Donnerstag, 31. Januar 2008

Zur Lage der "eingeschneiten" Nation

B"H

Ab morgen geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Es hat sich ausgeschneit und in Jerusalem ist der Großteil weggetaut. Mir hat es eh gereicht.

Die anreisten Tel Aviver sind alle wieder daheim, nachdem sie mit extra Bussen angerollt waren, um auch einmal Schnee zu sehen. Der Wetterbericht vermeldet Gutes: ansteigende Temperaturen und keinen Schnee mehr. Auch die Schulen haben ab morgen wieder geöffnet.

Fast alle Jerusalemer machten heute wegen des Schnees blau, was meiner Meinung nach völlig überflüssig war. Ab 8.00 Uhr früh schien die Sonne und der Schnee begann radikal zu tauen. Einige haben sich da kräftig verspekuliert, wenn sie auch noch auf einen freien Freitag hofften.

Jerusalem erstickte fast im Schnee

B"H

Die Sonne scheint und es herrscht strahlend blauer Himmel. Der Wetterdienst kündigte jedoch mehr Schnee an und bis heute Nacht soll es schneien. Aufgrund der Sonne ist Tauwetter eingetreten. Die Hauptverkehrsstraßen sind zwar befahrbar, dagegen schaut es auf den Gehsteigen katastrophal aus. Gummistiefel sind immer noch von Vorteil, wenn man keine klatschnassen Socken haben will wie ich gerade einmal wieder.

Viele Israelis haben sich immer noch nicht zur Arbeit bequemt und machen blau. Wer die Jerusalemer sehen will, der stürme in den Sacher - Park, wo sie alle mit ihren Kindern Schneemänner bauen.

Gestern war Weltuntergangsstimmung. Es stürmte, schneite, regnete und hagelte. Die Strassen waren überflutet und die Busse stellten irgendwann ihren Verkehr ein. Die Stadtteile Ramot und Gilo waren vom Rest der Stadt abgeschnitten. Heute früh sah ich jedoch schon wieder die Linie 32 nach Gilo. Nach wie vor herrscht nur eingeschränkter Busverkehr, viele Banken haben dicht und die Behörden / Uni sind geschlossen.

Des gestrigen Nachmittag verbrachte ich bei einer Freundin. Wir sassen nur da, quatschten und tranken einen heißen Tee nach dem anderen. Gegen Abend kamen wir dann auf den "tollen" Gedanken, zu unserem üblichen Mittwochsshiur (relig. Vortrag) zu gehen. Klatschnass kamen wir dann auch an, nur um zu erfahren, dass jeglicher Unterricht abgesagt worden war. Überhaupt hatte alles zu, aber glücklicherweise fanden wir eine Pizzeria. Allerdings ist es mir nach wie vor unbegreiflich, warum in Israel bei Schneewetter niemand arbeiten will.




Mittwoch, 30. Januar 2008

Schnee in Jerusalem

B"H

Morgens waren wir zugeschneit, aber die Lage ist gerade dabei, sich zu bessern. Aus dem Schnee ist laestiger Matsch geworden und die Strassen sind ueberflutet. Von den gross angekuendigten Raeumfahrzeugen der Stadtverwaltung war fast nichts zu sehen. Wie immer geschah nichts und wer ueber die Gehsteige watet, sollte seine Gummistiefel dabei haben.

Wegen des Schnee ist schulfrei und auch sonst war heute frueh alles dicht. Selbst der Machane Yehudah Markt. Mittlerweile aber fahren wieder die Busse und die Stadt wacht so langsam aus ihrem Schneetraum auf.

Bis Freitag soll es noch kalt bleiben. Und dann reicht es mir auch mit dem Schnee in diesem Jahr.

Dienstag, 29. Januar 2008

Jewish Agency, wohin ?

B"H

Die Jewish Agency ist in Geldnöten und das nicht erst seit heute. Jahrelang schon driftet sie am ewigen Bankrott vorbei. Die Regierung bequemt sich nicht gerade kräftig einzuschreiten und ins Steuersäckel zu greifen um mitzufinanzieren. Und so ist die Jewish Agency auf fortwährendem Sparkurs.

Seit Dezember 2007 aber ist vielleicht ein Lichtblick in Sicht. Das Problem ist nur, dass diesen Lichtblick niemand so recht haben will. Er wirkt peinlich und störend. Auf mich wirkt er sogar so störend, dass ich niemals mehr eine Aliyah nach Israel mit der Jewish Agency machen würde. G - tt sei Dank, haben wir heute mit der Organisation Nefesh Be' Nefesh eine ideale Alternative.

Fanatische Christen haben die Jewish Agency für ihre eigenen Zwecke entdeckt. Seit kurzem sitzt einer der fanatischsten Charaktäre im Aufsichtsrat der Jewish Agency: ein Evangelist. Jene Evangelisten sind eine Gruppe fanatischer Christen, deren Ziel es ist, alle nur greifbaren Menschen aller Religionen zum Christentum zu bekehren.

Und warum sitzt ausgerechnet so jemand im Aufsichtsrat der Jewish Agency ?

Weil die Agency Geld braucht und da scheint es einigen Oberen egal zu sein, woher das Cash kommt. Die "International Fellowship of Christians and Jews" spendet im laufe der kommenden drei Jahre ganze 180 Mio Shekel (ca. 32 Mio Euro) an die Jewish Agency, damit diese noch mehr Neueinwanderer nach Israel holen kann.

Die israelische Anti - Missionsorganisation Yad Le'Achim warnt nun vor den eindeutigen befremdlichen Absichten der Evangelistenspende. Sinn und Zweck der Sache sei es, sämtliche Juden nach Israel zu holen, um sie dann massenweise zu missionieren.

Mag sein, dass die Vermutung Yad Le'Achims etwas übertrieben klingt, denn ich glaube kaum, dass sich allzu viele Juden missionieren lassen. Dennoch bin ich der Meinung, dass gerade die Jewish Agency fahrlässig und eigennützig handelt. Ein Evangelist hat nichts in einem jüdischen Kommittee zu suchen und es ist kein Wundern, dass die israel. sowie die jüd. amerik. Presse aufgebracht sind. Auch Yad Le'Achim fährt auf ihrer Homepage schwere Geschütze gegen die Jewish Agency auf. Aber nicht nur extern kommt es zum Aufruhr. Selbst führende Jewish Agency Angestellte sehen dem Evangelisteneinfluß mit Sorge entgegen.

Vielleicht sollte sich jeder, der momentan eine Aliyah nach Israel plant, bei der Jewish Agency genauer erkundigen, bei wem die persönlichen Daten landen. Ansonsten könnte in einiger Zeit eine Postflut von missionarischem Geschwafel auf die Neueinwanderer niedergehen.

Nazi - Sadistin Erna Wallisch vor Gericht

B"H

Eine Bekannte hat mir von diesem interessanten Fall aus Wien berichtet:

http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/12264922

Die ersten Köpfe rollen schon

B"H

Wenn Präsident Shimon Peres nicht noch einschreitet, dann muß Omri Sharon Ende Februar seine Haftstrafe antreten.

Omri Sharon ist einer der zwei Söhne von Ariel Sharon und war zur Amtszeit seines Vaters als Premierminister sogar Knessetabgeordeneter. Außerdem hielt Omri im Büro seines Vaters das Zepter in der Hand. Der damals Mittdreißiger schmiß die Regierungsgeschäfte wie ein kleiner Diktator. Ohne ihn hatte niemand Zugang zu seinem Vater.

Aufgrund seiner Machtposition war Omri beliebt und überall gerne gesehen. Nach der Erkrankung Ariel Sharons flog aber auch Sohn Omri aus dem Regierungsgebäude und zugleich aus jeglicher Gunst.
Mit Olmert zog zwar ein Opportunist Sharons ein, doch mit Omri und dessen Methoden wollte der Nachfolger nicht zu tun haben. Olmert schmiß alle Sharon - Schleimer und Omri stand auf der Straße. Zudem interessierte sich die Staatsanwaltschaft für ihn, denn hatte er da nicht mehrere Millionen Bares an Spenden (Schwarzgeld) für den Wahlkampf seines Vaters empfangen.

Omri Sharon



Dafür muß Omri jetzt büßen. Eine mehrmonatige Haftstrafe und ein Bußgeld von 300.000 Shekel (ca. 60.000 Euro) warten auf ihn. Die Richter gaben ihm keine Bewährungsstrafe, sondern pochen auf den Vollzug. Omri legte Widersprüche ein, denn schließlich kümmere er sich im Krankenhaus um seinen nach wie vor bewußtlosen Vater. Nun aber lehnte auch der Oberste Gerichtshof ab und wenn Präsident Peres keine Gnade walten läßt, tritt Omri Sharon demnächst seine Haftstrafe an.

Nach dem Abtreten der Sharon - Familie deckte die Presse erst so richtig auf, mit welchen Machenschaften und Methoden der Clan regiert hatte. Da waren Parteimitglieder bestochen worden, um den Premier nicht aus dem Parteivorsitz zu schmeißen. Die Hinterlassenschaft der Sharon - Regierunsgperiode ist die derzeitige Kadima - Partei von Ehud Olmert, in der es nicht besser zugeht.

Der Fall "Omri Sharon" sollte allen deutlich machen, wohin solche Politiker gehören.

Montag, 28. Januar 2008

Notruf 106

B"H

Alle Jahre wieder ist es wieder einmal soweit. Morgen soll es in Jerusalem schneien und die Stadtverwaltung steht heute schon Kopf. Planierraupen zur Schneeräumung stehen bereit und auch die Obdachlosen sollen nicht zu kurz kommen.

Schon heute Abend soll es einen Kälteeinbruch geben und stürmen. Schneeböen folgen danach.

Jeder Obdachlose kann ab sofort die Hotline der Stadtverwaltung unter der Nummer 106 anrufen, wo er einen Schlafplatz in einem Hotel zugewiesen bekommt. Der erste Kälteeinbruch vor wenigen Wochen brachte sogar Todesopfer mit sich und das soll jetzt verhindert werden.

Wer neu in Jerusalem ist und noch keinen Schnee in unserer Stadt miterlebt hat:

Sollte morgen Schnee liegen, dann wird voraussichtlich der Verkehr lahmliegen. Israelis wissen nicht mit dem Schnee umzugehen und ziehen es vor, erst gar nicht das Haus zu verlassen. Kinder gehen nicht in die Schulen und die Eltern bleiben gleich mit daheim. Arbeitsfrei.

Sobald der Schnee taut, beginnt auch der Alltag wieder. Normalerweise erfolgt dies schon nach wenigen Stunden und es geschieht selten, dass der Schnee länger als einen Tag liegen bleibt.

Einen Tag kann ich gerade verkraften, denn ich kann Schnee nicht ausstehen. Im Norden schneit es übrigens jetzt schon kräftig.

Wintervorbereitungen in Jerusalem:

http://www.jerusalem.muni.il/jer_main/defaultnew.asp?lng=2

Yonatan Levin

B"H

Jeglicher Spekulationen über den übermorgen erscheinenden Winograd - Bericht zum trotz, schockte ein kleines fast unscheinbares Photo in der israelischen Tageszeitung "Yediot Acharonot" umso mehr. Dieses kleine Photo auf Seite 2 sagte mehr als all die großen Schlagzeilen und Berichte drumherum.

Am Mittwoch veröffentlicht die Winograd - Kommission ihren Abschlußbericht und das Land scheint auf die Reaktion Olmerts zu warten. Geht er oder geht er nicht ? Ich denke, er geht nicht, denn trotz dem Desaster des Libanon - Krieges hat der Premier jegliches Gefühl der Scham verloren und will, komme was wolle, seinen Job retten. Augen zu und durch.

Mit einem jedoch scheint er nicht gerechnet zu haben: Viele Eltern, deren Söhne im Libanon - Krieg dienten und umkamen, taten sich zusammen und fordern gemeinsam Olmerts Rücktritt. Auch in der Armeeführung kriselt es. Olmert soll weg, aber der will nicht.

Das kleine Photo in der "Yediot Acharonot" zeigt den verletzten Soldaten Yonatan Levin, der in der vergangenen Woche seinen 27. Geburtstag feierte. Im Krankenhaus, denn er befindet sich bewußtlos in einem Rollstuhl und nimmt nicht wahr, was um ihn herum passiert. Noch in den letzten Tagen des Libanon - Krieges wurde er verletzt und ist seither in einem Komazustand.

Seine Eltern kümmern sich um ihn und sagen, dass die Eltern der umgekommenen Soldaten trauern können. "Wir dagegen leben mit einer lebenden Leiche", so der Vater Avishai Levin.

Die offizielle Site der Winograd - Kommission (nur auf Hebra.)

http://www.vaadatwino.org.il/

Sonntag, 27. Januar 2008

Immer nur Bagels

B"H

In Jerusalem gehen ständig irgendwelche Läden pleite. Kaum wird ein Billigartikelstore eröffnet, macht er auch schon wieder dicht. Der neue Ladenmieter steht schon parat und meint, eine bessere Geschäftsidee zu haben. Ein Schnellimbiss muß her, denn gegessen wird immer.

Mit Falafel und Schwarma (Döner) sind wir mehr als übersättigt und nun ist das Bagel - Fieber ausgebrochen. Kürzlich hat die "Holy Bagel Factory" ihre dritte Filiale in der Jaffa Road eröffnet. Früher hieß die Kette noch "Bonker's Bagel's", doch machte dann irgendwie fast bankrott und nannte sich aus betrieblichen Gründen um.

"Holy Bagel Factory" steht für mehr oder weniger frische Bagels amerikanischer Art. Mit Cream Cheese, Omelett, frischem Salat, Gurkenscheibchen, Pilzen und auch Lachs ist zu haben. Je mehr und besser, desto teurer, versteht sich. Es gibt Bagels für jeden Geschmack: Vollkorn, Zwiebel, Zimt, Sesam und vieles mehr.


Photo: Holy Bagel

Die neue und dritte Filiale befindet sich genau zwischen dem Cafe Ne'eman und "The Coffee Bean" im unteren Teil der Jaffa. Nahe "Cafe Hillel" und dem "Internet - Cafe". Wie gewohnt, sind die Holy Bagels koscher und die Kette verfügt über ein Hechscher (Koscherzertifikat) vom Oberrabbinat Jerusalem (Kascher Le'Mehadrin). Gleich nebenan wird demnächst eine weitere Neueröffnung gefeiert: Die Sandwich - Bar "New Deli", welche schon eine weitere Filiale in der Emek Refa'im Street in der German Colony hat.

Freitag Mittag begab ich mich einmal wieder in den jüdischen Teil der Altstadt. Wie berichtet, sollen auch dort neue Imbisse eröffnet haben. Die Burger - Bar befindet sich noch inmitten von Renovierungsarbeiten, aber dafür hat schon ein neuer Store geöffnet. Nein, nicht schon wieder Bagels. Haben wir mit zwei Bonker's Filialen vor den Treppen hinunter zur Kotel (Klagemauer) nicht schon genug Bagels ?

Neben der ehemaligen Bank Mizrachi hat nun ein dritter Bagel Store aufgemacht. Ganz neu und noch ohne Preisliste. Das Koscherzertifikat wird demnächst eintreffen, sorgfältig eingerahmt und aufgehängt werden.

Nebenan befindet sich etwas ganz Neues und fast Einmaliges. Keine Bagels oder Falafel, sondern ein neu und gemütlich eingerichteter Kerzenladen. Schaut schick und einladend aus und sogar Düfte strömen hinaus in die schmale Gasse.

Die Kerzen werden zum Lichtblick der Gasse hinunter zur Kotel.

Internationaler Holocaust - Gedenktag

B"H

Zum heutigen internationalen Holocaust - Gedenktag habe ich bisher zwei Artikel aus der chassidischen Sicht verfasst. Weitere werden demnaechst folgen.

http://hamantaschen.blogspot.com/2008/01/der-klausenberger-rebbe.html

http://chassidicstories.blogspot.com/2008/01/der-sinneswandel-des-rabbi-yissachar.html

Freitag, 25. Januar 2008

Konversion zum Judentum auf Befehl

B"H

Die israelische Armee hat sich etwas ganz Neues einfallen lassen:
"Konversion zum Judentum auf Befehl".

Demnächst müssen alle nichtjüdischen Soldaten einen Giur - Kurs (Konversion zum Judentum) durchlaufen. Dieser dauert gewöhnlich nur wenige Wochen und wird später außerhalb der Armee von keinem orthodoxen Rabbinat anerkannt. Die Teilnehmer werden in der Armee auch nicht gezwungen, eine Kipa aufzusetzen.

Dieses Verfahren allerdings ist nur ein kleiner Teil. Wer will, der kann noch mehrere Monate weiterlernen und es kommt danach zu einem anerkannten Konversionskurs. Also nicht nur ein Wischiwaschi und Pro Forma - Verfahren.

Viele Jahre über bietet die Armee schon Giur - Kurse an. Allein im Jahre 2005 gab es 30 solcher Kurse mit 5500 männlichen und 1200 weiblichen Teilnehmern.

Die neue Regelung soll es nichtjüdischen Neueinwanderern erleichtern, sich mit ihrer neuer Heimat zu identifizieren und auch für sie zu kämpfen. Bei den Nichtjuden handelt es sich größtenteils um Einwanderer aus Russland.

Die Anerkennung vom Oberrabbinat findet nur in den seltensten Faelle statt. Auch aufgrund dessen, weil die Mehrheit der Kursteilnehmer wegen eines persönlichen Vorteils konvertieren. Sprich, um die israelische Staatsbürgerschaft zu erlangen. An die Halachot (Gesetze) der Thora würden sich die Konvertiten hinterher sowieso nicht halten.

Viele der Russen kommen aus absolut christlichen Familien und ich frage mich, ob es jetzt eine Konversion als Gratispaket gibt. Wer will, der bekommt die Staatsbürgerschaft gleich mitgeliefert. Von Religion keine Spur.

Aber die wichtigste Frage bleibt offen:

Warum lässt man solche Leute überhaupt erst einwandern ?

Sicherheitsvorkehrungen

B"H

Jerusalem steht heute wieder einmal unter einem riesigen Sicherheitsaufgebot. Polizei und Militärpolizei MAGAV überall. Die Altstadt wurde großräumig abgesperrt, denn die Moslems erklimmen den Tempelberg zum Freitagsgebet und man will Ausschreitungen verhindern.

Wer in die Altstadt will, der muss mit Polizeikontrollen rechnen.
Die strengen Massnahmen finden aufgrund der Vorkommnisse in Gaza statt. In der Zwischenzeit hat Ägypten den offenen Grenzübergang dichtgemacht.

Den Ägyptern hat der Mauerdurchbruch bei Rafiach nicht gerade wenig Geld eingebracht. Die Palästinenser rannten den Grenzübergang ein und sogleich reagierten die Geschäftsleute. Taxipreise stiegen auf das Doppelte an und die Geschäftsinhaber am Grenzübergang machten ihren Reibach und zockten die Palästinenser ab. Die nämlich kamen mit wenig Geld und dachten in Ägypten sei alles billig. Pustekuchen.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Drifting Apart

B"H

In der HAARETZ sah ich einen Miniartikel zu einem interessanten Thema. Irgendein Experte stellte fest, dass sich Israel und die Diaspora immer weiter voneinander entfernen. Zwar spende die Diaspora noch haufenweise Geld, aber emotional sei nicht mehr viel Verbindung vorhanden.

Natürlich mag man diese These gerne auf viele US - Juden beziehen. Die Mehrheit von ihnen hat sich assimiliert, lebt sekulär und die Intermarriage - Rate (Hochzeiten zwischen Juden und Nichtjuden) ist ausgesprochen hoch.

Religion ?

Das sei doch nur noch für ein paar Ausgeflippte in New York oder Los Angeles.

Was bedeutet Israel für einen Diasporajuden ?

Im Ausland sagt man zwar bedächtig das Gebet für den Wiederaufbau Jerusalems (Zeit des Meschiach) und den g - ttlichen Schutz für Israel, aber welche Bedeutung hat, zum Beispiel, der Fastentag Tisha Be' Av (Trauertag zur Zerstörung beider jüdischer Tempel in Jerusalem) für Diasporajuden ? Können sie sich die Tempelzeiten oder einen erneuten Tempel überhaupt vorstellen ?

Die Mehrheit der US - Juden ist niemals in Israel gewesen. Zu gefährlich oder kein Interesse. Bei Juden aus anderen Länder gibt es nicht selten die gleichen Ansichten.

Man kommt halt mal her und schaut sich für zwei oder drei Wochen um. Dann wird man mit dem israel. Alltag konfrontiert, kommt ins Grübeln und im Hinterkopf tauchen schon die ersten Vergleiche mit dem "Heimatland" in der Ferne auf. Ist in Amerika bzw. Europa nicht alles besser ? Was sollen wir hier mit den lauten frechen Israelis ? Neue Sprache lernen, neue Kulturen, Kriege, Arbeitslosigkeit ? Muß ich mir das antun ? Soll der Meschiach man erst kommen und dann ziehe ich vielleicht nach Israel. Wir werden sehen. Äh, wann ist doch gleich mein Heimflug ? Daheim (in der Diaspora) ist es halt doch am Schönsten.

Manche kommen nach Israel, touren herum, mal hier geschaut und mal im Israel - Museum gewesen. Das reicht. Pflicht erfüllt.
Wer macht sich aus Deutschland einmal die Mühe, an israel. Programmen teilzunehmen ? Birthright ? High School oder University - Programes ? Wer kommt einmal und voluntiert bei den Äthiopiern oder in Jugendheimen ?

Stattdessen schlappt man die Jerusalemer Jaffa Road rauf und runter und meint, man kenne jetzt die israelische Gesellschaft ganz genau.

Dass, was uns Israelis total nervt, sind die ständigen Vergleiche mit dem Heimatland. Die Amerikaner jammern immer nach Amerika und da sei alles besser; die Deutschen verfallen in denselben Trott.

In Israel herrschen andere Mentalitäten und viele viele Disporajuden wollen das nicht hinnehmen. Da schreit einen eine Marrokanerin an. Wo gibt es denn sowas ? Da bleibe ich lieber gleich daheim.

Was aber noch viel schlimmer ist, die religiöse bzw. spirituelle Verbindung geht immer mehr den Bach hinunter. Reformjudentum, Assimilation. Wo bleibt da die Sehnsucht nach einem Dritten Tempel oder die Verbindung mit der gelebten Thora ? Die biblischen Ort kenne viele nur aus dem TV. Am Tisha Be'Av gibt es nicht Besseres als an der Kotel (Klagemauer) zu beten. Hier genau ist alles wirklich geschehen vor 2000 Jahren und mehr. Hier ist der Originalschauplatz. Was stehe ich da in einer Synagoge in Cleveland, Manchester oder Regensburg rum ? Welche Verbindung baue ich da auf ?

Die Ausrede ist schnell gefunden. Bald fahre ich nach Israel auf Besuch und tue meine Pflicht. Ich esse eine Falafel, gehe ins Yad VaShem (Holocaust - Museum) und fahre mit den Egged - Bussen. Aber dann muß ich schnell wieder heim, weil Israel ist mir zu blöd. Olmert, Winograd, Krieg, Palis rennen Ägypten die Grenze ein. Sowas brauche ich nicht.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Save Sderot

B"H

Ein paar eindringliche Bilder aus der Negevstadt Sderot.
Bilder, die im Ausland kaum jemand zu sehen bekommt.


Die Kälte von Gaza

B"H

Überall im Land ist es kalt und regnerisch. Und überall im Land frieren derzeit die Einwohner, wenn sie über keine ausreichende Heizung verfügen. Hinzu kommt noch der Dauerregen, dem wir seit gestern ausgesetzt sind. Die Stimmung ist trüb und man hält sich am besten mit einer heißen Suppe und einem Glas Tee warm.

Auch in Gaza frieren die Leute. Kein Strom und kein Heizöl. Wie bekannt, hat Israel die Grenze zum Gazastreifen abgeriegelt.

"Endlich geschieht einmal etwas", sagen die Leute.
Wie lange fallen schon Kassam - Raketen auf die Negevstadt Sderot und ins entfernte Ashkelon ? Hat jemand die Jahre gezählt ? Drei Jahre, vier Jahre ?

Und was haben wir in den Jahren aus dem Ausland gehört ? Kein einziges Wort. Selbst eine in einem Kindergarten eingeschlagene Kassam - Rakete war keinen Bericht wert.

Aber wie das so ist, wenn etwas in Gaza geschieht, dann wachen alle auf. Kein Strom und schon machen die Palis auf Mitleid, denn ihre PR - Maschinerie stellt die israelische weit in den Schatten. Schnell ein paar Kinderphotos geschossen und schon beginnt die Welt zu heulen. Scheich Hassan Nasrallah im Libanon kennt sich da ebenfalls bestens aus, wurde doch nach einem israel. Bombenangriff unverzüglich ein weißer Teddybär in den Gebäudetrümmern deponiert und photographiert. Die Welt weinte wobei alle irgendwie vergaß zu fragen, warum der Teddybär eigentlich so schneeweiß war, wenn das Haus explodierte und es überall qualmte.

Jetzt wiederholt sich alles in Gaza. Die Hamas bringt die Welt zum Weinen, aber die eigenen Bewohner Gazas nicht. Die nämlich wollen nur noch nichts wie weg und stehen Schlange an der Grenze zu Ägypten. Gestern kam es sogar zu Tumulten und die ägyptische Grenzpolizei setzte Tränengas gegen die Palis ein.
Niemand in der arab. Welt ist so unbeliebt wie die Palästinenser. Ägypten will sie nicht und Jordanien hat eh schon genügend. Wohin die Palis auch gehen, jedesmal gibt es Zoff. Sie stellen Forderungen und wenn nichts geschieht, dann jagen sie halt einmal ein paar Autos in die Luft. Vor allem Ägypten ist sich dessen bewußt und will alles, nur keine massenhafte Palieinwanderung.

Die Welt weint mit den Propaganda - Kindern in Gaza, doch wer weint mit Sderot ?

In Sderot hingegen kennt man kein Erbarmen, denn endlich sehen die Einwohner Gazas einmal, wie es ihrem Gegenpart in Sderot seit Jahren ergeht. Raketen, kein Strom und das Sitzen im Bunker.

Vielleicht sollte jeder, der um Gaza weint, einmal für eine Woche nach Sderot ziehen.