B"H
Heute haben wir den internationalen Frauentag und schon morgens dudelte der israelische Armeesender "Galatz" Musik vorweglich von Frauen gesungen. Dazu erfuhren wir dann, dass das Gehalt israelischer Frauen 29% unter dem des Mannes liegt. Bei mir in der Bäckerei ist es gerade um einige Schekel umgekehrt, aber das muss wohl an meiner fast sechsjährigen Anwesenheit liegen.:-)
Es brennt einmal wieder in der Bäckerei, denn ein Kollege ist abgesprungen. Vorläufig "darf" ich seinen Job mitübernehmen und muss deswegen gleich losrennen. Nichts mit Sonne, 28 Grad Celsius und Tag geniessen. Nebenbei warten einige Blogartikel, die ich zuende bringen wollte, doch damit wird es heute auch kaum etwas.
Manche Blogs berichten den gesamten Tag über von Politik. Mir hängt das Thema oft zum Halse heraus und von der momentanen Knessetdebatte, dass Konvertiten zum Judentum eventuelle keine Berechtigung mehr auf die israelische Staatsbürgerschaft haben sollen, berichtete ich nur kurz und aus aktuellem Anlass. Durch den ganzen Konversionswust steigt eh niemand mehr durch.
Gestern veröffentlichte ich ein Gastposting auf meinem englischen Blog zum Thema "Wie man es als Jude angehen soll, die chassidische Laufbahn einzuschlagen". Gerade hierüber sind viele falsche Vorstellungen und Phantasien im Umlauf.
Irgendwie sitze ich in Jerusalem fest und komme hier kaum noch weg. Die Bäckerei, die Vorbereitung mehrerer Artikel zur haredischen Gesellschaft in Mea Shearim und einige Interviews diesbezüglich; man legte mir ziemlich oft ans Herz wieder umzuziehen. Tel Aviv sei doch nichts und die Fahrerei unnötig. Entschieden haben ich mich noch nicht und breche auch nichts vom Zaum. Mal sehen, wie sich der Stress weiterentwickelt. Pessach steht vor der Türe und gerade in Jerusalem beginnen die alljährlichen Diskussionen wie koscher oder unkoscher was an Pessach ist. Von der Wurst über den Lippenstift bis hin zum Hundefutter oder Geschirrspülmittel. Am letzten Schabbat beim Mittagessen gingen die Diskussionen erneut los und ich bekam meine wöchentliche Portion Anstand und Kaschrut.
Wie, was und von wem ?
Neulich stellte mir jemand die Frage, wie sich denn mein Leben gegenüber Deutschland verändert habe.
Was soll ich darauf antworten ? Vielleicht, dass ich noch nie so richtig in die deutsche Mentalität passte, mein Leben Chaos war und ich deswegen in Israel bestens zurecht komme ? Das Leben in Israel bringt stetig etwas Neues; meist unvorhergesehen. In Deutschland wusste ich morgens, was ich bis zum Abend mache. Alles war geplant und festgelegt, ohne dass man es wollte. Es war halt so und so und so wurde sich auf der Arbeit oder in der Gesellschaft verhalten. Das Stetige fehlt mir manchmal, denn momentan tut sich zuviel Stress auf und jeder will etwas und ich renne herum. Dann kommt man auf die Arbeit, wie gestern, und kriegt zu hören, dass der Kollege nur kurz da war um zu sagen, dass er keinen Bock mehr hat. Umdisponieren lautet die Devise.
Eine Neue sollte ich einarbeiten, aber mir wurde im voraus gesagt, dass sie psychische Störungen habe.
Nee, nee, auf sowas verzichte ich dann gern und mache alles lieber allein bis (falls) sich ein Neuer (normaler) am Horizont auftut.
Dann mache ich mich jetzt auf und verzichte darauf, den Tag mit LEBEN zu verbringen.:-)
Alltägliches Leben in Jerusalem - Sarkastische Stories - Witziges und Ernstes -------- Copyright All rights reserved - 2006 - 2012 ---- All Texts are written by Miriam Woelke.
Montag, 8. März 2010
Sonntag, 7. März 2010
Gilad Shalit ist kein Schauspieler
B"H
Israel versucht, seine eigene "Gefangenengeschichte" aufzuarbeiten. Nicht erst seit Ron Arad, Ehud Goldwasser oder Gilad Shalit werden israelische Soldaten von den umliegenden Feindesländern wie dem Libanon oder Syrien gefangengenommen. Vor der Hizbollah oder der Hamas gab es schon die libanesischen Amal - Milizen oder syrische Terrorgruppierungen. Ganz zu schweigen vom Iran.
Schon immer kidnappten Libanon und Syrien gerne Israelis, um so ihre einsitzenden Glaubensgenossen aus israelischen Gefängnisse freizupressen. Nicht selten stimmte die israelische Regierung unverhältnismässigen Deals zu und entliess mehr Feindesgefangene als die Terroristen im Gegenzug boten. Und es soll der Ex - Premier Yitzchak Rabin gewesen sei, der einen Ron Arad - Deal mit dem Terroristen Mutafa Dirani vergeigte, denn er befürchtete ein zu hohes Risiko einzugehen, wenn er zuviele hochkarätige Terroristen freiliesse. Kurz darauf soll Dirani den Gefangenen Arad an den Iran abgetreten haben. Seitdem verliert sich die Spur von Ron Arad.
Seit fast vier Jahren befindet sich Gilad Shalit in den Händen der Hamas und nichts ist entschieden. Stillstand herrscht, denn die Hamas antwortete der israelischen Regierung nicht auf ein Angebot hin. Das israelische TV drehte eine Serie zum Thema "17 Jahre Gefangenschaft in Feindeshand und was geschieht, wenn gekidnappte Soldaten zurück kommen". Mit welchen Traumata müssen sie leben und wie reagiert die vielleicht mittlerweile sogar fremd gewordene Familie auf den Heimgekehrten ?
Entführungen dieser Art werden weitergehen und am Ende ist doch fast immer jeder gekidnappte Soldat auf sich gestellt. Auch nach der Freilassung.
Israel versucht, seine eigene "Gefangenengeschichte" aufzuarbeiten. Nicht erst seit Ron Arad, Ehud Goldwasser oder Gilad Shalit werden israelische Soldaten von den umliegenden Feindesländern wie dem Libanon oder Syrien gefangengenommen. Vor der Hizbollah oder der Hamas gab es schon die libanesischen Amal - Milizen oder syrische Terrorgruppierungen. Ganz zu schweigen vom Iran.
Schon immer kidnappten Libanon und Syrien gerne Israelis, um so ihre einsitzenden Glaubensgenossen aus israelischen Gefängnisse freizupressen. Nicht selten stimmte die israelische Regierung unverhältnismässigen Deals zu und entliess mehr Feindesgefangene als die Terroristen im Gegenzug boten. Und es soll der Ex - Premier Yitzchak Rabin gewesen sei, der einen Ron Arad - Deal mit dem Terroristen Mutafa Dirani vergeigte, denn er befürchtete ein zu hohes Risiko einzugehen, wenn er zuviele hochkarätige Terroristen freiliesse. Kurz darauf soll Dirani den Gefangenen Arad an den Iran abgetreten haben. Seitdem verliert sich die Spur von Ron Arad.
Seit fast vier Jahren befindet sich Gilad Shalit in den Händen der Hamas und nichts ist entschieden. Stillstand herrscht, denn die Hamas antwortete der israelischen Regierung nicht auf ein Angebot hin. Das israelische TV drehte eine Serie zum Thema "17 Jahre Gefangenschaft in Feindeshand und was geschieht, wenn gekidnappte Soldaten zurück kommen". Mit welchen Traumata müssen sie leben und wie reagiert die vielleicht mittlerweile sogar fremd gewordene Familie auf den Heimgekehrten ?
Entführungen dieser Art werden weitergehen und am Ende ist doch fast immer jeder gekidnappte Soldat auf sich gestellt. Auch nach der Freilassung.
Der kleine antizionistische Unterschied
B"H
Fast den ganzen Schabbat verbrachte ich im ultra - orthodoxen Jerusalemer Stadtviertel Mea Shearim und lernte, dass meine Freunde, obwohl antizionistisch, absolute Gegner der so bekannten "Neturei Karta" sind.
Viele Menschen kennen den Unterschied nicht und meinen, die "Neturei Karta" sei halt die "Neturei Karta", wo man 24 Stunden am Tag die israelische Flagge verbrennt.
Dem ist gewiss nicht so und allein in Mea Shearim befinden sich zwei gänzlich verschiedene Neturei Karta Gemeinden. Beide Gruppen allerdings erfreuen sich bei allen anderen Bewohnern nicht allzu großer Beliebtheit, denn der Antizionismus der Neturei Karta schaut so aus, dass sie die Araber an der Regierung wollen. Weitere antizionistische Gruppierungen wie die Toldot Aharon etc. lehnen dagegen eine Herrschaft der Araber über das Heilige Land (Eretz HaKoidesch) ab und sehen jegliche nichtjüdische, doch nicht arabische, Regierung / Herrschaft über das Land als ideal. Jedenfalls solange, bis der Meschiach kommt.
Einflüsse
B"H
Es ist kaum zu übersehen, dass die moslemische Welt sowie weitere Religionen darauf bedacht sind, die Juden ihre Religion vergessen machen zu wollen. Alles Jüdische soll gefälligst weg und jegliche jüdische Geschichte wie die Existenz der zwei Tempel auf dem Tempelberg wird permanent von den Palästinensern geleugnet. Genauso wie momentan die Lokalität des Grabesvom einstigen Cohen HaGadol (Hohepriester) des Zweiten Tempel, Rabbi Schimon HaZaddik. Besagtes Grab liegt auf der Grenze zwischen West - und Ostjerusalem. An der Hauptstraße vom Damaskustor hinauf nach Ramat Eshkol und zum French Hill. Gleich gegenüber an der Kreuzung von Maalot Dafna.
Die Palis wollen das Gebiet für sich und das Grab Schimon HaZaddiks ausradieren. Nicht weniger die israelische Linke, die alles Jüdische hasst und sich somit gleich mit ausrottet.
Wie wäre es mit einem Umzug nach Gaza ?
Es geht nicht um das Grab, um irgendein anderes Grab oder den Tempelberg; vielmehr geht es um alles Jüdische und die Geschichte, denn beides stellt einen Beweis für die Existenz des jüdischen Volkes und rechtfertigt somit die Anwesenheit der Juden in ihrem EIGENEN Land Israel. Die Palis sowie Leute anderer Religionen träumen den Traum, die relig. Juden endlich loszuwerden, doch da träumen sie vergeblich. Die Thora allein bildet den Beweis.
Freitag, 5. März 2010
Schabbat Schalom
"Am Israel Chai - Das Volk Israel lebt"
B"H
Jetzt noch schnell alles gemächlich angehen, bevor es in den Schabbat geht.:-) Das Wetter will mithalten und es ist relativ warm. Da ich beruflich in Jerusalem zu tun habe, bin ich einige Tage in der Stadt und bin dies auch über den Schabbat. Eingeladen in Mea Shearim und vor einigen Tagen legte ich mir eine neue angepasste anständige Garderobe zu. :-)
"Schabbat Schalom" an alle Leser und gute Erholung vom Stress der Woche !
Vorurteil Nummer EINS gegenüber Mea Shearim
B"H
Das weit verbreiteste Vorurteil über den bekanntesten, doch lange nicht einzigen, Jerusalemer ultra - orthodoxen Stadtteil MEA SHEARIM (übersetzt: 100 Tore) lautet, dass die dort lebenden Haredim (Ultra - Orthodoxe) ALLES Antizionisten seien.
Wenn ich solch eine Behauptung von Touristen, Journalisten oder selbst unwissenden Israelis höre, dann geht mir jedesmal die Hutschnur hoch.
Die erste Frage sollte sein, was eigentlich ANTIZIONISMUS ist und was genau er beinhaltet.
Die zweite Frage sollte sein, aus welchen Gruppierungen sich der Stadtteil zusammensetzt. Nicht alle Gruppen / Ausrichtungen sind gleich und innerhalb Mea Shearims befinden sich viele kleine Hinterhöfe, die nochmals ihre eigene Welt bilden. Der berühmteste dürfte der "Batei Hungarin - Ungarische Häuser" sein. Ein Hof, der sich weit ausstreckt und in dem viele Neturei Karta, Toldot Aharon, Brisk oder Satmar Anhänger leben. Wer mehr dazu erfahren will, der schaue in meinen chassidischen Blog !
In Mea Shearim gibt es alles. Wilde Extremisten, Angepasste (an welche Richtung auch immer), chassidische Gruppen, die Geld vom Staat Israel bekommen und an den Knessetwahlen teilnehmen, chassidische Ausrichtungen sowie die litvisch - haredischer Brisker, die kein Geld vom Staat Israel annehmen. Zum Beispiel lehnen die Toldot Avraham Yitzchak, die Toldot Aharon oder die chassidische Gruppe Dushinsky jegliche finanzielle Hilfe vom Staat Israel ab. Dafür zahlen sie einen hohen Preis, denn sie müssen sich ausschliesslich von Spenden finanzieren. Diese wiederum erfolgen nur von Juden ! Und zwar von Juden, die den Schabbat halten und absolut religiös leben.
Manche Besucher meinen, eben mal so eine knappe Stunde durch Mea Shearim zu laufen und dann kennen sie sich super aus. Grundsätzlich kann ein Tourist das tun, doch sollte er sich, mehr oder weniger auf der Hauptstrasse bewegen und nicht in die Hinterhöfe oder den Markt gehen. Falls ja, dann überaus anständig gekleidet. Männer mit langen Hosen, langärmligen Hemden oder Jacke und Kipa. Frauen im langen Rock und langärmlig. Christliche Missionare sind unerwünscht und werden schnell hinausgeworfen.
Einfach nur so in den Hinterhöfen umschauen, ohne festes Ziel, empfehle ich nicht. Vor allem nicht am Schabbat. Frauen sollten keine Männer ansprechen und Männer keine Frauen. Kinder sollte man überhaupt nicht ansprechen, denn dann wird man automatisch für einen christlichen Missionar gehalten, der sich an die Kinder heranmacht. Mea Shearim hat da so seine Erfahrungen.
Durchgehen, kurz in der Hauptstrasse umschauen und dabei sollte es der Tourist belassen. Die Synagogen sollten nur von HALACHISCHEN Juden besucht werden. Hier wird nachgefragt, wer derjenige ist, der da die Synagoge betritt.
Aber nicht nur Touristen können auf Probleme stossen, sondern auch israelische Nationalreligiöse. Zionistisch - religiöse Juden a la Siedler etc. Zwar werden die Siedler als wichtig angesehen, doch gab es innerhalb des vergangenen Jahres häufig Probleme mit nationalreligiösen (Mizruchnikim) jungen Leuten, welche am Schabbat Mea Shearim besuchten. Hierbei vor allem mit den Mädchen, die da in Synagogen rannten, sich in einer riesen Schar niederliessen, gar nicht wussten, bei welcher chassidischen Gruppe sie sich befanden, zu singen begannen und die Mitglieder der Toldot Aharon sowie der Toldot Avraham Yitzchak dumm anmachten. Sie fingen an mit den Antizionisten zu streiten; keine Ahnung, was das ist, aber ihr Gelaber von sich gaben. Das Resultat war, dass die Toldot Avraham Yitzchak Frauen schon lange nicht mehr mit jungen nationalrelig. Besucherinnen kommunizieren und die Toldot Aharon mehr Wert auf haredische Besucher oder sogar säkulere Juden legen als auf die Nationalreligiösen.
Auf alle Fälle sollte man nicht nach Mea Shearim kommen, und die Bewohner mit irgendwelcher Meinungsmache "beglücken". Gespräche ergeben sich mit Besuchern nur unter gewissen Umständen. Meist oberflächlich, es sei denn, man wird zu einem Schabbat eingeladen und macht Bekanntschaften. Aber auch hier bevorzugen die Bewohner haredische Studenten und keine Nichtjuden oder Nationalreligiösen. Man kann zwar einmal hier und dort eingeladen werden, doch Dushinsky, Brisk, Satmar, Toldot Aharon, etc. bevorzugen haredische Besucher. Karlin - Stolin ist offener und einige Chassidim machen etwas auf Outreach. Bei anderen Gruppen hingegen geht es etwas strenger zu. Teilweise aus schlechten Erfahrungen heraus.
Was weniger bekannt ist, ist die gewaltige "Chesed - Hilfsbereichtschafts - Welle", die durch die haredische Gesellschaft rollt. Dem Stadtteil fehlt es gewiss nicht an Armut und überall sind Suppenküchen oder finanzielle Hilfsorganisationen zu finden.
Das weit verbreiteste Vorurteil über den bekanntesten, doch lange nicht einzigen, Jerusalemer ultra - orthodoxen Stadtteil MEA SHEARIM (übersetzt: 100 Tore) lautet, dass die dort lebenden Haredim (Ultra - Orthodoxe) ALLES Antizionisten seien.
Wenn ich solch eine Behauptung von Touristen, Journalisten oder selbst unwissenden Israelis höre, dann geht mir jedesmal die Hutschnur hoch.
Die erste Frage sollte sein, was eigentlich ANTIZIONISMUS ist und was genau er beinhaltet.
Die zweite Frage sollte sein, aus welchen Gruppierungen sich der Stadtteil zusammensetzt. Nicht alle Gruppen / Ausrichtungen sind gleich und innerhalb Mea Shearims befinden sich viele kleine Hinterhöfe, die nochmals ihre eigene Welt bilden. Der berühmteste dürfte der "Batei Hungarin - Ungarische Häuser" sein. Ein Hof, der sich weit ausstreckt und in dem viele Neturei Karta, Toldot Aharon, Brisk oder Satmar Anhänger leben. Wer mehr dazu erfahren will, der schaue in meinen chassidischen Blog !
In Mea Shearim gibt es alles. Wilde Extremisten, Angepasste (an welche Richtung auch immer), chassidische Gruppen, die Geld vom Staat Israel bekommen und an den Knessetwahlen teilnehmen, chassidische Ausrichtungen sowie die litvisch - haredischer Brisker, die kein Geld vom Staat Israel annehmen. Zum Beispiel lehnen die Toldot Avraham Yitzchak, die Toldot Aharon oder die chassidische Gruppe Dushinsky jegliche finanzielle Hilfe vom Staat Israel ab. Dafür zahlen sie einen hohen Preis, denn sie müssen sich ausschliesslich von Spenden finanzieren. Diese wiederum erfolgen nur von Juden ! Und zwar von Juden, die den Schabbat halten und absolut religiös leben.
Manche Besucher meinen, eben mal so eine knappe Stunde durch Mea Shearim zu laufen und dann kennen sie sich super aus. Grundsätzlich kann ein Tourist das tun, doch sollte er sich, mehr oder weniger auf der Hauptstrasse bewegen und nicht in die Hinterhöfe oder den Markt gehen. Falls ja, dann überaus anständig gekleidet. Männer mit langen Hosen, langärmligen Hemden oder Jacke und Kipa. Frauen im langen Rock und langärmlig. Christliche Missionare sind unerwünscht und werden schnell hinausgeworfen.
Einfach nur so in den Hinterhöfen umschauen, ohne festes Ziel, empfehle ich nicht. Vor allem nicht am Schabbat. Frauen sollten keine Männer ansprechen und Männer keine Frauen. Kinder sollte man überhaupt nicht ansprechen, denn dann wird man automatisch für einen christlichen Missionar gehalten, der sich an die Kinder heranmacht. Mea Shearim hat da so seine Erfahrungen.
Durchgehen, kurz in der Hauptstrasse umschauen und dabei sollte es der Tourist belassen. Die Synagogen sollten nur von HALACHISCHEN Juden besucht werden. Hier wird nachgefragt, wer derjenige ist, der da die Synagoge betritt.
Aber nicht nur Touristen können auf Probleme stossen, sondern auch israelische Nationalreligiöse. Zionistisch - religiöse Juden a la Siedler etc. Zwar werden die Siedler als wichtig angesehen, doch gab es innerhalb des vergangenen Jahres häufig Probleme mit nationalreligiösen (Mizruchnikim) jungen Leuten, welche am Schabbat Mea Shearim besuchten. Hierbei vor allem mit den Mädchen, die da in Synagogen rannten, sich in einer riesen Schar niederliessen, gar nicht wussten, bei welcher chassidischen Gruppe sie sich befanden, zu singen begannen und die Mitglieder der Toldot Aharon sowie der Toldot Avraham Yitzchak dumm anmachten. Sie fingen an mit den Antizionisten zu streiten; keine Ahnung, was das ist, aber ihr Gelaber von sich gaben. Das Resultat war, dass die Toldot Avraham Yitzchak Frauen schon lange nicht mehr mit jungen nationalrelig. Besucherinnen kommunizieren und die Toldot Aharon mehr Wert auf haredische Besucher oder sogar säkulere Juden legen als auf die Nationalreligiösen.
Auf alle Fälle sollte man nicht nach Mea Shearim kommen, und die Bewohner mit irgendwelcher Meinungsmache "beglücken". Gespräche ergeben sich mit Besuchern nur unter gewissen Umständen. Meist oberflächlich, es sei denn, man wird zu einem Schabbat eingeladen und macht Bekanntschaften. Aber auch hier bevorzugen die Bewohner haredische Studenten und keine Nichtjuden oder Nationalreligiösen. Man kann zwar einmal hier und dort eingeladen werden, doch Dushinsky, Brisk, Satmar, Toldot Aharon, etc. bevorzugen haredische Besucher. Karlin - Stolin ist offener und einige Chassidim machen etwas auf Outreach. Bei anderen Gruppen hingegen geht es etwas strenger zu. Teilweise aus schlechten Erfahrungen heraus.
Was weniger bekannt ist, ist die gewaltige "Chesed - Hilfsbereichtschafts - Welle", die durch die haredische Gesellschaft rollt. Dem Stadtteil fehlt es gewiss nicht an Armut und überall sind Suppenküchen oder finanzielle Hilfsorganisationen zu finden.
Suppenküche bei "Linat HaChesed" im Markt von Mea Shearim. Die Suppenküche wird von den chassidischen Gruppen Breslov und Toldot Avraham Yitzchak geleitet und ich betreibe derweil etwas Fundraising für die Organisation. 10,000 Essenspakete wurden an Bedürftige an Purim ausgegeben und jetzt steht Pessach unmittelbar vor der Türe.
Ausgabe von Schabbatbroten (Challot) an Bedürftige
Kleiderausgabe
Die Suppenküche
Das Fertigmachen von Essenspaketen
Essenausgabe
Pädophilenhochzeit in Gaza
Die Hamas organisierte eine Massenhochzeit in Gaza.
450 Mädchen im Alter von 6 - 9 Jahren wurden verheiratet. Die Bilder sind nicht gerade "toll" anzusehen, aber wenn es Mohammed gefällt ...
Donnerstag, 4. März 2010
OUTREACH
B"H
Seit vielen Jahren beschäftige ich aktiv mit dem Thema "Jewish Outreach". Outreach im amerikanischen Sinne ist heutzutage ein nicht wegzudenkender Teil des Judentums. Nicht nur Chabad ist hier aktiv und zieht säkulere Juden in Kurse oder Vorträge.
Zum ersten Mal kam ich dann auch bei Chabad mit dem Outreach in Berührung. Ich selber wurde in das chassidische Judentum gezogen. Nicht zu Chabad, sondern schnell fand ich anderweitige Gruppierungen wie Satmar (die größte chassidische Gruppe weltweit). Kurz darauf begann ich in der Jerusalemer Altstadt, im Jüdischen Viertel, für ein Outreach Office zu arbeiten. Hier wurde / wird säkuleren Juden aus aller Welt Shabbat Hospitality bei Familien angeboten. Viel viel später rief ich meine Blogs ins Leben und auf Deutsch betrachte ich die Bloginhalte auch als eine Art "Outreach". Wobei der Outreach nie mit Missionieren zu verwechseln sei !
Momentan helfe ich einer chassidischen Organisation im ultra - orthodoxen Mea Shearim etwas an Geldspenden aufzubringen. Insbesondere jetzt vor Pessach ist das eine wichtige Sache. Ich weiss nicht, ob man sagen kann, dass ich im Outreach "etabliert" sei, dennoch macht er mir sicher Spass und ich betrachte die Angelegenheit als einen relevanten Bestandteil des Lebens. Wieso nicht etwas beitragen und anderen helfen ? Selbst, wenn es sich nur um eine Person handelt. Nicht immer bekommt man das im Internet unbedingt mit, denn wer kann sagen, was ein Leser denkt oder wie er sich angesprochen fühlt. Manchmal ist es nur ein Satz, der schon eine Hilfestellung sein kann.
Junge Hilfskräfte ohne Erfahrung
B"H
Wer in Israel die Jobangebote studiert, dem fällt sei längerem Annoncen auf wie "Junge Leute ohne Berufserfahrung gesucht" oder "Junge Leute gerade aus der Armee entlassen gesucht". Laut heimischer Presse hat sich dies mittlerweile zu einem regelrechten Boom entwickelt. Viele Betriebe schwören auf junge Leute, die auch für wenig Geld lange Schichten schieben. Zum Beispiel kellnern oder sich im Call Center verdingen.
Zahlreiche junge Leute in den frühen Zwanzigern lassen sich von den Inseraten hinreissen, denn es gibt einen Stundenlohn von 25 - 30 Schekel (ca. 5 - 6 Euro) und man kann ggf. das Gehalt zusammensparen. Gestern überhörte ich, wie ein in einem Cafe arbeitender Araber sich bei seiner Chefin über seine Arbeitsstunden beschwerte. Zwölf Stunden täglich bringen ihn auf sage und schreibe 5000 Schekel pro Monat (ca. 1000 Euro). Allerdings habe er keine Zeit, das Geld auszugeben, denn er sei ja nur auf der Arbeit. Genervt und gestresst. Die Chefin versprach, sich um die gewünschte Stundenkürzung zu kümmern.
Was ist wichtiger ? Die Kohle oder mehr Freizeit ?
Eine Frage, die mir nicht selten von Freunden ans Herz gelegt wird. Wer jung ist, der schaut schon eher aufs Geld, doch Geld ist nicht alles.
Was die jungen Hilfskräfte betrifft, so hoffe ich, dass sie den Absprung finden und nebenher eine Ausbildung machen bzw. auf die Uni gehen. In Israel gibt es zwar keine Berufsschule in deutschem Sinne und von Beruf ist man das, was man gerade so schuftet. Nichtsdestotrotz ist eine Ausbildung wichtig.
Zeitabläufe
B"H
Gestern abend im ultra - orthodoxen Mea Shearim gewesen, um mit einigen Chassidim zu sprechen und einen Artikel über eine bestimmte Organisation zu schreiben. Dabei kamen mir Tausend Gedanken, was ich noch über Mea Shearim selbst erklären koennte / will. Gerade zu dem Stadtteil / Thema herrschen ja diverse, manchmal geradezu abenteuerliche, Vorstellungen. In den kommenden Tagen will ich dies einmal verdeutlichen bzw. den Stadtteil etwas erläutern. Aus einer anderen Sichtweise als der touristischen.
Mein Problem ist ausgerechnet in dieser Woche die Zeit, denn Purim lag mittendrin. Nachher muss ich weiter Kinder unterrichten und hoffentliche komme ich heute abend zum schreiben. Hoffentlich !
Wer auf FACEBOOK ist, der kann der von mir eröffneten Gruppe "Linat HaChesed" beitreten. "Linat HaChesed" verteilt Essen an die Armen in Mea Shearim. Nicht nur die dortigen Bewohner, sondern an alle Juden. Ebenso geben sie einiges an Geld an jene jungen Heiratswilligen, die kein Geld zum Heiraten haben.
Etwas mehr dazu HIER !
Wobei noch viele weitere Erklärungen folgen werden ...
Gestern abend im ultra - orthodoxen Mea Shearim gewesen, um mit einigen Chassidim zu sprechen und einen Artikel über eine bestimmte Organisation zu schreiben. Dabei kamen mir Tausend Gedanken, was ich noch über Mea Shearim selbst erklären koennte / will. Gerade zu dem Stadtteil / Thema herrschen ja diverse, manchmal geradezu abenteuerliche, Vorstellungen. In den kommenden Tagen will ich dies einmal verdeutlichen bzw. den Stadtteil etwas erläutern. Aus einer anderen Sichtweise als der touristischen.
Mein Problem ist ausgerechnet in dieser Woche die Zeit, denn Purim lag mittendrin. Nachher muss ich weiter Kinder unterrichten und hoffentliche komme ich heute abend zum schreiben. Hoffentlich !
Wer auf FACEBOOK ist, der kann der von mir eröffneten Gruppe "Linat HaChesed" beitreten. "Linat HaChesed" verteilt Essen an die Armen in Mea Shearim. Nicht nur die dortigen Bewohner, sondern an alle Juden. Ebenso geben sie einiges an Geld an jene jungen Heiratswilligen, die kein Geld zum Heiraten haben.
Etwas mehr dazu HIER !
Wobei noch viele weitere Erklärungen folgen werden ...
Mittwoch, 3. März 2010
Dubai will Netanyahu verhaften lassen
B"H
Der Polizeichef von Dubai macht einmal wieder von sich reden.
Was wird er nur tun, wenn die Angelegenheit zuende ist ?
Premier Benjamin Netanyahu sowie der Mossad - Boss Me'ir Dagan sollen verhaftet werden. Wenn möglich so richtig international. Die Frage ist, ob sich da der Polizeichef nicht verrennt, denn noch ist gar nichts bewiesen geschweige denn aufgeklärt.
Details HIER !
Moslemische Rechte und Pflichten in Europa
B"H
"Sultan Knish" schrieb einen sehr guten Artikel zum Thema "Moslems verlangen immer mehr Rechte und wie sie selber daheim ihre Gastbewohner / arbeiter behandeln".
Die EU sowie die UN jammern über die "Behandlung" der Palästinenser, doch über die Vertreibung / Diskriminierung der in arabischen Ländern lebenden Juden wird sorgsam geschwiegen.
"Sultan Knish" schrieb einen sehr guten Artikel zum Thema "Moslems verlangen immer mehr Rechte und wie sie selber daheim ihre Gastbewohner / arbeiter behandeln".
Die EU sowie die UN jammern über die "Behandlung" der Palästinenser, doch über die Vertreibung / Diskriminierung der in arabischen Ländern lebenden Juden wird sorgsam geschwiegen.
An alle gestörten Kommentareschreiber
B"H
Kommentare idiotischen Inhalts werden unweigerlich gelöscht !
Ich habe besseres im Leben zu tun als mich mit mental gestörten Gestalten zu befassen. Wem langweilig ist, der suche sich eine Aufgabe im Leben.
Have a nice day you idiot !
Dienstag, 2. März 2010
Betriebsbedingte Gehirnwäsche
B"H
Die Sonne scheint und es wird wieder wärmer. Zum ersten Mal, nach wer weiss wie langer Zeit, stieg der Wasserpegel des See Genezareth (Kinneret) ÜBER die rote Warnlinie.
Israel erholt sich derzeit von den Schlechtwetterschäden und so mancher Bewohner Jerusalems schöpfte am Schabbat das eingedrungene Regenwasser aus seiner Behausung. Gestern kam auch noch Purim und irgendwie fand das Fest doch noch viele Besucher im Freien. Insbesondere im haredischen (ultra - orthodoxen) Stadtteil Mea Shearim, worüber ich HIER berichte.
Die "After - Purim - Zeit" ist angebrochen und heute fällt es noch schwer, an etwas anderes zu denken. Trotz all der schlechten Nachrichten von wegen Antisemitismusanstieg in der Welt (u.a. in Kanada 11 %) läuft alles weiterhin seinen typischen israelischen Alltagsgang.
In den nächsten Tagen wird der zweite IKEA Markt (nach der Niederlassung in Netanya) in Israel eröffnet. Südlich von Tel Aviv; in der Stadt Rishon LeZion. Der größte IKEA im Nahen Osten und er soll sogar den in Dubai hinter sich lassen.
Hinzu kommt die Eröffnung von H & M im Tel Aviver Azrieli Tower. Ebenso in diesem Monat und auf 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Ob IKEA demselben Verkaufs - Brainwashsystem unterliegt wie die Angestellten bei H & M ?
Eine Journalistin der Tageszeitung "Israel Hayom" bewarb sich bei H & M und publizierte am Freitag einen sarkastischen Artikel zu den Bewerbungsgesprächen bei der Bekleidungskette. Die Journalistin bewarb sich a la Günter Wallraff und durchlief die Bewerbungsphase bei H & M. Eine Verkäuferin bei H & M nenne sich "Verkaufsberaterin". Zu einem Stundenlohn von 22 Schekel / Stunde (ca. 4 Euro) müsse man soviel an die Kundschaft bringen wie nur möglich. Platz zum Individualismus bleibe nicht, denn die neuen H & M Angestellten sollen sich gefälligst der Ideologie des Konzernes anpassen. Denken wie H & M und auf dumme Fragen an den Arbeitgeber verzichten. Die Journalistin muckte auf und stellte Fragen wie "Ob man Überstunden arbeitet" oder "Ob die Angestellten Rabatte auf ihren Einkauf erhalten". Bewerber, die dem Alter nach ihre Eltern hätten sein können, machten sich klein, um eine Stelle zu erhaschen.
Was für ein Leben einem solchen vorprogrammierten Gedankengut hinterherzulaufen. Genau wie die Microsoft Leute, von denen ein Denken wie Bill Gates erwartet wird. Nicht nur, dass die Sklaverei in der Firma stattfindet; jetzt breitet sie sich sogar schon im Hirn aus.
Nicht selten erlebe ich es bei jungen Tel Aviver, sich den Regeln ihres Arbeitgebers vollends unterzuordnen. Man identifiziert sich total mit der Firmenidiotieideologie, dass es sogar schon heißt, der Betrieb gehöre demjenigen Angestellten. Allerdings ist dies nur zu vernehmen, wenn der Boss abwesend ist.
Diese schleimende Gekrieche macht zu schaffen und ich frage mich, wie weit die Menschheit bereit ist, sich allem und jedem Schwachsinn zu unterwerfen.
Purim in Hebron
B"H
An Israeli soldier wears a mask of Osama Bin Laden during a celebration for the Jewish holiday of Purim in the West Bank Jewish settlement of Kiryat Arba near Hebron February 27, 2010. Settlers in Kiryat Arba also marked the 16th anniversary of the Hebron mosque massacre by Baruch Goldstein, an Israeli settler, who went on a rampage inside Al Ibrahimi Mosque, killing 29 Palestinian worshippers.
Der Haredi rechts neben dem verkleideten Soldaten ist ein Bekannter von mir.
Wow, man begegnet Yaakov auch überall ! :-)
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