B"H
Israel ist genau wie jedes andere Land auf dieser Welt; es herrschen Regelungen und Gesetze und diese definieren Israel als einen jüdischen Staat !
Hier geborene Palästinenser können meinetwegen bei uns im Land friedlich wohnen, doch nicht jeder Tourist, der meint, er wolle unbedingt in Israel leben, hat eine Berechtigung dies zu tun. Ich gehe ja auch nicht nach Amerika und lasse mich einfach so nieder, weil es mir gerade in den Kram passt. Theoretisch und sogar praktisch ist das möglich, doch muss ich mit den Konsequenzen rechnen, die da auf Abschiebung stehen. So auch in Israel.
Zwar versuchen NICHTJÜDISCHE Touristen immer wieder durch Praktika im Land verbleiben zu können, doch irgendwann ist die Visavergabe des Innenministeriums erschöpft und man muss Israel verlassen. Meist geschieht dies nach einigen Monaten dann geht es ab nach Hause. Mindestens ein Jahr.
Ich bin kein Experte auf dem Visagebiet, doch frage ich mich, was sich solche Touristen in Israel erhoffen. Sehen wir jetzt einmal von jenen fanatischen Christen ab, die meinen, sie müssen hier leben, um J. zu begegnen oder irgendso ein kaputtes Gedankengut.
Nehmen mir den Normalotouristen, der in Israel bleben will. War erwartet ihn ? Die Hauptfrage dürfte dabei sein: Wie will er sich ernähren ? Arbeitserlaubnisse werden nicht übermässig ausgestellt und wenn, dann immer befristet. Soll er also illegal jobben ? Genau das machen vieleisraelische Bosse nicht mehr mit, denn die Ausländerpolizei OZ lauert und wer erwischt wird, dem droht ein saftiges Bussgeld. Der Tourist wird abgeschoben und darf fünf Jahre lang nicht mehr nach Israel einreisen. Manchmal gilt dies sogar für zehn Jahre.
Was, wenn ich einen Praktikantenplatz finde ?
Auch dann ist die Visavergabe befristet. Irgendwann geht nichts mehr.
Was, wenn ich einfach ohne Visum in Israel bleibe ?
Wer entdeckt wird, der kommt zwangsläufig auf die schwarze Liste gesetzt und es folgt die Abschiebung.
Was ich jedoch nicht begreife und ich erwähnte das schon unzählige Male ist, was sich derlei Touristen dabei denken, wenn es um die Krankenversorgung geht. Sozialabgaben, Steuern, etc.
Israelische Krankenkassen nehmen keine Touristen auf, sondern nur Staatsbürger. Wer will, der kann eine extra Krankenkasse für Touristen eröffnen, doch die zahlt nur bedingt und ist verbunden mit einem gültigen Visum. Okay, man kann auch so zu Magen David Adom oder einem Krankenhaus gehen und Cash auf den Tisch legen, doch auch dort wird nach dem Visum im Pass geschaut.
Was Illegale tun ist, sich einen arabischen oder armenischen Arzt in der Altstadt Jerusalems suchen. Ist ja auch viel billiger und dort fragt keiner nach einem Visum. Doch was, wenn ich wirklich krank bin und mich der Arzt in ein israelisches Krankenhaus überweist ?
Was ist mit meinem sozialen Umfeld ? Werde ich als Nichtjude akzeptiert ? Dies kommt sicher drauf an, wo man lebt. In Jerusalem ist das oft weniger der Fall als in Haifa oder in einem Kibbutz.
Was Leute nie gerne hören ist, dass sie stets Außenseiter sein werden. Selbst dann, wenn sie mit einem Juden verheiratet sind. Man kann sich seine Akzeptanz der Mitmenschen noch so einbilden, Nichtjude bleibt in der israelisch - jüdischen Gesellschaft immer Nichtjude. Man bekommt immer einen Hinweis darauf, selbst von so "toleranten" säkuleren Juden. Der hier einfach so Lebende gehört halt nicht dazu und das wird ihm nicht selten mitgeteilt.
Wer sich dennoch in Israel niederlassen will, der schaue auf dem Innenministerium seines Ortes vorbei und lasse sich ankeifen. Die Stimmung gegenüber solchen Touristen steht nicht gerade auf "freundlich".