B"H
Im hessischen Darmstadt wird morgen eine Konferenz der ganz besonderen Art eroeffnet:
"Iran - Handelsmoeglichkeiten fuer den deutschen Export"
Alle Welt schaut auf den Iran und dessen diktatorischen Praesidenten. Atomwaffen, ja oder nein und wenn ja, inwieweit ist der Weltfrieden bedroht. Nebenbei gibt es den ewigen Antisemitismus und die Holocaustverleugnung.
All das aber stoert die deutsche Wirtschaft wenig, wenn es denn nur um Profite geht. Besonders neu sind diese Ideen nicht, denn wurden doch schon andere Diktatoren von der deutschen Wirtschaft gesponsort. Man schaue nur auf den klassischen Fall eines Herrn Hitler oder die deutsche Waffenindustrie, die im Ersten Weltkrieg gleichzeitig Waffen an England verkaufte. Ganz unter dem Motto: "Hart wir Kruppstahl".
Die morgige Konferenz steht unter der Schirmherrschaft der hessischen Industrie - und Handelskammer, die uebrigens gegenueber der israel. Tageszeitung Haaretz jeglichen Kommentar verweigerte. Offiziell heisst es, dass man ueber Neuinvestitionen aufklaeren will und Start - Ups sollen bessere Chancen erhalten.
Weltweites Embargo hin oder her, Deutschland braucht Arbeitsplaetze und die Unternehmen Profite. Egal wie, Hauptsache der Rubel rollt. Wir sind ja weit weg vom Schuss.
Nebenbei ist man davon ueberzeugt, dass gute Wirtschaftsbeziehungen zum Iran die islamische Terrorismusgefahr fuer Deutschland bremsen. Sollen doch England, Spanien oder Italien in die Luft fliegen, aber die Muenchener U - Bahn muss weiterrollen.
Vielleicht schiessen ja demnaechst die Iraner ihre Bomben teilweise "Made in Germany" genauso zurueck wie einst die britische Armee.
Alltägliches Leben in Jerusalem - Sarkastische Stories - Witziges und Ernstes -------- Copyright All rights reserved - 2006 - 2012 ---- All Texts are written by Miriam Woelke.
Montag, 17. September 2007
Kviut
B"H
Nur ein Teil der israelischen Arbeitnehmer sind im Besitz der Kviut, eines festen und unbefristeten Arbeitsverhaeltnisses mit allen Rechten wie z.B. Rentenzahlungen, Ueberstundenzuschlag, Feiertagsgeld. Fast die Haelfte aller Israelis arbeitet auf Zeit oder unterbezahlt.
Die begehrte Kviut wird nicht von allen Arbeitgebern angeboten und falls ja, haben Unternehmen eine ganz besondere Idee entwickelt, um die Kviut gesetzlich zu umgehen.
Gewoehnlich stellt ein Arbeitgeber nach spaetestens drei Jahren Betriebszugehoerigkeit einen Arbeitnehmer fest ein. Dies ist bei israel. Regierungsangestellten oder der Hebraeischen Universitaet Jerusalem der Fall, aber auch anderswo. Viele Arbeitgeber jedoch lassen die Mitarbeiter erst einmal schuften und kurz vor dem Datum der Kviut wird ihnen gekuendigt. Vor allem die Hebraeische Universitaet in Jerusalem ist fuer diese Methode bekannt. Aber nicht nur sie, sondern vom Gross - bis hin zum Kleinbetrieb bilden diese Praktiken keine Ausnahme.
Ueberwiegend Neueinwanderer haben es da schwer, weil sie dringend Jobs benoetigen und selbst unterbezahlte Taetigkeiten annehmen, um die sich kein gebuertiger Israeli schert. Dazu kommt, dass Neueinwanderer in der Regel ihre Arbeitsrechte kaum oder gar nicht kennen.
Seit neuestem aendert sich das Gesellschaftsbild etwas. Immer mehr Arbeiter tun sich zusammen und gruenden ihre eigenen Initiativen. Sie wollen mit den Betrieben verhandeln und mehr Rechte erstreiten. Neueinwanderer sind meistens bessere Arbeitsrechte aus ihren Heimatlaendern gewohnt und sobald sie nach Israel kommen, geraten sie in Rage. Die israelische Arbeitnehmerschaft ist zu schwach und desinteressiert, um sich gemeinsam zu organisieren und den Unternehmen Paroli zu bieten.
Diese Aussage kann ich nur bestaetigen, denn bei meinem Teilzeitjob in der Baeckerei geht es genauso zu. Als einzige Angestellte, die nicht in Israel aufwuchs, regte mich das Desinteresse der Kollegen auf. Alle jammern ueber Ueberstunden und zuwenig Lohn, aber keiner tut etwas. Jeder redet den ganzen Tag vom Kuendigen, doch keiner rafft sich zu irgendetwas auf. Kommt der Boss herein, wird geschleimt, ist er wieder draussen, wird gelaestert.
Seit August habe ich meine Arbeitsstunden dort auf ein Minimum reduziert, da ich mich auf ganz andere Dinge konzentriere und in der naechsten Zeit werde ich in der Baeckerei ganz aufhoeren.
Nun ist es bei Betrieben ueblich, vor Pessach und Rosh HaShana die sogenannten "Tluschim - Geschenkgutscheine" zu verteilen und auch so in der Baeckerei. Allerdings sieht unser Boss nicht ein, dass jeder der ueber 30 Angestellten die gleiche Gutscheinsumme bekommt. Er will Leistung sehen oder zumindest sollte jemand mehrere Jahre im Betrieb arbeiten. Und so wurden Gutscheine mit unterschiedlichen Summen verteilt.
Anstatt sich ueberhaupt ueber die niedrigen Summen beim Boss aufzuregen, schaute jeder auf den anderen, wieviel der bekam. Beispiel: Ich bekam die hoechste Summe, obwohl ich dort nur noch wenige Stunden pro Woche arbeite, aber dennoch bin ich schon ueber drei Jahre beschaeftigt. Anderen passte meine Summe nicht, weil sie der Meinung sind, dass nur ihnen allein alles zusteht.
Genau das ist das israelische Arbeitnehmerproblem. Anstatt gemeinsam etwas erreichen zu wollen, wurschtelt jeder allein vor sich hin. Hauptsache er allein bekommt mehr Geld und alles andere ist ihm egal.
Nur ein Teil der israelischen Arbeitnehmer sind im Besitz der Kviut, eines festen und unbefristeten Arbeitsverhaeltnisses mit allen Rechten wie z.B. Rentenzahlungen, Ueberstundenzuschlag, Feiertagsgeld. Fast die Haelfte aller Israelis arbeitet auf Zeit oder unterbezahlt.
Die begehrte Kviut wird nicht von allen Arbeitgebern angeboten und falls ja, haben Unternehmen eine ganz besondere Idee entwickelt, um die Kviut gesetzlich zu umgehen.
Gewoehnlich stellt ein Arbeitgeber nach spaetestens drei Jahren Betriebszugehoerigkeit einen Arbeitnehmer fest ein. Dies ist bei israel. Regierungsangestellten oder der Hebraeischen Universitaet Jerusalem der Fall, aber auch anderswo. Viele Arbeitgeber jedoch lassen die Mitarbeiter erst einmal schuften und kurz vor dem Datum der Kviut wird ihnen gekuendigt. Vor allem die Hebraeische Universitaet in Jerusalem ist fuer diese Methode bekannt. Aber nicht nur sie, sondern vom Gross - bis hin zum Kleinbetrieb bilden diese Praktiken keine Ausnahme.
Ueberwiegend Neueinwanderer haben es da schwer, weil sie dringend Jobs benoetigen und selbst unterbezahlte Taetigkeiten annehmen, um die sich kein gebuertiger Israeli schert. Dazu kommt, dass Neueinwanderer in der Regel ihre Arbeitsrechte kaum oder gar nicht kennen.
Seit neuestem aendert sich das Gesellschaftsbild etwas. Immer mehr Arbeiter tun sich zusammen und gruenden ihre eigenen Initiativen. Sie wollen mit den Betrieben verhandeln und mehr Rechte erstreiten. Neueinwanderer sind meistens bessere Arbeitsrechte aus ihren Heimatlaendern gewohnt und sobald sie nach Israel kommen, geraten sie in Rage. Die israelische Arbeitnehmerschaft ist zu schwach und desinteressiert, um sich gemeinsam zu organisieren und den Unternehmen Paroli zu bieten.
Diese Aussage kann ich nur bestaetigen, denn bei meinem Teilzeitjob in der Baeckerei geht es genauso zu. Als einzige Angestellte, die nicht in Israel aufwuchs, regte mich das Desinteresse der Kollegen auf. Alle jammern ueber Ueberstunden und zuwenig Lohn, aber keiner tut etwas. Jeder redet den ganzen Tag vom Kuendigen, doch keiner rafft sich zu irgendetwas auf. Kommt der Boss herein, wird geschleimt, ist er wieder draussen, wird gelaestert.
Seit August habe ich meine Arbeitsstunden dort auf ein Minimum reduziert, da ich mich auf ganz andere Dinge konzentriere und in der naechsten Zeit werde ich in der Baeckerei ganz aufhoeren.
Nun ist es bei Betrieben ueblich, vor Pessach und Rosh HaShana die sogenannten "Tluschim - Geschenkgutscheine" zu verteilen und auch so in der Baeckerei. Allerdings sieht unser Boss nicht ein, dass jeder der ueber 30 Angestellten die gleiche Gutscheinsumme bekommt. Er will Leistung sehen oder zumindest sollte jemand mehrere Jahre im Betrieb arbeiten. Und so wurden Gutscheine mit unterschiedlichen Summen verteilt.
Anstatt sich ueberhaupt ueber die niedrigen Summen beim Boss aufzuregen, schaute jeder auf den anderen, wieviel der bekam. Beispiel: Ich bekam die hoechste Summe, obwohl ich dort nur noch wenige Stunden pro Woche arbeite, aber dennoch bin ich schon ueber drei Jahre beschaeftigt. Anderen passte meine Summe nicht, weil sie der Meinung sind, dass nur ihnen allein alles zusteht.
Genau das ist das israelische Arbeitnehmerproblem. Anstatt gemeinsam etwas erreichen zu wollen, wurschtelt jeder allein vor sich hin. Hauptsache er allein bekommt mehr Geld und alles andere ist ihm egal.
Sonntag, 16. September 2007
Das Desinteresse an der selbsternannnten Kabbalistin Madonna Esther
B"H
Kurz vor dem juedischen Neujahrsfest Rosh HaShana in der vergangenen Woche war es soweit; Madonna schwebte samt Ehemann und der Schauspielerin Demi Moore im Privatflieger in Israel ein.
Das Kabbalah - Center in Tel Aviv hatte 3000 auslaendische Anhaenger geladen und Madonna war natuerlich die Hauptattraktion. Sie sang vor einigen Hundert Gaesten in einem Hotel. Aussenstehende und Presse waren nicht geladen.
Madonna befindet sich auf Privatbesuch und kaum jemand nahm Notiz von ihr. Madonna ja, Kabbalah - Center nein. Selbst bei unreligioesen Israelis stossen Madonnas Kabbalaheskapaden eher auf ein mitleidiges Laecheln. Als Nonne oder in anderem Outfit - Madonna ist bestenfalls ein Fremdkoerper.
Mag sein, dass das Kabbalah - Center in Tel Aviv auf dem Vormarsch ist, in Jerusalem war das Gegenteil der Fall. Nachdem im Jahre 2002 das Kentucky Fried Chicken in der Jerusalem Fussgaengerzone seine Raeumlichkeiten aufgab, stand der zweistoeckige Komplex monatelang leer. Keiner wollte einziehen, denn es war die Zeit der Bombenattentate in der Ben Yehuda. Eine Zeit, in der selbst ein Wirtschaftsriese wie "Starbucks" keinerlei Filialen in Jerusalem eroeffnen wollte. Und das obwohl der Starbucks - Boss Jude ist. Die Solidaritaet ging im Geldrausch verloren.
Bis zum heutigen Tage vermisse ich Kentucky Fried Chicken, aber anstatt Chicken gab es Madonnas Kabbalah Center pur. Es machte sich in den Raeumlichkeiten breit und unbeholfene junge Angestellte sollten auf der Strasse vor dem Gebaeude fuer Vortraege werben. Jeden Montag Abend gab es Unterricht fuer jedermann und im Vorbeigehen sah ich Leute mit ihren Einkaufstueten im Vortragsraum sitzen. Kabbalah eben mal so zwischen Kaufhaus und der naechsten Buslinie nach Hause.
Angespriesen wurde das kabbalistische Zohar - Buch mit Ashlag - Kommentar. Dass die rabbinische Familie Ashlag jedoch nichts mit dem Kabbalah Center zu tun haben will, blieb unerwaehnt. Rabbi Berg und sein Kabbalah Center, eine Kontroverse ohne Ende.
Wer sich ernsthaft mit der Kabbalah beschaeftigt, der weiss, dass Berg dies nicht vermittelt. Eher ein Esotherik - Business fuer Freaks und Oekos. Hintergruendig nachgefragt erhaelt man keine Antwort, sondern eher ein Schulterzucken. Als mich eine junge Dame in der Fussgaengerzone ansprach, hatte sie weder die Namen Abulafia noch Cordovero je gehoert. Mit tieferen Kabbalah - Kenntnisse kann im Berg - Center niemand aufwarten, auch nicht Madonna.
Bekannte gaben zu bedenken, dass es immerhin positiv sei, dass Madonna und viele andere etwas Juedisches lernen. Zumindest sei sie keine Antisemitin. Sicher bin ich mir da nicht, denn gab sie doch in einem amerik. Interview zum Besten, dass ihr Vorbild, der dem Judentum abhandengekommene J., ein grosser Kabbalist war. Fuer Geld wird bei Berg anscheinend alles gelehrt.
Nun ist Madonna hier. Wie lange sie bleibt und wann sie wieder faehrt, keine Ahnung. Es interessiert niemanden.
Kurz vor dem juedischen Neujahrsfest Rosh HaShana in der vergangenen Woche war es soweit; Madonna schwebte samt Ehemann und der Schauspielerin Demi Moore im Privatflieger in Israel ein.
Das Kabbalah - Center in Tel Aviv hatte 3000 auslaendische Anhaenger geladen und Madonna war natuerlich die Hauptattraktion. Sie sang vor einigen Hundert Gaesten in einem Hotel. Aussenstehende und Presse waren nicht geladen.
Madonna befindet sich auf Privatbesuch und kaum jemand nahm Notiz von ihr. Madonna ja, Kabbalah - Center nein. Selbst bei unreligioesen Israelis stossen Madonnas Kabbalaheskapaden eher auf ein mitleidiges Laecheln. Als Nonne oder in anderem Outfit - Madonna ist bestenfalls ein Fremdkoerper.
Mag sein, dass das Kabbalah - Center in Tel Aviv auf dem Vormarsch ist, in Jerusalem war das Gegenteil der Fall. Nachdem im Jahre 2002 das Kentucky Fried Chicken in der Jerusalem Fussgaengerzone seine Raeumlichkeiten aufgab, stand der zweistoeckige Komplex monatelang leer. Keiner wollte einziehen, denn es war die Zeit der Bombenattentate in der Ben Yehuda. Eine Zeit, in der selbst ein Wirtschaftsriese wie "Starbucks" keinerlei Filialen in Jerusalem eroeffnen wollte. Und das obwohl der Starbucks - Boss Jude ist. Die Solidaritaet ging im Geldrausch verloren.
Bis zum heutigen Tage vermisse ich Kentucky Fried Chicken, aber anstatt Chicken gab es Madonnas Kabbalah Center pur. Es machte sich in den Raeumlichkeiten breit und unbeholfene junge Angestellte sollten auf der Strasse vor dem Gebaeude fuer Vortraege werben. Jeden Montag Abend gab es Unterricht fuer jedermann und im Vorbeigehen sah ich Leute mit ihren Einkaufstueten im Vortragsraum sitzen. Kabbalah eben mal so zwischen Kaufhaus und der naechsten Buslinie nach Hause.
Angespriesen wurde das kabbalistische Zohar - Buch mit Ashlag - Kommentar. Dass die rabbinische Familie Ashlag jedoch nichts mit dem Kabbalah Center zu tun haben will, blieb unerwaehnt. Rabbi Berg und sein Kabbalah Center, eine Kontroverse ohne Ende.
Wer sich ernsthaft mit der Kabbalah beschaeftigt, der weiss, dass Berg dies nicht vermittelt. Eher ein Esotherik - Business fuer Freaks und Oekos. Hintergruendig nachgefragt erhaelt man keine Antwort, sondern eher ein Schulterzucken. Als mich eine junge Dame in der Fussgaengerzone ansprach, hatte sie weder die Namen Abulafia noch Cordovero je gehoert. Mit tieferen Kabbalah - Kenntnisse kann im Berg - Center niemand aufwarten, auch nicht Madonna.
Bekannte gaben zu bedenken, dass es immerhin positiv sei, dass Madonna und viele andere etwas Juedisches lernen. Zumindest sei sie keine Antisemitin. Sicher bin ich mir da nicht, denn gab sie doch in einem amerik. Interview zum Besten, dass ihr Vorbild, der dem Judentum abhandengekommene J., ein grosser Kabbalist war. Fuer Geld wird bei Berg anscheinend alles gelehrt.
Nun ist Madonna hier. Wie lange sie bleibt und wann sie wieder faehrt, keine Ahnung. Es interessiert niemanden.
Sind wir alle potentielle Neonazis ?
B"H
Haben wir einen Hang zum Neonazitum ?
Ausgerechnet so lautet heute eine Frage in der israel. Tageszeitung Haaretz. Sind wir alle potentielle Neonazis oder schieben wir unbesorgt alles auf die nichtjuedischen russischen Neueinwanderer ?
Vor ca. zehn Jahren begann Israel damit, auslaendische Arbeitskraefte zu importieren. Die Palaestinenser waren zur internen Gefahr geworden, denn jeder von ihnen war ein potentieller Selbstmordattentaeter. Israelische Unternehmen und Haushalte weigerten sich standhaft, Palaestinenser einzustellen.
Da kam die Regierung auf den Einfall, die Chinesen, Thailaender oder Philippinos zu holen. Flugs bluehte das Geschaeft der Schlepper und Menschenhaendler. Was zahlen arme Chinesen nicht alles, wenn ihnen ein Visum in die westliche Welt winkt ? Tausende von Dollar.
Auch israelische Unternehmer und Politiker mischten kraeftig mit. Der Menschenhandel boomte. Thailaender auf den Feldern der Moshavim, Philippinos in Privathaushalten bei der Kranken - u. Altenpflege und Chinesen auf dem Bau. Die Rumaenen haette ich fast vergessen zu erwaehnen. Rumaenen auf dem Bau oder torkelnd in den Kneipen. Ganz nach Belieben.
Die Palaestinenser sahen die Gastarbeiter mit Misstrauen, wurden sie doch ploetzlich ersetzbar. Ein Gastarbeiter ist billiger als ein israel. Palaestinenser und Gastarbeiter beschweren sich nicht, wenn einmal der Lohn drei Monate nicht gezahlt werden sollte. Zwoelf Stunden Arbeit am Tag, ein Leben in Barracken und kaum Geld. Die Philippinos haben es noch am besten in ihren Privathaushalten.
Den Israelis wurde es zuviel und feindliche Bemerkungen begannen. In einem Bus in Tel Aviv hoerte ich, wie eine Nigeriannerin beschimpft wurde. Nein, so wie Deutschland mit den Tuerken wolle man in Israel nicht enden. Wo kommen wir denn da hin ?
Und so bildeten sich kleine Gastarbeiterghettos. Am schlimmsten war es in Tel Aviv. Die Prostitution rund um den Zentralen Busbahnhof bluehte und alle Nationalitaeten boten sich an: Russen, Polen, Afrikanerinnen…
Immer da, wo sich derlei Ghettos bildeten, gerieten israelische Anwohner in Rage.
Irgendwann war es allen zuviel und die Auslaenderpolizei wurde gegruendet. Unentwegt Razzien und kaum ein Auslaender traute sich mehr auf die Strasse. Die Mehrheit war eh illegal im Land und wer erwischt wurde, dem drohte gnadenlose Abschiebung. Israelische Nachbarn riefen schon einmal gerne bei der Polizei an, um Gastarbeiter zu denunzieren. Mitleid gab es keines, nur ein kurzes Bedauern, dass ploetzlich der tollen Putzfrau die Abschiebung drohte.
Man kann solche ein Verhalten vielleicht rassistisch nennen, doch zum Neonazitum gehoert mehr dazu. Niemand misshandelte koerperlich seine Gastarbeiter, kloppte auf ihnen herum oder trat sie mit Fuessen. Und mit Hitler - Gruss wartete auch keiner auf.
Leider wird in unserer eigenen Gesellschaft das Wort NAZI viel zu leicht verwendet. Wer nicht so denkt wie ich, wird zum Nazi abgestempelt. Sei es nun die Polizei bei der Raeumung einer Siedlung, die Armee oder Politiker. Neulich liess jemand sogar errechnen, wieviel Rente Anne Frank, waere sie noch am Leben, von der israel. Regierung bekommen taete. Fazit: Sie wuerde auch am Hungertuch nagen.
Jeder beschimpft jeden als Nazi und weiss oft nicht, was hinter diesem Begriff steckt. Egal, Hauptsache schimpfen.
Uebrigens war ich auch schon einmal Nazi. Fundamentalistische Christen nannten mich so.
Haben wir einen Hang zum Neonazitum ?
Ausgerechnet so lautet heute eine Frage in der israel. Tageszeitung Haaretz. Sind wir alle potentielle Neonazis oder schieben wir unbesorgt alles auf die nichtjuedischen russischen Neueinwanderer ?
Vor ca. zehn Jahren begann Israel damit, auslaendische Arbeitskraefte zu importieren. Die Palaestinenser waren zur internen Gefahr geworden, denn jeder von ihnen war ein potentieller Selbstmordattentaeter. Israelische Unternehmen und Haushalte weigerten sich standhaft, Palaestinenser einzustellen.
Da kam die Regierung auf den Einfall, die Chinesen, Thailaender oder Philippinos zu holen. Flugs bluehte das Geschaeft der Schlepper und Menschenhaendler. Was zahlen arme Chinesen nicht alles, wenn ihnen ein Visum in die westliche Welt winkt ? Tausende von Dollar.
Auch israelische Unternehmer und Politiker mischten kraeftig mit. Der Menschenhandel boomte. Thailaender auf den Feldern der Moshavim, Philippinos in Privathaushalten bei der Kranken - u. Altenpflege und Chinesen auf dem Bau. Die Rumaenen haette ich fast vergessen zu erwaehnen. Rumaenen auf dem Bau oder torkelnd in den Kneipen. Ganz nach Belieben.
Die Palaestinenser sahen die Gastarbeiter mit Misstrauen, wurden sie doch ploetzlich ersetzbar. Ein Gastarbeiter ist billiger als ein israel. Palaestinenser und Gastarbeiter beschweren sich nicht, wenn einmal der Lohn drei Monate nicht gezahlt werden sollte. Zwoelf Stunden Arbeit am Tag, ein Leben in Barracken und kaum Geld. Die Philippinos haben es noch am besten in ihren Privathaushalten.
Den Israelis wurde es zuviel und feindliche Bemerkungen begannen. In einem Bus in Tel Aviv hoerte ich, wie eine Nigeriannerin beschimpft wurde. Nein, so wie Deutschland mit den Tuerken wolle man in Israel nicht enden. Wo kommen wir denn da hin ?
Und so bildeten sich kleine Gastarbeiterghettos. Am schlimmsten war es in Tel Aviv. Die Prostitution rund um den Zentralen Busbahnhof bluehte und alle Nationalitaeten boten sich an: Russen, Polen, Afrikanerinnen…
Immer da, wo sich derlei Ghettos bildeten, gerieten israelische Anwohner in Rage.
Irgendwann war es allen zuviel und die Auslaenderpolizei wurde gegruendet. Unentwegt Razzien und kaum ein Auslaender traute sich mehr auf die Strasse. Die Mehrheit war eh illegal im Land und wer erwischt wurde, dem drohte gnadenlose Abschiebung. Israelische Nachbarn riefen schon einmal gerne bei der Polizei an, um Gastarbeiter zu denunzieren. Mitleid gab es keines, nur ein kurzes Bedauern, dass ploetzlich der tollen Putzfrau die Abschiebung drohte.
Man kann solche ein Verhalten vielleicht rassistisch nennen, doch zum Neonazitum gehoert mehr dazu. Niemand misshandelte koerperlich seine Gastarbeiter, kloppte auf ihnen herum oder trat sie mit Fuessen. Und mit Hitler - Gruss wartete auch keiner auf.
Leider wird in unserer eigenen Gesellschaft das Wort NAZI viel zu leicht verwendet. Wer nicht so denkt wie ich, wird zum Nazi abgestempelt. Sei es nun die Polizei bei der Raeumung einer Siedlung, die Armee oder Politiker. Neulich liess jemand sogar errechnen, wieviel Rente Anne Frank, waere sie noch am Leben, von der israel. Regierung bekommen taete. Fazit: Sie wuerde auch am Hungertuch nagen.
Jeder beschimpft jeden als Nazi und weiss oft nicht, was hinter diesem Begriff steckt. Egal, Hauptsache schimpfen.
Uebrigens war ich auch schon einmal Nazi. Fundamentalistische Christen nannten mich so.
Samstag, 15. September 2007
Back to normal
B"H
Das jued. Neujahrsfest ist vorueber und nach all den Tagen der Pause, des Synagogeng - ttesdienstes und der Fressalien muss ich erst einmal wieder zu mir selbst finden.
Ab morgen wird es an dieser Stelle wieder die gewohnten Artikel geben.
Allerdings muss ich alle vorwarnen, denn in den folgenden Tagen stehen noch mehr Feiertage an. Zur Freude der Israelis, die jetzt ihren grossen Urlaub nehmen, aber andererseits auch zum Schrecken der Zeitarbeiter, welche die Arbeitsauszeit nicht gezahlt bekommen. Doch nicht nur die Zeitarbeiter erleiden Verdienstausfaelle, sondern all jene Arbeitnehmer, die nach Stunden bezahlt werden.
Dennoch, eine kleine Auszeit ist immer positiv.
Shavua Tov - Eine gute Woche an alle.
Das jued. Neujahrsfest ist vorueber und nach all den Tagen der Pause, des Synagogeng - ttesdienstes und der Fressalien muss ich erst einmal wieder zu mir selbst finden.
Ab morgen wird es an dieser Stelle wieder die gewohnten Artikel geben.
Allerdings muss ich alle vorwarnen, denn in den folgenden Tagen stehen noch mehr Feiertage an. Zur Freude der Israelis, die jetzt ihren grossen Urlaub nehmen, aber andererseits auch zum Schrecken der Zeitarbeiter, welche die Arbeitsauszeit nicht gezahlt bekommen. Doch nicht nur die Zeitarbeiter erleiden Verdienstausfaelle, sondern all jene Arbeitnehmer, die nach Stunden bezahlt werden.
Dennoch, eine kleine Auszeit ist immer positiv.
Shavua Tov - Eine gute Woche an alle.
Mittwoch, 12. September 2007
חג שמח ושנה טובה
B"H
Da heute Abend das juedische Neujahrsfest beginnt, werde ich bis Sonntag keine Artikel schreiben und nicht online sein.
Allen Lesern wuensche ich
ein gutes, gesundes und friedvolles Neues Jahr 5768 und das alle in das Buch des Lebens eingeschrieben werden.
חג שמח, שנה טובה וחתימה טובה לכולכם
Have a happy, healthy and peaceful New Year 5768, and may you be inscribed in the Book of Life.
Da heute Abend das juedische Neujahrsfest beginnt, werde ich bis Sonntag keine Artikel schreiben und nicht online sein.
Allen Lesern wuensche ich
ein gutes, gesundes und friedvolles Neues Jahr 5768 und das alle in das Buch des Lebens eingeschrieben werden.
חג שמח, שנה טובה וחתימה טובה לכולכם
Have a happy, healthy and peaceful New Year 5768, and may you be inscribed in the Book of Life.
Die Uhren werden umgestellt
B"H
In der Nacht von Samstag (Mozzaei Shabbat) auf Sonntag beginnt in ISRAEL die Winterzeit und die Uhren werden um eine Stunde zurueckgestellt .
In der Nacht von Samstag (Mozzaei Shabbat) auf Sonntag beginnt in ISRAEL die Winterzeit und die Uhren werden um eine Stunde zurueckgestellt .
Statistiken
B"H
Zum ausklingenden Jahr gibt es eine aktuelle Statistik:
Israel
Insgesamt gibt es 7,200,000 Israelis.
76 % davon sind Juden, 20 % sind Moslems und 4 % fallen unter die Kategorie Sonstiges.
Diaspora
Weltweit gibt es insgesamt 13,2 Mio Juden.
Davon leben 5,4 Mio in Israel
5,3 Mio in den USA
500,000 in Frankreich und ein einziger Jude lebt noch in Afghanistan.
Zum ausklingenden Jahr gibt es eine aktuelle Statistik:
Israel
Insgesamt gibt es 7,200,000 Israelis.
76 % davon sind Juden, 20 % sind Moslems und 4 % fallen unter die Kategorie Sonstiges.
Diaspora
Weltweit gibt es insgesamt 13,2 Mio Juden.
Davon leben 5,4 Mio in Israel
5,3 Mio in den USA
500,000 in Frankreich und ein einziger Jude lebt noch in Afghanistan.
Dienstag, 11. September 2007
Israel ist das Land von fu..... Juden
B"H
Israel ist das Land von fu..... Jews so die aktuellen Sprueche der russischen Neonazis, welche diese Woche im Grossraum Tel Aviv verhaftet worden sind.
Ich habe das fu..... abgekuerzt, aber es kann sich sicher jeder denken, fuer was das engl. Wort steht.
Heute nun wurden die acht verhafteten Neonazis dem Haftrichter vorgefuehrt und es wurde Anklage erhoben. u.a. wurden bei ihnen Waffen und Sprengstoff gefunden.
Die Angeklagten bestreiten alle Vorwuerfe mit der Ausrede, dass die Polizei es nur einzig und allein aus dem Grund auf sie abgesehen hat, weil sie Russen seien. Alles sei reiner Rassismus seitens der Polizei und sie selber (die Neonazis) haetten nichts gegen den israelischen Staat.
Hier sehr Ihr die russischen "Neonazi - Helden" auf der Anklagebank sitzen.


Photos von http://news.walla.co.il/
Unterdessen wurde gestern schon wieder eine Synagoge mit Naziparolen geschaendet. Diesmal ist die Badestadt Eilat ganz im Sueden betroffen und geschockt.
Israel ist das Land von fu..... Jews so die aktuellen Sprueche der russischen Neonazis, welche diese Woche im Grossraum Tel Aviv verhaftet worden sind.
Ich habe das fu..... abgekuerzt, aber es kann sich sicher jeder denken, fuer was das engl. Wort steht.
Heute nun wurden die acht verhafteten Neonazis dem Haftrichter vorgefuehrt und es wurde Anklage erhoben. u.a. wurden bei ihnen Waffen und Sprengstoff gefunden.
Die Angeklagten bestreiten alle Vorwuerfe mit der Ausrede, dass die Polizei es nur einzig und allein aus dem Grund auf sie abgesehen hat, weil sie Russen seien. Alles sei reiner Rassismus seitens der Polizei und sie selber (die Neonazis) haetten nichts gegen den israelischen Staat.
Hier sehr Ihr die russischen "Neonazi - Helden" auf der Anklagebank sitzen.


Photos von http://news.walla.co.il/
Unterdessen wurde gestern schon wieder eine Synagoge mit Naziparolen geschaendet. Diesmal ist die Badestadt Eilat ganz im Sueden betroffen und geschockt.
CNN weiss alles
B"H
In Israel wird seit einer Woche geraetselt und wir brauchen doch tatsaechlich erst CNN, um uns aufzuklaeren.
Laut neuesten CNN - Berichten griff Israel in der Nacht vom vergangenen Mittwoch auf Donnerstag ein syrisches Waffendepot an und bombardierte es. Im dem Waffendepot befanden sich angeblich iranische Waffen, die an die libanesische Hizbollah weitergeliefert werden sollten.
Israel bombardierte das Depot mit dem Einverstaendnis der USA und die USA zeigen sich nun hoechst zufrieden ueber die erfolgreiche Aktion.
Der Iran, Russland und Nordkorea stehen dagegen auf der Seite Syriens und verurteilten den Angriff.
Hier ein Video des Nachrichtensenders Arutz 10. Das Video ist nur in hebraeischer Sprache und wiederholt das, was ich schon geschrieben habe.
Auch wenn Ihr die Sprache nicht versteht, so koennt Ihr in der Mitte des Videos eine Computeranimation ueber den Ablauf der Militaeraktion mitverfolgen. Aber lasst Euch nicht zu sehr von der schoenen Frau im zuvorigen Werbespot ablenken.:-)
http://news.nana10.co.il/Article/?ArticleID=512883&sid=126
In Israel wird seit einer Woche geraetselt und wir brauchen doch tatsaechlich erst CNN, um uns aufzuklaeren.
Laut neuesten CNN - Berichten griff Israel in der Nacht vom vergangenen Mittwoch auf Donnerstag ein syrisches Waffendepot an und bombardierte es. Im dem Waffendepot befanden sich angeblich iranische Waffen, die an die libanesische Hizbollah weitergeliefert werden sollten.
Israel bombardierte das Depot mit dem Einverstaendnis der USA und die USA zeigen sich nun hoechst zufrieden ueber die erfolgreiche Aktion.
Der Iran, Russland und Nordkorea stehen dagegen auf der Seite Syriens und verurteilten den Angriff.
Hier ein Video des Nachrichtensenders Arutz 10. Das Video ist nur in hebraeischer Sprache und wiederholt das, was ich schon geschrieben habe.
Auch wenn Ihr die Sprache nicht versteht, so koennt Ihr in der Mitte des Videos eine Computeranimation ueber den Ablauf der Militaeraktion mitverfolgen. Aber lasst Euch nicht zu sehr von der schoenen Frau im zuvorigen Werbespot ablenken.:-)
http://news.nana10.co.il/Article/?ArticleID=512883&sid=126
Israelis im Feiertagsrausch
B"H
Morgen Abend beginnt das juedische Neujahrsfest Rosh HaShana und bis Samstag Abend (Mozzaei Shabbat) wird alles geschlossen sein und es fahren keine Busse. Jedenfalls nicht in Jerusalem.
Schon seit Tagen befinden sich Israelis im Kaufrausch und man traut sich kaum noch, irgendwo einkaufen zu gehen. Ploetzlich interessiert keinen mehr die Politik oder die Aufregung ueber Neonazis etc. Das muss alles hinten anstehen, denn waehrend der Feiertage geht es privat zu und da will sich niemand hineinreden lassen. Wenn uns schon der Alltag richtig nervt, dann wollen wir wenigstens daheim ungestoert sein duerfen.
Tuere zu und nach mir die Sintflut.
Nicht, dass dies der eigentliche Sinn von Rosh HaShana ist. Eher im Gegenteil, man geht in die Synagoge, bitte G - tt um Vergebung fuer seine negativen Taten und bittet Ihn um ein weiteres gutes Neues Jahr.
Soweit so gut, aber dennoch geht das Privatleben vor. Es geht soviel vor, dass sich die israel. Tageszeitung Maariv damit beschaeftigt, was wohl der Grund sein koennte, warum die Israelis vor diesem Rosh HaShana viel weniger fuer Beduerftige spenden als in den Jahren zuvor. Sind wir geizig geworden oder ist uns einfach nur alles egal ? Soll jeder halt zusehen wie er zurecht kommt ?
Eines wird manchmal uebersehen. Viele Leute koennen einfach nicht spenden oder spenden weniger. Obwohl staendig verkuendet wird, dass die Wirtschaft blueht, so blueht sie nur fuer einen Teil der Bevoelkerung und fuer den anderen weniger.
Koennen wir ueberhaupt noch, lautet die Frage ? Und wieso wir und nicht die Regierung ? Und gleichzeitig lesen wir von Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben und an Rosh HaShana auf soziale Hilfeleistungen angewiesen sind. Wir erfahren von alleinerziehenden Muettern, die kaum die Miete geschweige denn einen Festtagsbraten zahlen koennen.
Ich weiss nicht mehr, bei welcher Gelegenheit es war, aber ich hoerte jemanden sagen, dass er von 10 Shekel (2 Euro) am Tag leben koennte und die armen Familien sollten das gefaelligst genauso tun und nicht nur jammern.
So ein Quatsch, gab ich zurueck, denn eine Familie arbeitet nicht illegal in diesem Land und lebt in einem Hostel, wie derjenige der die Behauptung aufgestellt hatte.
Eine Familie hat Ausgaben wie Miete, Strom, Wasser, Nahrungsmittel und Schuldgeld fuer die Kinder. Aber sind immer nur der Staat und die Spender fuer alles verantwortlich ? Manchmal frage ich mich, warum diese Leute nicht versuchen, ihre Situation zu aendern. Natuerlich gibt es eine hohe Arbeitslosigkeit, aber zumindest sollte jeder individuell versuchen, etwas gegen seine Misere zu unternehmen. Einfach so dasitzen und jammern ist auf Dauer keine Loesung.
Leider hoert man nur sehr selten von Faellen, in denen Familien es schafften, aus ihrer misslichen Lage herauszukommen.
Morgen Abend beginnt das juedische Neujahrsfest Rosh HaShana und bis Samstag Abend (Mozzaei Shabbat) wird alles geschlossen sein und es fahren keine Busse. Jedenfalls nicht in Jerusalem.
Schon seit Tagen befinden sich Israelis im Kaufrausch und man traut sich kaum noch, irgendwo einkaufen zu gehen. Ploetzlich interessiert keinen mehr die Politik oder die Aufregung ueber Neonazis etc. Das muss alles hinten anstehen, denn waehrend der Feiertage geht es privat zu und da will sich niemand hineinreden lassen. Wenn uns schon der Alltag richtig nervt, dann wollen wir wenigstens daheim ungestoert sein duerfen.
Tuere zu und nach mir die Sintflut.
Nicht, dass dies der eigentliche Sinn von Rosh HaShana ist. Eher im Gegenteil, man geht in die Synagoge, bitte G - tt um Vergebung fuer seine negativen Taten und bittet Ihn um ein weiteres gutes Neues Jahr.
Soweit so gut, aber dennoch geht das Privatleben vor. Es geht soviel vor, dass sich die israel. Tageszeitung Maariv damit beschaeftigt, was wohl der Grund sein koennte, warum die Israelis vor diesem Rosh HaShana viel weniger fuer Beduerftige spenden als in den Jahren zuvor. Sind wir geizig geworden oder ist uns einfach nur alles egal ? Soll jeder halt zusehen wie er zurecht kommt ?
Eines wird manchmal uebersehen. Viele Leute koennen einfach nicht spenden oder spenden weniger. Obwohl staendig verkuendet wird, dass die Wirtschaft blueht, so blueht sie nur fuer einen Teil der Bevoelkerung und fuer den anderen weniger.
Koennen wir ueberhaupt noch, lautet die Frage ? Und wieso wir und nicht die Regierung ? Und gleichzeitig lesen wir von Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben und an Rosh HaShana auf soziale Hilfeleistungen angewiesen sind. Wir erfahren von alleinerziehenden Muettern, die kaum die Miete geschweige denn einen Festtagsbraten zahlen koennen.
Ich weiss nicht mehr, bei welcher Gelegenheit es war, aber ich hoerte jemanden sagen, dass er von 10 Shekel (2 Euro) am Tag leben koennte und die armen Familien sollten das gefaelligst genauso tun und nicht nur jammern.
So ein Quatsch, gab ich zurueck, denn eine Familie arbeitet nicht illegal in diesem Land und lebt in einem Hostel, wie derjenige der die Behauptung aufgestellt hatte.
Eine Familie hat Ausgaben wie Miete, Strom, Wasser, Nahrungsmittel und Schuldgeld fuer die Kinder. Aber sind immer nur der Staat und die Spender fuer alles verantwortlich ? Manchmal frage ich mich, warum diese Leute nicht versuchen, ihre Situation zu aendern. Natuerlich gibt es eine hohe Arbeitslosigkeit, aber zumindest sollte jeder individuell versuchen, etwas gegen seine Misere zu unternehmen. Einfach so dasitzen und jammern ist auf Dauer keine Loesung.
Leider hoert man nur sehr selten von Faellen, in denen Familien es schafften, aus ihrer misslichen Lage herauszukommen.
Montag, 10. September 2007
Das Land im Schock
B"H
Die israelischen Neonazis verdraengen selbst die syrischen Kriegsdrohungen von den Titelseiten. Da werden uns heute die Namen der acht verhafteten Neonazis genannt. Acht Namen, mit denen ein Israeli nichts anfangen kann, denn sie lauten Vladimir, Kyril oder Dima.
Russische nichtjuedische Neueinwanderer sind einmal wieder zum Politikum geworden. Einer der Neonazis ist der Enkel einer juedischen Holocaust - Ueberlebenden, deren Familie allerdings spaeter nichtjuedisch geworden ist. Eine Hochzeit zwischen einem juedischen Mann und einer nichtjuedischen Frau bringt nach dem jued. Gesetz (Halacha) nichtjuedische Kinder hervor.
Und so rufen heute viele Politiker, darunter Effi Eitam von der Nationalreligioesen Partei, nach einer Abschaffung eines bestimmten Paragraphen im "Rueckkehrergesetz".
Laut dieses Gesetzes koennen Juden aus aller Welt nach Israel einwandern und Staatsbuerger werden. Geborene und konvertierte Juden. (Bei Konvertiten gibt es diverse Ausnahmen, aber diese sind hier nicht von Belang !)
Vielmehr geht es in dem Rueckkehrergesetz auch darum, dass ein Jude seine Enkel, selbst wenn diese keine halachischen Juden sind, nach Israel mitbringen darf. Dieser Paragraph soll nun eventuell abgeschafft werden, denn er verursachte, dass Tausende russische Kinder aus Ehen zwischen Juden und Nichtjuden zu nichtjuedischen Israelis wurden.
Die Bevoelkerung fragt sich schon lange, was solche Leute ueberhaupt in Israel verloren haben. Sie sind keine Juden und werden vielerlei verspottet, wodurch ihnen jegliche Identitaet abhanden geht. Sie gehoeren nicht dazu und das laesst man sie spueren. Aber muss man deshalb zum Neonazi werden ?
Die Acht sitzen in Haft und riefen einen Aufschrei der Empoerung hervor. Nicht nur in Israel, sondern auch international. Und genau dieser Aufschrei veranlasst die Knesset zum Handeln. Abschieben will man sie und alle anderen, die genauso denken. Es wird vermutet, dass es eine regelrechte organisierte russische Neonazi Szene in Israel gibt.
Heute berichtet jene Holocaust - Ueberlebende Grossmutter ueber ihren Enkel. Sie habe die Nazis ueberlebt und der Enkel streckt den Arm zum Hitlergruss. Eine Schande fuer sie, aber er sei sicherlich nur von anderen verleitet worden.
Aber auch bei ihm handelt es sich um einen halachischen Nichtjuden und den Normalbuerger verwundert das nicht.
Aber nicht alle Russen sind gleich Neonazis und russische Organisation handeln. Vor Monaten schon wurde die Website http://pogrom.org.il/ erstellt und die Russen haben begonnen, ihre Nazi - Landsleuten zu bekaempfen. Aber all das wird nicht verhindern, dass russische Jugendliche in der Oeffentlichkeit als Nazis verschrien werden. Dazu sitzt der Schock ueber die Bilder, welche ueber die TV - Kanaele flossen, zu tief.
Die israelischen Neonazis verdraengen selbst die syrischen Kriegsdrohungen von den Titelseiten. Da werden uns heute die Namen der acht verhafteten Neonazis genannt. Acht Namen, mit denen ein Israeli nichts anfangen kann, denn sie lauten Vladimir, Kyril oder Dima.
Russische nichtjuedische Neueinwanderer sind einmal wieder zum Politikum geworden. Einer der Neonazis ist der Enkel einer juedischen Holocaust - Ueberlebenden, deren Familie allerdings spaeter nichtjuedisch geworden ist. Eine Hochzeit zwischen einem juedischen Mann und einer nichtjuedischen Frau bringt nach dem jued. Gesetz (Halacha) nichtjuedische Kinder hervor.
Und so rufen heute viele Politiker, darunter Effi Eitam von der Nationalreligioesen Partei, nach einer Abschaffung eines bestimmten Paragraphen im "Rueckkehrergesetz".
Laut dieses Gesetzes koennen Juden aus aller Welt nach Israel einwandern und Staatsbuerger werden. Geborene und konvertierte Juden. (Bei Konvertiten gibt es diverse Ausnahmen, aber diese sind hier nicht von Belang !)
Vielmehr geht es in dem Rueckkehrergesetz auch darum, dass ein Jude seine Enkel, selbst wenn diese keine halachischen Juden sind, nach Israel mitbringen darf. Dieser Paragraph soll nun eventuell abgeschafft werden, denn er verursachte, dass Tausende russische Kinder aus Ehen zwischen Juden und Nichtjuden zu nichtjuedischen Israelis wurden.
Die Bevoelkerung fragt sich schon lange, was solche Leute ueberhaupt in Israel verloren haben. Sie sind keine Juden und werden vielerlei verspottet, wodurch ihnen jegliche Identitaet abhanden geht. Sie gehoeren nicht dazu und das laesst man sie spueren. Aber muss man deshalb zum Neonazi werden ?
Die Acht sitzen in Haft und riefen einen Aufschrei der Empoerung hervor. Nicht nur in Israel, sondern auch international. Und genau dieser Aufschrei veranlasst die Knesset zum Handeln. Abschieben will man sie und alle anderen, die genauso denken. Es wird vermutet, dass es eine regelrechte organisierte russische Neonazi Szene in Israel gibt.
Heute berichtet jene Holocaust - Ueberlebende Grossmutter ueber ihren Enkel. Sie habe die Nazis ueberlebt und der Enkel streckt den Arm zum Hitlergruss. Eine Schande fuer sie, aber er sei sicherlich nur von anderen verleitet worden.
Aber auch bei ihm handelt es sich um einen halachischen Nichtjuden und den Normalbuerger verwundert das nicht.
Aber nicht alle Russen sind gleich Neonazis und russische Organisation handeln. Vor Monaten schon wurde die Website http://pogrom.org.il/ erstellt und die Russen haben begonnen, ihre Nazi - Landsleuten zu bekaempfen. Aber all das wird nicht verhindern, dass russische Jugendliche in der Oeffentlichkeit als Nazis verschrien werden. Dazu sitzt der Schock ueber die Bilder, welche ueber die TV - Kanaele flossen, zu tief.
Das Fragezeichen hinter Frieden oder Krieg
B"H
Nach den Tagen des Schweigens entschloss sich Premier Olmert gestern zu einer Pressekonferenz. Ja, es haette einen Zwischenfall im syrischen Luftraum gegeben, aber nicht immer muesse man der Bevoelkerung alles gleich mitteilen. Damit meinte er uns Israelis.
Excuse me ? Durch sein verantwortungsloses Verhalten geraten wir einmal wieder mehr in akute Kriegsgefahr und wir sollen es nicht wissen ? Das Volk hat gefaelligst die Klappe zu halten wenn ich entscheide, so das Ego des Ehud Olmert. Kein Wunder, dass es dann auch den anwesenden Journalisten verboten war, Fragen zu stellen. Und so beschraenkte sich die ganze Pressekonferenz auf einen Olmert - Monolog.
Keiner weiss, was genau passieren wird und ob ueberhaupt. Werden die Syrer angreifen und sich raechen oder nicht ? Und das alles vor dem anstehenden Rosh HaShana - Fest am Mittwoch Abend. Stimmen werden laut, die nach der Verteilung von Gasmasken rufen, doch Verteidigungsminister Ehud Barak weigert sich. Soetwas loese jetzt nur unnoetige Panik bei der Zivilbevoelkerung aus.
Syrien dagegen schaeumt vor Wut. Uebrigens auch ueber die arabische Bruderwelt, denn anscheinend kuemmere die zionistische Feindesattacke andere arabische Laender nicht. Einzig und allein der Iran steht ganz auf der Seite Syriens. Hat jemand etwas anderes erwartet ?
Was wird also werden ? Keiner hat eine Ahnung und Olmert schon gar nicht. Die Israelis sind zu beschaeftigt mit den Einkaeufen zum Neujahrsfest als das man sich jetzt auch noch stundenlang in die Warteschlange einer Ausgabestelle fuer Gasmasken begeben koennte. Ausserdem wurde die Gasmaskenproduktion schon vor langer Zeit eingestellt und es sind eh nicht genuegend vorhanden.
Weiss jemand einen Rat, wie man sich gegen eventuelle syrische Scud - Raketen schuetzen kann ?
Nach den Tagen des Schweigens entschloss sich Premier Olmert gestern zu einer Pressekonferenz. Ja, es haette einen Zwischenfall im syrischen Luftraum gegeben, aber nicht immer muesse man der Bevoelkerung alles gleich mitteilen. Damit meinte er uns Israelis.
Excuse me ? Durch sein verantwortungsloses Verhalten geraten wir einmal wieder mehr in akute Kriegsgefahr und wir sollen es nicht wissen ? Das Volk hat gefaelligst die Klappe zu halten wenn ich entscheide, so das Ego des Ehud Olmert. Kein Wunder, dass es dann auch den anwesenden Journalisten verboten war, Fragen zu stellen. Und so beschraenkte sich die ganze Pressekonferenz auf einen Olmert - Monolog.
Keiner weiss, was genau passieren wird und ob ueberhaupt. Werden die Syrer angreifen und sich raechen oder nicht ? Und das alles vor dem anstehenden Rosh HaShana - Fest am Mittwoch Abend. Stimmen werden laut, die nach der Verteilung von Gasmasken rufen, doch Verteidigungsminister Ehud Barak weigert sich. Soetwas loese jetzt nur unnoetige Panik bei der Zivilbevoelkerung aus.
Syrien dagegen schaeumt vor Wut. Uebrigens auch ueber die arabische Bruderwelt, denn anscheinend kuemmere die zionistische Feindesattacke andere arabische Laender nicht. Einzig und allein der Iran steht ganz auf der Seite Syriens. Hat jemand etwas anderes erwartet ?
Was wird also werden ? Keiner hat eine Ahnung und Olmert schon gar nicht. Die Israelis sind zu beschaeftigt mit den Einkaeufen zum Neujahrsfest als das man sich jetzt auch noch stundenlang in die Warteschlange einer Ausgabestelle fuer Gasmasken begeben koennte. Ausserdem wurde die Gasmaskenproduktion schon vor langer Zeit eingestellt und es sind eh nicht genuegend vorhanden.
Weiss jemand einen Rat, wie man sich gegen eventuelle syrische Scud - Raketen schuetzen kann ?
Sonntag, 9. September 2007
Die verschwiegenen Hakenkreuze
B"H
Zum ersten Mal wurde im Jahre 2005 eine Neonazi – Gang im Grossraum Tel Aviv dingfest gemacht. Neonazis in Israel sind leider keine Seltenheit mehr.
Seit geraumer Zeit werden in der Stadt Petach Tikwa (nahe Tel Aviv) Synagogen mit Hakenkreuzen beschmiert und Yeshiva – Studenten (Schueler von relig. Institutionen) verpruegelt.
Als sich die haredische (ultra – orthod.) Yeshiva Ohr Israel noch in der Innenstadt Petach Tikwas befand, gab es fast taeglich Zwischenfaelle und zum Schluss trauten sich die relig. Schueler schon gar nicht mehr auf die Strasse. Nun ist die Yeshiva an den Stadtrand umgezogen und es herrscht Ruhe.
Ruhe zumindest fuer die Yeschiva – Studenten, aber nicht fuer die Einwohner der Innenstadt von Petach Tikwa. Russische nichtjuedische Neueinwanderer machen in volltrunkenem Zustand die Gegend unsicher. Die Arme voll mit "White Power" Tattoos, die Wodkaflasche in der einen und die Hakenkreuzfahne in der anderen Hand, ziehen sie groehlend durch die Stadt.
Vergangene Woche schlug sogar das Jerusalemer Holocaust – Museum Yad VaShem Alarm. Israel sei eines der wenigen Laender auf der Welt, welches kein gesetzliches Verbot von Hakenkreuzflaggen kennt. Ausgerechnet Israel, wo doch gerade wir staendig andere Laender auffordern, dem Nazismus entgegenzuwirken.
Die Polizei in Petach Tikwa griff endlich durch und nahm acht russische Jugendliche im Alter von 16 – 21 Jahren fest. Bei Hausdurchsuchungen wurden Dutzende von selbstproduzierten Videos sichergestellt. Videos, welche die Nazigang selbst aufnahm und Photoausschnitte davon in den heutigen Tageszeitungen zu sehen sind. In Israel ist man entsetzt. Da steht die Gang mit erhobenem Arm zum Nazigruss vor der Kamera oder verpruegelt live religioese Yeshivastudenten, juedische Obdachlose sowie auslaendische Gastarbeiter.
Die russischen Neueinwanderer stehen eh schon ganz unten auf der Beliebtheitsskala der Israelis. Russe, das setzt man gleich mit Mafia und Prostitution. Die heutigen Bilder in der Presse lassen die russ. Einwanderer noch mehr absinken und es kommt die Frage auf, wieso sind die ueberhaupt hier, wo die Mehrheit von ihnen sowieso keine halachischen Juden sind ?
Die Knesset ist gefragt, denn die Bevoelkerung fordert sofortige Gesetzesaenderungen. Keine russischen Neonazis mehr und unverzuegliche Abschiebung. Aber die Minister tun sich schwer das Problem zu erfassen und allgemein zuzugeben, dass es existiert. Gerne wird es heruntergespielt und darueber hinweggesehen. Es heisst, dass diese Neonazis halt keine Perspektiven in Israel sehen und nicht erfolgreich integriert wurden. Die Folge ist, dass sie ihren Hass auf die israel. Gesellschaft irgendwo ablassen muessen.
Wie konnte es dazu kommen, dass sich die Religioesen in Petach Tikwa von einer Neonazi Gang terrorisieren lassen ? Wieso tat man sich nicht zusammen und ging auf die ganze Gang los, um ihr so das Handwerk zu legen oder sie zumindest in die Schranken zu weisen ? Die Polizei gab sich hilflos und es dauerte Ewigkeiten, eh letztenendes die Gang aufflog.
Mit dieser Einstellung von Polizei und Ministern werden wir auch demnaechst mit russischen Skinheads konfrontiert und das israel. Bild der russischen Neueinwanderer wird sich weiter verschlechtern. Wenn es ueberhaupt noch zu verschlechtern geht.

(Photo von www.nana.co.il)
Zum ersten Mal wurde im Jahre 2005 eine Neonazi – Gang im Grossraum Tel Aviv dingfest gemacht. Neonazis in Israel sind leider keine Seltenheit mehr.
Seit geraumer Zeit werden in der Stadt Petach Tikwa (nahe Tel Aviv) Synagogen mit Hakenkreuzen beschmiert und Yeshiva – Studenten (Schueler von relig. Institutionen) verpruegelt.
Als sich die haredische (ultra – orthod.) Yeshiva Ohr Israel noch in der Innenstadt Petach Tikwas befand, gab es fast taeglich Zwischenfaelle und zum Schluss trauten sich die relig. Schueler schon gar nicht mehr auf die Strasse. Nun ist die Yeshiva an den Stadtrand umgezogen und es herrscht Ruhe.
Ruhe zumindest fuer die Yeschiva – Studenten, aber nicht fuer die Einwohner der Innenstadt von Petach Tikwa. Russische nichtjuedische Neueinwanderer machen in volltrunkenem Zustand die Gegend unsicher. Die Arme voll mit "White Power" Tattoos, die Wodkaflasche in der einen und die Hakenkreuzfahne in der anderen Hand, ziehen sie groehlend durch die Stadt.
Vergangene Woche schlug sogar das Jerusalemer Holocaust – Museum Yad VaShem Alarm. Israel sei eines der wenigen Laender auf der Welt, welches kein gesetzliches Verbot von Hakenkreuzflaggen kennt. Ausgerechnet Israel, wo doch gerade wir staendig andere Laender auffordern, dem Nazismus entgegenzuwirken.
Die Polizei in Petach Tikwa griff endlich durch und nahm acht russische Jugendliche im Alter von 16 – 21 Jahren fest. Bei Hausdurchsuchungen wurden Dutzende von selbstproduzierten Videos sichergestellt. Videos, welche die Nazigang selbst aufnahm und Photoausschnitte davon in den heutigen Tageszeitungen zu sehen sind. In Israel ist man entsetzt. Da steht die Gang mit erhobenem Arm zum Nazigruss vor der Kamera oder verpruegelt live religioese Yeshivastudenten, juedische Obdachlose sowie auslaendische Gastarbeiter.
Die russischen Neueinwanderer stehen eh schon ganz unten auf der Beliebtheitsskala der Israelis. Russe, das setzt man gleich mit Mafia und Prostitution. Die heutigen Bilder in der Presse lassen die russ. Einwanderer noch mehr absinken und es kommt die Frage auf, wieso sind die ueberhaupt hier, wo die Mehrheit von ihnen sowieso keine halachischen Juden sind ?
Die Knesset ist gefragt, denn die Bevoelkerung fordert sofortige Gesetzesaenderungen. Keine russischen Neonazis mehr und unverzuegliche Abschiebung. Aber die Minister tun sich schwer das Problem zu erfassen und allgemein zuzugeben, dass es existiert. Gerne wird es heruntergespielt und darueber hinweggesehen. Es heisst, dass diese Neonazis halt keine Perspektiven in Israel sehen und nicht erfolgreich integriert wurden. Die Folge ist, dass sie ihren Hass auf die israel. Gesellschaft irgendwo ablassen muessen.
Wie konnte es dazu kommen, dass sich die Religioesen in Petach Tikwa von einer Neonazi Gang terrorisieren lassen ? Wieso tat man sich nicht zusammen und ging auf die ganze Gang los, um ihr so das Handwerk zu legen oder sie zumindest in die Schranken zu weisen ? Die Polizei gab sich hilflos und es dauerte Ewigkeiten, eh letztenendes die Gang aufflog.
Mit dieser Einstellung von Polizei und Ministern werden wir auch demnaechst mit russischen Skinheads konfrontiert und das israel. Bild der russischen Neueinwanderer wird sich weiter verschlechtern. Wenn es ueberhaupt noch zu verschlechtern geht.

(Photo von www.nana.co.il)
Verloren
B"H
Die englische Fussballnationalmannschaft besiegte gestern Abend in einem im Londoner Wembley – Stadion stattfindenen Laenderspiel das israel. Team mit 3:0.
Die englische Fussballnationalmannschaft besiegte gestern Abend in einem im Londoner Wembley – Stadion stattfindenen Laenderspiel das israel. Team mit 3:0.
Abonnieren
Posts (Atom)