger auf die ab Samstag abend anstehenden sieben Tage Pessach vor (in der Diaspora) sind es acht Tage. Soweit spielt selbst das Wetter mit bei über 30 Grad Hitze.
Der Ben Gurion Flughafen erwartet spätestens am Donnerstag eine totale Überlastung. Viele Israelis ziehen es vor, die Feiertage für Auslandstrips zu nutzen. Südamerika steht aufgrund des niedrigen Dollarkurses ganz oben auf der Liste.
Im Ben Gurion Flughafen

Wer dagegen extra der Feiertage wegen aus der Diaspora nach Israel einfliegt, kann sich auf hohe Preise freuen. Nicht nur die Flugpreise liegen hoch, auch die Hotels dürften so ziemlich ausgebucht sein. Plätze gibt es sicher noch in den billigen Hostels in der Jerusalemer Altstadt, aber wer will da schon hin ?
Die großen Hotels sind mit Sicherheit ausgebucht und wem die Unterkunft relativ egal ist, der kann auf billige Hostels ausweichen. Ein relig. Jude wird sich nicht unbedingt im arabischen Teil der Altstadt in Jerusalem niederlassen. Schon allein aus dem Grunde nicht, weil dort nichts "koscher für Pessach" ist. Das "Jerusalem Hostel" im Westteil der Stadt (Zion Square) dürfte jedoch koscher geputzt worden sein.
Gewaltige Preisunterschiede gibt es besonders zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Nicht nur bei den Hostelpreisen, sondern auch bei den Lebensmittelpreisen. Ich habe einfach einmal eine hilfreiche, wenn auch nur kleine Liste, zusammen gestellt.
Links:
Ben Gurion Airport
EGGED - Busse
Jerusalem
Das empfehlenswerte "Jerusalem Hostel" am Zion Square (Jerusalem)
Hostels in Jerusalem
Jerusalem Zoo
Jüdische Altstadt
Die Klagemauer
Ir David - Stadt König Davids
Israel Museum
Nightlife Jerusalem
Tel Aviv
Synagogen (Nur auf IVRIT !!!!)
Hostels in Tel Aviv
Travel Tel Aviv
Die Oper
Tel Aviv Museum
Eretz Israel Museum
Diaspora Museum
Nightlife Tel Aviv
Wer sich über Pessach in Jerusalem befindet, jüdisch ist und noch keinen Platz für eine Seder hat, kann mir schreiben (miriamwoelke@gmail.com) und ich gebe ihm eine Adresse weiter !!!! Allerdings wird die Seder chassidisch sein (bei Chassidut Gur) und im haredischen Stadtteil Ge'ulah (neben Mea Shearim) stattfinden.
Alles bereitet sich in dieser Woche mehr oder weniger auf die ab Samstag abend anstehenden sieben Tage Pessach vor (in der Diaspora) sind es acht Tage. Soweit spielt selbst das Wetter mit bei über 30 Grad Hitze.
Der Ben Gurion Flughafen erwartet spätestens am Donnerstag eine totale Überlastung. Viele Israelis ziehen es vor, die Feiertage für Auslandstrips zu nutzen. Südamerika steht aufgrund des niedrigen Dollarkurses ganz oben auf der Liste.
Im Ben Gurion Flughafen
Wer dagegen extra der Feiertage wegen aus der Diaspora nach Israel einfliegt, kann sich auf hohe Preise freuen. Nicht nur die Flugpreise liegen hoch, auch die Hotels dürften so ziemlich ausgebucht sein. Plätze gibt es sicher noch in den billigen Hostels in der Jerusalemer Altstadt, aber wer will da schon hin ?
Die großen Hotels sind mit Sicherheit ausgebucht und wem die Unterkunft relativ egal ist, der kann auf billige Hostels ausweichen. Ein relig. Jude wird sich nicht unbedingt im arabischen Teil der Altstadt in Jerusalem niederlassen. Schon allein aus dem Grunde nicht, weil dort nichts "koscher für Pessach" ist. Das "Jerusalem Hostel" im Westteil der Stadt (Zion Square) dürfte jedoch koscher geputzt worden sein.
Gewaltige Preisunterschiede gibt es besonders zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Nicht nur bei den Hostelpreisen, sondern auch bei den Lebensmittelpreisen. Ich habe einfach einmal eine hilfreiche, wenn auch nur kleine Liste, zusammen gestellt.
Links:
Ben Gurion Airport
EGGED - Busse
Jerusalem
Das empfehlenswerte "Jerusalem Hostel" am Zion Square (Jerusalem)
Hostels in Jerusalem
Jerusalem Zoo
Jüdische Altstadt
Die Klagemauer
Ir David - Stadt König Davids
Israel Museum
Nightlife Jerusalem
Tel Aviv
Synagogen (Nur auf IVRIT !!!!)
Hostels in Tel Aviv
Travel Tel Aviv
Die Oper
Tel Aviv Museum
Eretz Israel Museum
Diaspora Museum
Nightlife Tel Aviv
Wer sich über Pessach in Jerusalem befindet, jüdisch ist und noch keinen Platz für eine Seder hat, kann mir schreiben (miriamwoelke@gmail.com) und ich gebe ihm eine Adresse weiter !!!! Allerdings wird die Seder chassidisch sein (bei Chassidut Gur) und im haredischen Stadtteil Ge'ulah (neben Mea Shearim) stattfinden.
Sonntag, 13. April 2008
Lothar in Netanya
B"H
Der israelische Fußball interessiert mich einfach nicht; lahmes Ballgeschiebe und Spielerskandale noch und nöcher. Wer keine Beziehungen hat, kommt eh nicht groß heraus und wenn jemand einmal groß heraus sein sollte, dann handelt es sich nicht gerade um eine aschkenazische Intelligenzbestie. Bestimmt wird die israel. Spielerszene überwiegend von sephardischen Juden ohne tolle Schulbildung. Und eben jene Bevölkerungsgruppe ist dann vom heimischen Fußball unheimlich angetan.
Vielleicht paßt also der fränkische Lothar Matthäus sehr gut in die israelische Fußballwelt, denn auch ihn nennt man nicht gerade einen Akademiker. Lothar unterschrieb einen Zweijahresvertrag beim Küstenverein "Maccabi Netanya" und wird pro Saison 600.000 Euro beziehen. Außerdem will der deutsch - jüdische Vereinsbesitzer, Daniel Jammer, weiteres Geld in neue Spieler investieren, damit Lothar auch Erfolge vorweisen kann.
In der Zeitung "Haaretz" lesen wir heute, dass der Lothar als Spieler sicher triumphaler auf dem Ben Gurion Flughafen empfangen worden wäre als wenn er nur als Trainer kommt. Als Spieler war er auch in Israel eine Respektperson, als Trainer hingegen weist er mehr Skandale auf als Erfolge. Wollte er nicht überhaupt eben noch der Trainer bei den Münchener Bayern werden ? Aber da lief ihm Feind Klinsmann der Rang ab.
Zuschauerblock in Netanya

Jetzt soll Lothar Matthäus nach Netanya kommen und gegen den großen Konkurrenten "Beitar Yerushalaim" siegen. Aber nicht Beitar ist das Problem, sondern der neue Trainer selber. Wie wird sich Lothar wohl mit der israelischen Mentalität anstellen ? Allein herumkeifen und auf "Ich bin der King" machen kann er sich als Ausländer nicht leisten. Und falls die Bundesliga doch noch rufen sollte, wird sich Matthäus eh schnell verabschieben.
Aufgrund seiner Skandale und ominösen Abgänge macht man sich in Israel keine allzu großen Hoffnungen, dass Lothar sich ausgerechnt in Netanya niederlassen wird.
Ist Netanya für ihn also nur eine zwischenzeitliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ?
Stadion in Netanya

Weitere Info - Links:
Homepage des Maccabi Netanya
Clubinfos
http://en.wikipedia.org/wiki/Maccabi_Netanya_F.C.
Der israelische Fußball interessiert mich einfach nicht; lahmes Ballgeschiebe und Spielerskandale noch und nöcher. Wer keine Beziehungen hat, kommt eh nicht groß heraus und wenn jemand einmal groß heraus sein sollte, dann handelt es sich nicht gerade um eine aschkenazische Intelligenzbestie. Bestimmt wird die israel. Spielerszene überwiegend von sephardischen Juden ohne tolle Schulbildung. Und eben jene Bevölkerungsgruppe ist dann vom heimischen Fußball unheimlich angetan.
Vielleicht paßt also der fränkische Lothar Matthäus sehr gut in die israelische Fußballwelt, denn auch ihn nennt man nicht gerade einen Akademiker. Lothar unterschrieb einen Zweijahresvertrag beim Küstenverein "Maccabi Netanya" und wird pro Saison 600.000 Euro beziehen. Außerdem will der deutsch - jüdische Vereinsbesitzer, Daniel Jammer, weiteres Geld in neue Spieler investieren, damit Lothar auch Erfolge vorweisen kann.
In der Zeitung "Haaretz" lesen wir heute, dass der Lothar als Spieler sicher triumphaler auf dem Ben Gurion Flughafen empfangen worden wäre als wenn er nur als Trainer kommt. Als Spieler war er auch in Israel eine Respektperson, als Trainer hingegen weist er mehr Skandale auf als Erfolge. Wollte er nicht überhaupt eben noch der Trainer bei den Münchener Bayern werden ? Aber da lief ihm Feind Klinsmann der Rang ab.
Zuschauerblock in Netanya

Jetzt soll Lothar Matthäus nach Netanya kommen und gegen den großen Konkurrenten "Beitar Yerushalaim" siegen. Aber nicht Beitar ist das Problem, sondern der neue Trainer selber. Wie wird sich Lothar wohl mit der israelischen Mentalität anstellen ? Allein herumkeifen und auf "Ich bin der King" machen kann er sich als Ausländer nicht leisten. Und falls die Bundesliga doch noch rufen sollte, wird sich Matthäus eh schnell verabschieben.
Aufgrund seiner Skandale und ominösen Abgänge macht man sich in Israel keine allzu großen Hoffnungen, dass Lothar sich ausgerechnt in Netanya niederlassen wird.
Ist Netanya für ihn also nur eine zwischenzeitliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ?
Stadion in Netanya

Weitere Info - Links:
Homepage des Maccabi Netanya
Clubinfos
http://en.wikipedia.org/wiki/Maccabi_Netanya_F.C.
Freitag, 11. April 2008
Christliche Missionare in der Ben Yehudah
B"H
Obwohl es ein religiöses Thema ist, habe ich mich entschlossen, es in diesen Blog und nicht in meinem relig. Blog aufzunehmen. Leider wird dieses Thema immer mehr zu einem wichtigen Jerusalemer Ereignis und entwickelt sich allmählich zu einer einzigen Plage.
Gestern Abend ging ich durch unsere Fußgängerzone Ben Yehudah und sah schon von weitem eine christliche Band spielen. Ihr christliches missionarisches Lächeln bemerkt man schon von weitem. Das dämliche Grinsen soll einem jeden klarmachen: "Ich habe das Licht gesehen und Ihr Juden nicht". Etwas weiter weg traf ich auf einen haredischen (ultra - orthod.) Freund und wir setzten uns weiter weg vom Geschehen, denn wir wollten ganz einfach unsere Ruhe haben. Nach ca. zehn Minuten stand ein junger blonder Typ vor uns. Mit seiner blauen "Holy Bible ?" in der Hand grinste er uns penetrant an. Ob wir denn nicht an neuen Ideen interessiert sind und unseren Lebensstil ändern wollen. Nein, wollten wir nicht und ich war kurz davor dem Typen zu sagen, er solle sich vom Acker machen. Mein Freund hingegen begann eine riesige Diskussion.
Typ kam aus South Carolina und ist 21 Jahre alt. Er wolle den Juden die "frohe Botschaft" verkünden. Welche frohe Botschaft, denn wir haben unsere schon vor mehr als 3000 Jahren am Berg Sinai empfangen ?
Mein Freund redete ihn in Grund und Boden, doch Typ verstand nur Bahnhof. Missionare sind auf speziellen Bibelschulen gedrillt worden und reagieren nur auf ihre eigenen schizophrenen Ideen. Ich dachte daran, Benjamin Kluger von der israelischen Anti - Missionsorganisation "Yad Le'Achim" anzurufen, damit etwas unternommen wird. Leider hatte ich seine Nummer nicht dabei.
Missionieren ist in Israel nicht grundsätzlich verboten, was sich hoffentlich ändern wird. Das Austeilen von Pamphleten und dergleichen ist jedoch gesetzlich verboten. Derzeit ist es allerdings so, dass unsere Regierung allzu gerne Gelder von christlichen Organisationen nimmt und denen gegenüber verpflichtet ist. Eine mehr als traurige Realität.
Hoffentlich wird baldigst etwas geschehen, damit solche Leute leichter und vor allem schneller abgeschoben werden können.
Links zu dem Thema:
Jews for Judaism in Jerusalem
Great Job, Ron Ovadiah
Mein detaillerter Bericht auf Englisch
Obwohl es ein religiöses Thema ist, habe ich mich entschlossen, es in diesen Blog und nicht in meinem relig. Blog aufzunehmen. Leider wird dieses Thema immer mehr zu einem wichtigen Jerusalemer Ereignis und entwickelt sich allmählich zu einer einzigen Plage.
Gestern Abend ging ich durch unsere Fußgängerzone Ben Yehudah und sah schon von weitem eine christliche Band spielen. Ihr christliches missionarisches Lächeln bemerkt man schon von weitem. Das dämliche Grinsen soll einem jeden klarmachen: "Ich habe das Licht gesehen und Ihr Juden nicht". Etwas weiter weg traf ich auf einen haredischen (ultra - orthod.) Freund und wir setzten uns weiter weg vom Geschehen, denn wir wollten ganz einfach unsere Ruhe haben. Nach ca. zehn Minuten stand ein junger blonder Typ vor uns. Mit seiner blauen "Holy Bible ?" in der Hand grinste er uns penetrant an. Ob wir denn nicht an neuen Ideen interessiert sind und unseren Lebensstil ändern wollen. Nein, wollten wir nicht und ich war kurz davor dem Typen zu sagen, er solle sich vom Acker machen. Mein Freund hingegen begann eine riesige Diskussion.
Typ kam aus South Carolina und ist 21 Jahre alt. Er wolle den Juden die "frohe Botschaft" verkünden. Welche frohe Botschaft, denn wir haben unsere schon vor mehr als 3000 Jahren am Berg Sinai empfangen ?
Mein Freund redete ihn in Grund und Boden, doch Typ verstand nur Bahnhof. Missionare sind auf speziellen Bibelschulen gedrillt worden und reagieren nur auf ihre eigenen schizophrenen Ideen. Ich dachte daran, Benjamin Kluger von der israelischen Anti - Missionsorganisation "Yad Le'Achim" anzurufen, damit etwas unternommen wird. Leider hatte ich seine Nummer nicht dabei.
Missionieren ist in Israel nicht grundsätzlich verboten, was sich hoffentlich ändern wird. Das Austeilen von Pamphleten und dergleichen ist jedoch gesetzlich verboten. Derzeit ist es allerdings so, dass unsere Regierung allzu gerne Gelder von christlichen Organisationen nimmt und denen gegenüber verpflichtet ist. Eine mehr als traurige Realität.
Hoffentlich wird baldigst etwas geschehen, damit solche Leute leichter und vor allem schneller abgeschoben werden können.
Links zu dem Thema:
Jews for Judaism in Jerusalem
Great Job, Ron Ovadiah
Mein detaillerter Bericht auf Englisch
Donnerstag, 10. April 2008
Lebenstraum
B"H
In einem Cafe sassen kürzlich zwei junge Frauen neben mir am Tisch. Eine von ihnen erzählte ihrer Freundin bei einem Capuccino von ihrer Arbeitslosigkeit. Arbeitslosigkeit ist in Israel nicht unbedingt die große Schande. Eher geht man lockerer damit um und läßt auch seine Freunde an den Infos über Arbeitslosengeld und Vorstellungsgespräche teilhaben. Und so berichtete die Jobsuchende ihrer Freudin von ihren letzten zwei Vorstellungsgesprächen.
Und wieder kam etwas zur Sprache, was ich nicht immer ganz verstehe und ich mich jedesmal frage, warum dies gerade in der israelischen Gesellschaft solch große Rolle zu spielen scheint. Wieso ausgerechnet hier, wo die Israelis die Flexibilität lieben ?
Schon lange hockt kaum jemand mehr jahrelang in einem festen Job, ohne sich zu verändern. Manche wechseln alle paar Monate ihre Jobs oder werden gefeuert. So wechselt man so oft vor sich hin und nichts bleibt ausgeschlossen. Auch nicht die Tatsache, dass jemand in seinen vorherigen Job zurückkehrt. Man kündigt und später ist man halt wieder da. So what ?
Dass, was mich immer wieder verwundert ist, dass selbst eine Verkäuferin bei einem Vorstellungsgespräch gefragt wird, wovon sie im Leben träumt. Geschieht dies aus Interesse heraus, um zu sehen, ob es sich bei der Bewerberin um eine ernsthaft interessierte und verläßliche Person handelt oder ist alles nur Taktik ?
Auch ich bekam in der Vergangenheit derlei Fragen zu hören und, G - tt sei Dank, war ich auf die spezifische Frage von israel. Freunden vorbereitet wordem. Ansonsten hätte ich dämlich und zugleich höchst verwundert aus der Wäsche geschaut. Gebürtige Israelis haben mit dieser Frage nach dem Lebenstraum weniger Probleme, mich jedoch brachte sie immer wieder zum Nachdenken: Ja, wie schaut eigentlich mein Lebenstraum aus ?
Aber das Personalleitergegenüber will keine Blabla - Philosophien hören, sondern dass man ehrgeizig auf die Zukunft schaut. Arbeiten und Geld verdienen. Vielleicht Familie, denn dieser Punkt bringt die Bodenständigkeit zum Ausdruck. Bodenständigkeit und kein flippiges Geschwebe durch der Luft.
Nehmen wir einmal an, dass sich jemand einmal wieder mehr um einen Job bewirbt, den er eigentlich gar nicht will. Aber was soll man machen ? Von irgendetwas muß schließlich gelebt werden und die Bezahlung der Rechnungen wartet auch. Spätestens bei der Frage nach dem eigenen Lebenstraum kommen in einem nicht selten Gedanken auf, welche einen fast oder tatsächlich von dem Vorstellungsgespräch flüchten lassen. Was ist jetzt eigentlich mein Lebenstraum ?
Und dann wacht man plötzlich auf und beginnt das Rennen. Ja, was mache ich hier eigentlich und wieso befinde ich mich nicht mitten in der Traumverwirklichung ?
In einem Cafe sassen kürzlich zwei junge Frauen neben mir am Tisch. Eine von ihnen erzählte ihrer Freundin bei einem Capuccino von ihrer Arbeitslosigkeit. Arbeitslosigkeit ist in Israel nicht unbedingt die große Schande. Eher geht man lockerer damit um und läßt auch seine Freunde an den Infos über Arbeitslosengeld und Vorstellungsgespräche teilhaben. Und so berichtete die Jobsuchende ihrer Freudin von ihren letzten zwei Vorstellungsgesprächen.
Und wieder kam etwas zur Sprache, was ich nicht immer ganz verstehe und ich mich jedesmal frage, warum dies gerade in der israelischen Gesellschaft solch große Rolle zu spielen scheint. Wieso ausgerechnet hier, wo die Israelis die Flexibilität lieben ?
Schon lange hockt kaum jemand mehr jahrelang in einem festen Job, ohne sich zu verändern. Manche wechseln alle paar Monate ihre Jobs oder werden gefeuert. So wechselt man so oft vor sich hin und nichts bleibt ausgeschlossen. Auch nicht die Tatsache, dass jemand in seinen vorherigen Job zurückkehrt. Man kündigt und später ist man halt wieder da. So what ?
Dass, was mich immer wieder verwundert ist, dass selbst eine Verkäuferin bei einem Vorstellungsgespräch gefragt wird, wovon sie im Leben träumt. Geschieht dies aus Interesse heraus, um zu sehen, ob es sich bei der Bewerberin um eine ernsthaft interessierte und verläßliche Person handelt oder ist alles nur Taktik ?
Auch ich bekam in der Vergangenheit derlei Fragen zu hören und, G - tt sei Dank, war ich auf die spezifische Frage von israel. Freunden vorbereitet wordem. Ansonsten hätte ich dämlich und zugleich höchst verwundert aus der Wäsche geschaut. Gebürtige Israelis haben mit dieser Frage nach dem Lebenstraum weniger Probleme, mich jedoch brachte sie immer wieder zum Nachdenken: Ja, wie schaut eigentlich mein Lebenstraum aus ?
Aber das Personalleitergegenüber will keine Blabla - Philosophien hören, sondern dass man ehrgeizig auf die Zukunft schaut. Arbeiten und Geld verdienen. Vielleicht Familie, denn dieser Punkt bringt die Bodenständigkeit zum Ausdruck. Bodenständigkeit und kein flippiges Geschwebe durch der Luft.
Nehmen wir einmal an, dass sich jemand einmal wieder mehr um einen Job bewirbt, den er eigentlich gar nicht will. Aber was soll man machen ? Von irgendetwas muß schließlich gelebt werden und die Bezahlung der Rechnungen wartet auch. Spätestens bei der Frage nach dem eigenen Lebenstraum kommen in einem nicht selten Gedanken auf, welche einen fast oder tatsächlich von dem Vorstellungsgespräch flüchten lassen. Was ist jetzt eigentlich mein Lebenstraum ?
Und dann wacht man plötzlich auf und beginnt das Rennen. Ja, was mache ich hier eigentlich und wieso befinde ich mich nicht mitten in der Traumverwirklichung ?
Mittwoch, 9. April 2008
64% wollen nicht
B"H
Eine aktuelle Umfrage der Universität Haifa hat ergeben, dass 64% der befragten Israelis es ablehnen, in palästinensische Ortschaften zu reisen.
Nun ist es nicht unbedingt immer selbstverständlich für uns, palästinensische Ortschaften aufzusuchen, da jeder jüdische Israeli eh nicht in die Gebiete der Autonomiebehörde wie Ramallah oder Bethlehem einreisen darf. Dieses Einreiseverbot wurde aus Sicherheitsgründen von unserer Regierung erlassen und selbst wer sich bereit erklären sollte, nach Ramallah reisen zu wollen, dem wird am Checkpoint von der israel. Armee die Einreise verweigert.
Aber wer von uns will schon nach Ramallah außer Gestörten wie Talli Fachimah ? Droht uns nicht bei der Einreise in solche Gegenden eh der Lynch ? Daher auch das Einreiseverbot der Regierung.
Touristen hingegen können sich frei bewegen und selbst in gefährliche Paligebiete wie Schechem (Nablus) einreisen. Ramallah steht bei den sogenannten Peaceniks (ausländischen Friedensaktivisten) an erster Stelle. Dort lassen sie sich dann berieseln, wie schlecht es doch den Palästinensern geht und die Juden an allem schuld sind.
64% sagen also NEIN zur Einreise in palästinensische Ortschaften und dies bezieht sich auf jene Ortschaften, die sich auf israel. Territorium befinden und für uns theoretisch zu erreichen wären. Gebiete um Haifa oder Kfar Saba zum Beispiel.
Aber obwohl dort vieles günstiger ist, will man sich nicht ausgerechnet der Gefahr aussetzen, dass beim Einkauf doch etwas passieren könnte. Dennoch ist an fast jedem Schabbat (bei gutem Wetter) das arabische Viertel in der Jerusalemer Altstadt voll säkulerer Israelis, die sich auf Einkaufstour begeben. Offenbar vertraut man dort auf die stetig anwesende israel. Grenzpolizei "Mischmar HaGvul".
Andererseits gaben 62% der befragten Palästinenser in der Umfrage an, Angst vor einem doch noch stattfindenden Transfer zu haben. "Transfer" - mit dieser Ideologie machen extreme Rechtsparteien wie die des Baruch Marzel oder Anhänger des Rabbi Me'ir Kahane auf sich aufmerksam. Man will die in Israel lebenden Palis einfach nach Jordanien abschieben. So einfach sehe da die Friedenslösung aus. Meines Erachtens nach wäre ein Transfer falsch und ich wähle solche Extremparties nie. Ein Frieden wird aber keinesfalls dadurch entstehen, dass die Palis in Israel bleiben und letztendlich wird es irgendwann heißen: "Wir oder ihr - Es kann nur einen geben".
Eine aktuelle Umfrage der Universität Haifa hat ergeben, dass 64% der befragten Israelis es ablehnen, in palästinensische Ortschaften zu reisen.
Nun ist es nicht unbedingt immer selbstverständlich für uns, palästinensische Ortschaften aufzusuchen, da jeder jüdische Israeli eh nicht in die Gebiete der Autonomiebehörde wie Ramallah oder Bethlehem einreisen darf. Dieses Einreiseverbot wurde aus Sicherheitsgründen von unserer Regierung erlassen und selbst wer sich bereit erklären sollte, nach Ramallah reisen zu wollen, dem wird am Checkpoint von der israel. Armee die Einreise verweigert.
Aber wer von uns will schon nach Ramallah außer Gestörten wie Talli Fachimah ? Droht uns nicht bei der Einreise in solche Gegenden eh der Lynch ? Daher auch das Einreiseverbot der Regierung.
Touristen hingegen können sich frei bewegen und selbst in gefährliche Paligebiete wie Schechem (Nablus) einreisen. Ramallah steht bei den sogenannten Peaceniks (ausländischen Friedensaktivisten) an erster Stelle. Dort lassen sie sich dann berieseln, wie schlecht es doch den Palästinensern geht und die Juden an allem schuld sind.
64% sagen also NEIN zur Einreise in palästinensische Ortschaften und dies bezieht sich auf jene Ortschaften, die sich auf israel. Territorium befinden und für uns theoretisch zu erreichen wären. Gebiete um Haifa oder Kfar Saba zum Beispiel.
Aber obwohl dort vieles günstiger ist, will man sich nicht ausgerechnet der Gefahr aussetzen, dass beim Einkauf doch etwas passieren könnte. Dennoch ist an fast jedem Schabbat (bei gutem Wetter) das arabische Viertel in der Jerusalemer Altstadt voll säkulerer Israelis, die sich auf Einkaufstour begeben. Offenbar vertraut man dort auf die stetig anwesende israel. Grenzpolizei "Mischmar HaGvul".
Andererseits gaben 62% der befragten Palästinenser in der Umfrage an, Angst vor einem doch noch stattfindenden Transfer zu haben. "Transfer" - mit dieser Ideologie machen extreme Rechtsparteien wie die des Baruch Marzel oder Anhänger des Rabbi Me'ir Kahane auf sich aufmerksam. Man will die in Israel lebenden Palis einfach nach Jordanien abschieben. So einfach sehe da die Friedenslösung aus. Meines Erachtens nach wäre ein Transfer falsch und ich wähle solche Extremparties nie. Ein Frieden wird aber keinesfalls dadurch entstehen, dass die Palis in Israel bleiben und letztendlich wird es irgendwann heißen: "Wir oder ihr - Es kann nur einen geben".
Hakenkreuze in Mercaz HaRav
B"H
Ein Ereignis, über welches man in der regulären Presse nichts liest, aber immerhin von der haredischen (ultra - orthod.) Zeitung "HaModiah" mit einem Dreizeiler aufgenommen wird:
Die im Stadtteil Kiryat Moshe ausgehängten Poster mit den Photos der ermordeten acht Yeshivastudenten der Yeshiva Mercaz HaRav wurden von Unbekannten mit Hakenkreuzschmierereien versehen. Die Polizei habe eine Untersuchung eingeleitet.
Hakenkreuzschmierereien in Israel ? Deutet dies etwa wieder auf russische Neonazis oder eher auf Palästinenser hin ?
Nicht gerade wenige Palästinenser verkünden immer wieder gern, dass Hitler sein Ziel leider verfehlt habe, indem er es nicht zustande brachte, alle Juden umzubringen. Statements wie diese sind keine Seltenheit und deswegen werden auch Hakenkreuze immer wieder gerne von jungen Palis verwendet.
Links zum Mord der Yeshivastudenten:
http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2008/04/notruf-aus-mercaz-harav.html
http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2008/03/feigheit-vor-dem-feind.html
http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2008/03/mercaz-harav-opfer.html
Dennoch ist es eher unwahrscheinlich, den oder die Täter zu fassen. Nach dem Terrorattentat war der nationalrelig. Stadtteil Kiryat Moshe geschockt. Jeden Donnerstag nachmittag unterrichte ich dort einige nationalrelig. Kinder und bekam die mißtrauische Atmosphäre auf den Straßen zu spüren. Jeder, der offenbar nicht in den Stadtteil hineingehörte, wurde beäugt. Mittlerweile hat sich das anfängliche Mißtrauen jedoch wieder gelegt. Die Yeshiva Mercaz HaRav hat einen hohen Metallzaun um ihr Anwesen gezogen, um Eindringlinge zukünftig fernzuhalten.
Ein Ereignis, über welches man in der regulären Presse nichts liest, aber immerhin von der haredischen (ultra - orthod.) Zeitung "HaModiah" mit einem Dreizeiler aufgenommen wird:
Die im Stadtteil Kiryat Moshe ausgehängten Poster mit den Photos der ermordeten acht Yeshivastudenten der Yeshiva Mercaz HaRav wurden von Unbekannten mit Hakenkreuzschmierereien versehen. Die Polizei habe eine Untersuchung eingeleitet.
Hakenkreuzschmierereien in Israel ? Deutet dies etwa wieder auf russische Neonazis oder eher auf Palästinenser hin ?
Nicht gerade wenige Palästinenser verkünden immer wieder gern, dass Hitler sein Ziel leider verfehlt habe, indem er es nicht zustande brachte, alle Juden umzubringen. Statements wie diese sind keine Seltenheit und deswegen werden auch Hakenkreuze immer wieder gerne von jungen Palis verwendet.
Links zum Mord der Yeshivastudenten:
http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2008/04/notruf-aus-mercaz-harav.html
http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2008/03/feigheit-vor-dem-feind.html
http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2008/03/mercaz-harav-opfer.html
Dennoch ist es eher unwahrscheinlich, den oder die Täter zu fassen. Nach dem Terrorattentat war der nationalrelig. Stadtteil Kiryat Moshe geschockt. Jeden Donnerstag nachmittag unterrichte ich dort einige nationalrelig. Kinder und bekam die mißtrauische Atmosphäre auf den Straßen zu spüren. Jeder, der offenbar nicht in den Stadtteil hineingehörte, wurde beäugt. Mittlerweile hat sich das anfängliche Mißtrauen jedoch wieder gelegt. Die Yeshiva Mercaz HaRav hat einen hohen Metallzaun um ihr Anwesen gezogen, um Eindringlinge zukünftig fernzuhalten.
Dienstag, 8. April 2008
Die Bereitschaft des Oref
B"H
Morgens um 10.00 Uhr war es soweit. Unsere Bereitschaft wurde getestet.
In dieser Woche werden in Israel landesweit Übungen zum Kriegsfalle praktiziert und heute früh traf es auch die Zivilbevölkerung (Oref - auf Hebrä.). Es ertönte ein Sirenenton für einen eventuellen ABC - Angriff und jedesmal geht es uns dabei erneut durch den Kopf, dass wir soetwas hoffentlich niemals real erleben müssen. Wenn auch nur eine Übung, ein schauriges Gefühl in der Magengegend bleibt.
Site des "Pikud HaOref - israel. Zivilschutz":
http://www.oref.org.il/14-en/PAKAR.aspx
Morgens um 10.00 Uhr war es soweit. Unsere Bereitschaft wurde getestet.
In dieser Woche werden in Israel landesweit Übungen zum Kriegsfalle praktiziert und heute früh traf es auch die Zivilbevölkerung (Oref - auf Hebrä.). Es ertönte ein Sirenenton für einen eventuellen ABC - Angriff und jedesmal geht es uns dabei erneut durch den Kopf, dass wir soetwas hoffentlich niemals real erleben müssen. Wenn auch nur eine Übung, ein schauriges Gefühl in der Magengegend bleibt.
Site des "Pikud HaOref - israel. Zivilschutz":
http://www.oref.org.il/14-en/PAKAR.aspx
Vor und nach Pessach
B"H
Nächste Woche nach dem ausklingenden Schabbat (am Samstag abend, dem 19. April) beginnen die Juden weltweit ihr Pessachfest. Aber schon seit Wochen werkelt die tüchtige Hausfrau daheim herum, denn alles muß blitzblank geputzt sein und kein Stäubchen Chametz (Getreideprodukte) darf mehr im Hause gesichtet werden.
Aber nicht nur der Pessachputz steht derzeit an oberster Prioritätenstelle; nein, auch der Einkauf hat begonnen. Was braucht man nicht alles für die Pessachseder am ersten Abend (im Ausland wird die Seder zweimal gefeiert) ?
Innerhalb der letzten Jahre hat sich Pessach auch noch zum Geschenketag entwickelt und sozial schwache Familien kommen da kaum noch mit. Viele sind schon froh, wenigstens Mazzot (ungesäuerte Brote), Wein und etwas zu Beissen auf dem Tisch zu haben. Geschenke ? Wie denn das noch ?
In Israel rollen die jährlichen Wogen der kollektiven Hilfsbereitschaft an. Sozial schwache Familien können zu öffentlichen Ausgabestellen gehen und gratis ihr Pessach - Presentkörbchen abholen. Darin enthalten sind Wein, Mazzot, und Lebensmittel. Alles, damit wenigstens die Seder einigermassen menschenwürdig über die Bühne geht. Nicht jeder kann sich mal eben so im Kind David Hotel einmieten oder eine anderweitige private Seder veranstalten. Und sich einladen lassen will man auch nicht immer. Entweder ist man dann im nächsten Jahr genauso verpflichtet oder alle schauen einen mitleidsvoll an.
Der erste Abend, der Sederabend, ist der wichtigste des gesamten Feiertages. Wer ihn übersteht, der hat wieder ein Jahr Zeit. Die Seder bedeutet Familie und wehe dem, der keinen Platz gefunden hat. Zwar kann jeder zu Chabad oder anderen relig. Gruppen bzw. Organisationen gehen und dort die Seder verleben, dennoch geht nichts über einen familieären Touch. Und daher versteht es sich von selbst, dass momentan alles fragt: "Und wo bist Du bei der Seder ?"
Ja, und wo bin ich ? In Mea Shearim natürlich.
Vor dem Feiertag steigen die Lebensmittelpreise oft in schwindelnde Höhe an, aber die katastrophale Überraschung soll erst nach den Feiertagen auf uns niedergehen. Lebensmittelpreise werden nochmals drastisch ansteigen, da es auf dem Weltmarkt halt schlecht ausschaut. Unter anderem sind davon Reis, Olivenöl, Milchprodukte oder das Gemüse betroffen. Ein kurzer Blick auf den Jerusalemer Machane Yehudah Markt genügt, um das Ausmaß abzuschätzen.
1 kg Avocados kostet da tatsächlich 18 Schekel (fast vier Euro). Für den Normalverdiener unerschwinglich und nicht umsonst fragte die Presse schon vor wenigen Wochen, ob sich bald nicht nur noch die Reichen gesunde Lebensmittel leisten können und der Rest halt den Junk abbekommt und nebenbei Magenbitter zur Verdauung schluckt.
Aber auch die Kaffeehausketten schlagen zu. Cafe Neeman verlangt seit Wochen für den großen Milchkaffe 12,50 Schekel statt der bisherigen 9,50 (fast zwei Euro). Allerdings nur dann, wenn man es wagt, sich hinzusetzten. Der Kaffee To - Go kostet nach wie vor 7,50 Schekel.
Was kommt dann erst nach Pessach auf uns zu ?
Denken wir lieber noch nicht daran und freuen wir uns auf die Seder. Wenn wir sie uns leisten können…
Nächste Woche nach dem ausklingenden Schabbat (am Samstag abend, dem 19. April) beginnen die Juden weltweit ihr Pessachfest. Aber schon seit Wochen werkelt die tüchtige Hausfrau daheim herum, denn alles muß blitzblank geputzt sein und kein Stäubchen Chametz (Getreideprodukte) darf mehr im Hause gesichtet werden.
Aber nicht nur der Pessachputz steht derzeit an oberster Prioritätenstelle; nein, auch der Einkauf hat begonnen. Was braucht man nicht alles für die Pessachseder am ersten Abend (im Ausland wird die Seder zweimal gefeiert) ?
Innerhalb der letzten Jahre hat sich Pessach auch noch zum Geschenketag entwickelt und sozial schwache Familien kommen da kaum noch mit. Viele sind schon froh, wenigstens Mazzot (ungesäuerte Brote), Wein und etwas zu Beissen auf dem Tisch zu haben. Geschenke ? Wie denn das noch ?
In Israel rollen die jährlichen Wogen der kollektiven Hilfsbereitschaft an. Sozial schwache Familien können zu öffentlichen Ausgabestellen gehen und gratis ihr Pessach - Presentkörbchen abholen. Darin enthalten sind Wein, Mazzot, und Lebensmittel. Alles, damit wenigstens die Seder einigermassen menschenwürdig über die Bühne geht. Nicht jeder kann sich mal eben so im Kind David Hotel einmieten oder eine anderweitige private Seder veranstalten. Und sich einladen lassen will man auch nicht immer. Entweder ist man dann im nächsten Jahr genauso verpflichtet oder alle schauen einen mitleidsvoll an.
Der erste Abend, der Sederabend, ist der wichtigste des gesamten Feiertages. Wer ihn übersteht, der hat wieder ein Jahr Zeit. Die Seder bedeutet Familie und wehe dem, der keinen Platz gefunden hat. Zwar kann jeder zu Chabad oder anderen relig. Gruppen bzw. Organisationen gehen und dort die Seder verleben, dennoch geht nichts über einen familieären Touch. Und daher versteht es sich von selbst, dass momentan alles fragt: "Und wo bist Du bei der Seder ?"
Ja, und wo bin ich ? In Mea Shearim natürlich.
Vor dem Feiertag steigen die Lebensmittelpreise oft in schwindelnde Höhe an, aber die katastrophale Überraschung soll erst nach den Feiertagen auf uns niedergehen. Lebensmittelpreise werden nochmals drastisch ansteigen, da es auf dem Weltmarkt halt schlecht ausschaut. Unter anderem sind davon Reis, Olivenöl, Milchprodukte oder das Gemüse betroffen. Ein kurzer Blick auf den Jerusalemer Machane Yehudah Markt genügt, um das Ausmaß abzuschätzen.
1 kg Avocados kostet da tatsächlich 18 Schekel (fast vier Euro). Für den Normalverdiener unerschwinglich und nicht umsonst fragte die Presse schon vor wenigen Wochen, ob sich bald nicht nur noch die Reichen gesunde Lebensmittel leisten können und der Rest halt den Junk abbekommt und nebenbei Magenbitter zur Verdauung schluckt.
Aber auch die Kaffeehausketten schlagen zu. Cafe Neeman verlangt seit Wochen für den großen Milchkaffe 12,50 Schekel statt der bisherigen 9,50 (fast zwei Euro). Allerdings nur dann, wenn man es wagt, sich hinzusetzten. Der Kaffee To - Go kostet nach wie vor 7,50 Schekel.
Was kommt dann erst nach Pessach auf uns zu ?
Denken wir lieber noch nicht daran und freuen wir uns auf die Seder. Wenn wir sie uns leisten können…
Montag, 7. April 2008
Der Straßenstrich
B"H
Bevor ich heute früh wieder einmal von Tel Aviv nach Jerusalem reiste, hatte ich einige Begegnungen, die man sicher in keinem Reiseführer zu lesen bekommt. Derzeit bewegt sich mein Leben mehr oder weniger zwischen Tel Aviv und Jerusalem und ich habe großes Glück, in beiden Städten eine Unterkunft zu haben.
Ein Faktor, der mir bei der Fahrerei besonders zu schaffen macht, ist das Wetter. Tel Aviv, am Mittelmeer gelegen, hat ein warmes feuchtes Klima. Selbst im Winter kann es noch angenehm sein. Jerusalem in den Bergen Judäas hingegen, ist derzeit kühl und trocken. Mittlerweile habe ich mir sogar angewöhnt, zwei Jacken dabei zu haben. Eine Sommer - u. eine Winterjacke.
Heute früh also in Tel Aviv kam ich auf den "genialen" Einfall, vom Zentralen Busbahnhof aus nach Jerusalem zu fahren. Normalerweise nehme ich immer die Buslinie 480 vom Arlozorov - Terminal (an der Stadtgrenze nach Ramat Gan gelegen) nach Jerusalem und meide den Busbahnhof. Der Tel Aviver Zentrale Busbahnhof ist so ziemlich das Widerwärtigste, was einem passieren kann. Gar nicht erst zu reden vom umliegenden Stadtteil. Tel Aviv - Süd steht für Drogen, Prostitution und Gewalt an sich.
Arlozorov - Interchange

Route aus dem Zentralen Tel Aviver Busbahnhof - La Guardia Interchange

Da ich den falschen Bus nahm und dieser nicht direkt zum Busbahnhof fuhr, war ich gezwungen, noch durch einige Nebenstraßen zu laufen. Morgens um 6.45 Uhr war das Chaotenviertel noch relativ ruhig. Eine ältere Russin saß mit ihrer Plastiktüte, in der sie ihre Klamotten verstaut hatte, auf dem Gehsteig. Als sie mich sah, stand sie auf und rannte mit der Plastiktüte auf mich zu. Ob man es glaubt oder nicht, sie wollte mich damit verprügeln. Ich wich ihr aus und sie schrie etwas Russisches hinter mir her. Anscheinend Flüche.
In Rußland muß man heilfroh sein, die Alkoholiker und geistig Gestörten losgeworden zu sein. Wieviele von denen haben sich nach Israel abgesetzt ? Jude oder nicht, zu Beginn der großen Aliyah - Welle aus den GUS - Staaten lies die Jewish Agency alles rein und das Resultat sehen wir heute. Im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot hat man nun sogar Metallabtrennungen auf die Parkbänke geschraubt, damit die alkoholisierten Russen dort nicht mehr ihren Wodkarausch ausschlafen.
Die Russin setzte sich wieder auf den Gehsteig und auch ich zog weiter zum Busbahnhof. Zuerst wollte ich eine Abkürzung nehmen, was aber ebenso mißlang. Heute früh war halt nicht ganz mein Tag.
Nach wenigen Minuten befand ich mich im Rotlichtviertel, aber die Damen (bis auf eine) und Freier schliefen noch.
Schnell abgebogen und schon sah ich von weitem den Busbahnhof:

Kurz bevor ich den kleinen Lewinsky - Park vor dem Busbahnhof durchquerte, sah ich sie dann alle: die Illegalen aus Eritrea und dem Sudan. Diese hatten die Gelegenheit genutzt, die offene Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen schwarz zu überqueren, um so nach Israel zu kommen, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen. Die israel. Behörden wissen nichts mit ihnen anzufangen und sammeln sie gelegentlich zwecks Abschiebung ein. Letzte Woche wurde der gesamte Lewinsky - Park von der Polizei geräumt; die Illegalen wurden verhaftet und die Matratzen aus der Parkanlage entfernt.
Vor dem Park befanden sich jedoch all jene, die sich einer Verhaftung entzogen hatten. Viele Afrikaner standen am Straßenrand und warteten auf Jobs. Manchmal fuhr ein Auto vorbei und der Fahrer konnte die Wartenden als Tagelöhner zum Hungerlohn anheuern. Zwei ebenso anwesende Thailänder hatten offenbar Glück und bekamen einen kurzfristigen Job. Auch im Lewinsky - Park befinden sich wieder Afrikaner und jeder von ihnen scheint auf der Suche nach einem besseren Leben zu sein. Wie lange braucht es wohl, damit sie erkennen, dass sie diesbezüglich in Israel falsch sind, denn es gibt genügend frustrierte Israelis, die den gleichen Traum träumen.
Buslinie 405 verlies den Busbahnhof und wir bogen auf den Ayalon - Highway ab. Ausnahmsweise einmal kein Stau. Der kam dann später kurz vor Jerusalem an der Mozza - Abbiegung. In Jerusalem angekommen, griff ich sofort wieder nach meiner Winterjacke.
Vorbei an unserem neuen hässlichen Wahrzeichen, der Brücke, welche im Mai eingeweiht werden soll, fuhr Linie 405 in den Jerusalemer Busbahnhof ein.
Dieses neue Brückenmonstrum soll zukünftig den Strassenbahnverkehr von der Jaffa Road in die Sderot Herzl leiten.
Bevor ich heute früh wieder einmal von Tel Aviv nach Jerusalem reiste, hatte ich einige Begegnungen, die man sicher in keinem Reiseführer zu lesen bekommt. Derzeit bewegt sich mein Leben mehr oder weniger zwischen Tel Aviv und Jerusalem und ich habe großes Glück, in beiden Städten eine Unterkunft zu haben.
Ein Faktor, der mir bei der Fahrerei besonders zu schaffen macht, ist das Wetter. Tel Aviv, am Mittelmeer gelegen, hat ein warmes feuchtes Klima. Selbst im Winter kann es noch angenehm sein. Jerusalem in den Bergen Judäas hingegen, ist derzeit kühl und trocken. Mittlerweile habe ich mir sogar angewöhnt, zwei Jacken dabei zu haben. Eine Sommer - u. eine Winterjacke.
Heute früh also in Tel Aviv kam ich auf den "genialen" Einfall, vom Zentralen Busbahnhof aus nach Jerusalem zu fahren. Normalerweise nehme ich immer die Buslinie 480 vom Arlozorov - Terminal (an der Stadtgrenze nach Ramat Gan gelegen) nach Jerusalem und meide den Busbahnhof. Der Tel Aviver Zentrale Busbahnhof ist so ziemlich das Widerwärtigste, was einem passieren kann. Gar nicht erst zu reden vom umliegenden Stadtteil. Tel Aviv - Süd steht für Drogen, Prostitution und Gewalt an sich.
Arlozorov - Interchange

Route aus dem Zentralen Tel Aviver Busbahnhof - La Guardia Interchange

Da ich den falschen Bus nahm und dieser nicht direkt zum Busbahnhof fuhr, war ich gezwungen, noch durch einige Nebenstraßen zu laufen. Morgens um 6.45 Uhr war das Chaotenviertel noch relativ ruhig. Eine ältere Russin saß mit ihrer Plastiktüte, in der sie ihre Klamotten verstaut hatte, auf dem Gehsteig. Als sie mich sah, stand sie auf und rannte mit der Plastiktüte auf mich zu. Ob man es glaubt oder nicht, sie wollte mich damit verprügeln. Ich wich ihr aus und sie schrie etwas Russisches hinter mir her. Anscheinend Flüche.
In Rußland muß man heilfroh sein, die Alkoholiker und geistig Gestörten losgeworden zu sein. Wieviele von denen haben sich nach Israel abgesetzt ? Jude oder nicht, zu Beginn der großen Aliyah - Welle aus den GUS - Staaten lies die Jewish Agency alles rein und das Resultat sehen wir heute. Im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot hat man nun sogar Metallabtrennungen auf die Parkbänke geschraubt, damit die alkoholisierten Russen dort nicht mehr ihren Wodkarausch ausschlafen.
Die Russin setzte sich wieder auf den Gehsteig und auch ich zog weiter zum Busbahnhof. Zuerst wollte ich eine Abkürzung nehmen, was aber ebenso mißlang. Heute früh war halt nicht ganz mein Tag.
Nach wenigen Minuten befand ich mich im Rotlichtviertel, aber die Damen (bis auf eine) und Freier schliefen noch.
Schnell abgebogen und schon sah ich von weitem den Busbahnhof:
Kurz bevor ich den kleinen Lewinsky - Park vor dem Busbahnhof durchquerte, sah ich sie dann alle: die Illegalen aus Eritrea und dem Sudan. Diese hatten die Gelegenheit genutzt, die offene Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen schwarz zu überqueren, um so nach Israel zu kommen, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen. Die israel. Behörden wissen nichts mit ihnen anzufangen und sammeln sie gelegentlich zwecks Abschiebung ein. Letzte Woche wurde der gesamte Lewinsky - Park von der Polizei geräumt; die Illegalen wurden verhaftet und die Matratzen aus der Parkanlage entfernt.
Vor dem Park befanden sich jedoch all jene, die sich einer Verhaftung entzogen hatten. Viele Afrikaner standen am Straßenrand und warteten auf Jobs. Manchmal fuhr ein Auto vorbei und der Fahrer konnte die Wartenden als Tagelöhner zum Hungerlohn anheuern. Zwei ebenso anwesende Thailänder hatten offenbar Glück und bekamen einen kurzfristigen Job. Auch im Lewinsky - Park befinden sich wieder Afrikaner und jeder von ihnen scheint auf der Suche nach einem besseren Leben zu sein. Wie lange braucht es wohl, damit sie erkennen, dass sie diesbezüglich in Israel falsch sind, denn es gibt genügend frustrierte Israelis, die den gleichen Traum träumen.
Buslinie 405 verlies den Busbahnhof und wir bogen auf den Ayalon - Highway ab. Ausnahmsweise einmal kein Stau. Der kam dann später kurz vor Jerusalem an der Mozza - Abbiegung. In Jerusalem angekommen, griff ich sofort wieder nach meiner Winterjacke.
Vorbei an unserem neuen hässlichen Wahrzeichen, der Brücke, welche im Mai eingeweiht werden soll, fuhr Linie 405 in den Jerusalemer Busbahnhof ein.
Dieses neue Brückenmonstrum soll zukünftig den Strassenbahnverkehr von der Jaffa Road in die Sderot Herzl leiten.
Sonntag, 6. April 2008
Das Dilemma
B"H
Premier Ehud Olmert hat es nicht einfach dieser Tage und in einem Punkt stimme ich ausnahmsweise einmal mit ihm überein. Nämlich darin, dass er sich ganz einfach bedrängt fühle. Hin und her gerissen zwischen den Fronten. Auf der einen Seite verlangen da die verzweifelten Eltern des vor fast zwei Jahren gekidnappten Soldaten Gilad Schalit, dass nun endlich einmal etwas geschehe. Die israelische Regierung soll ja nur allen Forderungen der Hamas nachkommen, damit Gilad freikommt.
Das Problem ist nur, dass auf der Forderungsliste auch der Oberterrorist Marwan Barghouti genannt ist. Und genau dieser sitzt in lebenslänglicher israel. Haft, da er an unzähligen Terroranschlägen beteiligt war, bei denen Israelis ums Leben kamen. Barghouti zeigt weder Reue noch irgendeine Art von Mitleid. Stattdessen liebt er es im Knast seine Popularität auszuleben und auf die nächsten Wahlen im palästinensischen Autonomiegebiet zu hoffen, bei denen er sich insgeheim als Sieger sieht. Bei einem eventuellen Wahlsieg käme er unweigerlich frei, so glaubt er.
Aber nicht nur Barghouti ist eine der überzogenen Hamas Forderungen. Nehmen wir einmal an, Israel willige der Hamas ein und lasse die geforderten Pali - Häftlinge wirklich frei, worauf hin Gilad Schalit freikäme. Was dann ? Wie lange wird es bis zum nächsten großen Anschlag auf israelischem Territorium dauern ?
Neulich sandten hinterbliebene Eltern von Terroropfern sowie Soldaten einen Brief an die Eltern Schalits. Muß tatsächlich eine Freilassung Gilads um jeden Preis erfolgen ? Auch um den, dass nach dem Austausch erneut Israelis durch die Freigelassenen ums Leben kommen ? Wie fühle sich da wohl Gilad Schalit selbst, wenn er frei daheim sitzt und aufgrund seines Austausches jene ehemaligen Häftlinge wieder Soldaten und Zivilisten ermorden ?
Wo besteht das Limit der israel. Regierung ? Oder in anderen Worten - "Ist Gilad Schalit den fatalen Handel wert" ? Ein Menschenleben gegen das von vielen ?
Schalits Eltern sind sich der zwiespältigen Realität nur allzu bewußt. Aber sie sind vor allem Eltern, die um alles in der Welt ihren Sohn wiederhaben wollen. Premier Ehud Olmert fühlt sich nicht selten von ihnen bedrängt. Wenn halt nichts mehr geht, dann rennen sie zur Presse und klagen Olmert der Tatenlosigkeit an. Auf der anderen Seite jedoch stehen die offiziellen Sicherheitsbedenken des Geheimdienstes Schin Beth, der Armee und vielen anderen.
Hätte die deutsche Bundesregierung einen Andreas Baader oder eine Ulrike Meinhof freigelassen, um den Forderungen der RAF nachzukommen ? Wer einmal einen Handel startet, der ermuntere doch gleichzeitig die Terroristen zu vermehrten Entführungen. Wo also endet der Wert eines Menschenlebens ?
Hanns Martin Schleyer gegen Andreas Baader ?
Gilad Schalit gegen Marwan Barghouti ?
So hart es klingen mag - Olmert regiert ein ganzes Land und vertritt die Interessen aller Bürger. Zumindest sollte er dies.
Ist es daher nicht notwendig, das Leben der Bürger zu schützen und kaltblütige Terroristen hinter Schloß und Riegel zu halten ? Andererseits hat aber auch Gilad Schalit ein Recht auf Freiheit und Leben und was täten wir wohl denken, wären wir an seiner Stelle ?
Eine Patentlösung ist nicht in Sicht und wie auch immer die Entscheidung lauten mag, richtig glücklich wird am Ende niemand und ein Happyend bleibt aus.
Weitere Details:
Free Gilad schalit
Gekidnappte israelische Soldaten
Liste aller gekidnappter israelischer Soldaten
Premier Ehud Olmert hat es nicht einfach dieser Tage und in einem Punkt stimme ich ausnahmsweise einmal mit ihm überein. Nämlich darin, dass er sich ganz einfach bedrängt fühle. Hin und her gerissen zwischen den Fronten. Auf der einen Seite verlangen da die verzweifelten Eltern des vor fast zwei Jahren gekidnappten Soldaten Gilad Schalit, dass nun endlich einmal etwas geschehe. Die israelische Regierung soll ja nur allen Forderungen der Hamas nachkommen, damit Gilad freikommt.
Das Problem ist nur, dass auf der Forderungsliste auch der Oberterrorist Marwan Barghouti genannt ist. Und genau dieser sitzt in lebenslänglicher israel. Haft, da er an unzähligen Terroranschlägen beteiligt war, bei denen Israelis ums Leben kamen. Barghouti zeigt weder Reue noch irgendeine Art von Mitleid. Stattdessen liebt er es im Knast seine Popularität auszuleben und auf die nächsten Wahlen im palästinensischen Autonomiegebiet zu hoffen, bei denen er sich insgeheim als Sieger sieht. Bei einem eventuellen Wahlsieg käme er unweigerlich frei, so glaubt er.
Aber nicht nur Barghouti ist eine der überzogenen Hamas Forderungen. Nehmen wir einmal an, Israel willige der Hamas ein und lasse die geforderten Pali - Häftlinge wirklich frei, worauf hin Gilad Schalit freikäme. Was dann ? Wie lange wird es bis zum nächsten großen Anschlag auf israelischem Territorium dauern ?
Neulich sandten hinterbliebene Eltern von Terroropfern sowie Soldaten einen Brief an die Eltern Schalits. Muß tatsächlich eine Freilassung Gilads um jeden Preis erfolgen ? Auch um den, dass nach dem Austausch erneut Israelis durch die Freigelassenen ums Leben kommen ? Wie fühle sich da wohl Gilad Schalit selbst, wenn er frei daheim sitzt und aufgrund seines Austausches jene ehemaligen Häftlinge wieder Soldaten und Zivilisten ermorden ?
Wo besteht das Limit der israel. Regierung ? Oder in anderen Worten - "Ist Gilad Schalit den fatalen Handel wert" ? Ein Menschenleben gegen das von vielen ?
Schalits Eltern sind sich der zwiespältigen Realität nur allzu bewußt. Aber sie sind vor allem Eltern, die um alles in der Welt ihren Sohn wiederhaben wollen. Premier Ehud Olmert fühlt sich nicht selten von ihnen bedrängt. Wenn halt nichts mehr geht, dann rennen sie zur Presse und klagen Olmert der Tatenlosigkeit an. Auf der anderen Seite jedoch stehen die offiziellen Sicherheitsbedenken des Geheimdienstes Schin Beth, der Armee und vielen anderen.
Hätte die deutsche Bundesregierung einen Andreas Baader oder eine Ulrike Meinhof freigelassen, um den Forderungen der RAF nachzukommen ? Wer einmal einen Handel startet, der ermuntere doch gleichzeitig die Terroristen zu vermehrten Entführungen. Wo also endet der Wert eines Menschenlebens ?
Hanns Martin Schleyer gegen Andreas Baader ?
Gilad Schalit gegen Marwan Barghouti ?
So hart es klingen mag - Olmert regiert ein ganzes Land und vertritt die Interessen aller Bürger. Zumindest sollte er dies.
Ist es daher nicht notwendig, das Leben der Bürger zu schützen und kaltblütige Terroristen hinter Schloß und Riegel zu halten ? Andererseits hat aber auch Gilad Schalit ein Recht auf Freiheit und Leben und was täten wir wohl denken, wären wir an seiner Stelle ?
Eine Patentlösung ist nicht in Sicht und wie auch immer die Entscheidung lauten mag, richtig glücklich wird am Ende niemand und ein Happyend bleibt aus.
Weitere Details:
Free Gilad schalit
Gekidnappte israelische Soldaten
Liste aller gekidnappter israelischer Soldaten
Samstag, 5. April 2008
Schreie in die Idylle
B"H
Jedesmal wenn der Schabbat am Samstag abend ausklingt, beginnt der Alltag wieder von vorne. Es mag sentimental klingen, doch selbst die Luft ist nach dem Schabbatausklang wieder anders und deutet den Alltag an. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass die nach Abgase stinkenden Stadtbusse wieder die Strassen beherrschen. Der Sonntag ist in Israel normaler Alltag, was wir schon am Samstag abend spüren.
Nach dem Schabbat lieben die Jerusalemer es auszugehen. Die Shopping - Malls werden belagert, genauso wie die Kneipen - und Bummelstrassen Ben Yehudah, sowie die German Colony bzw. Emek Refaim Street. Besonders bei warmen angenehmen Wetter wird ausgezogen und die Fußgängerzone Ben Yehudah ist derzeit dicht bevölkert. Zog am Donnerstag abend noch eine Breakdance - Gruppe auf das Strassenparkett, so gab es nun eine Attraktion ganz anderer Art. Aus dem Haus Nr. 5 schrie ein Lubawitscher Chassid (Chabad) aus dem Fenster hinaus, dass der verstorbene ehemalige Rebbe der Meschiach sei. Ein Ereignis, welches einen Jerusalemer längst nicht mehr aus der Fassung bringt, Touristen hingegen beginnen das Starren mit offenem Munde. Die liessen fast sogar ihr Softeis fallen. Ich denke, dass es kaum eine andere Stadt auf dieser Welt gibt, in der so unterschiedliche Arten Verrückter frei herumlaufen können und sich kaum noch jemand an ihnen stört. Als ich dies einmal einem Engländer gegenüber erwähnte, nannte der mich einen deutschen Rassisten. Schließlich habe jeder ein Recht auf Individualität und niemand kann verlangen, dass nur noch alle angepasst herumlaufen. Das ist teilweise richtig, doch nimmt manchmal die eigenwillige Individualität in unserer Stadt überhand.
Wir haben viele Leute, besonders Touristen, die nach dem Meschiach schreien oder sonst irgendwie durch chaotische christliche Sprüche samt Visionen auf sich aufmerksam machen wollen. Aber nicht nur Touristen drehen durch, sondern genauso Israelis; wenn auch auf andere Art und Weise. Leider gibt es hier im Land ein Gesetz, welches es drastisch erschwert, psychisch Kranke in diverse Institutionen einliefern zu lassen. Jemand kann erst dann eingeliefert werden, wenn er eine Gefahr für sich selbst und die Bevölkerung darstellt. Alle anderen dürfen frei herumlaufen. Und dies macht das Leben in Jerusalem manchmal nicht einfacher.
Jedesmal wenn der Schabbat am Samstag abend ausklingt, beginnt der Alltag wieder von vorne. Es mag sentimental klingen, doch selbst die Luft ist nach dem Schabbatausklang wieder anders und deutet den Alltag an. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass die nach Abgase stinkenden Stadtbusse wieder die Strassen beherrschen. Der Sonntag ist in Israel normaler Alltag, was wir schon am Samstag abend spüren.
Nach dem Schabbat lieben die Jerusalemer es auszugehen. Die Shopping - Malls werden belagert, genauso wie die Kneipen - und Bummelstrassen Ben Yehudah, sowie die German Colony bzw. Emek Refaim Street. Besonders bei warmen angenehmen Wetter wird ausgezogen und die Fußgängerzone Ben Yehudah ist derzeit dicht bevölkert. Zog am Donnerstag abend noch eine Breakdance - Gruppe auf das Strassenparkett, so gab es nun eine Attraktion ganz anderer Art. Aus dem Haus Nr. 5 schrie ein Lubawitscher Chassid (Chabad) aus dem Fenster hinaus, dass der verstorbene ehemalige Rebbe der Meschiach sei. Ein Ereignis, welches einen Jerusalemer längst nicht mehr aus der Fassung bringt, Touristen hingegen beginnen das Starren mit offenem Munde. Die liessen fast sogar ihr Softeis fallen. Ich denke, dass es kaum eine andere Stadt auf dieser Welt gibt, in der so unterschiedliche Arten Verrückter frei herumlaufen können und sich kaum noch jemand an ihnen stört. Als ich dies einmal einem Engländer gegenüber erwähnte, nannte der mich einen deutschen Rassisten. Schließlich habe jeder ein Recht auf Individualität und niemand kann verlangen, dass nur noch alle angepasst herumlaufen. Das ist teilweise richtig, doch nimmt manchmal die eigenwillige Individualität in unserer Stadt überhand.
Wir haben viele Leute, besonders Touristen, die nach dem Meschiach schreien oder sonst irgendwie durch chaotische christliche Sprüche samt Visionen auf sich aufmerksam machen wollen. Aber nicht nur Touristen drehen durch, sondern genauso Israelis; wenn auch auf andere Art und Weise. Leider gibt es hier im Land ein Gesetz, welches es drastisch erschwert, psychisch Kranke in diverse Institutionen einliefern zu lassen. Jemand kann erst dann eingeliefert werden, wenn er eine Gefahr für sich selbst und die Bevölkerung darstellt. Alle anderen dürfen frei herumlaufen. Und dies macht das Leben in Jerusalem manchmal nicht einfacher.
Donnerstag, 3. April 2008
Notruf aus Mercaz HaRav
B"H
Dieses Video erregt derzeit ganz Israel. Nachdem es erst vor wenigen Tagen auf Youtube erschien, fuhr es schon nach wenigen Stunden mehr als 15.000 Hits ein.
Das Video zeigt den Polizeinotruf aus der Yeshiva Mercaz HaRav, in welcher Anfang März acht Studenten von einem palästinensischen Terroristen erschossen worden waren. Einigen Studenten gelang es, sich vor am Attentäter zu verstecken und per Handy die Polizei anzurufen.
Siehe auch hier:
http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2008/03/mercaz-harav-opfer.html
Dieses Video erregt derzeit ganz Israel. Nachdem es erst vor wenigen Tagen auf Youtube erschien, fuhr es schon nach wenigen Stunden mehr als 15.000 Hits ein.
Das Video zeigt den Polizeinotruf aus der Yeshiva Mercaz HaRav, in welcher Anfang März acht Studenten von einem palästinensischen Terroristen erschossen worden waren. Einigen Studenten gelang es, sich vor am Attentäter zu verstecken und per Handy die Polizei anzurufen.
Siehe auch hier:
http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2008/03/mercaz-harav-opfer.html
Kein Tag ohne Mißbrauch
B"H
Seit zwei Wochen vergeht kaum ein Tag, an dem die Presse uns nicht mit neuen Kindesmißbrauchsskandalen überschüttet. Die Tageszeitung HAARETZ veröffentllichte heute sogar einen Cartoon in dem eine Frau ein Kind zur Welt bringt und die Ärzte sich fragen, ob sie ihr das Kind überhaupt noch in die Arme legen sollen oder nicht lieber gleich die Fürsorge einschalten.
Kindesmißbrauch findet auch in unserem Land zur Genüge statt und es wird kein Geheimnis daraus gemacht. Und auch in Israel versagen teilweise die Behörden und nicht nur in Deutschland.
Wenn es jedoch zum Mißbrauch innerhalb der relig. bzw. der haredischen (ultra - orthod.) Gesellschaft kommt, dann legt die sekuläre Presse erst so richtig los. Endlich gibt es einmal wieder etwas abzuhetzen über die so Frommen. Haredische Zeitungen hingegen berichten kaum über derlei Skandale, und wenn, dann in einem Vierzeiler. In der haredischen Gesellschaft spricht man darüber nur hinter vorgehaltener Hand. Zu tief steckt die Furcht, dass es einen selbst betreffen könnte und wer weiß, was dann wohl die Nachbarn sagen werden. Der Scham setzt man sich dann lieber doch nicht aus und schweigt. Und wenn es dann einmal geschieht, wird in den seltensten Fällen Hilfe von außen verlangt. Vergewaltigte Mädchen / Frauen müssen teilweise ohne Sozialarbeiter oder Psychologen auskommen und werden so um die Verarbeitung ihrer Erlebnisse gebracht.
Nacheinander kamen gleich mehrere Fälle von Kindesmißbrauch in der haredischen Gesellschaft ans Tageslicht. Der bekannteste Vorfall ist jener von der Mutter mit 12 Kindern, welche ihre Kinder jahrelang mißhandelte. Die Mutter gehört zu einem obskuren reli. Kult, welcher allerdings mit der regulären haredischen Gesellschaft in keinerlei Verbindung steht.
Nun sind mit der Mutter auch zwei Rabbiner angeklagt. Rabbi Elior Chen hatte nämlich der Mutter eingetrichtert, dass ihre Kinder von bösen Geistern besessen sind und diese wollen natürlich erst einmal ausgetrieben werden. Und dann schlug man auch schon einmal mit dem Hammer auf die Finger drauf oder setzte die Kleinen in kochend heißes Badewasser. Überwacht wurde die Dämonenaustreibung vom Adjudanten des Rabbis, von Schimon Gabbai.
Ich erspare es mir lieber, hier einen Kommentar abzugeben, denn mit geistesgestörten selbsternannten Rabbinern verschwende ich nicht meine Zeit. Elior Chen hat sich übrigens vor seiner Verhaftung rechtzeitig nach Kanada abgesetzt. Im Ausland ist er nicht der einzige zweifelhafte Rabbi, der aus Israel vor der Polizei floh. Vielleicht bewirbt er sich ja demnächst in einer deutschen Gemeinde, die keine Papiere verlangt, aber ihm aus lauter Ehrfurcht ein saftiges Gehalt zahlt.
Bevor sich jetzt wieder einige aufregen: Dieses war eine sarkastische Bemerkung basierend auf einer "True Story".
Seit zwei Wochen vergeht kaum ein Tag, an dem die Presse uns nicht mit neuen Kindesmißbrauchsskandalen überschüttet. Die Tageszeitung HAARETZ veröffentllichte heute sogar einen Cartoon in dem eine Frau ein Kind zur Welt bringt und die Ärzte sich fragen, ob sie ihr das Kind überhaupt noch in die Arme legen sollen oder nicht lieber gleich die Fürsorge einschalten.
Kindesmißbrauch findet auch in unserem Land zur Genüge statt und es wird kein Geheimnis daraus gemacht. Und auch in Israel versagen teilweise die Behörden und nicht nur in Deutschland.
Wenn es jedoch zum Mißbrauch innerhalb der relig. bzw. der haredischen (ultra - orthod.) Gesellschaft kommt, dann legt die sekuläre Presse erst so richtig los. Endlich gibt es einmal wieder etwas abzuhetzen über die so Frommen. Haredische Zeitungen hingegen berichten kaum über derlei Skandale, und wenn, dann in einem Vierzeiler. In der haredischen Gesellschaft spricht man darüber nur hinter vorgehaltener Hand. Zu tief steckt die Furcht, dass es einen selbst betreffen könnte und wer weiß, was dann wohl die Nachbarn sagen werden. Der Scham setzt man sich dann lieber doch nicht aus und schweigt. Und wenn es dann einmal geschieht, wird in den seltensten Fällen Hilfe von außen verlangt. Vergewaltigte Mädchen / Frauen müssen teilweise ohne Sozialarbeiter oder Psychologen auskommen und werden so um die Verarbeitung ihrer Erlebnisse gebracht.
Nacheinander kamen gleich mehrere Fälle von Kindesmißbrauch in der haredischen Gesellschaft ans Tageslicht. Der bekannteste Vorfall ist jener von der Mutter mit 12 Kindern, welche ihre Kinder jahrelang mißhandelte. Die Mutter gehört zu einem obskuren reli. Kult, welcher allerdings mit der regulären haredischen Gesellschaft in keinerlei Verbindung steht.
Nun sind mit der Mutter auch zwei Rabbiner angeklagt. Rabbi Elior Chen hatte nämlich der Mutter eingetrichtert, dass ihre Kinder von bösen Geistern besessen sind und diese wollen natürlich erst einmal ausgetrieben werden. Und dann schlug man auch schon einmal mit dem Hammer auf die Finger drauf oder setzte die Kleinen in kochend heißes Badewasser. Überwacht wurde die Dämonenaustreibung vom Adjudanten des Rabbis, von Schimon Gabbai.
Ich erspare es mir lieber, hier einen Kommentar abzugeben, denn mit geistesgestörten selbsternannten Rabbinern verschwende ich nicht meine Zeit. Elior Chen hat sich übrigens vor seiner Verhaftung rechtzeitig nach Kanada abgesetzt. Im Ausland ist er nicht der einzige zweifelhafte Rabbi, der aus Israel vor der Polizei floh. Vielleicht bewirbt er sich ja demnächst in einer deutschen Gemeinde, die keine Papiere verlangt, aber ihm aus lauter Ehrfurcht ein saftiges Gehalt zahlt.
Bevor sich jetzt wieder einige aufregen: Dieses war eine sarkastische Bemerkung basierend auf einer "True Story".
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