B"H
Nichts belastet meine Nervenstränge mehr als des nachts durchzumachen. Noch nie war ich der Typ dafür, denn mein Hangover zieht sich gewöhnlich lange hin. Das "sich betrinken" spielt hierbei keine Rolle, da nur das Aufbleiben allein mich schon fertigmacht.
Schon lange war es mein Traum, einmal eine ganze Nacht in Tel Aviv durchzumachen und diesen erfüllte ich mir in der letzten Woche am Unabhängigkeitstag. Keiner meiner Freunde wollte dabei sein und so zog ich es allein durch. Beim nächsten Mal weiß ich, was ich diesbezüglich besser machen muß. Und ein nächstes Mal wird es sicher geben.
Der Abend des 60. Unabhängigkeitstages begann gemächlich. Offiziell begann er um 20.00 Uhr, doch Israelis rennen nicht sofort eine Minuten nach 20.00 Uhr los. Man wartet und geht später, denn das hat mehrere Vorteile. Erstens beginnen israel. Feiern kaum pünktlich und wer eine halbe Stunde später kommt, verpasst in der Regel nichts. Und zweitens finden sich die Menschenmassen eh immer erst spät ein.
Während in Jerusalem die Kids mit dem beliebten Schaumspray auf alles sprühen, was sich bewegt, geht es in Tel Aviv ruhiger zu. Fast deutsch gesittet. Kein Gegröhle und Gesprühe, sondern man sitzt im Cafe in der Dizengoff Street. Downtown Tel Aviv ist immer gut zum Feiern und gerade die Dizengoff ist innerhalb der letzten zehn Jahre einem kompletten Wandel unterlaufen. 90 % der heutigen Geschäfte sind nagelneu. Von den Cafes bis hin zum Suschi und dem Mexikaner. Und wenn gefeiert wird, dann ist die Lokalität in den meisten Fällen der riesige Platz vor dem Rathaus. Im November 1995 wurde der damalige Premier Yitzchak Rabin hinter der Rathaustreppe ermordet und seitdem trägt der Platz den Namen "Kikar Rabin - Rabin Platz".
21.30 Uhr (Mittwoch)
Am vergangenen Mittwoch abend strömten die Massen durch die Chen und Gordon Street zum Kikar. Die Stadtverwaltung hatte sich Mühe gegeben und viel Kleingeld investiert. Dekorative Lichterketten verzierten das Event. Die heimische Presse war schon vor Ort und übertrug live in alle Landesteile.
Der erste Teil der Veranstaltung war offenbar für "ältere" Herrschaften gedacht. Soll ich mich da jetzt dazuzählen ?
Die vorgetragenen Lieder spiegelten die israel. Vergangenheit wieder: "Kan ani noladeti" oder "Barba'abba - Ejn kamocha ba'Olam". Danach ging es über zur grandiosen Lasershow mit Feuerwerk. Nur um hinterher wieder bei den älteren Lieder zu landen. Der einstige Grand Priz D'Eurovision Sieger (von 1978) ,Yissachar Cohen, sang was das Zeug hielt.
Nach den älteren Semestern sollte die Jugend an der Reihe sein. Die Sänger Ivri Lieder sowie Dana International wollten große Konzerte geben. Beide waren mir jedoch zuviel auf einmal. Ivri Lieder ist homosexuell und bei Dana International handelt es sich bekanntlich um einen zur Frau umoperierten Mann. Hätte Bürgermeister Uri Lupolianski die beiden in seiner Stadt Jerusalem so laut angekündigt, wäre er sicher von den Haredim gesteinigt worden. Und nicht nur von denen. In Tel Aviv jedoch scheint irgendwie alles wurscht zu sein. Dennoch, schon gleich nach dem Ende der Lasershow zogen die Zuschauer davon und Yissachar Cohen machte gute Miene zum Spiel, denn er bekam kaum Applaus.
24.30 Uhr (Donnerstag)
Ich rückte auch irgendwann ab und machte mich auf den Weg zum Strand. Ein wenig romantische Meeresluft zum Unabhängigskeitstag schnuppern. Die Breslover Chassidim aber kamen dazwischen, indem sie sich durch die Dizengoff tanzten. Drei Kleintransporter rollten an mit installierten Lautsprechern auf dem Dach. Und dann wurde wild auf der Straße zur dröhnenden Techno Music gehopst. Die Breslover sind unbeschreiblich und jeder sollte sie einmal life erleben. Die so als säkuler bekannten Tel Aviver machten größtenweils mit und stimmten euphorisch mit ein. Absoluter Höhepunkt war als die Breslover einen Stadtbus kaperten und auf dessen Dach tanzten.
Aber irgendwann waren auch die Chassidim am Ende und wer nicht gerade auf Konzert am Kikar Rabin machte, der begab sich zum Strand. Beach time und Tausende, meiste junge Leute, bevölkerten den Strand. Die Polizei untersagte das Grillen und so wurde vor dem Strand das Steak auf den Grill geschmissen. Alkohol floß, aber lange nicht übertrieben. Was recht auffällig war – viele philippinische Gastarbeiter feierten mit. Schon am Kikar Rabin waren sie zahlreich vertreten gewesen.
3.30 Uhr (Donnerstag)
Ich nickte auf meinem Sitzplatz am Strand ein. Nichts ging mehr und alle konnten um mich herum feiern wie sie wollten, ich war ausgeschaltet und wachte erst wieder gegen 6.00 Uhr morgens auf. Als ich mich umschaute, lagen da sämtliche Leute schlafend um mich herum. Ich suchte ein Café um zu frühstücken, was nicht so einfach war.
6.30 Uhr (Donnerstag)
Alles war dicht am Feiertag; jedenfalls so früh am Morgen. Ich lief eine ganze Weile bis ich in der Ibn Gavirol auf das "Aroma" stieß. Gegen 7.00 Uhr brannte schon wieder die Sonne und etwas später ging ich zurück zum Strand.
9.00 Uhr (Donnerstag)
Dort wiederum war schon high life und die Polizei hatte die Nebenstraßen gesperrt. Der Armeesender "Galei Zahal" sendete eine Radio – Live – Show und in kürze sollte eine Militärshow starten. Israelis lieben es am Unabhängigkeitstag Armeeshows anzusehen. Kampfflugzeuge und so.
Kaum im Sand angekommen, schlief ich schon wieder ein bis es dröhnend aus den Lautsprechern erschallte, dass nun die Show beginne. Mit Show war nicht viel, denn sechs Fallschirmspringer wurden abgeworfen. Die Zuschauer waren begeistert und aus dem Lautsprecher waren nun Erklärungen zu vernehmen. Was die Fallschirmspringer jetzt taten und welcher Bauart das Flugzeug war. In anderen Worten, mir war furchtbar langweilig und ich begab mich auf den Weg nach Jerusalem. Dort angekommen hörte ich, dass einer der Fallschirmspringer einen Unfall verursacht hatte, indem er fälschlicherweise in der Zuschauermenge gelandet war. Acht Verletzte.
14.00 Uhr (Donnerstag)
Jerusalem war fast tot. Das Wetter war kalt und alle Läden geschlossen. Die Leute schauten griesgrämig und ich mir war sofort klar, dass ich den nächsten Unabhängigkeitstag wieder in Tel Aviv verbringen werde
Alltägliches Leben in Jerusalem - Sarkastische Stories - Witziges und Ernstes -------- Copyright All rights reserved - 2006 - 2012 ---- All Texts are written by Miriam Woelke.
Sonntag, 11. Mai 2008
Freitag, 9. Mai 2008
Mietexplosionen
B"H
Wer sich dieser Tage auf Wohnungssuche begibt, hat es alles andere als einfach und kann so richtig was erleben. Der Wohnungsmarkt in Jerusalem ist nahezu hoffnungslos überlastet. Das derzeitige Angebot hält sich in Grenzen, doch die Nachfrage rast in die Höhe. Und die Mieten gleich mit dazu.
Wer ausgerechnet in Tel Aviv billig zu wohnen beabsichtigte, der zog nach Tel Aviv - Süd. Etwas asozial und im krassen Gegensatz zum noblen Tel Aviv - Nord stehend, aber was soll's. Verglichen mit anderen Stadtteilen ist der "soziale Brennpunkt" Tel Aviv - Süd mit ca. 3000 Schekel (600 Euro) für eine Drei - Zimmer - Wohnung noch erschwinglich. Was heißt erschwinglich ?
Der Preis ist geradezu Wucher.
Jetzt aber hat es auch noch die haredischen (ultra - orthod.) Geschäfte ereilt. Deren Kundschaft besucht teilweise keine israel. Shopping Malls (Caniyons) und daher besteht eine hohe Nachfrage in den eigenen haredischen Stadtteilen. In Jerusalem trifft dies auf die Malchei Israel Street in Ge'ulah zu und in Bnei Brak (nahe Tel Aviv) zählt die Rabbi Akiva Street zu den beliebten Malls.
Aktuelle Statistiken haben nun ergeben, dass die Ladenmieten pro Quadratmeter hier um ein Weites höher liegen als jene säkulerer Läden in lukrativen Malls im Großraum Gusch Dan (Tel Aviv). Zum Beispiel beträgt der Quadratmeterpreis für einen Laden in der Rabbi Akiva in Bnei Brak satte 80 - 100 Dollar.
Im säkuleren Tel Aviver Dizengoff Center hingegen beträgt die Miete nur 70 Dollar pro Quadratmeter. Ebenso in der säkuleren Tel Aviver Einkaufsstraße Ibn Gavirol werden nur Ladenmieten bis zu 50 Dollar pro Quadratmeter verlangt.
Wer bisher der Meinung war, dass gerade die Haredim günstiger dran sind, der sollte seine Meinung schleunigst ändern. Da Haredim es gewöhnlich vorziehen, in ihren eigene Stadtteilen zu leben, steigen natürlich auch die Mieten an. Und Mea Shearim ist schon viele Jahre kein Mieterparadies mehr.
Und so langsam wird es auch Tel Aviv - Süd erwischen, denn dort sollen in absehbarer Zeit riesige Wohn - und Bürotürme entstehen. 20% der Neubauten sind für Tel Aviv - Süd geplant und somit steigen auch dort die Mieten ins Unendliche.
Stadt der Türme - Tel Aviv

Blick auf die Strandhochhäuser
Wer sich dieser Tage auf Wohnungssuche begibt, hat es alles andere als einfach und kann so richtig was erleben. Der Wohnungsmarkt in Jerusalem ist nahezu hoffnungslos überlastet. Das derzeitige Angebot hält sich in Grenzen, doch die Nachfrage rast in die Höhe. Und die Mieten gleich mit dazu.
Wer ausgerechnet in Tel Aviv billig zu wohnen beabsichtigte, der zog nach Tel Aviv - Süd. Etwas asozial und im krassen Gegensatz zum noblen Tel Aviv - Nord stehend, aber was soll's. Verglichen mit anderen Stadtteilen ist der "soziale Brennpunkt" Tel Aviv - Süd mit ca. 3000 Schekel (600 Euro) für eine Drei - Zimmer - Wohnung noch erschwinglich. Was heißt erschwinglich ?
Der Preis ist geradezu Wucher.
Jetzt aber hat es auch noch die haredischen (ultra - orthod.) Geschäfte ereilt. Deren Kundschaft besucht teilweise keine israel. Shopping Malls (Caniyons) und daher besteht eine hohe Nachfrage in den eigenen haredischen Stadtteilen. In Jerusalem trifft dies auf die Malchei Israel Street in Ge'ulah zu und in Bnei Brak (nahe Tel Aviv) zählt die Rabbi Akiva Street zu den beliebten Malls.
Aktuelle Statistiken haben nun ergeben, dass die Ladenmieten pro Quadratmeter hier um ein Weites höher liegen als jene säkulerer Läden in lukrativen Malls im Großraum Gusch Dan (Tel Aviv). Zum Beispiel beträgt der Quadratmeterpreis für einen Laden in der Rabbi Akiva in Bnei Brak satte 80 - 100 Dollar.
Im säkuleren Tel Aviver Dizengoff Center hingegen beträgt die Miete nur 70 Dollar pro Quadratmeter. Ebenso in der säkuleren Tel Aviver Einkaufsstraße Ibn Gavirol werden nur Ladenmieten bis zu 50 Dollar pro Quadratmeter verlangt.
Wer bisher der Meinung war, dass gerade die Haredim günstiger dran sind, der sollte seine Meinung schleunigst ändern. Da Haredim es gewöhnlich vorziehen, in ihren eigene Stadtteilen zu leben, steigen natürlich auch die Mieten an. Und Mea Shearim ist schon viele Jahre kein Mieterparadies mehr.
Und so langsam wird es auch Tel Aviv - Süd erwischen, denn dort sollen in absehbarer Zeit riesige Wohn - und Bürotürme entstehen. 20% der Neubauten sind für Tel Aviv - Süd geplant und somit steigen auch dort die Mieten ins Unendliche.
Stadt der Türme - Tel Aviv
Blick auf die Strandhochhäuser
Flohmarkt
B"H
Rund um den Tel Aviver Dizengoff Square findet jeden Dienstag und Freitag ein wöchentlicher Flohmarkt statt.
Öffnungszeiten
Dienstag 12.00 - 22.00 Uhr
Freitag 8.00 - 16.00 Uhr
Rund um den Tel Aviver Dizengoff Square findet jeden Dienstag und Freitag ein wöchentlicher Flohmarkt statt.
Öffnungszeiten
Dienstag 12.00 - 22.00 Uhr
Freitag 8.00 - 16.00 Uhr
Donnerstag, 8. Mai 2008
Feuerwerk & Hoffnung
B"H
Das beste Feuerwerk, welches ich jemals in meinem Leben sah, fand gestern abend in Tel Aviv statt. Tausende hatten sich mit Kind und Kegel auf dem "Kikar Rabin - Rabin Square" vesammelt, um dem Schauspiel beizuwohnen. Gleichzeitig gab es eine gigantisce Laser - Show.
Der einzige, der störte, war der extreme linksgerichtete Bürgermeister Ron Hulda'i, der die Veranstaltung ziemlich auf "Friedensinitiative" getrimmt hatte. Jedenfalls zeigten die Dias auf den Leinwänden genügend Friedensschmalz mit Tauben.
Tel Aviv versteht zu feiern und investierte viel. Die Zuschauer dankten.
Kikar Rabin am gestrigen Abend (Beginn des Independence Day)

Aber nicht nur am Kikar Rabin vor dem Rathaus wurde gefeiert. Die Breslover Chassidim machten nach Mitternacht die Shopping Mall Dizengoff Street unsicher. Wild zur Techno Music tanzend blockierten sie den Verkehr, was jedoch niemanden störte. Es war Party Time und die Zuschauer genossen die Breslov Show.
Das beste Feuerwerk, welches ich jemals in meinem Leben sah, fand gestern abend in Tel Aviv statt. Tausende hatten sich mit Kind und Kegel auf dem "Kikar Rabin - Rabin Square" vesammelt, um dem Schauspiel beizuwohnen. Gleichzeitig gab es eine gigantisce Laser - Show.
Der einzige, der störte, war der extreme linksgerichtete Bürgermeister Ron Hulda'i, der die Veranstaltung ziemlich auf "Friedensinitiative" getrimmt hatte. Jedenfalls zeigten die Dias auf den Leinwänden genügend Friedensschmalz mit Tauben.
Tel Aviv versteht zu feiern und investierte viel. Die Zuschauer dankten.
Kikar Rabin am gestrigen Abend (Beginn des Independence Day)

Aber nicht nur am Kikar Rabin vor dem Rathaus wurde gefeiert. Die Breslover Chassidim machten nach Mitternacht die Shopping Mall Dizengoff Street unsicher. Wild zur Techno Music tanzend blockierten sie den Verkehr, was jedoch niemanden störte. Es war Party Time und die Zuschauer genossen die Breslov Show.
Mittwoch, 7. Mai 2008
Happy Independence Day !!!!!
B"H
Allen einen tollen Unabhängigkeitstag und fröhliches Feiern.
Ich habe mich entschlossen, am heute Abend beginnenden Feiertag etwas zu unternehmen. Man hat ja sonst nicht viel zu tun. Und von daher werde ich überwiegend an den Tel Aviver Festivitäten teilnehmen und mir die Light - Shows ansehen. Das Wetter ist auf alle Fälle genial mit über 20 Grad C.
Nach dem Feiertag ist für alle wieder Alltag angesagt, außer natürlich für die Jerusalemer. In wenigen Wochen haben wir ein neues ähnliches Fest auf uns zukommen.
"Yom Yerushalaim - Jerusalem Tag". An diesem Tag gewann die israel. Armee den Sechs - Tage - Krieg (1967) und eroberte die Jerusalemer Altsadt zurück aus den Händen der Jordanier. Seitdem haben wir wieder einen jüdischen Teil der Altstadt und selbstverständlich die Klagemauer (Kotel).

Chag Sameach - חג שמח - aus Tel Aviv
Allen einen tollen Unabhängigkeitstag und fröhliches Feiern.
Ich habe mich entschlossen, am heute Abend beginnenden Feiertag etwas zu unternehmen. Man hat ja sonst nicht viel zu tun. Und von daher werde ich überwiegend an den Tel Aviver Festivitäten teilnehmen und mir die Light - Shows ansehen. Das Wetter ist auf alle Fälle genial mit über 20 Grad C.
Nach dem Feiertag ist für alle wieder Alltag angesagt, außer natürlich für die Jerusalemer. In wenigen Wochen haben wir ein neues ähnliches Fest auf uns zukommen.
"Yom Yerushalaim - Jerusalem Tag". An diesem Tag gewann die israel. Armee den Sechs - Tage - Krieg (1967) und eroberte die Jerusalemer Altsadt zurück aus den Händen der Jordanier. Seitdem haben wir wieder einen jüdischen Teil der Altstadt und selbstverständlich die Klagemauer (Kotel).

Chag Sameach - חג שמח - aus Tel Aviv
Dienstag, 6. Mai 2008
Yom HaZikaron - יום הזכרון
B"H
"Yom HaZikaron - Der Tag zur Erinnerung an die gefallenen israelischen Soldaten und Terroropfer"
ist ein ganz besonderes israelisches Ereignis. Ich bin mir nicht sicher, ob man im Ausland richtig nachfühlen kann, was an diesem Tage in unserem Land vorgeht. Welche Stimmungen aufkommen und wie der Tag bewältigt wird.
Der diesjährige "Yom HaZikaron" beginnt in wenigen Stunden (heute Abend). Eingeleitet wird er mit einem zweiminütigen landesweiten Sirenenton um 20.00 Uhr. Und wieder einmal stehen wir dazu still und jeder ist mit seinen Gedanken allein.
An der Klagemauer (Kotel) wird um 20.00 Uhr die offizielle Zeremonie abgehalten. Viele wichtige Politiker, wie Verteidigungsminister Ehud Barak, werden anwesend sein und Reden halten. Dann stehen sie da vor den trauernden Hinterbliebenen und jeder sucht nach Worten.
Der "Yom HaZikaron" läßt uns jedesmal unsere Hilflosigkeit fühlen. In einer Tageszeitung las ich heute, was Israelis als typisch israelisch ansehen. Nämlich "die Hoffnung".
Die Hoffnung, dass sich irgendwann alles zum Guten wendet und nichts umsonst war. Mögen Kriege oder Terrorattentate kommen, wir hoffen weiter. Das ist die typisch jüdische Art, Katastrophen zu bewältigen, um in die Zukunft schauen zu können. Und genau das ist der Grund, warum morgen abend an den "Yom HaZikaron" gleich der "Yom HaAtzma'ut - Unabhängigkeitstag" anschliesst. Von der Trauer schalten wir innerhalb einer Sekunde auf Euphorie. Das ist das merkmal der Jahrtausende alten jüdischen Geschichte und spiegelt unser Dasein wieder.
Yom HaZikaron, ein so bedrückender Tag. Im Radio und TV erfahren wir von den Einzelschicksalen gefallener Soldaten.
22.438 Einzelschicksale sind es insgesamt seit der Staatsgründung.
Morgen früh erklingen nochmals landesweit die Sirenen und jede Schule oder Uni wird der Opfer gedenken.
Aber wie immer werden wir die Hoffnung wieder im Hinterkopf mit dabei haben.
"Yom HaZikaron - Der Tag zur Erinnerung an die gefallenen israelischen Soldaten und Terroropfer"
ist ein ganz besonderes israelisches Ereignis. Ich bin mir nicht sicher, ob man im Ausland richtig nachfühlen kann, was an diesem Tage in unserem Land vorgeht. Welche Stimmungen aufkommen und wie der Tag bewältigt wird.
Der diesjährige "Yom HaZikaron" beginnt in wenigen Stunden (heute Abend). Eingeleitet wird er mit einem zweiminütigen landesweiten Sirenenton um 20.00 Uhr. Und wieder einmal stehen wir dazu still und jeder ist mit seinen Gedanken allein.
An der Klagemauer (Kotel) wird um 20.00 Uhr die offizielle Zeremonie abgehalten. Viele wichtige Politiker, wie Verteidigungsminister Ehud Barak, werden anwesend sein und Reden halten. Dann stehen sie da vor den trauernden Hinterbliebenen und jeder sucht nach Worten.
Der "Yom HaZikaron" läßt uns jedesmal unsere Hilflosigkeit fühlen. In einer Tageszeitung las ich heute, was Israelis als typisch israelisch ansehen. Nämlich "die Hoffnung".
Die Hoffnung, dass sich irgendwann alles zum Guten wendet und nichts umsonst war. Mögen Kriege oder Terrorattentate kommen, wir hoffen weiter. Das ist die typisch jüdische Art, Katastrophen zu bewältigen, um in die Zukunft schauen zu können. Und genau das ist der Grund, warum morgen abend an den "Yom HaZikaron" gleich der "Yom HaAtzma'ut - Unabhängigkeitstag" anschliesst. Von der Trauer schalten wir innerhalb einer Sekunde auf Euphorie. Das ist das merkmal der Jahrtausende alten jüdischen Geschichte und spiegelt unser Dasein wieder.
Yom HaZikaron, ein so bedrückender Tag. Im Radio und TV erfahren wir von den Einzelschicksalen gefallener Soldaten.
22.438 Einzelschicksale sind es insgesamt seit der Staatsgründung.
Morgen früh erklingen nochmals landesweit die Sirenen und jede Schule oder Uni wird der Opfer gedenken.
Aber wie immer werden wir die Hoffnung wieder im Hinterkopf mit dabei haben.
אז איפה אתה בעצמאות
B"H
Morgen (Mittwoch) abend beginnt der Unabhängigkeitstag.
"Und wo wirst Du den Tag verbringen" - so lauten derzeit die Fragen vieler Freunde und Bekannten.
Meine Antwort lautet, dass ich keine Ahnung habe. Groß feiern, wegfahren oder gar nichts ?
Die absolute Mehrheit der Israelis verbringt diesen Tag immer gleich. "Al HaEsch - Grillen im Freien" - die israelische Volkskrankheit. Der Jerusalemer Sacher - Park sowie der Tel Aviver HaYarkon - Park werden schon frühmorgens aus allen Nähten platzen. Und an die Tonnen von weggeworfenem Müll hinterher mag ich lieber erst gar nicht denken. Mindestens zwei Tage wird es dauern, bis die Parks wieder sauber und aufgeräumt sind. Nach mir die Sintflut und die Würstchenplastikverpackung so richtig schön in die Natur getrampelt.
Haben wir einen Grund zu feiern ?
Immerhin existiert unser Land schon 60 Jahre lang. Wer hätte das jemals ohne Meschiach gedacht ?
Es gibt Positives und Negatives zu vermelden. Aber mein persönlicher positiver Punkt ist, dass wir alle froh sein müssen, ein eigenes jüdisches Land zu besitzen. Wie sehr haben sich die Juden im Verlaufe der Geschichte danach gesehnt. Und sei es ein säkulerer Staat, immerhin etwas. Natürlich ist alles verbesserungsbedürftig, aber dennoch sollten wir uns auf das konzentrieren, was wir haben.
Allen einen tollen Feiertage und Chag Sameach - חג שמח.
Details:
Leider muß ich zugeben, dass Tel Aviv sich mehr herausgeputzt hat als Jerusalem. Tel Aviv erstrahlt in bunten Lichtern und die Flaggen beherrschen das Stadtbild.
Mittwoch abend wird um 19.45 Uhr ein G - ttesdienst in der Großen Jerusalemer Synagoge in der King George Street abgehalten.
Kurz nach Beginn des Unabhängigkeitstages werden vor allem Jugendliche die Straßen beherrschen. Mit dem Plastikhammer auf Köpfe schlagen. Ein Gag, der mittlerweile etwas aus der Mode gekommen ist, denn man hat die Schaumspraydosen entdeckt. Jeder, der durch die Straßen geht, sollte sich vor den Spraydosen in Acht nehmen oder sich selbst eine zulegen, um sich zu erwehren.
Auf dem Jerusalemer Zion Square in der Innenstadt wird es ein riesen Rockspektakel geben.
Grundsätzlich hält jeder Stadtteil eigene Feiern ab und man sollte sich informieren.
Das Jerusalemer Israel - Museum ist am Donnerstag KOSTENLOS zu besuchen.
Öffentliche Einrichtungen wie Rathaus, Post, Banken oder Ministerien bleiben am Donnerstag geschlossen.
Die EGGED - Busse fahren !!!!
Viel Spaß an alle und ich bin immer noch am Überlegen, wie ich den Tag verbringen werde.
Vielleicht eine Besichtigung ?
Events in Jerusalem am Mittwoch abend !!!
Jerusalem - Events am Donnerstag !!!
Yeshivat AISH HATORAH zum Feiertag
Wohin "Gesellschaft" ?
B"H
Während im deutschen TV zur Feier des 60. israelischen Unabhängigkeitstages Sondersendungen zur israel. Geschichte anrollen, wird in Israel ein ganz anderes Thema heftig diskutiert. History ist weniger angesagt, dafür umso mehr Zukunft. Eine Zukunft, die uns als Bürger alle angeht und die da so große Herausforderungen abverlangt.
Nein, die Rede ist nicht von der Politik, die eh schon von der Mehrheit ad acta gelegt worden ist und man sich lieber privaten Dingen widmet. Die Verdrossenheit greift schon lange um sich und niemand scheint sich so richtig daran zu stören.
Die Frage, die sich viele stellen lautet, wie denn da unsere Gesellschaft in einigen Jahren bzw. in zwei oder drei Generationen ausschauen wird. Das Gesellschaftsverhalten an sich bewegt uns mehr als unsere eigene Geschichte.
Ist die Gesellschaft so sehr am Abgrund ?
Viele sagen "JA".
Jeder denkt nur noch an sich und die nie enden wollende Korruption.
Gewiß kann ich darauf verzichten, die Katastrophen unserer derzeitigen Gesellschaft aufzuzählen. Wie überall auf der Welt bleibt auch Israel nicht von positiven und negativen Events verschont.
In der Diaspora wird in diesen Tagen viel der israelischen Geschichte gedacht. Dies ist bestimmt sehr wichtig, aber aufgrund des aktuellen Zustandes unseres Landes beschäftigen gerade wir Israelis uns mit uns selbst. Und so schauen dann auch die Themen und sogar die neuesten Umfragen aus.
Einige Umfrageresultate haben ich aus der heutigen Tageszeitung "Israel HaYom – Israel Heute" herausgepickt:
Glaubst Du, dass der Staat Israel auch noch in 40 Jahren existieren wird ?
77 % sagen JA.
14 % sagen NEIN
Wie siehst Du Dich selber ?
65 % zuerst als Jude
27 % zuerst als Israeli
8 % wissen es nicht
Sollte Israel den Iran angreifen, um so einen atomaren Erstschlag zu vermeiden ?
52 % antworten: Ja, angreifen
32 % antworten: Nein, nicht angreifen
Was bedarf heutzutage in Israel allergrößter Priorität ?
36 % antworten: Das Bildungsniveau
33 % antworten: Die Politikerbestechlichkeit bekämpfen
7 % antworten: Das organisierte Verbrechen bekämpfen
5 % antworten: Das Gesundheitswesen verbessern
Willst Du, dass Deine Kinder in Israel aufwachsen ?
87 % sagen JA
9 % sagen NEIN
Wer war der beste israel. Politiker ?
33 % sind für Menachem Begin
32 % sind für David Ben Gurion
25 % sind für Yitzchak Rabin
Wie es ausschaut, sind wir Israelis auch zum 60. Unabhängigkeitstag wieder einmal ganz und gar mit uns selbst beschäftigt, aber dennoch lassen wir die Diaspora auch mitfeiern.
Während im deutschen TV zur Feier des 60. israelischen Unabhängigkeitstages Sondersendungen zur israel. Geschichte anrollen, wird in Israel ein ganz anderes Thema heftig diskutiert. History ist weniger angesagt, dafür umso mehr Zukunft. Eine Zukunft, die uns als Bürger alle angeht und die da so große Herausforderungen abverlangt.
Nein, die Rede ist nicht von der Politik, die eh schon von der Mehrheit ad acta gelegt worden ist und man sich lieber privaten Dingen widmet. Die Verdrossenheit greift schon lange um sich und niemand scheint sich so richtig daran zu stören.
Die Frage, die sich viele stellen lautet, wie denn da unsere Gesellschaft in einigen Jahren bzw. in zwei oder drei Generationen ausschauen wird. Das Gesellschaftsverhalten an sich bewegt uns mehr als unsere eigene Geschichte.
Ist die Gesellschaft so sehr am Abgrund ?
Viele sagen "JA".
Jeder denkt nur noch an sich und die nie enden wollende Korruption.
Gewiß kann ich darauf verzichten, die Katastrophen unserer derzeitigen Gesellschaft aufzuzählen. Wie überall auf der Welt bleibt auch Israel nicht von positiven und negativen Events verschont.
In der Diaspora wird in diesen Tagen viel der israelischen Geschichte gedacht. Dies ist bestimmt sehr wichtig, aber aufgrund des aktuellen Zustandes unseres Landes beschäftigen gerade wir Israelis uns mit uns selbst. Und so schauen dann auch die Themen und sogar die neuesten Umfragen aus.
Einige Umfrageresultate haben ich aus der heutigen Tageszeitung "Israel HaYom – Israel Heute" herausgepickt:
Glaubst Du, dass der Staat Israel auch noch in 40 Jahren existieren wird ?
77 % sagen JA.
14 % sagen NEIN
Wie siehst Du Dich selber ?
65 % zuerst als Jude
27 % zuerst als Israeli
8 % wissen es nicht
Sollte Israel den Iran angreifen, um so einen atomaren Erstschlag zu vermeiden ?
52 % antworten: Ja, angreifen
32 % antworten: Nein, nicht angreifen
Was bedarf heutzutage in Israel allergrößter Priorität ?
36 % antworten: Das Bildungsniveau
33 % antworten: Die Politikerbestechlichkeit bekämpfen
7 % antworten: Das organisierte Verbrechen bekämpfen
5 % antworten: Das Gesundheitswesen verbessern
Willst Du, dass Deine Kinder in Israel aufwachsen ?
87 % sagen JA
9 % sagen NEIN
Wer war der beste israel. Politiker ?
33 % sind für Menachem Begin
32 % sind für David Ben Gurion
25 % sind für Yitzchak Rabin
Wie es ausschaut, sind wir Israelis auch zum 60. Unabhängigkeitstag wieder einmal ganz und gar mit uns selbst beschäftigt, aber dennoch lassen wir die Diaspora auch mitfeiern.
Montag, 5. Mai 2008
Jerusalem sucht den Superstar
B"H
Neuerdings scheint sich eine vollkommen naturelle Methode "Wie werde ich berühmt" entwickelt zu haben. Myspace und sogar Facebook spielen eine immer geringere Rolle, wenn es da heißt: "Ich trete lieber live auf und schaue dem Publikum ins Auge. Und Bargeld gibt es noch dazu."
In der Jerusalemer Fußgängerzone Ben Yehudah spielt sich an warmen Frühlingsabenden immer das gleiche Schauspiel ab. Sogenannte Künstler kommen an, bauen ihre Bühne - sprich Mikrofon samt Lautsprecher - auf und beginnen loszuträllern. Manche sind sogar äußerst begabt, wie die amerikanische Sängerin, die jetzt wieder singt, nachdem sie an den Pessach - Zwischenfeiertagen von Chabad unsanft aus dem Rennen geworfen worden war.
Nun nimmt sie eine andere Position, ein paar Meter weiter - unter Chabad und neben dem Schwarma - Stand (Döner) ein. Mit frischer Dauerwelle gibt sie wieder Lieder von Celine Dion und vielen anderen Sängerinnen zum Besten. Etwas unbeholfen steht sie da und hätte sie kein Talent, dann hätte ich unendliches Mitleid mit ihr.
Nennt man das heute Schüchternheit oder Geschäftsbeflissenheit ?
Meistens immer donnerstags gibt es eine weitere Attraktion und diese störte in der vergangenen Woche sogar besagte Sängerin. In einer gleich um die Ecke gelegenen Nebenstrasse gab es eine Breakdance - Show. Rap - Music oder halt Breakdance - Music dröhnte aus allen Lautsprechern. Dazu breakdanceten diverse junge israelische Typen. Alles sah so laienhaft aus, aber die Veranstaltung war durchaus organisiert.
Neben laienhaften Breakdancern machte einer von ihnen besonders auf sich aufmerksam. Er tanzte etwas professioneller und war gestylt. Seine Garderobe wies nicht unbedingt auf einen armen obdachlosen Schlucker hin, sondern auf jemanden, der zumindest eine Karriere sucht. Wer weiß, vielleicht läuft ja gerade jemand aus Hollywood vorbei. Der Rest proklammierte sich als obdachlos und arm. Man brauche Spenden und lasse jetzt erstmal einen Hut rumgehen. So sang ein junger Russe mit einem furchtbaren russischen Akzent im Hebräischen. Manchmal wußte ich nicht, ob er hebräisch oder auf russisch ins Mikrofon säuselt. Aber da ich einiges verstand, muß es wohl Hebräisch gewesen sein.
Eine bunte Menschenschar hatte sich um die Breakdancer aufgestellt und glotzte. Einige Mädels wurden zu Groupies und liessen ihren eigentlichen Boyfriend stehen, um den Breakdancer zuzuzwinkern. Ob Letztere das tatsächlich wahrnehmen, bleibt etwas dahingestellt, denn neben ihrem Getanze liefen sie mit Bierdosen herum. Kurz genippt und danach mal wieder ein kurzer Kreis auf der Tanzfläche gedreht.
Dann tauchte ein Äthiopier auf, der wie ein Golem wirkte. Vielleicht war er zugedopt. Jedenfalls stand er mitten auf der kleinen Tanzfläche und bewegte sich nicht. Alle dachten, das sei Show und der Äthiopier zeigte sich geehrt bei soviel Beifall. Er stellte sich wieder unter die Zuschauer, drehte sich zu mir um und verlangte einen Schekel (20 Cent).
"Für was ?", fragte ich.
"Na, kannste keinen Schekel entbehren ? Ist doch egal für was".
Ich gab ihm einen Schekel und dachte mir dabei, dass man das anscheinend so macht. Man macht auf Kunst und kassiert ab. Vielleicht weniger auf Kunst aber auf den Augenblick kommt es halt an. Und der Äthiopier kannte seine Augenblicke. Ein paar Minuten später stand er wieder wie ein Golem auf der Tanzfläche und ich stellte mich schnell woanders hin. Ansonsten hätte er garantiert wieder einen Schekel verlangt. Was er übrigens auch tat, nur nicht mehr von mir.
Der junge Russe mit dem schlimmen Akzent wollte das Mikrofon einfach nicht mehr aus der Hand legen und sang unentwegt. Mal auf Russisch und dann wieder auf Pseudo - Hebräisch. Ich suchte das Weite und landete irgendwann bei der, so wie ich finde, besten Performance in der Ben Yehudah.
Immer steht sie an der gleichen Stelle. Als Braut verkleidet wartet sie auf ihren Bräutigam. Platziert auf einer Plastikkiste gibt sie sich unbeweglich. Sie steht da und starrt ins Leere. Neben ihr steht eine weitere Plastikkiste und nebendran hängt auf einem Kleiderbügel ein schwarzes Jacket. Dieses soll derjenige überstreifen, der sich bereit erklärt, der Bräutigam zu sein. Davor steht ein kleines Schild mit der Aufschrift: "Darusch Chatan - Bräutigam gesucht".
Mit einer tollen Schlichtheit schafft es die junge Frau, die Aufmerksamkeit vieler auf sich zu ziehen. Alle stehen gebannt da und warten, wer sich wohl auf die Kiste stellen wird. So manche Clique schubst die Jungen an, sich doch als Bräutigam aufzustellen. "Nee, nee", meinen die nur verlegen.
Aber meistens hat die junge Dame Glück und es stellt sich jemand auf die Kiste neben ihr. Aber auch dann bleibt sie fast unbeweglich oder hat jemand etwas anderes erwartet ?
Die wartende Braut in der Ben Yehudah
Neuerdings scheint sich eine vollkommen naturelle Methode "Wie werde ich berühmt" entwickelt zu haben. Myspace und sogar Facebook spielen eine immer geringere Rolle, wenn es da heißt: "Ich trete lieber live auf und schaue dem Publikum ins Auge. Und Bargeld gibt es noch dazu."
In der Jerusalemer Fußgängerzone Ben Yehudah spielt sich an warmen Frühlingsabenden immer das gleiche Schauspiel ab. Sogenannte Künstler kommen an, bauen ihre Bühne - sprich Mikrofon samt Lautsprecher - auf und beginnen loszuträllern. Manche sind sogar äußerst begabt, wie die amerikanische Sängerin, die jetzt wieder singt, nachdem sie an den Pessach - Zwischenfeiertagen von Chabad unsanft aus dem Rennen geworfen worden war.
Nun nimmt sie eine andere Position, ein paar Meter weiter - unter Chabad und neben dem Schwarma - Stand (Döner) ein. Mit frischer Dauerwelle gibt sie wieder Lieder von Celine Dion und vielen anderen Sängerinnen zum Besten. Etwas unbeholfen steht sie da und hätte sie kein Talent, dann hätte ich unendliches Mitleid mit ihr.
Nennt man das heute Schüchternheit oder Geschäftsbeflissenheit ?
Meistens immer donnerstags gibt es eine weitere Attraktion und diese störte in der vergangenen Woche sogar besagte Sängerin. In einer gleich um die Ecke gelegenen Nebenstrasse gab es eine Breakdance - Show. Rap - Music oder halt Breakdance - Music dröhnte aus allen Lautsprechern. Dazu breakdanceten diverse junge israelische Typen. Alles sah so laienhaft aus, aber die Veranstaltung war durchaus organisiert.
Neben laienhaften Breakdancern machte einer von ihnen besonders auf sich aufmerksam. Er tanzte etwas professioneller und war gestylt. Seine Garderobe wies nicht unbedingt auf einen armen obdachlosen Schlucker hin, sondern auf jemanden, der zumindest eine Karriere sucht. Wer weiß, vielleicht läuft ja gerade jemand aus Hollywood vorbei. Der Rest proklammierte sich als obdachlos und arm. Man brauche Spenden und lasse jetzt erstmal einen Hut rumgehen. So sang ein junger Russe mit einem furchtbaren russischen Akzent im Hebräischen. Manchmal wußte ich nicht, ob er hebräisch oder auf russisch ins Mikrofon säuselt. Aber da ich einiges verstand, muß es wohl Hebräisch gewesen sein.
Eine bunte Menschenschar hatte sich um die Breakdancer aufgestellt und glotzte. Einige Mädels wurden zu Groupies und liessen ihren eigentlichen Boyfriend stehen, um den Breakdancer zuzuzwinkern. Ob Letztere das tatsächlich wahrnehmen, bleibt etwas dahingestellt, denn neben ihrem Getanze liefen sie mit Bierdosen herum. Kurz genippt und danach mal wieder ein kurzer Kreis auf der Tanzfläche gedreht.
Dann tauchte ein Äthiopier auf, der wie ein Golem wirkte. Vielleicht war er zugedopt. Jedenfalls stand er mitten auf der kleinen Tanzfläche und bewegte sich nicht. Alle dachten, das sei Show und der Äthiopier zeigte sich geehrt bei soviel Beifall. Er stellte sich wieder unter die Zuschauer, drehte sich zu mir um und verlangte einen Schekel (20 Cent).
"Für was ?", fragte ich.
"Na, kannste keinen Schekel entbehren ? Ist doch egal für was".
Ich gab ihm einen Schekel und dachte mir dabei, dass man das anscheinend so macht. Man macht auf Kunst und kassiert ab. Vielleicht weniger auf Kunst aber auf den Augenblick kommt es halt an. Und der Äthiopier kannte seine Augenblicke. Ein paar Minuten später stand er wieder wie ein Golem auf der Tanzfläche und ich stellte mich schnell woanders hin. Ansonsten hätte er garantiert wieder einen Schekel verlangt. Was er übrigens auch tat, nur nicht mehr von mir.
Der junge Russe mit dem schlimmen Akzent wollte das Mikrofon einfach nicht mehr aus der Hand legen und sang unentwegt. Mal auf Russisch und dann wieder auf Pseudo - Hebräisch. Ich suchte das Weite und landete irgendwann bei der, so wie ich finde, besten Performance in der Ben Yehudah.
Immer steht sie an der gleichen Stelle. Als Braut verkleidet wartet sie auf ihren Bräutigam. Platziert auf einer Plastikkiste gibt sie sich unbeweglich. Sie steht da und starrt ins Leere. Neben ihr steht eine weitere Plastikkiste und nebendran hängt auf einem Kleiderbügel ein schwarzes Jacket. Dieses soll derjenige überstreifen, der sich bereit erklärt, der Bräutigam zu sein. Davor steht ein kleines Schild mit der Aufschrift: "Darusch Chatan - Bräutigam gesucht".
Mit einer tollen Schlichtheit schafft es die junge Frau, die Aufmerksamkeit vieler auf sich zu ziehen. Alle stehen gebannt da und warten, wer sich wohl auf die Kiste stellen wird. So manche Clique schubst die Jungen an, sich doch als Bräutigam aufzustellen. "Nee, nee", meinen die nur verlegen.
Aber meistens hat die junge Dame Glück und es stellt sich jemand auf die Kiste neben ihr. Aber auch dann bleibt sie fast unbeweglich oder hat jemand etwas anderes erwartet ?
Die wartende Braut in der Ben Yehudah
Sonntag, 4. Mai 2008
Mister Agenda
B"H
Und wieder einmal ist es soweit; ein Blogger hat sich einkaufen lassen. Nichts Neues auf dem Mediensektor und wir werden sehen, wie lange der "Erfolg" andauert.
Es ist kein Geheimnis, dass immer mehr Blogger zur Konkurrenz der Tageszeitungen aufsteigen. Wo sich Journalisten schwertun und nur mühsam oder gar nicht an Infos kommen, haben Blogger es wesentlich leichter. Sie wissen wie und sind alles andere als schwerfällig. Die Medien haben dies längst erkannt und um ihre Oberhohheit zu sichern, kamen sie auch einen "genialen" Einfall. Man kaufe Blogger ein, gebe ihnen einen kleinen nichtssagenden Kolumnenteil auf der Tageszeitungs - Site und mache sie so mundtot. Nichts mehr mit eigenwilligen spontanen Berichten, denn die professionellen Medien legen einem Knebelverträge vor. Einen eigenen Blog nebenher weiterführen ist dann so gut wie ausgeschlossen. Für Geld verschreibt man sich an eine Zeitung und gehört zum Inventar.
Redakteure sagen einem, was und wie man zu schreiben hat und das Resultat ist teilweise erbärmlich und so langweilig, dass einem beim Lesen die Augen zufallen. So geht es dem ehemaligen Blogger eine Weile gut, bis dann das Aus kommt. Siehe den berühmten Fall "Gil Student". Gil, genauso wie ich, läßt sich in keine Agenda zwingen und etwas vorschreiben. Und so flog er nach knapp zehn Tagen aus einer amerik. Redaktion und machte wieder auf selbständig im Blog. Mit Erfolg.
Normalerweise lieben die Leser den Blog, aber das plötzliche Agenda - Geschreibsel eines gekauften Bloggers stößt auf Widerwillen. Das Aus läßt nicht lange auf sich warten und dann ist auch beim Medienkonzern Schluß mit lustig.
Anscheinend aber ist es einigen Bloggern egal, für wen sie da schreiben, Hautpsache die Kohle stimmt. Zu Ruhm kommt dabei niemand; weder die jeweilige Zeitung noch der gekaufte Sklave. Und alles einmal wieder mehr auf dem Rücken der Leser. Aber in der heutigen Medienlandschaft geht es um Gewinne, was mir eine Freundin, die als Editor arbeitet, genauestens erklärte.
Und heutzutage gehören dazu leider auch eingekaufte und mundtotgemachte Blogger.
Na, dann, viel Erfolg dem neuen Sklaven !!!!
Und wieder einmal ist es soweit; ein Blogger hat sich einkaufen lassen. Nichts Neues auf dem Mediensektor und wir werden sehen, wie lange der "Erfolg" andauert.
Es ist kein Geheimnis, dass immer mehr Blogger zur Konkurrenz der Tageszeitungen aufsteigen. Wo sich Journalisten schwertun und nur mühsam oder gar nicht an Infos kommen, haben Blogger es wesentlich leichter. Sie wissen wie und sind alles andere als schwerfällig. Die Medien haben dies längst erkannt und um ihre Oberhohheit zu sichern, kamen sie auch einen "genialen" Einfall. Man kaufe Blogger ein, gebe ihnen einen kleinen nichtssagenden Kolumnenteil auf der Tageszeitungs - Site und mache sie so mundtot. Nichts mehr mit eigenwilligen spontanen Berichten, denn die professionellen Medien legen einem Knebelverträge vor. Einen eigenen Blog nebenher weiterführen ist dann so gut wie ausgeschlossen. Für Geld verschreibt man sich an eine Zeitung und gehört zum Inventar.
Redakteure sagen einem, was und wie man zu schreiben hat und das Resultat ist teilweise erbärmlich und so langweilig, dass einem beim Lesen die Augen zufallen. So geht es dem ehemaligen Blogger eine Weile gut, bis dann das Aus kommt. Siehe den berühmten Fall "Gil Student". Gil, genauso wie ich, läßt sich in keine Agenda zwingen und etwas vorschreiben. Und so flog er nach knapp zehn Tagen aus einer amerik. Redaktion und machte wieder auf selbständig im Blog. Mit Erfolg.
Normalerweise lieben die Leser den Blog, aber das plötzliche Agenda - Geschreibsel eines gekauften Bloggers stößt auf Widerwillen. Das Aus läßt nicht lange auf sich warten und dann ist auch beim Medienkonzern Schluß mit lustig.
Anscheinend aber ist es einigen Bloggern egal, für wen sie da schreiben, Hautpsache die Kohle stimmt. Zu Ruhm kommt dabei niemand; weder die jeweilige Zeitung noch der gekaufte Sklave. Und alles einmal wieder mehr auf dem Rücken der Leser. Aber in der heutigen Medienlandschaft geht es um Gewinne, was mir eine Freundin, die als Editor arbeitet, genauestens erklärte.
Und heutzutage gehören dazu leider auch eingekaufte und mundtotgemachte Blogger.
Na, dann, viel Erfolg dem neuen Sklaven !!!!
Kibbutz Ein Gedi oder Sodom & Gomorrha ?
B"H
Fast ein jeder kennt die Idylle des Kibbutzes Ein Gedi am Toten Meer. Hier, inmitten der Sanatorien für Hautkrankheiten, ist die Welt noch in Ordnung. Ein erfolgreicher Kibbutz mit Heilanlagen und einer Mineralwasserfabrik, ca. 180 Familien und vielen vielen Kurgäste. Gleich über der Straße liegt der Strand am Toten Meer und hinten an stehen die hohen Berge inmitten der Wüste.
Zuerst ließ die Intifada die Kurgäste mit zu kurierenden Hautkrankheiten ausbleiben und nun steckt der Kibbutz in einem deftigen Skandal. Zwei dänische Kurgäste sind von drei Kibbutzmitglieder vergewaltigt worden.
Die Däninnen sind 18 - und 19 Jahre alt und erstatteten Anzeige bei der Polizei. Die drei Kibbutznikkim im Alter von 18 - 22 Jahre gaben sich erst unschuldig, denn die jungen Dänninen hätten sich freiwillig zum Schäferstündchen bereiterklärt. Das Gericht glaubt den Touristinnen und vergangene Woche wurden delikate Photos auf einem der Handys der Beschuldigten gefunden. Eine der Vergewaltigungen wurde gefilmt und die Bilder gingen durch die israelische Presse. Nichts da mehr mit Unschuld und Kibbutzidylle. Die beiden Vergewaltigungen fanden Anfang April dieses Jahres statt und bei den Kurgästen hat es sich mittlerweile herumgesprochen, was da in Ein Gedi vor sich geht.
Dass sich besonders weibliche Kibbutzvolontärinnen mit männlichen Kibbutzmitglieder einlassen, ist gewiß kein Einzelfall. Und Vergewaltigungen stehen zwar nicht auf der Tagesordnung, sind jedoch auch keine Seltenheit. Neu ist dagegen, dass es nun zwei Kurgäste traf, selbst wenn beide Mädels stockbetrunken gewesen sein sollen.
Links:
http://www.haaretz.com/hasen/spages/977471.html
Fast ein jeder kennt die Idylle des Kibbutzes Ein Gedi am Toten Meer. Hier, inmitten der Sanatorien für Hautkrankheiten, ist die Welt noch in Ordnung. Ein erfolgreicher Kibbutz mit Heilanlagen und einer Mineralwasserfabrik, ca. 180 Familien und vielen vielen Kurgäste. Gleich über der Straße liegt der Strand am Toten Meer und hinten an stehen die hohen Berge inmitten der Wüste.
Zuerst ließ die Intifada die Kurgäste mit zu kurierenden Hautkrankheiten ausbleiben und nun steckt der Kibbutz in einem deftigen Skandal. Zwei dänische Kurgäste sind von drei Kibbutzmitglieder vergewaltigt worden.
Die Däninnen sind 18 - und 19 Jahre alt und erstatteten Anzeige bei der Polizei. Die drei Kibbutznikkim im Alter von 18 - 22 Jahre gaben sich erst unschuldig, denn die jungen Dänninen hätten sich freiwillig zum Schäferstündchen bereiterklärt. Das Gericht glaubt den Touristinnen und vergangene Woche wurden delikate Photos auf einem der Handys der Beschuldigten gefunden. Eine der Vergewaltigungen wurde gefilmt und die Bilder gingen durch die israelische Presse. Nichts da mehr mit Unschuld und Kibbutzidylle. Die beiden Vergewaltigungen fanden Anfang April dieses Jahres statt und bei den Kurgästen hat es sich mittlerweile herumgesprochen, was da in Ein Gedi vor sich geht.
Dass sich besonders weibliche Kibbutzvolontärinnen mit männlichen Kibbutzmitglieder einlassen, ist gewiß kein Einzelfall. Und Vergewaltigungen stehen zwar nicht auf der Tagesordnung, sind jedoch auch keine Seltenheit. Neu ist dagegen, dass es nun zwei Kurgäste traf, selbst wenn beide Mädels stockbetrunken gewesen sein sollen.
Links:
http://www.haaretz.com/hasen/spages/977471.html
Ron Arad wird 50
B"H
Eines hat unsere Regierung in diesen Tagen glatt übersehen. Vor lauter Aufregung wegen des 60. Unabhängigkeitstages bemerkte man nicht, dass Ron Arad diese Woche 50 Jahre alt wird. Und gerade Ron Arad ist ein Symbol für unser Land.
Ron Arad

Seine Freunde wollen ab morgen mit speziellen Feiern an Ron erinnern. Eine tolle Geste in einer Zeit, in der ein Herr Olmert lieber eine amerikanische Außenministerin empfängt, die sich einbildet, über unser Land bestimmen zu können, indem sie weitere Aufhebungen von Checkpoints verlangt. Mrs. Rice muß ja auch nicht hier leben und ist somit keinen Terrorattentaten ausgesetzt. Da kann ihr ja alles egal sein; insbesondere dann, wenn man eh demnächst aus dem Amt scheidet.
Und gegen Olmert selber wurde ein neues polizeiliches Ermittlungsverfahren aufgenommen. Wegen was eigentlich ? Ist es nicht schon das Sechste ? Bestechung ? Steuerhinterziehung ? Was ist es diesmal ?
Mazal Tov, Ron !!!
Links:
10 Millionen Dollar
Biography of Ron Arad
Free Ron Arad
Ron Arad
Eines hat unsere Regierung in diesen Tagen glatt übersehen. Vor lauter Aufregung wegen des 60. Unabhängigkeitstages bemerkte man nicht, dass Ron Arad diese Woche 50 Jahre alt wird. Und gerade Ron Arad ist ein Symbol für unser Land.
Ron Arad

Seine Freunde wollen ab morgen mit speziellen Feiern an Ron erinnern. Eine tolle Geste in einer Zeit, in der ein Herr Olmert lieber eine amerikanische Außenministerin empfängt, die sich einbildet, über unser Land bestimmen zu können, indem sie weitere Aufhebungen von Checkpoints verlangt. Mrs. Rice muß ja auch nicht hier leben und ist somit keinen Terrorattentaten ausgesetzt. Da kann ihr ja alles egal sein; insbesondere dann, wenn man eh demnächst aus dem Amt scheidet.
Und gegen Olmert selber wurde ein neues polizeiliches Ermittlungsverfahren aufgenommen. Wegen was eigentlich ? Ist es nicht schon das Sechste ? Bestechung ? Steuerhinterziehung ? Was ist es diesmal ?
Mazal Tov, Ron !!!
Links:
10 Millionen Dollar
Biography of Ron Arad
Free Ron Arad
Ron Arad
Freitag, 2. Mai 2008
Bedrohung zum Sechzigsten


B"H
Am kommenden Mittwoch abend wird Israel ganz groß seinen 60. Geburtstag feiern. Bis Donnerstag abend herrscht dann Halligalli. Zumindest in einigen Gebieten des Landes, wohin gegen sich andere weigern, überhaupt etwas zu feiern.
Da sind zum einen einige Haredim (Ultra - Orthod.), die keinerlei Veranlassung sehen, den derzeitigen säkuleren Staat Israel auf dieses Thema gehe ich immer wieder neu auf meinen relig. Blogs ein, denn ich bin der Meinung, dass man wenigstens wissen sollte, warum dem so der Fall ist.
Andererseits verkünden die Palästinenser seit Monaten, dass sie jegliche israelische Feierlichkeiten ignorieren werden. Als ob wir etwas anderes erwartet hätten.
Aufgrund der Kämpfe in Gaza drohte die Hamas mit Mega - Attentaten auf israelischem Gebiet. Und das ausgerechnet zum 60. Unabhängigkeitstag. Um ein Zeichen zu setzen, sozusagen. Oder auf israel. gesagt, um uns die Feierlichkeiten so richtig zu vergraulen.
Die ausländische Presse wird einmal wieder mehr ihre stereotypen Vorwürfe gegen Israel aufwarten, denn in der nächsten Woche riegelt Israel die Palästinensischen Autonomiegebiete ab. Man will die Wahrscheinlichkeit von Attentaten so gering wie möglich halten und keinerlei Risiken eingehen.
Aber nicht nur diverse Haredim oder die Palästinenser wollen den Unabhängigkeitstag ignorieren. Auch die Bürger der von Kassam - Raketen geplagten Negevstadt Sderot haben keine Lust mehr auf Feiern. Um sie kümmere sich eh keiner und was ist das für ein Land, indem in Tel Aviv auf Schickimicki gemacht wird und die Sderoter im Bunker hocken ?
Alles hat zwei Seiten und in den jüdischen Diaspora - Gemeinden sollte man bei all den Feiern sich auch daran erinnern, dass es einen jüdischen Staat gibt; genauso aber Einwohner, denen nicht nach feiern zumute ist. Nicht nur alles verglorifizieren, sondern auch der Realität ins Gesicht sehen.
Donnerstag, 1. Mai 2008
Touristen und das Militär
B"H
Als ich im Spätsommer 1987 das erste Mal nach Israel kam, fiel mir eines gleich besonders ins Auge: die Vielzahl der Soldaten. Irgendwie scheint das ganze Land in grünen, dunkelgrünen (Grenzpolizei Magav), grauen (Luftwaffe) oder weissen (Marine) Uniformen zu versinken. So schwingt man sich das Maschinengewehr lässig über die Schulter und steigt in einen Bus. Ich fragte mich immer, was denn wohl in Deutschland geschehe, wenn da jemand mit einem Maschinengewehr in den Bus einsteigt. Liegen dann die Leute schnell unter den Sitzen und meinen, da wolle sie einer überfallen ?
Im Gegensatz zu anderen üben Uniformen aller Art keine große Anziehungskraft auf mich aus. Ich ziehe mich lieber normal oder besser "zivil" an als mich der Heeresromatik zu verschreiben. Disziplin und so ist nichts Richtiges für mich und ich will mich nicht von irgendwelchen Offizieren dumm anschreien lassen. Andere Touristen, die denn da in unser Land kommen sind magisch von der glorreichen israelischen Armee angezogen. Die meisten von ihnen verspüren den Drang, der israel. Armee helfen zu wollen. Man will halt einen gewissen Beitrag leisten, denn schließlich soll der arabische Terror unterliegen.
Und so wurden schon vor Jahren Freiwilligenprogramme in der israelischen Armee eingerichtet. Hierbei werden jüdische und nichtjüdische Kandidaten getrennt gehalten. Einer der Gründe mag sein, dass auch einmal wieder die christlichen Missionare ihr "Glück" versuchen und missionieren wollten. Was tut man nicht alles, um seinen Müll zu verbreiten.
Die Freiwilligenprogramme scheinen sich großer Beliebtheit zu erfreuen. So dürfen grundsätzlich alle mitmachen. Egal, welchen Alters (manche sind sogar über 80 Jahre alt) oder aus welchem Land. Man muß sich nur anmelden.
Die Zeiten sind unterschiedlich. Manchmal kann man nur einen Monat lang voluntieren, dann wieder drei Monate. Und je nach Bedarf werden dann Panzer gewaschen oder irgendwelche Teile zusammengeschraubt. Mit schiessen und so ist nicht viel und die Uniform, die man verpasst bekommt, hat nicht viel mit den regulären Soldatenuniformen zu tun. Man schaut halt eher aus wie ein wandelnder grüner Sack, aber wen stört das bei der "Feldromantik" ? Und wiederkommen darf man schließlich auch. So mancher voluntiert regelmäßig jedes Jahr.
Normalerweise kommt man als Tourist natürlich in die reguläre Armee, denn hierzu müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden. In einem Online - Forum sah ich dazu eine Frage, die mir eher nach eingebildeter Romantik klingt. Die israelische Armee ist sicher kein Zuckerschlecken und ich bin froh, dass ich aufgrund meines Alters nicht mehr zum Drill muß.
Um eingezogen zu werden, muß man einer bestimmten Altersgruppe angehören und fest im Land wohnen. Es gibt Soldaten (überwiegend russische Einwanderer), die aufgrund ihrer nichtjüdischen Existenz nicht immer israel. Staatsbürgerschaft besitzen. Trotzdem dienen sie in der Armee, aber ich nehme einmal an, dass sie über eine Gefreitenstelle nie hinauskommen. Alle anderen sind Staatsbürger.
Wer neu einwandert und zur Armee will, dem gibt die Armee einen Schnellkurs in der hebräischen Sprache. Man hat die Chance in Eliteeinheiten zu kommen, zur Luftwaffe allerdings nicht. Die Luftwaffe hat ihr eigenes kleines Sammelsurium und es gehört eine eigene israel. Mentalität zu ihr. Einfach so als Tourist vor dem Einzugsbüro erscheinen gibt es nicht. Auch gibt es keine Umwege über Voluntärsprogramme, sprich bin ich ein toller Voluntär, komme ich vielleicht weiter zu Golani. Keine Chance.
Insgesamt ist die Armee ein riesen Sammelsurium unterschiedlicher Mentalitäten und Backgrounds. Sephardische und aschkenazische Juden, Drusen oder Beduinen. Alles ist dabei. Und immer wieder hört man von internen Skandalen, wo Vorgesetzte die Frischlinge brutal herumkommandieren. Die Eliteeinheit Golani wird dabei in der Presse besonders hervorgehoben.
Wie ich eingangs sagte, Militärromantik ist nichts für mich und die meisten Israelis, die ich kenne, waren froh als sie von der Armee entlassen worden sind. Aber wer will - Viel Spaß beim Voluntieren !!!!!!
Freiwilligenprogramm SAR EL
Als ich im Spätsommer 1987 das erste Mal nach Israel kam, fiel mir eines gleich besonders ins Auge: die Vielzahl der Soldaten. Irgendwie scheint das ganze Land in grünen, dunkelgrünen (Grenzpolizei Magav), grauen (Luftwaffe) oder weissen (Marine) Uniformen zu versinken. So schwingt man sich das Maschinengewehr lässig über die Schulter und steigt in einen Bus. Ich fragte mich immer, was denn wohl in Deutschland geschehe, wenn da jemand mit einem Maschinengewehr in den Bus einsteigt. Liegen dann die Leute schnell unter den Sitzen und meinen, da wolle sie einer überfallen ?
Im Gegensatz zu anderen üben Uniformen aller Art keine große Anziehungskraft auf mich aus. Ich ziehe mich lieber normal oder besser "zivil" an als mich der Heeresromatik zu verschreiben. Disziplin und so ist nichts Richtiges für mich und ich will mich nicht von irgendwelchen Offizieren dumm anschreien lassen. Andere Touristen, die denn da in unser Land kommen sind magisch von der glorreichen israelischen Armee angezogen. Die meisten von ihnen verspüren den Drang, der israel. Armee helfen zu wollen. Man will halt einen gewissen Beitrag leisten, denn schließlich soll der arabische Terror unterliegen.
Und so wurden schon vor Jahren Freiwilligenprogramme in der israelischen Armee eingerichtet. Hierbei werden jüdische und nichtjüdische Kandidaten getrennt gehalten. Einer der Gründe mag sein, dass auch einmal wieder die christlichen Missionare ihr "Glück" versuchen und missionieren wollten. Was tut man nicht alles, um seinen Müll zu verbreiten.
Die Freiwilligenprogramme scheinen sich großer Beliebtheit zu erfreuen. So dürfen grundsätzlich alle mitmachen. Egal, welchen Alters (manche sind sogar über 80 Jahre alt) oder aus welchem Land. Man muß sich nur anmelden.
Die Zeiten sind unterschiedlich. Manchmal kann man nur einen Monat lang voluntieren, dann wieder drei Monate. Und je nach Bedarf werden dann Panzer gewaschen oder irgendwelche Teile zusammengeschraubt. Mit schiessen und so ist nicht viel und die Uniform, die man verpasst bekommt, hat nicht viel mit den regulären Soldatenuniformen zu tun. Man schaut halt eher aus wie ein wandelnder grüner Sack, aber wen stört das bei der "Feldromantik" ? Und wiederkommen darf man schließlich auch. So mancher voluntiert regelmäßig jedes Jahr.
Normalerweise kommt man als Tourist natürlich in die reguläre Armee, denn hierzu müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden. In einem Online - Forum sah ich dazu eine Frage, die mir eher nach eingebildeter Romantik klingt. Die israelische Armee ist sicher kein Zuckerschlecken und ich bin froh, dass ich aufgrund meines Alters nicht mehr zum Drill muß.
Um eingezogen zu werden, muß man einer bestimmten Altersgruppe angehören und fest im Land wohnen. Es gibt Soldaten (überwiegend russische Einwanderer), die aufgrund ihrer nichtjüdischen Existenz nicht immer israel. Staatsbürgerschaft besitzen. Trotzdem dienen sie in der Armee, aber ich nehme einmal an, dass sie über eine Gefreitenstelle nie hinauskommen. Alle anderen sind Staatsbürger.
Wer neu einwandert und zur Armee will, dem gibt die Armee einen Schnellkurs in der hebräischen Sprache. Man hat die Chance in Eliteeinheiten zu kommen, zur Luftwaffe allerdings nicht. Die Luftwaffe hat ihr eigenes kleines Sammelsurium und es gehört eine eigene israel. Mentalität zu ihr. Einfach so als Tourist vor dem Einzugsbüro erscheinen gibt es nicht. Auch gibt es keine Umwege über Voluntärsprogramme, sprich bin ich ein toller Voluntär, komme ich vielleicht weiter zu Golani. Keine Chance.
Insgesamt ist die Armee ein riesen Sammelsurium unterschiedlicher Mentalitäten und Backgrounds. Sephardische und aschkenazische Juden, Drusen oder Beduinen. Alles ist dabei. Und immer wieder hört man von internen Skandalen, wo Vorgesetzte die Frischlinge brutal herumkommandieren. Die Eliteeinheit Golani wird dabei in der Presse besonders hervorgehoben.
Wie ich eingangs sagte, Militärromantik ist nichts für mich und die meisten Israelis, die ich kenne, waren froh als sie von der Armee entlassen worden sind. Aber wer will - Viel Spaß beim Voluntieren !!!!!!
Freiwilligenprogramm SAR EL
Das Ende eines Kultes ?
B"H
Obwohl heute in Israel der nationale Holocaust - Gedenktag "Yom HaShoah" begangen wird und wir gerade den zweimütigen Sirenenton vernahmen, möchte ich schon einmal die Ereignisse in den nächsten Woche vorgreifen.
Am Dienstag abend (6. Mai) beginnt ein weiterer nationaler Gedenktag, nämlich der "Yom HaZikaron" für die gefallenen israelischen Soldaten und Terroropfer. Am Tag darauf (Mittwoch) hören wir die Stories der Hinterbliebenen und der gesamte Tag verläuft depressiv. Von außen her könnte man meinen, dass "Yom HaShoah" sowie "Yom HaZikaron" sich nur vom Thema her unterscheiden, doch die Trauer ja wohl die gleiche bleibe.
Beide Gedenktag unterscheiden sich jedoch grundsätzlich und ich bin nicht imstande, dies einem in der Diaspora lebenden Juden oder einem Nichtisraeli zu verdeutlichen. Manche Dinge fühlt man nur als Israeli und besonders der "Yom HaZikaron" ist vollkommen israelisch.
Am Abend (7. Mai + 8. Mai) des ausklingenden "Yom HaZikaron" beginnt ein Freudenfest welches da "Unabhängigkeitstag" heißt. Und dieses Mal feiert Israel seinen 60. Geburtstag. Bei solch einer runden Zahl ist es üblicherweise immer an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Was haben uns diese 60 Jahre eingebracht ? Man kann geteilter Meinung sein und Positives sowie Negatives sehen. Eines aber ist wichtig: Juden haben ein eigenes Land. Und das ist das größte Ereignis am Unabhängigkeitstag.
Ein israelisches Muß ist, am Morgen des Unabhängigkeitstages im TV eine bestimmte TV -Show anzusehen. Jedes Jahr an gleicher Stelle wiederholt sich das Spektakel und die Sendung ist Kult. Ohne sie ist der Unabhängigkeitstag nichts wert, und das, obwohl sich die Sendung über mehrere Stunden hinwegzieht. Trotzdem schaut man gebannt zu und die Zeitungen berichten auch.
Die Rede ist vom "Bibelquiz".
Mehrere Gruppen von Teenagern bekommen Fragen zum Tanach (Torah, Propheten und Schriften) gestellt। Personen sollen erkannt werden und wer alle Antworten weiß, kommt in die nächste Rund. Und am Schluß steht natürlich auch ein Sieger fest, der normalerweise männlich und ein relig. Yeshivaschüler ist. Das Geschlecht spielt keine Rolle, doch irgendwie gelingt es immer den Männern zu gewinnen.
In der kommenden Woche soll alles anders werden und das so beliebte Bibelquiz am Unabhängigkeitstag ist mit einem relig. Bann versehen worden. Nein, das weibliche Geschlecht ist nicht schuld und der Bann kam nicht nur aus Mea Shearim, wo man übrigens gar kein TV schaut. Der Bann zieht sich durch alle orthodoxen Sparten und heraus kam die Sache aufgrund Ermittlungen der israelischen Anti - Missionsgruppierung "Yad Le'Achim".
Es geht um die 17 - jährige Bat El Levy aus dem Jerusalemer Stadtteil Pisgat Ze'ev. Und ich schreibe an dieser Stelle absichtlich über den Holocaust in Verbindung mit Bat El Levy.
Yad Le'Achim fand heraus, dass Bat El Levy, eine Kandidatin beim Bibelquiz, der messianischen Gemeinde angehört. Eine messianische Jüdin, die da offen den Götzendienst betreibt, hat in einem jüdischen Bibelquiz nichts verloren. Solchen Leuten soll keine offizielle Plattform gegeben werden. Das Erziehungsministerium sträubt sich, Bat El Levy zu verbannen, denn offiziell sei sie ja Jüdin und somit zur Teilnahme am Bibelquiz berechtigt.
Wo aber besteht der Zusammenhang der Schoah mit Bat El Levy ?
Genau wie im Holocaust Juden vernichtet worden sind, so vernichtet die christliche Judenmission jüdische Seelen. Was also unterscheidet einen messianischen in der Christenmission tätigen Ex - Juden von einem Nazitäter ? Die Antwort lautet: Nichts.
Trotz der 60 Jahre ist es eine Schande für unser Land, eine Teilnehmerin am Bibelquiz zu akzeptieren, deren eigentliches Ziel es ist, das Jüdische Volk zu zerstören. Gut, dass ich kein TV schaue.
Obwohl heute in Israel der nationale Holocaust - Gedenktag "Yom HaShoah" begangen wird und wir gerade den zweimütigen Sirenenton vernahmen, möchte ich schon einmal die Ereignisse in den nächsten Woche vorgreifen.
Am Dienstag abend (6. Mai) beginnt ein weiterer nationaler Gedenktag, nämlich der "Yom HaZikaron" für die gefallenen israelischen Soldaten und Terroropfer. Am Tag darauf (Mittwoch) hören wir die Stories der Hinterbliebenen und der gesamte Tag verläuft depressiv. Von außen her könnte man meinen, dass "Yom HaShoah" sowie "Yom HaZikaron" sich nur vom Thema her unterscheiden, doch die Trauer ja wohl die gleiche bleibe.
Beide Gedenktag unterscheiden sich jedoch grundsätzlich und ich bin nicht imstande, dies einem in der Diaspora lebenden Juden oder einem Nichtisraeli zu verdeutlichen. Manche Dinge fühlt man nur als Israeli und besonders der "Yom HaZikaron" ist vollkommen israelisch.
Am Abend (7. Mai + 8. Mai) des ausklingenden "Yom HaZikaron" beginnt ein Freudenfest welches da "Unabhängigkeitstag" heißt. Und dieses Mal feiert Israel seinen 60. Geburtstag. Bei solch einer runden Zahl ist es üblicherweise immer an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Was haben uns diese 60 Jahre eingebracht ? Man kann geteilter Meinung sein und Positives sowie Negatives sehen. Eines aber ist wichtig: Juden haben ein eigenes Land. Und das ist das größte Ereignis am Unabhängigkeitstag.
Ein israelisches Muß ist, am Morgen des Unabhängigkeitstages im TV eine bestimmte TV -Show anzusehen. Jedes Jahr an gleicher Stelle wiederholt sich das Spektakel und die Sendung ist Kult. Ohne sie ist der Unabhängigkeitstag nichts wert, und das, obwohl sich die Sendung über mehrere Stunden hinwegzieht. Trotzdem schaut man gebannt zu und die Zeitungen berichten auch.
Die Rede ist vom "Bibelquiz".
Mehrere Gruppen von Teenagern bekommen Fragen zum Tanach (Torah, Propheten und Schriften) gestellt। Personen sollen erkannt werden und wer alle Antworten weiß, kommt in die nächste Rund. Und am Schluß steht natürlich auch ein Sieger fest, der normalerweise männlich und ein relig. Yeshivaschüler ist. Das Geschlecht spielt keine Rolle, doch irgendwie gelingt es immer den Männern zu gewinnen.
In der kommenden Woche soll alles anders werden und das so beliebte Bibelquiz am Unabhängigkeitstag ist mit einem relig. Bann versehen worden. Nein, das weibliche Geschlecht ist nicht schuld und der Bann kam nicht nur aus Mea Shearim, wo man übrigens gar kein TV schaut. Der Bann zieht sich durch alle orthodoxen Sparten und heraus kam die Sache aufgrund Ermittlungen der israelischen Anti - Missionsgruppierung "Yad Le'Achim".
Es geht um die 17 - jährige Bat El Levy aus dem Jerusalemer Stadtteil Pisgat Ze'ev. Und ich schreibe an dieser Stelle absichtlich über den Holocaust in Verbindung mit Bat El Levy.
Yad Le'Achim fand heraus, dass Bat El Levy, eine Kandidatin beim Bibelquiz, der messianischen Gemeinde angehört. Eine messianische Jüdin, die da offen den Götzendienst betreibt, hat in einem jüdischen Bibelquiz nichts verloren. Solchen Leuten soll keine offizielle Plattform gegeben werden. Das Erziehungsministerium sträubt sich, Bat El Levy zu verbannen, denn offiziell sei sie ja Jüdin und somit zur Teilnahme am Bibelquiz berechtigt.
Wo aber besteht der Zusammenhang der Schoah mit Bat El Levy ?
Genau wie im Holocaust Juden vernichtet worden sind, so vernichtet die christliche Judenmission jüdische Seelen. Was also unterscheidet einen messianischen in der Christenmission tätigen Ex - Juden von einem Nazitäter ? Die Antwort lautet: Nichts.
Trotz der 60 Jahre ist es eine Schande für unser Land, eine Teilnehmerin am Bibelquiz zu akzeptieren, deren eigentliches Ziel es ist, das Jüdische Volk zu zerstören. Gut, dass ich kein TV schaue.
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