Montag, 7. April 2008

Der Straßenstrich

B"H

Bevor ich heute früh wieder einmal von Tel Aviv nach Jerusalem reiste, hatte ich einige Begegnungen, die man sicher in keinem Reiseführer zu lesen bekommt. Derzeit bewegt sich mein Leben mehr oder weniger zwischen Tel Aviv und Jerusalem und ich habe großes Glück, in beiden Städten eine Unterkunft zu haben.

Ein Faktor, der mir bei der Fahrerei besonders zu schaffen macht, ist das Wetter. Tel Aviv, am Mittelmeer gelegen, hat ein warmes feuchtes Klima. Selbst im Winter kann es noch angenehm sein. Jerusalem in den Bergen Judäas hingegen, ist derzeit kühl und trocken. Mittlerweile habe ich mir sogar angewöhnt, zwei Jacken dabei zu haben. Eine Sommer - u. eine Winterjacke.

Heute früh also in Tel Aviv kam ich auf den "genialen" Einfall, vom Zentralen Busbahnhof aus nach Jerusalem zu fahren. Normalerweise nehme ich immer die Buslinie 480 vom Arlozorov - Terminal (an der Stadtgrenze nach Ramat Gan gelegen) nach Jerusalem und meide den Busbahnhof. Der Tel Aviver Zentrale Busbahnhof ist so ziemlich das Widerwärtigste, was einem passieren kann. Gar nicht erst zu reden vom umliegenden Stadtteil. Tel Aviv - Süd steht für Drogen, Prostitution und Gewalt an sich.

Arlozorov - Interchange



Route aus dem Zentralen Tel Aviver Busbahnhof - La Guardia Interchange



Da ich den falschen Bus nahm und dieser nicht direkt zum Busbahnhof fuhr, war ich gezwungen, noch durch einige Nebenstraßen zu laufen. Morgens um 6.45 Uhr war das Chaotenviertel noch relativ ruhig. Eine ältere Russin saß mit ihrer Plastiktüte, in der sie ihre Klamotten verstaut hatte, auf dem Gehsteig. Als sie mich sah, stand sie auf und rannte mit der Plastiktüte auf mich zu. Ob man es glaubt oder nicht, sie wollte mich damit verprügeln. Ich wich ihr aus und sie schrie etwas Russisches hinter mir her. Anscheinend Flüche.

In Rußland muß man heilfroh sein, die Alkoholiker und geistig Gestörten losgeworden zu sein. Wieviele von denen haben sich nach Israel abgesetzt ? Jude oder nicht, zu Beginn der großen Aliyah - Welle aus den GUS - Staaten lies die Jewish Agency alles rein und das Resultat sehen wir heute. Im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot hat man nun sogar Metallabtrennungen auf die Parkbänke geschraubt, damit die alkoholisierten Russen dort nicht mehr ihren Wodkarausch ausschlafen.

Die Russin setzte sich wieder auf den Gehsteig und auch ich zog weiter zum Busbahnhof. Zuerst wollte ich eine Abkürzung nehmen, was aber ebenso mißlang. Heute früh war halt nicht ganz mein Tag.
Nach wenigen Minuten befand ich mich im Rotlichtviertel, aber die Damen (bis auf eine) und Freier schliefen noch.

Schnell abgebogen und schon sah ich von weitem den Busbahnhof:



Kurz bevor ich den kleinen Lewinsky - Park vor dem Busbahnhof durchquerte, sah ich sie dann alle: die Illegalen aus Eritrea und dem Sudan. Diese hatten die Gelegenheit genutzt, die offene Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen schwarz zu überqueren, um so nach Israel zu kommen, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen. Die israel. Behörden wissen nichts mit ihnen anzufangen und sammeln sie gelegentlich zwecks Abschiebung ein. Letzte Woche wurde der gesamte Lewinsky - Park von der Polizei geräumt; die Illegalen wurden verhaftet und die Matratzen aus der Parkanlage entfernt.

Vor dem Park befanden sich jedoch all jene, die sich einer Verhaftung entzogen hatten. Viele Afrikaner standen am Straßenrand und warteten auf Jobs. Manchmal fuhr ein Auto vorbei und der Fahrer konnte die Wartenden als Tagelöhner zum Hungerlohn anheuern. Zwei ebenso anwesende Thailänder hatten offenbar Glück und bekamen einen kurzfristigen Job. Auch im Lewinsky - Park befinden sich wieder Afrikaner und jeder von ihnen scheint auf der Suche nach einem besseren Leben zu sein. Wie lange braucht es wohl, damit sie erkennen, dass sie diesbezüglich in Israel falsch sind, denn es gibt genügend frustrierte Israelis, die den gleichen Traum träumen.

Buslinie 405 verlies den Busbahnhof und wir bogen auf den Ayalon - Highway ab. Ausnahmsweise einmal kein Stau. Der kam dann später kurz vor Jerusalem an der Mozza - Abbiegung. In Jerusalem angekommen, griff ich sofort wieder nach meiner Winterjacke.
Vorbei an unserem neuen hässlichen Wahrzeichen, der Brücke, welche im Mai eingeweiht werden soll, fuhr Linie 405 in den Jerusalemer Busbahnhof ein.

Dieses neue Brückenmonstrum soll zukünftig den Strassenbahnverkehr von der Jaffa Road in die Sderot Herzl leiten.

Sonntag, 6. April 2008

Das Dilemma

B"H

Premier Ehud Olmert hat es nicht einfach dieser Tage und in einem Punkt stimme ich ausnahmsweise einmal mit ihm überein. Nämlich darin, dass er sich ganz einfach bedrängt fühle. Hin und her gerissen zwischen den Fronten. Auf der einen Seite verlangen da die verzweifelten Eltern des vor fast zwei Jahren gekidnappten Soldaten Gilad Schalit, dass nun endlich einmal etwas geschehe. Die israelische Regierung soll ja nur allen Forderungen der Hamas nachkommen, damit Gilad freikommt.

Das Problem ist nur, dass auf der Forderungsliste auch der Oberterrorist Marwan Barghouti genannt ist. Und genau dieser sitzt in lebenslänglicher israel. Haft, da er an unzähligen Terroranschlägen beteiligt war, bei denen Israelis ums Leben kamen. Barghouti zeigt weder Reue noch irgendeine Art von Mitleid. Stattdessen liebt er es im Knast seine Popularität auszuleben und auf die nächsten Wahlen im palästinensischen Autonomiegebiet zu hoffen, bei denen er sich insgeheim als Sieger sieht. Bei einem eventuellen Wahlsieg käme er unweigerlich frei, so glaubt er.

Aber nicht nur Barghouti ist eine der überzogenen Hamas Forderungen. Nehmen wir einmal an, Israel willige der Hamas ein und lasse die geforderten Pali - Häftlinge wirklich frei, worauf hin Gilad Schalit freikäme. Was dann ? Wie lange wird es bis zum nächsten großen Anschlag auf israelischem Territorium dauern ?
Neulich sandten hinterbliebene Eltern von Terroropfern sowie Soldaten einen Brief an die Eltern Schalits. Muß tatsächlich eine Freilassung Gilads um jeden Preis erfolgen ? Auch um den, dass nach dem Austausch erneut Israelis durch die Freigelassenen ums Leben kommen ? Wie fühle sich da wohl Gilad Schalit selbst, wenn er frei daheim sitzt und aufgrund seines Austausches jene ehemaligen Häftlinge wieder Soldaten und Zivilisten ermorden ?
Wo besteht das Limit der israel. Regierung ? Oder in anderen Worten - "Ist Gilad Schalit den fatalen Handel wert" ? Ein Menschenleben gegen das von vielen ?

Schalits Eltern sind sich der zwiespältigen Realität nur allzu bewußt. Aber sie sind vor allem Eltern, die um alles in der Welt ihren Sohn wiederhaben wollen. Premier Ehud Olmert fühlt sich nicht selten von ihnen bedrängt. Wenn halt nichts mehr geht, dann rennen sie zur Presse und klagen Olmert der Tatenlosigkeit an. Auf der anderen Seite jedoch stehen die offiziellen Sicherheitsbedenken des Geheimdienstes Schin Beth, der Armee und vielen anderen.
Hätte die deutsche Bundesregierung einen Andreas Baader oder eine Ulrike Meinhof freigelassen, um den Forderungen der RAF nachzukommen ? Wer einmal einen Handel startet, der ermuntere doch gleichzeitig die Terroristen zu vermehrten Entführungen. Wo also endet der Wert eines Menschenlebens ?
Hanns Martin Schleyer gegen Andreas Baader ?
Gilad Schalit gegen Marwan Barghouti ?

So hart es klingen mag - Olmert regiert ein ganzes Land und vertritt die Interessen aller Bürger. Zumindest sollte er dies.
Ist es daher nicht notwendig, das Leben der Bürger zu schützen und kaltblütige Terroristen hinter Schloß und Riegel zu halten ? Andererseits hat aber auch Gilad Schalit ein Recht auf Freiheit und Leben und was täten wir wohl denken, wären wir an seiner Stelle ?

Eine Patentlösung ist nicht in Sicht und wie auch immer die Entscheidung lauten mag, richtig glücklich wird am Ende niemand und ein Happyend bleibt aus.

Weitere Details:

Free Gilad schalit

Gekidnappte israelische Soldaten

Liste aller gekidnappter israelischer Soldaten

Gilad Shalit banner

Samstag, 5. April 2008

Schreie in die Idylle

B"H

Jedesmal wenn der Schabbat am Samstag abend ausklingt, beginnt der Alltag wieder von vorne. Es mag sentimental klingen, doch selbst die Luft ist nach dem Schabbatausklang wieder anders und deutet den Alltag an. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass die nach Abgase stinkenden Stadtbusse wieder die Strassen beherrschen. Der Sonntag ist in Israel normaler Alltag, was wir schon am Samstag abend spüren.

Nach dem Schabbat lieben die Jerusalemer es auszugehen. Die Shopping - Malls werden belagert, genauso wie die Kneipen - und Bummelstrassen Ben Yehudah, sowie die German Colony bzw. Emek Refaim Street. Besonders bei warmen angenehmen Wetter wird ausgezogen und die Fußgängerzone Ben Yehudah ist derzeit dicht bevölkert. Zog am Donnerstag abend noch eine Breakdance - Gruppe auf das Strassenparkett, so gab es nun eine Attraktion ganz anderer Art. Aus dem Haus Nr. 5 schrie ein Lubawitscher Chassid (Chabad) aus dem Fenster hinaus, dass der verstorbene ehemalige Rebbe der Meschiach sei. Ein Ereignis, welches einen Jerusalemer längst nicht mehr aus der Fassung bringt, Touristen hingegen beginnen das Starren mit offenem Munde. Die liessen fast sogar ihr Softeis fallen. Ich denke, dass es kaum eine andere Stadt auf dieser Welt gibt, in der so unterschiedliche Arten Verrückter frei herumlaufen können und sich kaum noch jemand an ihnen stört. Als ich dies einmal einem Engländer gegenüber erwähnte, nannte der mich einen deutschen Rassisten. Schließlich habe jeder ein Recht auf Individualität und niemand kann verlangen, dass nur noch alle angepasst herumlaufen. Das ist teilweise richtig, doch nimmt manchmal die eigenwillige Individualität in unserer Stadt überhand.

Wir haben viele Leute, besonders Touristen, die nach dem Meschiach schreien oder sonst irgendwie durch chaotische christliche Sprüche samt Visionen auf sich aufmerksam machen wollen. Aber nicht nur Touristen drehen durch, sondern genauso Israelis; wenn auch auf andere Art und Weise. Leider gibt es hier im Land ein Gesetz, welches es drastisch erschwert, psychisch Kranke in diverse Institutionen einliefern zu lassen. Jemand kann erst dann eingeliefert werden, wenn er eine Gefahr für sich selbst und die Bevölkerung darstellt. Alle anderen dürfen frei herumlaufen. Und dies macht das Leben in Jerusalem manchmal nicht einfacher.

Donnerstag, 3. April 2008

Notruf aus Mercaz HaRav

B"H

Dieses Video erregt derzeit ganz Israel. Nachdem es erst vor wenigen Tagen auf Youtube erschien, fuhr es schon nach wenigen Stunden mehr als 15.000 Hits ein.
Das Video zeigt den Polizeinotruf aus der Yeshiva Mercaz HaRav, in welcher Anfang März acht Studenten von einem palästinensischen Terroristen erschossen worden waren. Einigen Studenten gelang es, sich vor am Attentäter zu verstecken und per Handy die Polizei anzurufen.

Siehe auch hier:

http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2008/03/mercaz-harav-opfer.html


Kein Tag ohne Mißbrauch

B"H

Seit zwei Wochen vergeht kaum ein Tag, an dem die Presse uns nicht mit neuen Kindesmißbrauchsskandalen überschüttet. Die Tageszeitung HAARETZ veröffentllichte heute sogar einen Cartoon in dem eine Frau ein Kind zur Welt bringt und die Ärzte sich fragen, ob sie ihr das Kind überhaupt noch in die Arme legen sollen oder nicht lieber gleich die Fürsorge einschalten.

Kindesmißbrauch findet auch in unserem Land zur Genüge statt und es wird kein Geheimnis daraus gemacht. Und auch in Israel versagen teilweise die Behörden und nicht nur in Deutschland.
Wenn es jedoch zum Mißbrauch innerhalb der relig. bzw. der haredischen (ultra - orthod.) Gesellschaft kommt, dann legt die sekuläre Presse erst so richtig los. Endlich gibt es einmal wieder etwas abzuhetzen über die so Frommen. Haredische Zeitungen hingegen berichten kaum über derlei Skandale, und wenn, dann in einem Vierzeiler. In der haredischen Gesellschaft spricht man darüber nur hinter vorgehaltener Hand. Zu tief steckt die Furcht, dass es einen selbst betreffen könnte und wer weiß, was dann wohl die Nachbarn sagen werden. Der Scham setzt man sich dann lieber doch nicht aus und schweigt. Und wenn es dann einmal geschieht, wird in den seltensten Fällen Hilfe von außen verlangt. Vergewaltigte Mädchen / Frauen müssen teilweise ohne Sozialarbeiter oder Psychologen auskommen und werden so um die Verarbeitung ihrer Erlebnisse gebracht.

Nacheinander kamen gleich mehrere Fälle von Kindesmißbrauch in der haredischen Gesellschaft ans Tageslicht. Der bekannteste Vorfall ist jener von der Mutter mit 12 Kindern, welche ihre Kinder jahrelang mißhandelte. Die Mutter gehört zu einem obskuren reli. Kult, welcher allerdings mit der regulären haredischen Gesellschaft in keinerlei Verbindung steht.

Nun sind mit der Mutter auch zwei Rabbiner angeklagt. Rabbi Elior Chen hatte nämlich der Mutter eingetrichtert, dass ihre Kinder von bösen Geistern besessen sind und diese wollen natürlich erst einmal ausgetrieben werden. Und dann schlug man auch schon einmal mit dem Hammer auf die Finger drauf oder setzte die Kleinen in kochend heißes Badewasser. Überwacht wurde die Dämonenaustreibung vom Adjudanten des Rabbis, von Schimon Gabbai.

Ich erspare es mir lieber, hier einen Kommentar abzugeben, denn mit geistesgestörten selbsternannten Rabbinern verschwende ich nicht meine Zeit. Elior Chen hat sich übrigens vor seiner Verhaftung rechtzeitig nach Kanada abgesetzt. Im Ausland ist er nicht der einzige zweifelhafte Rabbi, der aus Israel vor der Polizei floh. Vielleicht bewirbt er sich ja demnächst in einer deutschen Gemeinde, die keine Papiere verlangt, aber ihm aus lauter Ehrfurcht ein saftiges Gehalt zahlt.

Bevor sich jetzt wieder einige aufregen: Dieses war eine sarkastische Bemerkung basierend auf einer "True Story".

Verdächtiges an der Nordgrenze

B"H

Steht ein neuer Angriff bevor oder nicht ?
Genau diese Frage stellt man sich derzeit in Israel. Zumindest in der Armee sowie der Tagespresse. Seit dem zweiten Libanonkrieg vor fast zwei Jahren haben Teile der arabischen Welt Siegesluft geschnuppert. Der lang geglaubte zionistische Feind Israel verpatzte den Sieg und unterschätzte sogar bei Weitem die Fähigkeiten der libanesischen Hizbollah - Terroristen. Jahrelang hatten die nämlich vor den Augen unseres Verteidigungsministers fleißig Minen vergraben und heimlich still und leise Panzerabwehrraketen eingeschmuggelt.

Als nach einigen Wochen ein Waffenstillstand vermittelt worden war, konnte die Welt wieder ruhig schlafen. Deutschland schickte eine Friedenstruppe und die UNO schickte ihre UNIFIL, welche teilweise aus Moslems besteht. Soviel zur moslemischen Terroristenbekämpfung. So geschah es dann auch, dass die Deppen der UNIFIL sich so sehr auf den Frieden konzentrierten, dass sie den neuen Waffenansturm der Hizbollah geradezu verpennten oder verpennen wollten.
Dank Syrien ist Hassan Nasrallah wieder eifrig bereit, nur mußte er diesmal versprechen, nicht auf eigene Faust und ohne der Zustimmung des Iran zu handeln.

Die Hizbollah steht wieder kampfbereit an der israelischen Nordgrenze und auch Syrien läßt sich nicht lumpen. Seit Wochen erhalten syrische Soldaten Spezialtraining und nun erfolgte auch noch ein Truppenaufmarsch an der Grenze zu Israel. Von syrischer Seite heißt es dazu offiziell, dass man sich von Israel bedroht fühle und eine israel. Attacke befürchte.

Ich bin mir sicher, dass falls etwas passieren sollte, die Syrer sowohl als auch die Hizbollah sich abermals prächtig bei der Weltöffentlichkeit verkaufen und allen naiven internationalen Friedensaktivisten erneut weißmachen, dass der Schuldige einzig und allein Israel heißt. Und CNN, die BBC, DER SPIEGEL und die Tagesschau werden es ihnen unterwürfig abnehmen.

Mittwoch, 2. April 2008

Kurzmitteilungen: Von Jerusalem bis Tiberias

B"H

1. Diese erste Nachricht sollte alles andere, nur keine Kurzmitteilung darstellen.

Am morgigen Donnerstag begeht die Jerusalemer Mercaz HaRav Yeshiva (im Stadtteil Kiryat Moshe, HaRav Zvi Yehudah Street) eine weitere Gedenkveranstaltung für die vor 30 Tagen von einem palästinensischen Terroristen erschossenen acht jugendlichen Yeshivastudenten. Beginn der Veranstaltung wird um 16.00 Uhr sein.

Siehe hierzu auch:

Die Mercaz HaRav Opfer

Feigheit vor dem Feind ?


2. Trotz aller Zusagen Olmerts, in israel. Siedlungen wird wieder vermehr gebaut. Die israel. Presse benutzt zwar das Wort "Siedlungen", aber offiziell handelt es sich um alles andere, nur nicht mehr um Siedlungen. Zum Beispiel ist geplant, im Jerusalemer Stadtteil Pisgat Ze'ev weitere 600 Wohneinheiten zu bauen. In Givat Ze'ev, außerhalb Jerusalems gelegen, sollen 510 neue Wohneinheiten entstehen. Aber auch im nationalrelig. Efrat (außerhalb Jerusalems) sowie in der haredischen Stadt Beitar (nahe Jerusalem, in Gusch Etzion) wird gebaut.

Der Jerusalemer Stadtteil Pisgat Ze'ev



Wie ich zuvor schon berichtete, brauchen wir uns von keiner Condoleeca Rice vorschreiben lassen, wo wir in unserem eigenen Land zu bauen bzw. zu leben haben.


3. Der Checkpoint Rimonim (außerhalb Ramallahs) wurde aufgelöst und die Palästinenser aus dem Autonomiegebiet Ramallah haben nun freie Einfahrt nach Israel. Ganz, wie es Condoleeca Rice verlangte. Israel soll seinen guten Friedenswillen zeigen.

Fragt sich nur, ob Condoleeca auch die Verantwortung übernimmt, wenn dadurch neue Selbstmordterroristen nach Israel eingeschmuggelt werden, die sich in Jerusalem oder anderswo in die Luft sprengen. Im Jahre 2002 befand sich Israel schon einmal in der gleichen Situation. Man zeigte denselben Friedenswillen und kurz darauf wurde in Rimonim eine Mutter von sieben Kindern in ihrem fahrenden Auto von palästinensischen Terroristen erschossen.

Details:

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1206632388560&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1206632387058&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

http://www.pmo.gov.il/PMOEng/Communication/IsraelUnderAttack/Rimonim+junction/Etty+Galiah.htm

4. Die Knesset verabschiedete ein längst fälliges Gesetz: Jeder hat ein Anrecht auf einen kostenlosen Platz am Ufer des Kinneret (See Genezareth).

Schon viele Jahre ist es in Israel eine Modeerscheinung, für Strandplätze gnadenlos abzukassieren. Es ist zwar eine ganze Zeit her, seitdem ich mich das letzte Mal nach Tiberias an den See Genezareth begab, allerdings überraschte es mich keineswegs, nicht kostenlos am Ufer sitzen zu können. Entweder gehört der Strand zu einem der zahlreichen Hotels oder er befindet sich anderweitig in Privatbesitz. Umsonst geht gar nichts mehr, es sei denn, man will irgendwo neben einem Abwasserrohr sitzen.

Tiberias am See Genezareth (Kinneret)



Die Knesset beschloß, ein 12 – köpfiges Kommittee einzusetzen, welches allein über das Ufer des See Genezareth entscheidet. Eintrittsgelder werden somit hinfällig, denn jedem einzelnen stehe ein Strandplatz zu. Ob das nun am Kinneret oder am Mittelmeer sei. Allerdings wurde noch nicht mitgeteilt, wie es denn jetzt um die Hotelstrände am See Genezareth steht. Und was wird aus den Stränden am Toten Meer, bei denen ebenso kräftig abkassiert wird ?

Dienstag, 1. April 2008

Heute und nicht morgen

B"H

Langfristige Planung erweist sich in den meisten Fällen von Vorteil. Selbst wenn sich nicht unbedingt ein schneller Erfolg einstellt, geht es doch allmählich bergauf. Wer Glück hat, verdient sich einen Namen und die Kundschaft kommt immer wieder. In Israel wird in vielen Fällen auf alles andere, nur nicht auf langfristige Planung gesetzt.

Im arab. Teil der Jerusalemer Altstadt wird gnadenlos abgezockt; und das nicht erst seit heute. Touristen fühlen sich bedrängt und hintergangen. Da schlendert man zum Touristenbummel durch die engen Gassen der arab. Altstadt und an jedem Verkaufsstand lauert schon der nächste Händler, der einem sagt, wie toll man ist, wo man denn herkommt und das in seinem Shop alles nur vom Feinsten sei. Der Tourist wird offensichtlich ganz unverbindlich vom Shopinhaber zu einer kostenlosen Tasse Tee eingeladen.

Der Shop selber ist bis unter die Decke vollgestopf mit viel Überflüssigem. Vom Kreuz bis hin zum Salzstreuer, alles ist vorhanden. Die Gerüche orientalischer Gewürze geben dem Touristen ein besonderes Flair; wer dagegen in einem Stand neben der öffentlichen Toilette sitzt, hat weniger Flair.
Der Inhaber beginnt sofort mit seiner Biographie, die da meistens erlogen zusammengestellt ist. Frauen werden schon mal angemacht, wobei seine zwei oder drei Ehefrauen verheimlicht werden. Die politische Lage wird natürlich auch diskutiert und die Israelis sind selbstverständlich an allem schuld. Und dann gehts auch schon thematisch hinüber zum eigentlichen Zweck. Tja, uns geht es so schlecht und da solltest Du schon etwas kaufen, um uns aus der miserablen Lage zu befreien. Der Kühlschrank daheim ist leer und die Mutter hat kein Geld für die Medikamente.

Viele Touristen fühlen sich da überrumpelt. Eigentlich steht ihnen der Sinn nach dem "Gehen", aber da sie westlicher Natur sind, kriechen schon die ersten Schuldgefühle durch die Magengegend. Naja, ich kaufe halt eine Kleinigkeit und dann gehe ich. Die Kleinigkeit wird dann schnell zum teuren Spaß, denn das Angebot des Händlers ist saftig. Aber letztendlich zahlt man lieber, um aus dem engen vollgestopften Laden zu entkommen. Dies ist der Moment, in dem man sich sagt: "Nie wieder". Der Händler freut sich, denn er hat wieder einmal seinen "Made in Taiwan - Ramsch" teuer unter die Leute gebracht. Dass der Tourist sauer ist, interessiert nicht. Hauptsache ich habe jetzt Cash. Wenn besagter Tourist nicht mehr wieder kommt, so what ? An neuer Kundschaft aus aller Welt herrscht ja kein Mangel.

Das gleiche Muster spielt sich in den Hostels der arab. Altstadt ab. Viele von ihnen sind heruntergekommen, aber dennoch werden die Zimmer teuer vermietet. Wer im Billighostel saubere Bettlaken bekommt, kann sich schon freuen. In einigen Hostels werden die Laken schon einmal für mehrere Gäste verwendet. Die Wolldecken werden eh nie gewaschen und wenn ein Gast morgens auscheckt, wird die Decke sorgfältig zusammengefaltet und für den nächsten Gast einsatzbereit aufs Bett gelegt.

Zimmer ohne Fenster sind keine Seltenheit. Wer für eine kleine Gruft ohne Fenster 100 Schekel (20 Euro) zahlt, ist selber schuld. Viele Hostel, wie das am Jaffa - Tor gelegene Petra - Hostel vermelden auch schon einmal Käfer im Bett, welche ihre Opfer des nachts gnadenlos beißen. Das Petra - Hostel ist zwar ein gewisser Kult, dennoch, wer sich mit normalen Leuten unterhalten will, ist dort fehl am Platz. Das Hostel ist ein Magnet für christliche fundamentalistische Spinner, die in allem den Satan sehen und den Weltuntergang predigen.

Das ehemalige Tabasco - Hostel heißt seit einiger Zeit Hebron - Hostel und soll vor Sauberkeit strotzen. Klein aber fein, wenn auch ein Magnet internationaler Friedensaktivisten der "International Solidarity". Als Rechter hat man keine Chance und als Israeli schon gar nicht. Alle arab. Hostels nehmen niemanden mit einem israel. Personalausweis auf. Alle, außer dem Jaffa - Gate Hostel am Jaffa Tor. Wer schon Jude ist, der sollte einen ausländischen Pass dabei haben, um in die anderen arab. Hostels einchecken zu können. Wer dagegen ein gutes, wenn auch etwas teureres Hostel sucht, der schaue hier einmal herein.

Und wer sich schon in Ostjerusalem aufhält, der meide die Taxen. Eine Taxifahrt nach Bethlehem oder Ramallah kommt da leicht auf über 100 Schekel (20 Euro), wenn nicht noch viel mehr. Eine Fahrt zum Toten Meer gar auf 400 Schekel (und mehr). Wer schon reisen will, der begebe sich in einen Bus. An Bussen herrscht kein Mangel und sie sind allemal günstiger als arab. Taxen, bei denen erst der Preis ausgehandelt werden muß. Eine Busfahrt in einem arab. Bus vom Damaskus - Tor kostet ca. 4 Schekel (weniger als einen Euro). Eine Fahrt nach Ramallah kostet ca. 1,5 Euro (7 Schekel).

Mir ist jedesmal unbegreiflich, wie Touristen reihenweise auf diese Machenschaften hereinfallen. Vielleicht wissen sie nicht, sich aus der Situation zu befreien. Vielleicht wollen sie aber auch nur ihr Mitgefühl bekunden. Und wer dann erst einmal in Ramallah den Campus des Arafat - Grabes besucht und hinterher in eines der Flüchtlingslager geschleift wird, der vergiesst auch einmal ein paar Tränen. Bei seiner Abreise steht man dann mit Übergewicht am Flugschalter und fragt sich, was man jetzt um Himmels Willen mit dem arab. Kleid oder dem ollen in China maschinengeschnitzten Holzkamel soll.

Die Dächer der Arabischen Altstadt in Jerusalem



Im Bazar (Shuk)



Montag, 31. März 2008

Israel must …..

B"H

Israel must give up more and more and more and more……

Als Condoleeca Rice in den gestrigen Nachrichten ihre Forderungen präsentierte, stellte ich gleich ab. Wie satt habe ich es, mir von einer angereisten Amerikanerin, die weder Jüdin ist noch in Israel lebt, anhören zu müssen, wie wir Israelis zu leben haben; was wir zu tun und zu lassen haben und wo wir uns ansiedeln dürfen und wo nicht. Zu wem betet Mrs Rice eigentlich in der Kirche ? Zu G - tt ? Anscheinend scheint sie ja weit über Ihm zu stehen.

Condoleeca will, dass Israel mehr und mehr Zugeständnisse den Palästinenser gegenüber macht, egal, was das Resultat sein wird. Hauptsache George Bush kann vor seinem Amtsende einen Nahosterfolg feiern. Ob hier alles in die Luft fliegt oder nicht, wieviele Menschen sterben bzw. Soldaten entführt werden, steht nicht zur Debatte. Dabei hatte doch wenigstens Oppositionsführer Benjamin Netanyahu sich einmal aufgerafft, Condoleeca Rice die Sicherheitsbedenken zu erklären. Punkte, die sie noch nie bedacht hatte. Wie auch, denn sie hat ja von unserem Land keine Ahnung.

Heute: Condoleeca Rice mit Busenfreund Abu Mazen



Vielleicht wäre sie nicht schlecht beraten gewesen, hätte sie sich die gestrigen Palidemos angeschaut. Sogar die israel. Araber mit israel. Personalausweis befürworten Bombenatttentate auf die israel. Zivilbevölkerung. Mit wem sollen wir da eigentlich Frieden schließen ?

Kein Wunder, wenn die israel. Bevölkerung kein reges Interesse zeigt, denn täglich sehen wir, dass alle am Frieden interessiert sind, nur die Mehrheit Palästinenser halt nicht. Mehr Land bedeutet gleichzeitig mehr Angriffsfläche auf israel. Städte. Siehe die Räumung Gaza und die Kassam - Raketenangriffe auf die Stadt Aschkelon.

Herrschen auch bald in Tel Aviv oder Jerusalem Sderoter Verhältnisse ?

Nun, dies alles ist nichts Neues und Herausragendes mehr. Wir alle wissen, dass Ehud Olmert Papiere unterschreibt, welche Israel zu Undenkbarem verpflichtet. Papiere, die noch nicht einmal seine Minister kennen. Ist Jerusalem schon futsch ? - fragen sich viele Einwohner.

Was mich jedoch bei den gestrigen Demos dennoch hellhörig machte, war die Teilnahme vieler Drusen, die da mit der Paliflagge wedelten. Ein Soldat sagte mir einmal, dass die Drusen immer mit dem Stärkeren laufen. Momentan ist dies Israel, aber was geschieht, wenn sich das Blatt wendet ?
ca. 120.000 Drusen leben in Israel; vor allem um Haifa und im Golan. Sie selber leben eine geheime moslemische Mischung aus Glauben, welche vorwiegend nur ihre Priester kennen. Moslems nennen sie nicht Moslems und Drusen sehen sich auch nicht als das an, obwohl ihre Religion schon mit dem Islam zu tun hat. Jedenfalls teilweise.

Ihre Solidarität zu Israel begründen sie damit, dass sie an den Propheten Yitro (Moshes Schwiegervater) glauben. Aber wie weit reicht diese Solidarität wirklich ?
Die Drusen sehen sich als absolut solidarisch, sind sie doch stolz, dass viele ihrer Söhne in der israel. Armee dienen. In Kampfeinheiten und einer von ihnen sogar als Pilot bei der Luftwaffe.

Und, viele von ihren Söhnen zählen zu den Gefallenen. Dennoch gibt es auch Schattenseiten, denn Armee - sowie Geheimdienstobere sehen die Drusen nicht immer als so loyal wie sie sich geben. Ein Blick am Jerusalemer Jaffa - Tor genügt, um sie in Action zu sehen. Da machen drusische Polizisten ihre Deals mit arab. Händlern. Ruft man dort die Polizei, kommt nicht selten ein Druse, der sich dann sofort auf die Seite des Palis schlägt, da beide Arabisch sprechen.

Andererseits, wenn es darum geht, bei den Palis hart durchzugreifen, zeigen sich gerade die Drusen willig. Viele von ihnen sind in der Haudrauf - Truppe "Mischmar HaGvul - der Grenzpolizei" und wenn diese Einsätze im arabischen Viertel hat, dann wehe dem, der einem Drusen begegnet.

Loyalität zu Israel hin oder her, die gestrigen Demos zeigten einen nicht zu übersehenden Widerspruch. Anscheinend sind auch die Meinungen der Drusen gespalten.

Die Frage aber bleibt: Inwieweit können wir solchen Leuten wirklich vertrauen und sie ggf. in der Armee mit wichtigen Posten betrauen ?

Sonntag, 30. März 2008

Die Saudis und Yaffo

B"H

Offiziell heißt die Stadt "Tel Aviv - Yaffo", denn die kleine antike Stadt Yaffo wurde Tel Aviv fast ganz einverleibt. Yaffo, daß ist vor allem ein antiker Hafen, der heute zwar nicht mehr genutzt wird (außer für Boottrips von Touristen), sich aber dennoch großer anderweitiger Attraktionen erfreut. Die Hafengegend ist meist schmuddelig und arab. Händler sitzen auf dem Boden, um ihre Waren zu verkaufen. Samt selbstgebackenen "Laffot", eine irakische Art von Crepesdünnem rundem Weizenbrot.

Nun soll sich die Hafengegend in eine Luxuscentrum verwandeln, denn ausgerechnet reiche Saudis kaufen immer mehr Häuser auf. Auch ein Nobelhotel soll demnächst entstehen. Bezahlen tun die Saudis millionenfach in Cash und das kommt auch bei israel. Maklern gut an. Cash hinblättern für eine Immobilie, die sich kaum ein anderer leisten kann oder will. Reiche Araber haben eine Lücke in der israel. Gesetzgebung entdeckt, nach der auch Ausländer in Israel Grund und Boden kaufen dürfen. Ganz legal und die Tagesezeitung "Yediot Acharonot" verkündet heute sogar, dass sich selbst Scheich Hassan Nasrallah in Israel ein Häuschen kaufen darf, wenn er denn nur wollte und nicht mit seinen Katyuschas vorher alles in die Luft jagdt.

Die Hafenstadt Yaffo hatte schon immer einen arab. Touch und wer heute durch die kleinen Gassen schlendert, dem fallen gewiß die vielen blaugestrichenen Fenster und Türen auf. Die Farbe Blau soll nach arab. Brauch böse Geistern fernhalten.

Jeder kann Yaffo leicht erreichen; entweder mit dem Bus oder zufuß. Als längerer Strandspaziergang ist die Wanderung nach Yaffo ideal. Immer am Strand entlang und unterwegs bieten sich viele Plätze zur Rast an. Nur muss man manchmal den vielen herumliegenden Müll erst beiseite schieben.

Aber Yaffo hat auch noch ein anderes und weniger friedvolles Gesicht. Immer mehr palästinensische Einwohner zeigen sich radikal. So zogen am letzten Freitag viele von ihnen mit palästinen. Flaggen durch die Innenstadt, um ihren Unmut zum heutigen "Yom HaAdamah - Land Day" Ausdruck zu verleihen.

Im Gegensatz zu Haifa, wo Israelis und Palästinenser friedlich zusammenleben, ist Yaffo ein stetiger Brennpunkt. Und das nicht erst seit Freitag, sondern schon viele Jahre lang. Als Wohnort würde ich Yaffo alles andere als empfehlen, aber einen Tagesausflug ist es allemal wert. Auch gibt es ein tolles Hostel, die wirklich zu empfehlen ist.

Photos aus Yaffo:







Blick von Yaffo nach Tel Aviv



Blick von Tel Aviv nach Yaffo

Kurzweiliger Umzug

B"H

Ab Mitte dieser Woche wird sich mein Leben etwas verändern, denn ich werde meinen Wohnort nach Tel Aviv bzw. ins haredische (ultra - orthod.) Bnei Brak verlegen. Obwohl dies nur befristet ist und ich sicher nach Jerusalem zurückkehren werden, freue ich mich, wie gesagt, auf den Tapetenwechsel. Meine Blogs werden wohl darunter leiden und es kann vorkommen, dass ich nicht mehr soviel poste. Dafür gibt es News aus Jerusalem (wo ich 2x pro Woche sein werde), aus Tel Aviv sowie aus Bnei Brak und Petach Tikwa.

Kindesmißhandlung im Schleier

B"H

In der Stadt Beit Schemesch (ca. 20 km von Jerusalem) wurde jetzt ein neuer Fall von Kindesmißhandlung aufgedeckt.
Eine Mutter von 12 Kindern mißhandelte jahrelang ihre Kinder und ließ es zu, dass die Kleinen von den Großen vergewaltigt werden. Jetzt wurde die Mutter verhaftet und als ich ihr Photo in der Presse sah, dachte ich zuerst, es handele sich um eine Araberin. Aber nichts da, denn die Mutter gehört zum wirren Clan der "Rabbanit Beruriah".

Die Kinder sagten aus, dass sie bis vor 7 Jahren eine ganz normale Familie waren. Mit einer normalen liebenden Mutter. Erst nachdem sich Letztere entschloß, der wirren Rabbanit und deren Frauengruppe beizutreten, änderte sich alles.

Details:

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?pagename=JPost/JPArticle/ShowFull&cid=1206446111507

Und was sagt Beruriah dazu ?
Nichts.

Donnerstag, 27. März 2008

Nicht vergessen….

heute Nacht werden in Israel die Uhren auf die Sommerzeit umgestellt !!! Die Umstellung erfolgt in dieser Nacht von 2.00 auf 3.00 Uhr.

Dadurch beginnt der morgige Schabbat später; nämlich derzeit erst um 18.20 Uhr. Und wer plant, am Schabbatessen der Machlis - Familie teilzunehmen, der muß zwangsläufig damit rechnen, dass sich auch dort die Zeiten ändern. Vor 20.15 Uhr wird der Rabbi kaum beginnen. Und da wir schon beim Thema sind: Das gesamte Jahr über veranstalten die Machlises Schabbatessen bzw. Essen an den Feiertagen. Demnächst aber kommt die Zeit, an der auch sie einmal die Nase voll haben und in den Urlaub fahren. Niemals geben die Machlises Essen an Pessach und wer ausgerechnet an Pessach auf das Essen angewiesen sein sollte, bzw. noch nicht weiß, wo er in einem Monat bei der Seder sitzen wird, darf sich nicht auf die Machlis - Family verlassen, sondern muß sich schon einmal selbst einen Sederplatz besorgen.

Um Uhrzeiten geht es heute Abend auch in Tel Aviv. Die weltweite Umweltverschmutzung zerstört unseren Planeten unaufhörlich. Die Ausgabe der heutigen Zeitung Maariv zeigt sogar ein Photo aus der Antarktis, auf dem der Absturz eines riesigen Eisblock (3,5 x so groß wie Jerusalem) zu sehen ist. Durch die Klimaerwärmung schmilzt das Eis an den Polen und der Wasserpegel der Meere steigt an.
Um auf all die Umweltprobleme aufmerksam zu machen, hat die Stadt Tel Aviv heute Abend etwas ganz Besonderes vor. Um genau 20.00 Uhr sollen die Lichter der Stadt ausgehen. Über 200.000 Einwohner werden sich an der Aktion beteiligen und eine Stunde lang bei Kerzenschein verbringen. Der "Tag des Erdballes" soll weltweit auf die heikle Umweltlage aufmerksam machen.

Und warum nur Tel Aviv und nicht auch Jerusalem oder andere israel. Orte ?

Schuld ist unsere staatliche Stromversorgung "Chevrat HaChaschmal", denn diese befürchtet einen Zusammenbruch des Stromnetzes, wenn nach einer Stunde Dunkelheit alle gemeinsam den Lichtschalter wieder betätigen.

Wer also heute Abend vorhat, in einem Tel Aviver Restaurant zu sitzen, kann sich am Kerzenschein erfreuen.

Mehr Infos:

http://www.earthhour.org/cities/tel-aviv/

Mittwoch, 26. März 2008

Tel Aviv - hin und zurück

B"H

Für einen eingefleischten Jerusalemer ist ein Tel Aviv Trip ganz abwechselungsreich, mehr oft aber auch nicht. Jedesmal sind wir froh, auf der Heimfahrt die Jerusalemer "Skyline" zu erblicken. Selbst dann, wenn es sich um die häßlich monströse weisse Brücke handelt, die sich derzeit immer noch im Bau befindet. Das Fertigstellungsdatum ist für diesen Mai geplant. Mit dem Brückenkoloss soll Jerusalem endgültig zur Weltstadt aufsteigen. Als ob wir dies nicht schon sind.

"Welcome to Jerusalem", dieses Schild an der Stadteinfahrt erfreut uns immer wieder. Man ist daheim im Kleinstadtmief und vergessen ist die hektische Metropole Tel Aviv. Wenigstens geht bei uns noch alles verhältnismäßig rustikal zu und wir treten nicht alle mit Füssen, um an unser Ziel zu kommen. Gegen den Tel Aviver Carmel Markt wirkt unser Machane Yehudah Markt wie tiefste verschlafene Provinz. Unsere Flower - Power - Künstler - Gegend heißt Nachlaot und nicht Florentin, aber zumindest sind die Wohnungspreise den Flower - Power - Leuten noch wesentlich angepasster. Noch, denn ein Ende ist auch hier schon in Sicht. Betuchte amerik. Einwanderer machen das Prolo - Nachlaot zum Schickimicki - Paradies für Ex - Hippies.

Jerusalem - Nachlaot



Skyline von Nachlaot mit dem City Tower im Hintergrund



Jerusalem - Jaffa Road



Tel Aviv ist für mich ein Tagestrip. Morgens los, ankommen, irgendwo Kaffeetrinken und etwas essen, kurz am Strand herumlaufen und mich insgeheim auf die Rückfahrt nach Jerusalem freuen. Die ca. 45 km Busfahrt können gar nicht schnell genug vergehen. Kaum daheim in Jerusalem berichte ich allen, wie eklig es in Tel Aviv war. Hektik, die Mentalität der Gleichgültigkeit und der Bauwahn. Alle, die mich hören, nicken eifrig und geben ihre einstimmige Meinung dazu ab. Ja, in solch einer Stadt will man nicht leben.

Und was mache ich ? Da ich in Tel Aviv bzw. in der haredischen Nachbarstadt Bnei Brak demnächst an einem Projekt teilnehmen werde, bin ich mehr oder weniger gezwungen, einige Monate in TA zu verbringen. Spätestens in einem Monat werde ich dort hausen und sobald ich dies einem Jerusalemer berichte, betone ich das Wort "befristet" ganz besonders. Ein befristeter Aufenthalt, denn danach will ich unbedingt wieder nach Jerusalem zurückkehren. Einerseits freue ich mich sogar auf den Tapetenwechsel, aber andererseits werde ich meine Freunde unendlich vermissen. Immerhin werde ich mindestens zweimal pro Woche für einige Stunden in Jerusalem sein. Und am Schabbat ? Ja, zum Schabbat komme ich auch öfters vorbei.

Tel Aviv



Da das Projekt sehr religiös bedingt ist, werde ich natürlich die Gelegenheit nutzen, an den chassidischen Schabbattischen im haredischen (ultra - orthod.) Bnei Brak teilzunehmen und darüber berichten. Die chassidischen Gruppen Vishnitz, Sadigora, Schomrei Emunim, Zhvil, etc. nichts wird ausgelassen. Und so wird sich dieser Blog in den kommenden Woche auch mit Tel Aviv und Bnei Brak beschäftigen.

Und wer weiss, vielleicht mag ich ja am Ende Tel Aviv sogar doch noch...

Noch mehr Tel Aviv









Dienstag, 25. März 2008

Eine warme Mahlzeit ?

B"H

Es gibt wohl kaum noch einen Flecken auf der Welt, an dem wir nicht alle von Callcenter - Anrufen genervt werden. Israel war dabei sogar noch der Forerunner gegenüber Deutschland. In Israel wurde schon kräftig angerufen und genervt; in Deutschland hingegen herrschte noch angenehme Stille. Wie dem auch sei, seit wenigen Jahren sind alle davon betroffen. Man nimmt den Hörer ab und schon nervt einen jemand mit dummen Fragen oder einem gelangweilt dahinsagenden Text.

Gestern erwischte es mich wieder einmal. Eigentlich handelte es sich um einen Fehler, denn die Person am anderen Ende der Leitung wollte mit jemand ganz anderem sprechen. Doch ohne lange herumzuzögern sprang sie sofort auf mich an. Es sei ja egal, wer das Telefon beantworte, Hautsache man kann etwas verkaufen.

Die Callcenter - Tussi legte gleich so richtig los; amtlich, damit alles offiziell erscheint. Der Bürgermeister vom Kassam - Raketen geplagten Sderot riefe alle Bürger zur Mithilfe auf. Wir sollten gefälligst spenden, damit in Sderot alle Bewohner etwas zu essen haben.

In solchen Fällen frage ich gewöhnlich nach einer Website, die ich mir erst einmal anschauen wolle. Am Telefon lasse ich mich nämlich nicht blöd berieseln. Tussi wußte die Website - Adresse nicht, aber ich könne ja googeln.

Und wie lange es denn dauert, bis ich die Site angeschaut habe. Ob sie in zehn Minuten wieder zurückrufen kann.
Ich sagte ihr, dass ich gerade anderweitig busy sei und keine Zeit für die Site habe. Abends vielleicht.
Tussi gab nicht auf und ratterte wieder von vorne los. Die Site brauche ich eh nicht, denn sie, Ireen, wisse alles. Sie kenne die Infos und wenn ich mich jetzt nicht zu einer Spende entscheide, dann rufe sie abends wieder an.

Ireen klebte an mir wie ein Virus. Ich sagte ihr, dass ich jetzt nichts spende.

"Ja, wann denn dann ? Der Bürgermeister von Sderot hat das aber verlangt und ob ich noch Freunde habe, die sie dann auch gleich anrufen kann."

Wenn ich Ireen alle Telefonnummer gegeben hätte, dann säße ich heute ohne jegliche Freunde da.

Irgendwie gelang es mir, Ireen abzuschütteln. Aber ich solle bloß nicht Sderot vergessen und sie rufe wieder an, drohte sie.
Leider hat sie meine Nummer und jeder Anruf wird nun zur Farce. Am Ende ruft mich noch der Bürgermeister von Sderot an.

Wer aber zahlt eigentlich Ireens Gehalt ?
Etwa der Bürgermeister ?

Die Website war übrigens nicht auffindbar !!!