Dienstag, 20. Mai 2008

Der Lothar ist da


Maccabi Netanya

B"H

Lothar Mattäus hielt seine erste Pressekonferenz ab und was hatte er wohl zu berichten ? Was man halt scheinbar immer so sagt, bei einem Amtsantritt. Er, Lothar, wolle den Fußballclub Maccabi Netanya wieder dahin führen, wo man in den 70igern und 80igern schon einmal war. Nämlich an die Spitze.



Der deutsch - israel. Clubpräsident Daniel Jammer liest Matthäus alle Spielerwünsche von den Augen ab. Jedenfalls ist ein riesen Budget in Planung. Aber dennoch darf die Realität nicht vergessen werden, die da lautet, dass Maccabi Netanya das letzte Spiel mit 3:0 gegen Beitar Yerushalaim verlor. Netanya ist nicht Jerusalem, aber vielleicht geschieht ja ein Wunder.

Homepage Maccabi Netanya

Identitäten

B"H

Oberflächliche Bekannte von mir, sie kommt aus Chile und er aus Deutschland, machten vor gut einem Jahr Aliyah nach Israel. Die Ex - Chilenin erzählte mir schon vor längerer Zeit, dass sie kurz nach der Aliyah Einladungen von der Organisation "Noam" erhielten. Hingehen wollte das Paar jedoch nicht. Kein Interesse.

Aufgrund meines Blogs bekam ich vor einem knappen Jahr eine e - mail von "Noam". Bei "Noam" handelt es sich um eine Organisation deutscher und österreichischer Neueinwanderer. Keine Ahnung, aber vielleicht sind ja die Schweizer auch dabei.
Jedenfalls ließ "Noam" mich wissen, dass ich ja auch zu den Treffs deutscher Neueinwanderer in Jerusalem kommen könne. Ich schaute mir deren Site an und verlor sofort das Interesse. "Noam" ist eine Beginner - Organisation; sprich wer neu im Land ist, mag darauf anspringen.

Und ich schätze einmal, dass es meine manchmal negative Berichterstattung über russische Neueinwanderer in Israel war, die "Noam" gleich darauf aus meinem e - mail - Leben wieder verschwinden liess. Sorry, aber genau zu der Zeit vor einem Jahr machten russische Neonazis Israel unsicher und da berichte ich ohne falsche Rücksicht auf die deutsch - russischen Mitglieder bei "Noam". "Noam - Liste" hin oder her. Die Realität sollte dabei nicht vergessen werden.

Im kommenden Monat zelebriere ich mein achtes Aliyah - Jubiläum. In Israel bin ich insgesamt mehr als zehn Jahre und als ich offiziell Aliyah machte, kannte ich Land, Leute und Sprache schon. Seit meinem ersten Israelaufenthalt (1987) war es mir wichtig, mich zu akklimatisieren. Die Sprache zu erlernen und Israelis kennen zulernen. Viel wichtiger als zum Grillabend bei Deutsch - Russen anzutreten. Ich lebe in einem anderen Land, dessen Staatsbürgerschaft ich besitze und mit dem ich mich identifiziere. Und wenn ich zu Treffs gehe, dann mit Israelis, wo man so richtig schön ins Tischtuch schniefen kann.

Viele mögen mein Verhalten nachvollziehen können; im Ausland suche ich keine Kontakte zu Deutschen. Ups, Ausland ist Israel nun für mich wahrlich nicht. Die Male, in denen ich in den acht Jahren Kontakte mit Deutschen hatte, kann ich aufzählen. Derzeit ist es manchmal etwas mehr, denn aufgrund meiner Blogs bekomme ich ab und an e - mail - Einladungen zu Treffen. Ansonsten befinden sich keine Deutschen, Schweizer oder sonstige Deutschsprachige in meinem engeren Bekanntenkreis. Der beschränkt sich auf Amerikaner, Kanadier, Briten, Südameriker und gebürtige Israelis.

Schon meine frühere Ulpanlehrerin (Hebräischsprachkurs) paukte uns pausenlos ein, wie unabdingbar es sei, so schnell wie möglich die hebräische Sprache zu erlernen. Und, sie hatte Recht. Zwar schreibe ich Deutsch, benutze jedoch die Sprache aktiv sprechend so gut wie nie. Dem einen oder anderen Neueinwanderer mag es wichtig erscheinen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Für mich waren jedoch die Gleichgesinnten von Beginn an Israelis und ich suchte meinen Bekanntenkreis woanders. Und bei der Aliyah - Hilfe war die British Olim Society (ebenso zuständig für Deutschland) eine ausreichende Hilfe. Zumindest jene im Tel Aviver Office.

Wenige Jahre nach der Einwanderung fällt in der israel. Realität sowie im Sprachjargon die Bezeichnung "Oleh Chadasch - Neueinwanderer" weg. Man ist kein Oleh Chadasch bzw. Olah Chadascha mehr, sondern Teil des Volkes. Und ich denke, dass man auch so handeln sollte. Nicht, dass jemand nun seine vorherige Indentität in den Müll werfen soll; aber eine Neuidentifizierung ist ebenso unverzichtbar.

Montag, 19. Mai 2008

Willkommen im Dreck





B"H

Seit Wochen drängeln sie sich um den Tel Aviver Zentralen Busbahnhof.
"Zentraler Busbahnhof in Tel Aviv", das bedeutet nie etwas Gutes. Keine Ästhetik, sondern reiner Dreck. Hier steigt man in den Bus und verlässt den Ort so schnell man kann. Oder wie sagte ein Wachmann zu mir: "Der Busbahnhof ist der abgefackelste Platz in Tel Aviv."

Gestrandete fanden gerade hier schon immer eine gewisse Zuflucht. Man verkriecht sich in die dreckigen Nebenstraßen und pennt dort in Hauseingängen. Junkies, Russen, Illegale, Prostituierte, alles ist dabei. Und nun sind auch noch sie gekommen. Illegal über die ägyptische Grenze nach Gaza und dann irgendwie ins israel. Kernland vorgedrungen. Die Sudaner und ein paar aus Eritrea sind auch darunter.
Dem Sudan entkommen, sind sie erst ins Paradies Ägypten geflohen. Da war es aber auch nicht besser und nun suchen sie in Tel Aviv das Sprungbrett in den reichen Westen. USA oder Europa. Egal.

Israel gibt sich unfähig. Zuerst schob man viele der illegalen Afrikaner ab und dann gab man irgendwann auf. Wer sich morgens um 8.00 Uhr in der Ben Yehudah Street vor dem Büro der UNO einfindet, der bekommt etwas zu sehen. Hunderte Afrikaner versammeln sich und warten auf eine Lösung. Die UNO soll's richten.
Währenddessen pennen sie rund um den Busbahnhof, vorzugsweise im Levinsky Park. Ein paar Abbruchhäuser drumherum halten sie besetzt und breiteten ihre Matratzen aus. Beschützt wird die Unterkunft von anderen Sudanesen. Man weiss ja nie, wann die Ausländerpolizei die nächste Razzia steigen lässt.

Katastrophe Ghetto. Keiner will sie und sie wissen das. Aber ist das nicht egal, wenn man eh nicht zurück in den Sudan kann ?
Israel muss handeln oder wir sehen einem neuen Ghetto entgegen.

Ein Fünkchen Hoffnung



B"H

Die Mehrheit unserer Knesset - Abgeordneten ist bekanntlich hemmungslos bestechlich, wobei Premier Olmert mit allerbestem Beispiel vorangeht. Gewöhnt haben wir uns mittlerweile an vieles und wen regt das alles noch auf ? Selbst bei Neuwahlen haben wir keine neuen integeren Alternativen. Wen soll man denn noch wählen ? Wenn heute Wahl wäre, dann bliebe auch ich daheim.

All das ist jedoch gar nichts gegen die fiesen Machenschaften eines Arkadi Gaydamak. Gaydamak der russisch - israel. Milliardär, der sich hier seit einigen Jahren breitmacht. Mit seinem Geld kommt er daher und meint, alles und jeden kaufen zu können; selbst Anerkennung. Die Milliarden aber kennen Grenzen und das muß auch Arkadi Gaydamak immer wieder neu erfahren. In Israel laufen gleich mehrere Verfahren gegen ihn: Steuerhinterziehung, Geldwäsche und illegaler Waffenhandel. Gaydamak seinerseits streitet alles ab. Und wie ? Auf Englisch, denn des Hebräischen ist der Gute nicht mächtig.

Er will den Politiker das Fürchten lernen, denn insgeheim sieht er sich schon als zukünftiger Ministerpräsident. Allerdings muß auch er klein anfangen und daher liess er sich erst einmal als Kandidat für die kommenden Jerusalemer Bürgermeisterwahlen aufstellen. Und wie war sicher war er sich ? Jahrelang schon spendet er den Haredim (Ultra - Orthod.) Geld für deren relig. Einrichtungen. Und was ist der Dank ? Die Religiösen versagen ihm die Unterstützung im Wahlkampf. Soweit reicht die Liebe dann auch wieder nicht.

Und wer freiwillig keine Liebe bekommt, der kauft sie sich halt. Und so kauft der Arkadi alles auf, aber die große Liebe mit dem Volke fand er noch nicht. Wenn man einmal von ein paar sozial Benachteiligten absieht, die sein Cash schnell einstrichen und genauso schnell wieder verschwanden. Sein letzter Coup, der Kauf des heruntergekommenen Jerusalemer "Bikur Cholim Hospital" war auch nicht die beste Idee. Wenn ich krank bin, dann lege ich mich nicht ins Bikur Cholim, sondern vorzugsweise ins "Shaarei Zedek", wie mir das vor wenigen Jahren passierte. Ich bin schließlich nicht lebensmüde und begebe mich in solch abgefackeltes Krankenhaus, in dem jetzt auch noch Gaydamak das Sagen hat. Neben dem lokalen Fußballclub "Beitar Yerushalaim" besitzt Arkadi Gaydamak also noch das "Bikur Cholim Hospital". Genug, um Bürgermeister zu werden, so dachte er. Allerdings sieht er seinen Stern sinken, denn die Leute nehmen zwar gerne sein Geld, er jedoch bleibt draußen im Regen stehen.

Aber wer dachte, Gaydamak gebe auf, lag falsch. Immerhin bleiben ja noch die Milliarden und da kann man schon etwas mit anfagen, so dachte es sich auch der Arkadi. Und dann legte er auch schon hinterrücks los. Drei Abgeordnete der Rentnerpartei "Gimla'im" wurden abgeworden. Nein, nicht abgeworben - "abgekauft". Wie war das da noch gleich mit "plötzlich neuen Limousinen vor dem Haus" und so ?

Gaydamak wollte sich doch tatsächlich in die derzeitige Knesset einkaufen. Zusammen mit den drei Abtrünnigen wollte er seine eigene Partei gründen und auch noch einen Ministerposten ergattern. Dem jedoch schob das Gericht schnell einen Riegel vor und heute bekam Gaydamak eine Totalabsage. Man will ihn in der Knesset nicht und sein Deal mit den drei Rentner sei illegal. Das vorläufige Aus aller Knesset - Träume.

Gaydamak ohne Hebräischkenntnisse scheint eines in diesem Land nicht zu begreifen. Er tut nichts, um sich in die israel. Gesellschaft einzugliedern, außer mit Geld um sich zu schmeissen. Noch nicht einmal reden kann er. Vielleicht täten die Leute ihn sogar irgendwie ins Herz schliessen, wenn er denn da nicht Russe wäre. Russe sein ist nicht gerade IN in Israel und wir Neueinwanderer wissen dies nur zu gut. Sagte man auch mir auf israel. Behörden, dass ich wenigstens kein Russe sei und mit dem gräßlichen Akzent glänze.

Arkadi glänzt nur mit Geld, aber selbst das scheint gerade allen Glanz zu verlieren.

Sonntag, 18. Mai 2008

Unser Mann in Damaskus



B"H

Zu meinem großen Entsetzen las ich in der Zeitung, dass sich heute der Todestag des Eliyahu ben Shaul Cohen schon zum 43. Male jährt.

Eli Cohen, unser Mann in Damaskus.

Kein anderer israelischer Spion hat es in der Geschichte des Staates Israels auf solch einen Bekanntheits - und Erfolgsgrad gebracht wie Eli Cohen.

Am 26.12. 1924 in Ägypten geboren, war der Jude Eli Cohen mit seinen arabischen Muttersprachkenntnissen die perfekte Tarnung für den Mossad. Und so wurde er in den Sechziger Jahren angeworben und unter der falschen Identität eines angeblichen syrischen Geschäftsmannes nach Argentinien geschickt. In Argentinien sollte er Businesskontakte zu arabischen Persönlichkeiten aufbauen. Probleme hatte Cohen dabei kaum, denn sein arabisch war absolut perfekt und akzentfrei.

Später übersiedelte er nach Damaskus, um für Israel den Erzfeind Syrien auszuspionieren. Dies war die Zeit vor dem Sechs - Tage - Krieg und der Golan somit noch in syrischer Hand. Und es war eine Spezilität der Syrer, über den Golan hinweg auf israel. Gebiet vorzudringen und Bewohner der umliegenden Gebiete niederzumetzeln.

Unter dem Tarnnamen "Kamal Amin Ta'abet" lebte Eli Cohen als Spion in Damaskus. Aber nicht nur einfach so, denn innerhalb der kurzen Zeit hatte er wichtige Verbindungen zu den politischen Machthabern des Lande aufgebaut. So ging er bei den syrischen Militärs und Politikern ein und aus.

Geheime Informationen flossen nur so und Israel konnte sich auf die syrischen nächtlichen Angriffe in Nordisrael gut vorbereiten. Allerdings fiel die den Syrern allmählich auf.
Eli Cohen sandte all seine Infos via Funkgerät nach Israel. Im Januar 1965 kamen ihm von den Syrern angeheuerte sovietische Techniker auf die Schliche. Sie fingen die Radiowellen auf und konnten deren genaue Lage bestimmen.

Leider hatte Cohen übersehen, dass es fast jeden Abend einen Stromausfall in einem anderen Stadtteil gab. Die syrische Regierung wollte wissen, woher die Radiowellen genau kamen. Und somit kam das Aus. Cohen wurde verhaftet und die Syrer waren außer sich über den Coup. Eben noch seine islamischen Freunde, sahen sie ihn nun als Erzfeind gegenübersitzen. Die ganze Zeit hatten sie sich von einem israel. Mossad - Spion an der Nase herumführen lassen. Einem Spion, der in ihrem Haus ein und aus ging.

Trotz internationaler Interventionen wurde Eli Cohen am 18. Mai 1965 in Damaskus gehängt. Die Syrer vergaben ihm und sich selbst bis heute nicht. Es wird sogar gemunkelt, dass Eli Cohen Aussichten auf einen Ministerposten hatte. Man stelle sich vor, ein israel. Agent als syrischer Minister. So eine Blamage und so fühlten sich denn auch die Syrer in ihrer Ehre gekränkt. Plötzlich waren sie die Lachnummer der ganzen Welt.

Aus Rache wurde bis zum heutigen Tage die Leiche Eli Cohens nicht an Israel freigegeben. Seine Witwe, seine Tochter, Politiker, alle baten darum, doch die Syrer bleiben unversöhnlich.
Eli Cohen, der Name läßt ihnen immer noch die Schamesröte ins Gesicht steigen.

Für Israel wirkten sich die präzisen Militärangaben Cohens positiv aus. Im zwei Jahre später folgenden Sechs - Tage - Krieg (Juni 1967) konnte die syrische Armee besiegt werden, denn alle ihre Stellungen waren bestens bekannt.

Und Eli Cohen ist in Israel bis heute der große unvergessene Held.

Links:

Die Eli Cohen - Site

Biographie

Mossad - Akte Eli Cohen

Freitag, 16. Mai 2008

Ruhe in Sicht

B"H

Seit zwei Stunden befinde ich mich wieder in Jerusalem, denn an diesem anstehenden Schabbat bin ich bei Bekannten im ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim eingeladen. Eigentlich hatte ich den Schabbat woanders geplant, aber es kommt halt immer etwas dazwischen.

Nach Jerusalem zu fahren ist der einzige Graus. Solange George Bush hier weilt, steht der Verkehr still. Busse kommen nicht nach Jerusalem hinein oder hinaus, weil alle Zugangsstrassen abgeriegelt sind. Dazu hatte Präsident Schimon Peres zu einem internationalen Gipfel eingeladen. Michail Gorbatschov, Tony Blair, Henry Kissinger oder Elie Wiesel waren eingetrudelt. Doch wozu eigentlich ? Kann mir jemand den Grund dieses Gipfels verraten ? Gipfel für was ? Für abgehalfterte pensionierte Politiker, die sich auf Kosten des Steuerzahlers in den besten Hotels einquartieren ?
Ich mag so proletarisch wie die BILD - Zeitung klingen, doch ist die Zeit für die Protzerei denkbar ungünstig.
Otto Normalverbraucher hingegen muß sich in den Staus auf und ab quälen. Muß Mr. President nur aufs stille Örtchen, wird schon alles gesperrt.

Zur Stunde weilt Bush im Bible Lands Museum (neben dem Israel Museum) und danach geht es endlich zum Flughafen Richtung Heimat und die Jerusalemer können aufatmen. Schabbat.
Und das wäre ja noch schöner gewesen, wenn George uns hier den Schabbat ruiniert hätte.

Jaja, man ist wieder daheim im proletarischen Jerusalem und George Bush kann nur froh sein, nicht selbst einmal über den Machane Yehudah Markt gegangen zu sein, wo ihm die überteuerten Tomaten nur so um die Ohren geflogen wären. Aber von den Einheimischen sah er nichts, sondern schaute sich stattdessen lieber in seiner Presidenten - Suite den Sonnenaufgang über der Altstadt an.

Was hat der Staatsbesuch gebracht ?
Olmert sitzt mal wieder gesetzlich in der Patsche und geht anscheinend einem Gerichtsverfahren wegen Bestechung und Steuerhinterziehung entgegen. Bush hat eh nur noch wenige Monate Amtszeit vor sich. Und die Einzige, die sich ins Fäustchen lacht, aber gute Miene zum bösen Spiel betreibt, ist Außenministerin Zipi Livni. Sie nämlich möchte doch so gerne Olmerts Nachfolge antreten. Wenn man sie denn läßt, was ja auch noch in den Sternen steht. Ihre schleimige Männerkonkurrenz aus den eigenen Kadima - Reihen hat schon gierig Stellung bezogen (u.a. Shaul Mofaz und Me'ir Shitrit).

Na, dann, Schabbat Schalom !

Donnerstag, 15. Mai 2008

Die letzten Bush - News

B"H

George Bush ist hier und ich bekomme, G - tt sei Dank, nicht viel davon mit.

Hier seine heutige geplante Knesset - Rede.

Ich bin gespannt, ob er auf den gestrigen Raketeneinschlag in einem Aschkeloner Einkaufszentrum eingeht. Da dieser Punkt jedoch zu sehr auf der irrwitzigen Friedensagenda mit den Palis stören würde, denke ich einfach einmal, dass das Terrorattentat so gut wie möglich und äusserst elegant übergangen wird.

Die israelische Presse hingegen ist schon am lästern. Was will Bush die Festung Massada anschauen ? Steht nicht gerade die Festung als Symbol für das jüdische Überleben ?
Und was versteht schon ein George Bush davon ?

Wenn er mutig wäre, dann täte er Massada streichen und sich nach Ashkelon begeben.

Traum oder Alptraum ?

B"H

Bestimmt habe ich dieses Thema schon einige Male zuvor angeschnitten, dennoch verliert es anscheinend nie an Aktualität. Israel scheint auf Leute aus aller Welt eine magische Anziehungskraft zu haben. Und das nicht nur aus relig. Gründen, weil viele ausgerechnet hier den Meschiach vermuten oder sich auf die Suche nach G - tt begeben wollen. In Israel, wo doch G - tt und alles so original ist.

Deutsche Staatsbürger kommen entweder als Pauschaltouristen und schauen sich zwei Wochen das Land an; andere, meistens Jüngere, planen gleich von Beginn an einen längeren Aufenthalt. Beliebte Ziele dabei sind, wie kann es anders sein, der Kibbutz, aber auch anderweitige verschiedene Volontärsprogramme. Christliche Volontäre verschlägt es dabei oft in diverse Jerusalemer Hospize, wo sie einige Monate arbeiten. Zuviel Auswahl gibt es für Nichtjuden nicht, denn die Mehrheit der Freiwilligenprogramme ist auf Juden bezogen und so bleibt halt im Normalfall fast nur der Kibbutz übrig. Aber der Kibbutz hat seine eigenen Regeln und Mentalitäten und man lernt dort sicher alles kennen, nur keinen israel. Alltag. Der findet außerhalb der Kibbutzwelt statt und hat mit dem Leben dort nicht viel zu tun.

Irgendwann, und sei es nach auch erst nach einem Jahr, kommt dann die Zeit des Abschieds. Wehmut tritt ein und man würde schon noch gerne länger bleiben. Doch die meisten Volotärsprogramme sind zeitlich begrenzt und auch im Kibbutz kann man nicht ewig bleiben. Vielleicht liesse sich ja noch alles irgendwie regeln, wenn nicht eine Einrichtung dem Ganzen einen kräftigen Riegel vorschieben täte: "Das israelische Innenministerium - Misrad HaPnim".

Bei der bloßen Erwähnung des "Misrad HaPnim" läuft es vielen Touristen schon eiskalt den Rücken herunter. Das verhasste Amt der Visaverlängerung. Jeder Tourist erhält bei seiner Einreise nach Israel ein Drei - Monats - Visum.
Heute muß man sagen: "Fast jeder Tourist", denn die Ankömmlinge aus den GUS - Staaten (wenn sie nicht Aliyah machen) sowie jene aus Dritte Welt Ländern oder Fernost erhalten oft nur ein Ein - Monats - Visum bei der Einreise. So will man einen längeren Aufenthalt gleich von vornherein vermeiden, da diese Leute als potentielle Illegale gesehen werden. Heißt, sie stehen im Verdacht, auf der Suche nach einem besseren westlichen Leben zu sein und Israel als Sprungbrett zu nutzen. Sich hier einen Job zu suchen und in der Illegalität unterzutauchen.

Aber auch bei westlichen Touristen ist irgendwann Schluß mit der Visaverlängerung. Nach Ablauf der ersten drei Monate geht man auf sein lokales Innenministerium und läßt sich weitere drei Monate geben. Ich glaube, die Verlängerung kostet derzeit um die 150 Schekel (30 Euro). Danach wird es immer schwieriger. Das Ministerium will wissen, was man denn genau in Israel will und vor allem, wie man seinen Aufenthalt finanziert. Steckt da nicht doch ein illegaler Job dahinter, mit dem man sich über Wasser hält ? Jene, denen es erfolgreich gelang, eine ganze Zeit lang hierzubleiben, werden in der Regel nach einiger Zeit aufgefordert, dass Land zu verlassen. Mindestens ein Jahr muß man raus aus Israel und da hilft auch kein Jammern. Raus und ein Jahr warten, um dann wieder einreisen zu können. Und wieder befristet, versteht sich.

Vielleicht sollte ich immer wieder erwähnen, dass es auch bei diesen zeitlichen Regelungen Unterschiede gibt. Osteuropäer, Dritte Weltler, etc. stehen schon vorher auf den Abschußlisten den Innenministeriums, welches keine Gnade kennt. Man hat es ganz einfach satt, dass soziale Auffangbecken der Welt zu sein. Israel ist zu klein, um sämtliche Probleme der Welt bewältigen zu können. Und überhaupt, was wollen die Leute hier ? Sollen sie es doch in den USA versuchen.

Eine zweite gesetzliche Regelung, die nicht ungenannt bleiben soll ist, dass all jene Punkten der komplizierten Visavergabe bzw. das Land verlassen zu müssen, ausschließlich auf Nichtjuden zutrifft. Für Juden gelten anderweitige Regelungen.

Und genau damit kommen wir zum eigentlichen Punkt.
Vielen nichtjüdischen Touristen ist von vornherein klar, was sie erwartet. Irgendwann müssen sie halt raus und eine Aliyah (Einwanderung) wird ihnen sowieso nicht gestattet, da sie keine Juden sind. Und eine zeitweilige Aufenthaltsgenehmigung gibt es schon gar nicht. Nur so hier herumleben und eventuell illegal jobben ist keine Voraussetzung für ein Bleiberecht. Und so sind viele Touristen auf die irrationale Idee gekommen, alle Gesetze zu umgehen, in dem sie behaupten, Juden zu sein. Da kommen sie aufs Amt und behaupten steif und fest Juden zu sein und man solle ihnen gefälligst Aliyah bewilligen oder wenigstens ein neues Visum, wenn es geht für sechs Monate, auszustellen.

Für wie dämlich halten sie eigentlich die hiesigen Behörden ? Ein wirres Blabla soll das Ministerium veranlassen, die Aliyah - Papiere auszustellen ?

Offensichtlich glauben viele, dass wenn sie nur glaubwürdig ihre angebliche jüdische Abstammung erklären, sie es schon schaffen werden. Was für eine Illusion. Auch in den Ministerien hat man sich mittlerweile an die neue Touristenmasche gewöhnt und ohne eindeutige Abstammungspapiere gibt es gar nichts.
Nun, die Touristen wollen jedoch nicht aufgeben und haben sich etwas Neues einfallen lassen, indem sie im Ministerium behaupten, dass sie ja jüdisch seien, aber keine Papiere haben. Entweder wollen die "bösen" Großeltern daheim nichts herausrücken oder sie haben erst neulich erfahren, dass sie ja eigentlich Juden seien. Anhand sämtlicher nur erdenklicher Tricks versuchen die Touristen davonzukommen. Glauben tut ihnen schon keiner mehr, denn das halbe Office ist mittlerweile voll von angeblichen Juden ohne Papiere. Und einem Deutschen, der vorgibt keine Papiere zu haben, wird erst recht nicht geglaubt. Wie gut hatten doch die ihrerzeit die Nazis alles katalogisiert und bis heute kann jeder seine Papiere einsehen und ist registriert.

Osteuropäer hingegen meinen, für sie sei es leichter zu behaupten, alle Papiere verloren zu haben, denn schließlich war ja Krieg. Aber auch dem ist nicht so, denn das Holocaust - Museum Yad VaShem kann Mikrofilme aus den GUS - Staaten, Polen oder Rumänien anfordern und so Familienstammregister nachweisen.

Wer heutzutage vor Israelis behauptet, er sei Jude ohne Papiere, erhält meist nur mitleidige Blicke. "Oh, nein, nicht schon wieder ein Fake". Und das Innenministerium läßt sich erst recht nicht darauf ein. Papiere - ja oder nein ? Was anderes steht nicht zur Debatte.
Und falls ja, werden sie in einer speziellen Abteilung des Oberrabbinates auf ihre Richtigkeit geprüft.

Und immer wieder kommt die Frage auf - "Was versprechen sich solche Leute überhaupt ?" - und - "Was wollen die eigentlich hier ?"

Die offizielle Site des "Misrad HaPnim"
(Nur auf Hebr.)

Visa - Angelegenheiten

Mittwoch, 14. Mai 2008

Empfehlenswertes

B"H

Hier zwei interessante Links:

Ein in Sderot lebender Freund von mir berichtet von seinen Erlebnissen im Raketen - Alltag. David Farer ist genauso auf FACEBOOK zu finden !!!

Sderot Blog

und

Neues aus Jerusalem

Der kleine - große Unterschied

B"H

Was ich zuvor einmal nie für möglich gehalten hätte, so langsam gewöhne ich mich an Tel Aviv. Wobei ich natürlich betonen will, dass mein Herz immer noch dem Jerusalemer Lokalpatriotismus gehört. Wenn mir auch das gestrige Fußballspiel und der neue Pokalsieger Beitar Yerushalaim total egal sind.
Jaja, es geht halt nichts über die deutsche Bundesliga.

Einen Fußballclub wie Beitar, der von einem Kriminellen wie dem russ. - israel. Miliardär Arkadi Gaydamak aufgekauft wurde, kann und will ich nicht unterstützen. Aber das große Fußballauge schaut natürlich immer nach Tel Aviv zu den Clubrivalen Hapoel und Maccabi. Ups, heißt Maccabi nicht jetzt "Elektra" oder so ? Und wer sponsort da wieder wen ? Die fußballerischen Feindschaften kann man vergleichen mit den deutschen Zuständen zwischen Bayern München und Werder Bremen.

Aber zwischen den Städten Tel Aviv und Jerusalem geht es nicht nur darum, wer der Bessere in der 1. Liga ist. Beide Städte sind völlig unterschiedlichen Charakters und ihre Bürger unterschätzen sich leider gegenseitig viel zu oft. Da tun, zum Beispiel, die Jerusalemer Religiösen die Tel Aviver als unreie Säkulere ab, die nur ihren linken politischen Zielen folgen. Die Religion und das Schicksal Jerusalems sei denen doch absolut egal, wenn sie nur in Ruhe in Montefiori, Sheinkin oder der Dizengoff im Cafe hocken können. Ganz eindeutig sind die Tel Aviver von anderer Mentalität geprägt, aber so gleichgültig sind viele nun auch wieder nicht. Jerusalem ist die Heilige Stadt, aber, naja, sie ist halt weit weg.
Wenn auch nur 50 km.

Spirituell hingegen mag sie Tausende Kilometer entfernt sein und auch wieder nicht. Kurz gesagt, man findet in Tel Aviv alle nur erdenklichen Ansichten und Leute. Und genau diese Viefalt ist es, die Tel Aviv multikulti macht. Alles ist irgendwie erlaubt und keiner fällt schon mehr auf. Grüne Haare, rose Haare, was soll's ?
In Jerusalem dagegen schaut man schon darauf, dass alles seine Ordnung hat und grüne Haare im Machane Yehudah Markt ? Eher wohl an Purim.

Ohne Zweifel ist Tel Aviv offener; und das in jeder Hinsicht. "Die Stadt ist wie New York", sagte mir vor ein paar Tagen ein Amerikaner. Und auch die Palästinenser sehen sich lieber auf Ausflügen in "TA" als in Jerusalem. Neulich sagte mir ein junger Palästinenser, dessen Mutter Jüdin und der Vater Moslem ist, dass Tel Aviv ein Ort ist, an dem er sich frei bewegen kann. Nix da mit ständiger Polizeikontrolle und so. In Jerusalem habe doch jeder Polizist seine eigene kleine Polizistenwelt errichtet. "Sagste was, sitzte sofort im Knast, nur weil sich irgendein Heini sofort beleidigt und angegriffen fühlt". In Tel Aviv hingegen läßt man alle mehr oder weniger in Ruhe walten und selbst in den Carmel - Market kann jeder unbehelligt eintauchen, ohne sich von oben bis unten filzen lassen zu müssen, wie im Jerusalemer Machane Yehudah.

Ob jemand diese oder jene Stadt mag oder vielleicht beide Städte, kommt auf die eigene Mentalität an. Manchmal bin ich froh, in Jerusalem zu sitzen und dann wieder lieber in Tel Aviv. Gestern Abend ist es mir in Jerusalem zum ersten Mal passiert, dass ich "TA" vermisste. Oh je, welch Schande für einen Jerusalemer.
Optisch gibt es genügend unterschiede. Jerusalem ist halt antik und den Stil will man bewahren. Selbst mit dem neuen häßlichen Brückenmonster bei der Stadteinfahrt aus Richtung "TA". Jerusalem ist gemächlich, keine Ex und Hopp - Stadt und schon gar keine High - Tech - Trabantenstadt, in der sich die Firmen anhand von Bürotürmen repräsentieren müssen.

In Jerusalem sind Jobs rar und wer etwas auf sich hält, der zieht in die "Mercaz - Gegend (Großraum Tel Aviv). Das Jobangebot ist vielseitig und die Gehälter liegen höher. So verdienst beispielsweise eine Sekretärin in Jerusalem um die 4000 Shekel (800 Euro) monatlich. Ihr Tel Aviver Gegenpart bekommt für die gleiche Arbeit 7000 - 8000 Shekel (1400 - 1500 Euro). Klar, sind die Mieten in "TA" eine einzige Katastrophe und die Lebenshaltungskosten erst. Wer sparen will, der erledige seine Einkäufe auf dem Carmel - Market an der Allenby. Doch auch Jerusalem ist nicht mehr so billig, wie es einmal war. Das Problem ist, dass gerade dort die Preise, aber nicht die Gehälter steigen.

Die Wohnungssuche ist in beiden Städten chaotisch und ich will nicht beurteilen, wo es besser ist. Alles ist kompliziert und benötigt Zeit und Geduld. Auf alle Fälle sollte man niemals auf die erstbeste Gelegenheit springen, sondern abwarten. Das beste Rezept ist eh, sich nicht an die Zeitungsinserate zu halten, sondern sich privat unter der Hand umzuhören.

Die Mentalität ist unterschiedlich, die Preise und Jobs, was noch ?
Ganz klar, das Wetter. Tel Aviv hat Strand, Sonne und Meer und wer in Jerusalem aus dem Bus steigt, muß sich nicht selten erst einmal eine Jacke überwerfen. Ich zumindest tue das.

Wie gesagt, beide Städte sind Geschmackssache und gewöhnungsbedürftig. Dennoch bewahren sie sich ihren einzigartigen Charakter und wer einen Wechsel braucht, der begebe sich in beide Orte und geniesse.

Sorry, an all jene, die in Haifa und Umgebung wohnen. Viele sagen: "Leute zieht nach Haifa, da ist alles erschwinglich und nett". Stimmt das ?

Nur hat Haifa den Nachteil, ewig weit weg zu sein. Ich liebe den Mittelpunkt und will nicht in der Pampa enden. Tue ich damit Haifa jetzt Unrecht ?

Beitar ist Pokalsieger

B"H

In Jerusalem sind die Hangover heute besonders gross, denn der lokale Fussballclub Beitar Yerushalaim gewann gestern Abend den israelischen Fussballpokal. Beitar schlug Hapoel Tel Aviv mit 5:4 nach Elfmeterschiessen. Da wird der heute anstehende Bush - Besuch für viele nur zur Nebensache.

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1210668630046&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

Dienstag, 13. Mai 2008

Daten zum Bush - Besuch

B"H

Hier ein ausführlicher Plan des Besuches:

Mittwoch, 14. Mai 2008

11.00 Uhr
Landung auf dem Ben Gurion Flughafen

11.45 Uhr
Landung mit dem Hubschrauber in Jerusalem im Stadion von Givat Ram (gegenüber Olmerts Office)

14.20 Uhr
Treffen mit dem israel. Präsidenten Schimon Peres

15. 20 Uhr
Treffen mit Premier Ehud Olmert

20.00 Uhr
Teilnahme am derzeitigen internationalem Gipfel unter der Schirmherrschaft von Schimon Peres.
Ort: Binyanei HaUma - International Convention Center / Jerusalem

Donnerstag, 14. Mai 2008

9.00 Uhr
Besuch der antiken Festung Massada

13.15 Uhr
Knessetbesuch

19.00 Uhr
Empfang im Jerusalemer Israel Museum

20.30 Uhr
Abendessen bei Olmert

Freitag, 15. Mai 2008

10.00 Uhr
Besuch im Bible Lands Museum

11.30 Uhr
Verabschiedung am Ben Gurion Flughafen

Montag, 12. Mai 2008

Stau am Sicherheitszaun

B"H

Auf meinem Rückweg nach Tel Aviv erlebte ich zusammen mit allen Mitfahrern eine Überraschung der ganz besonderen Art. Zwischen 17.00 - 18.00 Uhr einen Bus nach Tel Aviv zu nehmen, gleicht dem reinen Wahnsinn.

Jerusalem, Zentraler Busbahnhof, zwei Buslinien fahren nach Tel Aviv.
Und das alle 15 Minuten. Wenn alles gutgeht.
Linie 480 zum Arlozoroff Bahnhof in Tel Aviv tauchte eine halbe Stunde lang nicht auf. Mehr als 50 Leute hatten sich schon in eine Schlange eingereiht. Nebendran verließ Linie 405 gerade die Plattform.
Ziel: Zentrale Busbahnhof Tel Aviv

Was ich sonst nie tue, ich entschied mich, Linie 405 zu nehmen. Und wie das so ist, plötzlich kamen zwei Linien 480 und ich stand am falschen Bahnsteig. Irgendwann kam Linie 405 und die Leute quetschten sich hinein.

Normalerweise dauert die Fahrt 40 Minuten. Bei Stau schon mal 1,5 Stunden.
Heute dauerte es fast drei Stunden. Ich weiss nicht warum, aber der Busfahrer nahm eine andere Route. Anscheinend war auf der Autobahn alles dicht und er dachte, auf der Autobahn nach Modi'in seien wir besser dran. Nichts war es.

Wir fuhren an arabischen Dörfern vorbei und am davor postierten Sicherheitszaun. Nach fast einer Stunde im Stau mitten am Sicherheitszaun erreichten wir einen Checkpoint. Israelischer Bus - also nur durchgewunken und nicht kontrolliert.
Und dann endlich an Modi'in vorbei auf die Autobahn nach Tel Aviv.

Modi'in



Das ganze Hin und Her dauerte länger als jeder normaler Stau, aber dafür nahmen wir alle an einer richtigen Seightseeing - Tour teil. Einmal Sicherheitszaun hin und zurück.

Im Bus: Busfahrt von Jerusalem zum Vorort Castel

Bush kommt wieder

B"H

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wann genau George Bush denn nun in dieser Woche nach Jerusalem kommt. Vorhin fuhr mein Bus am "King David Hotel" vorbei und da wird schon mächtig aufgebaut. Die weisse Trennwand vor dem Haupteingang ist auch wieder aufgezogen. So soll die Sicht auf die Tür versperrt werden. Nur frage ich mich, warum Bush überhaupt durch den Haupteingang tritt, wenn es doch soviele Alternativen gibt.

Im Innenhof wird sogar eine kleine Zeltstadt aufgestellt und die Angestellten haben mächtig zu tun. Alles wird eingeflogen: vom Faxgerät bis hin zu seinem Dienstwagen. Und die Jerusalemer müssen es wieder ausbaden, wenn alle Strassen gesperrt werden. Und das mitten im Berufsverkehr.

Bush drängt Olmert zu Entscheidungen und Olmert kämpft gleichzeitig um seinen Posten. 59 % der Israelis verlangen einen sofortigen Rücktritt Olmerts und die Opposition unter Benjamin Netanyahu schreit, dass man Israel nicht länger von einem Kriminellen regieren lassen kann. Wer weiss, was der anstellt.

Genau das fragen wir uns schon seit längerem. Was unterschreibt Olmert da eigentlich insgeheim ?

Gut, dass ich in dieser Woche kaum in Jerusalem bin und mich auch jetzt gleich wieder auf die Socken nach Tel Aviv mache.


Links:


Das Jerusalemer Zuhause von George W. Bush

Sonntag, 11. Mai 2008

Unser Ehud ?

B"H

Nun einmal ganz ehrlich… Wer braucht Ehud Olmert ?
Vielleicht seine Frau, doch ganz gewiß nicht der Staat Israel.

Zuerst versagte er als Jerusalemer Bürgermeister, war schon abgeschrieben und wenn Spezi Ariel Scharon den Ehud nicht aus dem Sumpf gezogen und ihn auf die Likud - Liste zu den Knessetwahlen gesetzt hätte, dann säße Ehud jetzt daheim und ginge seiner Frau Aliza beim Kunstmalen auf die Nerven.

Stattdessen aber wurde Premier Scharon krank und Olmert sah seine Chance gekommen. Rauf auf den Posten und nie wieder hergeben. Und seitdem klebt Ehud fest an seinem Stuhl und keiner weiß so richtig, wie man ihn loswerden kann. Die Kadimah - Partei plant schon lange ohne ihn und da Ehud seine Überlebenstaktiken und Seilschaften von Scharon lernte, hielt er sich wacker im Sattel. Viel zu bieten haben die Gegner eh nicht.

Jetzt aber knallt es richtig, denn Ehud hat einmal wieder ein weiteres Verfahren am Hals. Das ist nichts Neues und die kriminellen Aktivitäten unsers Premier sind wir nur allzu gut gewohnt. Aber wie sagte ein befreundeter Journalist letztens zu mir: "Ich sage Dir, diesmal kommt er nicht davon."
Hunderttausende soll der Ehud als Schmiergelder entgegengenommen haben. Offiziell wird sich mit Parteispenden herausgeredet, doch hiervon kann keine Rede sein.

Jetzt warten alle auf die Entscheidung unseres obersten Anklägers Meny Mazuz. Wird Olmert einem Strafverfahren entgegen sehen oder nicht ? Anscheinend ja und und die Zeit dafür scheint längst gekommen.

Diese Woche kommt wieder einmal der langsam scheidende George Bush und er will Entscheidungen sehen. Ehud soll in die Gänge kommen mit Friedensabkommen und so. Alles soll gefälligst hopplahopp gehen, denn vor seinem Amtsende will George Erfolge sehen. Einen Friedensvertrag im Nahen Osten.

Nur fragen sich hier alle "Welchen Friedensvertrag denn ?"
Israel ist kein Land, was man eben mal so vor dem Amtsende schnell verschachert. Und die Opposition verlangt, dass Olmert endlich kapiert, dass unser Land keine Ramschimmobilie wie seine Häuser ist.

Was auch immer auf einem eventuellen Papier in dieser Woche stehen mag, die israel. Mehrheit wird dem nicht zustimmen. Ein Frieden ist nicht in Sicht und nur weil er in einigen verwegenen Europäer - oder Amerikaköpfen existiert, hat dies noch lange nichts mit der Realität zu tun.

Und der Kassam - Ticker tickt weiter:
Gestern schlugen 22 Kassam - Raketen in und um die Negevstadt Sderot ein. In einem naheliegenden Kibbutz wurde ein im Garten arbeitender Mann tötlich verletzt.