Donnerstag, 18. Februar 2010

Mea Shearim am frühen Morgen

B"H

Bilder aus dem ultra - orthodoxen Stadtteil Mea Shearim. Reiseführer preisen Mea Shearim als den Ultrastadtteil Jerusalems, doch sei zu bedenken, dass es sich längst nicht mehr um den einzigen dieser Art handelt. Jerusalem ist voll von derlei ultra - orthodoxen Stadtteilen (siehe Kiryat Belz, Kiryat Matterdorf, Kiryat Zanz, Sanhedria, Bar Ilan, Beit Israel, Ma'alot Dafna, Ramat Eshkol, Beit Vagan, Teile Ramots, und, und, und).





Alle Photos gibt es HIER zu sehen !


Derjenige, der Mea Shearim besucht, sollte jedoch einigen Regeln folgen und nicht blind drauslos rennen. Schon gar nicht am Schabbat, denn dann kann es geschehen, dass die Bewohner wild werden und der Besucher (egal, ob Israeli oder von anderswo) beschimpft wird. Männer sollten grundsätzlich immer eine Kopfbedeckung tragen und Frauen im langen Rock sind selbstverständlich. Ferner sollten die Arme mindestens bis zum Ellbogen bedeckt sein. Nicht herumrufen, denn laute Frauenstimmen werden als aufdringlich empfunden !

Den Besuch des Mea Shearim Marktes sowie die Hinterhöfe würde ich einem Touristen allein nicht anraten. Vor einigen Monaten nahm eine Freund von mir, ein Chassid aus der Gegend, zwei deutsche Drehbuchautoren auf einen Trip über die Hinterhöfe. Ich hatte die beiden an meinen Bekannten verwiesen. Allein aber sollte sich niemand dorthin auf den Weg machen !

Einweihung der "neuen" Churvah Synagoge

B"H


In einem Monat findet die feierliche Einweihung der wiederaufgebauten CHURVAH SYNAGOGE im jüdischen Teil von Jerusalems Altstadt statt. Die berühmte Synagoge war im Jahre 1948 von den Jordanier zerstört worden. Nun steht sie fast wieder perfekt da. In altem Glanz, doch erbaut mit Millionenbeträgen, die, vielleicht, hätten anders verwertet werden können.




Alles zur CHURVAH und ihrer Geschichte HIER !

Mittwoch, 17. Februar 2010

Ist Rabbi Mordechai Elon ein Perverser ?

B"H

Ist der in israelisch - nationalreligiösen Kreisen überaus bekannte Rabbiner Mordechai (Motti) Elon pervers und hat er tatsächlich einige seiner Yeshivastudenten sexuell belästigt ?
Anzunehmen, denn es gibt durchaus Beweise. Darunter mindestens zehn Zeugenaussagen ehemaliger Studenten. Diese sollen vom Rabbi während einiger privater Treffen sexuell belästigt worden sein.

Anschuldigungen dieser Art gegen Rabbi Mordechai Elon sind nicht neu, denn schon seit dem Jahre 2006 befasst sich ein internes nationalrelig. Forum (Kommittee) mit dem Fall. Das Forum war es dann auch, welches Elon riet, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Mordechai Elon stammt aus einer in Israel bekannten Familie. Sein Bruder Benny Elon ist Knessetabgeordneter der nationalrelig. Partei und deren Vater Menachem Elon war Richter am Obersten Israelischen Gerichtshof. Der beschuldigte Rabbiner war, u.a., Leiter der Yeshiva "Yeshivat HaKotel" an der Klagemauer. Dort sah ich ihn viele Male am Erev Schabbat (Freitag abend) mit seinen Studenten vor der Klagemauer tanzen.

Vor sieben Jahren kam es schon einmal zu einem ähnlichen Skandal in nationalrelig. Rabbinerkreisen, nur ging es hier nicht im Homosexualität, sondern um sexuelle Belästigung von Frauen. Rabbi Shlomo Aviner, der Oberrabbiner von Beit El, war ins Visier geraten. Und das schon seit Längerem, denn den Anklägern lagen lange vor dem Bekanntwerden der Affäre eindeutige Zeugenaussagen mehrerer Frauen vor.

Wenn es darum geht, den Finger hämisch auf ihre haredischen (ultra - orthodoxen) "Kollegen" zu richten, sind die Nationalreligiösen immer stets und gern bei der Sache. Missstände in den eigenen Kreisen werden jedoch sorgsam vertuscht. So auch die Anschuldigungen im Fall Aviner. Mehr als zehn Rabbiner unterschrieben sofort einen Rückhalt für den Rav aus Beit El. Ohne zu wissen, worum es bei den Anschuldigungen genau ging. Die nationalrelig. Presse schwieg aus angst vor Repressalien seitens ihrer Rabbiner. Die anklagenden Frauen wurden als "Lügnerinnen" abgestempelt.

Wenige Jahre vor Aviner war der ehemalige aschkenasische Oberrabbiner Israel Lau ins Visier der Ankläger geraten. Nicht nur wegen nichtversteuerter Geldeinnahmen, sondern ebenso wegen sexueller Belästigung von Frauen. Im Fall Lau kam nie Spezifisches an die Öffentlichkeit, sondern einige Eingeweihte behalten alles für sich.
Als Lau vor wenigen Jahren als Präsidentschaftskandidat aufwartete, teilten ihm einige Politiker unverhohlen mit, dass, wenn er seine Kandidatur nicht unverzüglich zurückziehe, man seine düsteren sexuellen Sünden an die Öffentlichkeit trage. Gleich darauf gab Lau bekannt, er trete zurück. Man gab ihm den Posten als Oberrabbiner von Tel Aviv und ab sofort soll er die Klappe halten. Schön sein Buch verkaufen, im Ausland Blabla - Reden halten, aber in Israel gefälligst den Mund halten, sonst …

Nach dem Skandal um Rabbi Shlomo Aviner richteten die Nationalreligiösen ein internes Forum ein, welches die Aufgabe hat, derlei Fälle zu untersuchen. Rabbi Mordechai Elon steht seit Jahren auf deren schwarzer Liste und nun machte das Forum den Fall publik. Angeblich weil der Rabbi gegen die Auflagen verstiess und plötzlich wieder als privater Problemberater fungierte. Eben bei jenen Gesprächen machte sich Elon, lt. Zeugenaussagen, an die Studenten heran. Dies ging bis zum Herunterlassen des Schlüpfers.

Der Rabbi selbst lehnt alle Vorwürfe gegen ihn entschieden zurück und die Wahrheit werde noch ans Licht kommen. Eine Intrige laufe da gegen ihn. Warten wir ab, wie morgen das nationalrelig. Wochenblatt "Be'Sheva" reagiert. Ob Elon überhaupt erwähnt oder lieber alles unter den nationalrelig. Teppich gekehrt wird.

In Israel ist der Fall Elon neben den gefälschten Pässen bezüglich der Exekution eines führenden Hamas - Oberen in Dubai DAS Thema. Und wieder einmal wird diskutiert, wie in relig. Kreisen mit Homosexuellen umzugehen sei.

HAMANTASCHEN zu Purim

B"H
 

Am 28.02. bzw. am 01.03.  feiern wir PURIM und hier vorab schon einmal ein Backrezept für die traditionellen HAMANTASCHEN:

1 kg Zucker

2 kg Margarine / Mazola

10 grosse Eier

1 Teelöffel Vanille

Alles gut durchrühren und dann 3 kg Mehl hinzufügen.

Füllungen: Dattelcreme, Mohn, Käse, Schokolade, Marmelade oder Nussfüllung, etc.






Gutes Gelingen !!!

Dienstag, 16. Februar 2010

In Israel leben

B"H

Israel ist genau wie jedes andere Land auf dieser Welt; es herrschen Regelungen und Gesetze und diese definieren Israel als einen jüdischen Staat !

Hier geborene Palästinenser können meinetwegen bei uns im Land friedlich wohnen, doch nicht jeder Tourist, der meint, er wolle unbedingt in Israel leben, hat eine Berechtigung dies zu tun. Ich gehe ja auch nicht nach Amerika und lasse mich einfach so nieder, weil es mir gerade in den Kram passt. Theoretisch und sogar praktisch ist das möglich, doch muss ich mit den Konsequenzen rechnen, die da auf Abschiebung stehen. So auch in Israel.

Zwar versuchen NICHTJÜDISCHE Touristen immer wieder durch Praktika im Land verbleiben zu können, doch irgendwann ist die Visavergabe des Innenministeriums erschöpft und man muss Israel verlassen. Meist geschieht dies nach einigen Monaten dann geht es ab nach Hause. Mindestens ein Jahr.

Ich bin kein Experte auf dem Visagebiet, doch frage ich mich, was sich solche Touristen in Israel erhoffen. Sehen wir jetzt einmal von jenen fanatischen Christen ab, die meinen, sie müssen hier leben, um J. zu begegnen oder irgendso ein kaputtes Gedankengut.

Nehmen mir den Normalotouristen, der in Israel bleben will. War erwartet ihn ? Die Hauptfrage dürfte dabei sein: Wie will er sich ernähren ? Arbeitserlaubnisse werden nicht übermässig ausgestellt und wenn, dann immer befristet. Soll er also illegal jobben ? Genau das machen vieleisraelische Bosse nicht mehr mit, denn die Ausländerpolizei OZ lauert und wer erwischt wird, dem droht ein saftiges Bussgeld. Der Tourist wird abgeschoben und darf fünf Jahre lang nicht mehr nach Israel einreisen. Manchmal gilt dies sogar für zehn Jahre.

Was, wenn ich einen Praktikantenplatz finde ?
Auch dann ist die Visavergabe befristet. Irgendwann geht nichts mehr.

Was, wenn ich einfach ohne Visum in Israel bleibe ?
Wer entdeckt wird, der kommt zwangsläufig auf die schwarze Liste gesetzt und es folgt die Abschiebung.

Was ich jedoch nicht begreife und ich erwähnte das schon unzählige Male ist, was sich derlei Touristen dabei denken, wenn es um die Krankenversorgung geht. Sozialabgaben, Steuern, etc.
Israelische Krankenkassen nehmen keine Touristen auf, sondern nur Staatsbürger. Wer will, der kann eine extra Krankenkasse für Touristen eröffnen, doch die zahlt nur bedingt und ist verbunden mit einem gültigen Visum. Okay, man kann auch so zu Magen David Adom oder einem Krankenhaus gehen und Cash auf den Tisch legen, doch auch dort wird nach dem Visum im Pass geschaut.

Was Illegale tun ist, sich einen arabischen oder armenischen Arzt in der Altstadt Jerusalems suchen. Ist ja auch viel billiger und dort fragt keiner nach einem Visum. Doch was, wenn ich wirklich krank bin und mich der Arzt in ein israelisches Krankenhaus überweist ?

Was ist mit meinem sozialen Umfeld ? Werde ich als Nichtjude akzeptiert ? Dies kommt sicher drauf an, wo man lebt. In Jerusalem ist das oft weniger der Fall als in Haifa oder in einem Kibbutz.

Was Leute nie gerne hören ist, dass sie stets Außenseiter sein werden. Selbst dann, wenn sie mit einem Juden verheiratet sind. Man kann sich seine Akzeptanz der Mitmenschen noch so einbilden, Nichtjude bleibt in der israelisch - jüdischen Gesellschaft immer Nichtjude. Man bekommt immer einen Hinweis darauf, selbst von so "toleranten" säkuleren Juden. Der hier einfach so Lebende gehört halt nicht dazu und das wird ihm nicht selten mitgeteilt.

Wer sich dennoch in Israel niederlassen will, der schaue auf dem Innenministerium seines Ortes vorbei und lasse sich ankeifen. Die Stimmung gegenüber solchen Touristen steht nicht gerade auf "freundlich".

Wie deutsche Journalisten in Israel werkeln

B"H

Ein deutscher Journalistenalltag in Israel und wie die Leserschaft belogen und manipuliert wird:

Kurz gesagt

Photo: Tapuz


B"H

Es grünt und blüht in Israel. Statt der üblichen Februarkälte herrscht noch bis zum Donnerstag warme Sommerluft bei Temperaturen über 20 Grad C. Sogar um die 30 Grad in Tel Aviv. In Deutschland wird Schnee geschippt und in Israel am Strand gelegen und gebadet.


Der neueste Klatsch, den es selbst schon in der "BILD" zu lesen gab: Anscheinend machte Leo De Caprio dem israelischen Model Bar Rafaeli einen Heiratsantrag.
Was soll ich dazu sagen ?
Leonardo Di Caprio ist kein Jude und derlei Ehen zwischen Juden und Nichtjuden beinhalten eine Tragik. Man könnte sagen, dass zumindest die Kinder Juden sind (denn die Mutter ist Jude), doch das allein rechtfertigt nicht die Tragik einer solchen Beziehung. Vor einigen Monaten lasen wir, dass Di Caprio eventuell zum Judentum konvertieren will. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Akt unter "Reform" ablaufen täte. Bedeutet, er ist kein halachischer Jude und somit ist die Konversion eh für die Katz.

Bar Rafaeli hingegen plagen noch andere Sorgen, denn das israelische Finanzamt ist hinter ihr her. Steuerhinterziehung, denn das Model gab an, die meiste Zeit in den USA zu wohnen. Dies jedoch erwies sich als falsch und Bar Rafaeli zahlt weder in Israel noch in den USA Steuern.


Erinnert sich noch jemand an Karnit Goldwasser, die Witwe des Ehud Goldwasser ?
Sie suchte einen neues Lebenssinn, nachdem ihr Gatte von der Hizbollah ermordet worden war. Ab März wird sie auf dem israelischen Kabelkanal HOT (3. Programm) ein Vorabendmagazin moderieren.
"Sie freue sich auf die neue Aufgabe", so Karnit Goldwasser.

Montag, 15. Februar 2010

Wer wird Trainer der israelischen Fussballnationalmannschaft ?

B"H

Wenn in Israel die Sprache auf den Fussball kommt, seile ich mich gedanklich ab, denn ich finde die Spielweise hierzulande grausam.

1:0, 0:0, mit anderen Worten LAHM und zu defensiv. Ein lahmes Gekicke, aber die hiesigen Spieler sehen sich auf Weltniveau.

Hüstel !

Nun soll ein internationaler Trainer die Nationaltruppe auf Vordermann bringen und zuerst war Bernd Schuster im Gespräch. Laut den heutigen Tageszeitungen jedoch soll der Italiener Roberto Donadoni (46) kurz vor einer Vertragsunterzeichnung stehen. Zwei Millionen Euro Brutto wird er abkassieren, falls es denn soweit sein wird.

Ich finde dieses internationale Geraffe ekelhaft. Schon allein als ein Lothar Matthäus eine ungarische Nationalmannschaft trainierte. Wie soll sich denn Matthäus in die Ungarn versetzen ? Altmodisch stehe ich nach wie vor auf dem Standpunkt, dass zumindest die Nationalmannschaft von einem Landsmann trainiert werden sollte.

Wohnen für Reiche

B"H


Heute gewährte ich mir selbst einen kleinen Urlaub. Ich rannte durch Tel Aviv und landete sogar im Kino und nicht nur bei 31 Grad Wärme am Strand, wie Hunderte andere.

Was mir immer wieder auffällt ist, dass zwar viele Neubauten entstehen, aber in Tel Aviv sowohl als auch in Jerusalem vor den Baustellen auf riesigen Schildern folgender Satz zu lesen ist: "Hier entstehen Luxuswohnungen !".

Immobilien für Reiche und die Normalos kloppen sich um den Rest der Wohnungen oder wie soll unsere Zukunft aussehen ? Dabei stammen die reichen Investoren aus den USA oder Frankreich und fliegen nur auf Urlaub in Israel ein. Trotzdem nehmen sie uns den Wohnraum weg. Aktuelles Beispiel: Der einstige Parkplatz des Jerusalemer Machane Yehudah Marktes (gegenüber dem Clal Center) wurde zu einer Baustelle zweier Wohntürme.
Luxuswohnungen - versteht sich !

Das Weisse Band

B"H


Mag sein, dass ich mitunter spät dran bin, denn in Deutschland wird der Film wahrscheinlich schon gelaufen sein. Dennoch hier eine kleine Empfehlung:


Im Tel Aviver Dizengoff Center sah ich heute den deutschen Kinofilm "Das weisse Band" und war begeistert.


Sonntag, 14. Februar 2010

Strahlender Sonnenschein

B"H

Strahlender Sonnenschein !
Klingt langweilig oder zu kitschig ?
Oder ruft es eher Neid hervor ?
Dieser Tage haben wir in Israel richtig tolles frühlingshaftes Wetter. Allein 26 Grad C in Jerusalem.

Morgen werde ich einmal einen Tag mehr oder weniger aussetzen, denn ich fahre heim nach Tel Aviv und gehe an den Strand. Oder tue Dinge, zu denen ich in den letzten Tagen (Wochen) kaum oder gar keine Zeit fand.

Jetzt vor Purim (28. Feb. / 1. März) schnell raus und die Sonne geniessen !

Anne Frank demnächst auf Persisch und Arabisch

B"H

In Frankreich ist die Antisemitismuswelle im Jahre 2009 auf ein Doppeltes angestiegen. Nicht aufgrund irgendwelcher Neonazis, sondern wegen jenen, die sich die Franzosen fatalerweise selbst ins Land holten: Der arabischen Bevölkerung !

Es ist bekannt, dass die Mehrheit der arabischen Länder den Holocaust des Dritten Reiches gerne verleugnen. Wenn es um ihre eigenen Zwecke geht, sind viele Moslems jedoch schnell bei der Sache und vergleichen den Holocaust mit der derzeitigen Situation der Palästinenser in Israel. Einerseits wurden keine Juden vergast oder in Ghettos getrieben, andererseits sind die Israelis die neuen Nazis. Welches Absurdum !

Frankreich jedenfalls plant, das "Tagebuch der Anne Frank" nun auf arabisch und persisch (Farsi) übersetzen zu lassen, damit die Fratze des Faschismus ebenso in moslemische Verleugnerköpfe dringt.

Achmadinejad kann zur Hölle fahren

B"H

Der ehemalige sephardische Oberrabbiner Ovadiah Yosef gab seine PURIM - Ansprache und verglich darin den iranischen Diktator Mahmoud Achmadinejad mit der Figur des Hamans aus dem Buch Esther. Insgesamt bietet der Diktator den typischen Haman unserer Zeit und der Rabbi sah das genauso. "Achmadinejad ist der Haman unserer Generation und er kann zur Hölle fahren !"

Weiterhin griff Rabbi Yosef die Aussprache aschkenazischer Juden bei der Thoralesung an. Israelische Sepharadim lieben es, sich über die aschkenazischen Aussprachen lustig zu machen und behaupten gerne, sie, die Sepharadim, haetten die RICHTIGE ORIGINALE AUSSPRACHE. Die Aschkenazim nennt man verächtlich "Aschkentoisim", was sarkastisch gemeint ist und auf die Aussprache des "oi, oi" zurückgeht.

Ich gebe zu, dass sie aschkenazische Aussprache sicher nicht die richtige ist, doch wer sagt, dass die Sepharadim so sehr im Recht sind ? Persönlich vermeide ich Aussprachen wie "Schvues", "Scha'alei Schudes" oder "Sukkes". Diese Art der Aussprache finde ich zu nervig, wenn nicht geradezu dämlich. Dass das nicht richtig sein kann, kapiert ein jeder ohne Rabbi Yosef !

Samstag, 13. Februar 2010

Oldtimer

B"H

Zwei Oldtimer befindet sich derzeit in der "israelischen Reaktivierungsphase". 
Zum einen gibt der Ex - Smokie - Sänger Chris Norman in dieser neu angebrochenen Woche zwei Konzerte im Land. Zum anderen erhielt der deutsche Ex - Fussballprofi Bernd Schuster ein Angebot, die israelische Nationalmannschaft zu trainieren.
Besagtes Angebot erfolge aus zweierlei Gründen:
1. Soll Schuster den Spielern der Nationalmannschaft mit all seiner Erfahrung ein Beispiel sein. 2. Soll Schuster dem israelischen Fussball einen internationalen Bekanntheitsgrad einfahren.

Eines steht fest:
Chris Norman singt in Tel Aviv und in Haifa. Ob Bernd Schster dagegen eintrudeln wird, ist noch offen. Auf das Angebot geantwortet hat er noch nicht.

Freitag, 12. Februar 2010

Schabbat Schalom


Purim kommt betsimmt: Ende Februar


B"H


Erst war es zu kalt, jetzt ist es für die Jahreszeit zu warm; aber immer noch angenehmer als die Kälte. Die Sonne scheint und alles strömt hinaus. Besonders auf den Jerusalemer Machane Yehudah Markt zu den Schabbateinkäufen. In Tel Aviv wird heute und morgen am Strand Hochbetrieb herrschen. Die Jerusalemer dagegen gehen in die Parks und lassen sich häuslich nieder. Mit oder ohne Grill - je nachdem wie und ob jemand der Schabbat einhält.




Photo: Das Straßenbahndepot am French Hill in Jerusalem


Und in der kommenden Woche soll es soweit sein. Ganz offiziell wird die neue Straßenbahn ein paar Runden drehen. Zur Probe mit Bürgermeister und so, aber immerhin. Seit Jahren werden die Schienen verlegt und die Jerusalemer Straßen gleichen einem Chaos. Immer noch Chaosbrennpunkt: Die Innenstadt bzw. die Jaffa Road um den Zion Square. Mittlerweile erwischte es den "Kikar Davidka" am Klal Center, gleich vor dem Machane Yehudah Markt. Gleis - und Denkmalbau. Das ist zuviel für den Platz und wer ihn als Fussgänger überwinden will, der begebe sich auf die Seite des Klal Centers, denn gegenüber steigt er über Stock und Stein samt Umwege.

Was dieser Tage voll nervt: Viele Israelis benutzen keine Taschentücher und wenn ihre Nase läuft, ziehen sie ihren Rotz so richtig hoch. Egal wo. Und wenn es Stunden dauert, ein Taschentuch wird nicht aus der Tasche gezogen, sondern lieber laut durch die Nase geschnieft.
Obwohl es an Taschentüchern wahrlich nicht mangelt.

Um die Politik und all das Drumherum habe ich mich heute noch nicht geschert. Mein Tageszeitungskauf wird sich unüblicherweise auf die "Yediot Acharont" beschränken, denn die Wochenendausgabe meiner Stammzeitung "Maariv" las ich gestern schon.
"Yediot" kündigte ein Interview mit einem der Enkel des ehemaligen Premiers Menachem Begin an. War Großvater Begin ein ausgesprochener Hartliner, zeigt sich der interviewte Enkel als Hippie - Ökofreak und macht anscheinend auf "Null Bock" und "Es hat alles keinen Sinn". Ein attraktives Futter für den Klatsch in der linken "Yediot Acharonot". Man muss ja was zum Ablästern haben, denn Sarah Netanyahu erwirkte einen Pressebann bis zu ihrer Gerichtsverhandlung. Nichts geht mehr an die Nation heraus; von wegen ihre Ex - Putze Lilian Peretz verklagt sie auf 300,000 Schekel (ca. 60,000 Euro) und so.
Über Wochen zog die israelische Presse über Sarah her und auf der Site der "Jüdischen Allgemeinen" las ich von Millionenklage. Nu, das ist falsch, denn Lilian Peretz will lediglich 600,000 Schekel und keine Millionen. Ob sie die bekommt bleibt eh dahingestellt, denn mehrere Jahre befand sie sich in den Diensten der Netanyahus und klagte nicht.
Damit Sarah nicht noch mehr zur "Hexe der Nation" wird, bewirkte sie einen Pressebann.

Ob Hexe oder Politik, die Israelis suchen ihr Privatleben und ihr Vergnügen. Wer kann sich schon die ganze Zeit über mit all den negativen Dingen wie Antisemitismus in der Welt, dem Atomiran, Terroristen oder Raub, Mord und Vergewaltigung befassen ?
Liegen wir im Park oder am Strand und schlagen die Zeitung auf, trieft es genug heraus. Da glotzt man lieber auf den Grill oder auf ein paar romantische Blühten.

"Schabbat Schalom" an alle Leser und das Ihr auch tolles Wetter haben werdet wie wir in Jerusalem !