Sonntag, 18. März 2007

Persoenlichkeiten zu Besuch

B"H

Kaum etwas bewegt die israelische Oeffentlichkeit und vor allem die Presse mehr als wenn eine internationale Persoenlichkeit auf Besuch kommt.
Immer nur von Terror, bestechlichen Politikern oder Arbeitslosigkeit zu berichten, ist auf die Dauer zu oede und da springt man sofort auf jede Abwechslung. Ausserdem kommt ja eh kaum jemand zu uns und da wird die Gelegenheit genutzt.

Vor ein paar Tagen war es wieder einmal soweit: Leonardo DiCaprio war hier. Seine Freundin, das israelische Model Bar Raphaeli, besuchte ihre Eltern und da kam Leo gleich mit um seine Aufwartung zu machen.
Die Presse liess Olmert links liegen und stand 24 Stunden nonstop vor dem Hause Raphaeli. Leo und Bar statteten der Klagemauer (Kotel) einen Besuch ab, wo es dann auch maechtig rund ging.
Leos Bodyguards verpruegelten einen Photografen der israel. Tageszeitung MAARIV. Mit weiteren Reporten kam es ebenso zu einem Handgemenge.
Normalerweise stehen israel. Politiker sofort Schlange, wenn jemand Beruehmtes aus Hollywood hier ist, doch dieses Mal haben Olmert & Co. andere Probleme. Der einzige, der stolz mit Bar und Leo posierte, war Shimon Peres. Man hat ja sonst nichts Besseres zu tun.

An diesem Shabbat kommen schon wieder neue Persoenlichkeiten: Die englische Fussballnationalmannschaft, denn Israel spielt gegen England. 7000 engl. Fans werden in Tel Aviv / Ramat Gan erwartet und die Polizei will sich gut vorbereiten. Die Pubs und Hotels wollen sich aber noch besser vorbereiten, denn solche Mengen an Alkohol ist man selbst hier nicht gewohnt.

Samstag, 17. März 2007

Das Kabbalah - Aus

B"H

Die Schliessungen und Neueroeffnungen in der Innenstadt haeufen sich. Ein Laden macht pleite und der naechste Inhaber zieht schon ein um nach kurzer Zeit die naechste Pleite anzumelden.

Nun wurde auch das Kabbalah - Center (Madonna laesst gruessen) neben der King George geschlossen und der zweistoeckige Laden steht leer.
Bis 2002 befand sich an gleicher Stelle das Kentucky Fried Chicken, welches aufgrund mangelnder Kundschaft schloss. Niemand wollte sich damals mehr in der Innenstadt vergnuegen, denn es war die Zeit unzaehliger Terroristenattentate.
Zu damaligen Zeit plante auch STARBUCKS eine Filiale nebenan in der Fussgaengerzone Ben Yehudah, doch verwarf die Idee. Auch bei Starbucks befuerchtete man wenig Kundschaft wegen der Bombenattentate.

Ich hoffe, dass zumindest Kentucky Fried Chicken zurueckkehrt, selbst wenn es dort gepfefferte Preise gab.

Freitag, 16. März 2007

Israelis im Kaufrausch

B"H

Neben dem Putzwahn fuer das nahende Pessach - Fest kommt es so allmaehlich auch noch zum Kaufrausch.
Was den Christen das Weihnachtsfest ist, ist den Juden Pessach. Pessach ist das Familienereignis schlechthin. Einmal liegt es an der Pessach - Seder, die sehr familienbezogen ist, zum anderen aber nutzt man die Gelegenheit fuer Verwandtenbesuche und Einladungen.
So kommt es, dann vor allem an Pessach einsame Menschen unter Depressionen leiden. Vor allem religioese Institutionen sorgen vor und laden Alleinstehende zu Seder - Abenden ein.

Ein weiterer gesellschaftlicher Nachteil besteht fuer die Armen. Eine Seder kostet Geld. Wein, Fleisch, Mazzot und und und. Selbst wer eine kleine Familie hat, zahlt schon einige Hundert Shekel allein fuer die Seder. Tausende koennen sich das allein mit der Sozialhilfe oder dem Arbeitslosengeld nicht leisten.
So werden jedes Jahr von sozialen und religioesen Einrichtungen Pessach - Paeckchen verteilt. Mit allem drin, was man fuer die Seder braucht incl. frischem Gemuese.
Die Schlangen vor den Ausgabestellen sind lang und werden jedes Jahr laenger.

Gerne veroeffentlichen die Tageszeitungen lange Artikel, wo und in welcher Stadt es denn Sonderangebote gibt. Die Zeitung MAARIV fuehrt heute eine ganze Liste auf.
Unter dem Strich aber ist Pessach nicht nur das freudige Fest zum Auszug aus Aegypten, sondern eine wichtige Profitquelle fuer die Unternehmen.
Neue Kleidung, Geschenke aller Art, Lebensmittel etc., jede Branche verdient etwas. Und nicht nur das; Pessach dauert in Israel sieben Tage und das heisst gleichzeitig fuer die meisten Urlaub. Auch fuer mich uebrigens.
Und Urlaub mit Kindern kann ganz schoen ins Geld gehen. In den sieben Tagen wollen die Kinder nicht nur daheim vor der Glotze hocken, sondern etwas unternehmen. Luna - Park in Tel Aviv (Vergnuegungspark) und so. Und das geht nochmals ans Portemonnaie.
Nach Pessach leben Israelis immer recht sparsam, denn wir geben fast unser ganzes Gehalt an Pessach aus.
Apropos Gehalt: Im darauffolgenden Monat bekommen wir sieben Tage weniger gezahlt, denn wir haben ja weniger gearbeitet. Also fuer einen Monat sparsam leben.

No more ice cream im Mahane Yehudah

B"H

Wer kannte nicht den Eisstand mit dem tollen hausgemachten Eis im Mahane Yehudah Markt ? Am Ende des Mahane Yehudah Marktes, gleich neben der Agrippas Strasse gelegen.
Es gab hausgemachtes Eis, aber leider aus Platzmangel wenig Sitzplaetze. Zu Unrecht fand der Stand von Beginn an wenig Beachtung. Nicht, dass es an der Eisqualitaet lag, nein, eher waren die Preise zu hoch. Zwei Kugeln fuer 15 Shekel (3 Euro).

Gerade sah ich, dass der Eisstand nun ganz geschlossen hat und sich stattdessen eine weitere Filiale des "Kippa - Man" dort befindet. Jetzt gibt es also Kippot statt Eiscreme.
Schade, denn ich werde das tolle Zimteis vermissen.

Donnerstag, 15. März 2007

Endgueltig

B"H

Die israelische Pop - Band Teapacks darf nun doch an der Eurovision teilnehmen und ihr Song wird nicht mehr als politisch eingestuft.

Mittwoch, 14. März 2007

Kaelte

B"H

Nach den anfaenglichen Fruehlingsgefuehlen ist in Jerusalem wieder der Winter eingekehrt. Dauerregen bei frostigen Temperaturen und fuer morgen ist sogar Schneeregen vorausgesagt. 0 - 5 Grad Celsius. Ich muss heute abend meine Handschuhe wieder hervorsuchen.

Aber nicht nur das Wetter ist eisig; auch die Stimmung bei Olmert und seiner Regierung ist nicht viel anders. "Olmerts Tage sind gezaehlt", so lautete heute die Schlagzeile. Die Regierung hat nur nach einem Jahr abgewirtschaftet, was zu erwarten war.
Der sogenannten KADIMA - Partei, wenn man sie ueberhaupt eine Partei nennen kann, laufen die Leute davon. Der grosse Gewinner ist der Likud - Vorsitzende Benjamin Netanyahu. Der wirbt gerade saemtliche Minister ab und Olmert wird demnaechst alleine dastehen.
Zur Erinnerung: Die Kadima ist aus dem Likud hervorgegangen. Auf Draengen Olmerts hatte Sharon Kadima gegruendet, da er in seinem Likud immer mehr unter Druck geriet. Nach Sharon ging es mit Kadima und deren ehemaligen Likud - Mitglieder bergab.
Von der Bevoelkerung kann sich kaum jemand mit Olmert als Premier identifizieren. Die letzten Umfragen sind katastrophal. Unter 10%.

Olmert weiss, dass er bei Neuwahlen weder bei Kadima noch im Likud jemals wieder eine Chance haben wird. Von der israelischen Bevoelkerung ganz zu schweigen. Das war / ist die schlechteste Regierung, die wir jemals hatten.

Still und leise bereiten sich schon alle auf einen neuen Urnengang vor. Die Wahlbeteiligung wird wieder in den Keller rutschen, wie schon beim letzten Mal.

Montag, 12. März 2007

Es geht wieder los......

B"H

Die im November stattfindenden Demos der Haredim in Mea Shearim sind uns noch alle in Erinnerung.
Gestern nun gab der Jerusalemer Homosexuellenverband, das sogenannte "Offene Haus" in der Fussgaengerzone Ben Yehuda gelegen, bekannt, dass es am 21. Juni erneut eine Gay Parade durchfuehren will. Durch die Jerusalemer Innenstadt. Die Stadtverwaltung wurde offiziell um eine Erlaubnis gebeten.

Saemtliche religioese Organisationen laufen schon Sturm. Yehudah Meschi Zahav aus Mea Shearim gab sofort bekannt, dass es wiederum wilde Demos seitens der Haredim geben wird. Anscheinend habe niemand etwas aus den letzten Demos gelernt und die neuen Demos wuerden die alten weit in den Schatten stellen.
Weitere relig. Organisationen haben das israelische Innenministerium fuer die Landessicherheit gebeten, dass Offene Haus ueberhaupt schliessen zu lassen.

Seitens des Offenen Hauses hiess es, dass jeder in Jerusalem ein Recht auf Demokratie und Demonstrationsfreiheit habe.
Allerdings ist die Mehrheit der Jerusalemer, religioes oder nicht, gegen eine Gay Parade in Jerusalem.

Unten ein kurzes Video ueber die Demos im vergangenen November.

Demnaechst in Jerusalem ?

Samstag, 10. März 2007

Neonazis in Israel

B"H

Israel hat ein Problem, was aber nicht als Problem gilt, denn eben jenes Problem darf hier nicht existieren. Inoffiziell ist das Problem bekannt, offiziell wird es unter den Teppich gekehrt. Lange wird das Verschweigen nicht mehr anhalten koennen, denn immer wieder reagiert die Presse auf Beschwerden aus der Bevoelkerung.

Israel weiss nicht mit seinen hauseigenen Neonazis umzugehen. Bisher ein lang existentes Tabu - Thema. Begonnen hat es in der Armee und nun zieht es auch im Internet immer weitere Kreise bis hin zu Synagogenschaendungen mit Hakenkreuzen, wie vor einigen Monaten in Petach Tikwa nahe Tel Aviv.

Nicht, dass Israelis selbst nun zu Neonazis werden wuerden. Nein, es handelt sich bei jenen um ueberwiegend nichtjuedische Neueinwanderer aus Russland, die jetzt sogar auf diversen russischen Sites im Internet antisemitisch aktiv sind.
Ein ganzer Ring flog vor einigen Tagen auf. Nun haben russische juedische Neueinwanderer eine Website gegruendet, die dieses Tabu - Thema oeffentlich macht:

http://pogrom.org.il/eng_index.php

Springtime

B"H

Ganz langsam bricht in Jerusalem der Fruehling aus. Seit einigen Tagen herrschen fuer den Monat Maerz ungewoehnlich warme Temperaturen und die Baeume beginnen zu bluehen. Das wiederum ruft immer ein gutes Gefuehl hervor. Man bekommt gleich ganz andere Lebensenergien als im kalten Winter.

Das Negative ist, dass Israel dringend Wasser braucht und es abermals nicht ausreichend regnete. Aber es ist ja erst Maerz und wir haben noch Chancen.

Donnerstag, 8. März 2007

Stoeckchen

B"H

Einige Blogs geben sich derzeit "Stoeckchen" weiter. Zuerst habe ich das weniger beachtet, doch nun hat es auch mich getroffen. On the Move http://medbrain2001.wordpress.com/ gab es an mich weiter:

4 Jobs, die du in deinem Leben gerne getan haettest

1. Archaeologin
2. Lehrer
3. Physiker
4. Aerztin (kann jedoch kein Blut sehen)

4 Filme, die du immer wieder anschauen kannst

1. Matrix
2. Groundhog Day (..und taeglich gruesst das Murmeltier)
3. Star Wars
4. Indiana Jones

4 Staedte in denen du gerne gelebt haettest

Jerusalem (lebe hier)
Nuernberg
New York - Boro Park
Berlin

4 TV-Serien, die du gerne anschaust

1. X - Files
2. Law and Order
3. Lindenstrasse
4. Gute Zeiten, schlechte Zeiten (ja, ich weiss, Kitsch, aber amuesant)

4 Plätze, in denen du im Urlaub warst

1. Safed
2. London
3. Zuerich
4. Rom

4 Webseiten, die du täglich besuchst

1. Daf Yomi
2. Google
3. Weblogs deutscher Juden
4. Walla

4 deiner Lieblingsessen

1. Kartoffeln, Gemuese und Huehnchen
2. Kube mit Reis (kurdische / irakische Kueche)
3. Chinesisch
4. Alles, was scharf ist

4 Plätze wo du gerne im Augenblick sein möchtest
1. In meinem Bett
2. Im Olam Gershom Sholem, der besten Kabbalah - Sammlung der Welt
3. An einem Strand in Hawaii
4. Im Sacher - Park von Jerusalem

4 Blogger, denen du das Stöckchen weitergibst

Grenzgaenger http://grenzgaenge.wordpress.com/

Doppelpass http://doppelpass.wordpress.com/

Ein Jude in Deutschland http://ein-jude-in-deutschland.blogspot.com/

Letters from Rungholt http://rungholt.wordpress.com/

HaOman 17

B"H

Die beliebte Jerusalemer Disco HaOman 17 in Talpiot steht endgueltig vor dem Aus. Wen es interessiert: Diesen Freitag (morgen) findet eine grosse Abschiedssession statt.

Der Besitzer Reuven Lublin plant schon fuer danach. Er will im gleichen Gebaeude eine Mega - Bar eroeffnen.

Dienstag, 6. März 2007

Sefer ve' Sefel

B"H

Wer touristenmaessig nach Jerusalem kommt, der wird nicht unbedingt daran denken, Buecher kaufen zu wollen. Nichtsdestotrotz moechte ich einen sehr guten Tip fuer einen Buchladen geben.

Sefer ve' Sefel in Ya'abetz, eine Nebenstrasse der Yaffo. Ya'abetz ist ganz leicht zu finden, indem man in die kleine Gasse links genau vor der Kreuzung Yaffo - King George - Strauss einbiegt. Die Ya'abetz nur wenige Meter hinuntergehen und vorn rechts findet ihr ein Hinweisschild. Die Treppe hinauf und schon befindet ihr euch in einem wahren Buecherparadies.

Es gibt gebrauchte und neue Buecher zu guenstigen Preisen. Der Hit bei den Amerikanern ist das ewig bestehende Angebot: 3 gebrauchte Buecher (Fiction) fuer 25 Shekel (5 Euro).

Sefer ve' Sefel heisst uebersetzt "Buch und Tasse", doch den Kaffee gibt es schon lange nicht mehr. Die Buecher allein sind schon genug und die Auswahl ist verblueffend. Fuer jeden Geschmack ist etwas dabei. Selbst die ausgefallensten Wuensche koennen erfuellt werden. Allerdings habe ich leider "Den grossen Gatsby" noch nicht bekommen.
Der Besitzer und sein Team sind ungeheuer nett und hilfsbereit. Stammkunden kriegen extra Rabatt.

Noch eine Anmerkung: Fast alle Buecher sind auf Englisch.

Montag, 5. März 2007

Shushan Purim in Jerusalem

B"H

Man koennte es fast ein Wunder nennen, denn die Sonne scheint. Normalerweise ist Purim immer verregnet, doch heute herrscht strahlend blauer Himmel bei 15 Grad. Sonne, aber windig.
Die Jerusalemer nutzen den Feiertag fuer Familienausfluege und die beruehmten Purim - Parties ueberall. Cafes sowie Restaurants haben Hochkonjunktur.
Egged - Busse verbinden heute Jerusalem mit Bnei Brak im Minutentakt. Jene Haredim, die gestern noch nicht genug Purim in Bnei Brak gefeiert haben, kommen nach Jerusalem.

Ein weiteres Wunder war, dass ich es gestern doch noch zur Megillath Esther in der Chabad - Tzemach Tzedek - Synagoge in der Altstadt schaffte. Trotz ewiger Arbeit in der Baeckerei vor Purim. Ich kam viel zu spaet, aber auch Chabad hatte sich verspaetet. Bei meinem Eintreten wurden gerade die drei Segen (Berachot) vor der Megillah gelesen.

Leider war bei Chabad nicht viel mit Party. Die Frauen verschwanden sofort nach der Megillah und die Maenner tanzten ein wenig zu kreischender Musik.

Nachher gehe ich mit Freunden zu einer Party in der Altstadt. All diese spirituellen Frauen aus der Altstadt werden da sein. Ich ziehe diese Party seit Jahren anderen Parties vor. Gibt es dort immerhin Shiurim (Teachings) und es liegen keine Besoffenen unter den Tischen bzw. es wird nicht gegroehlt.

Purim Sameach !!!

Samstag, 3. März 2007

Shushan Purim in Jerusalem

B"H

Fuer alle, die gerade in Jerusalem sind:

Morgen abend, Sonntag, findet um 18.00 Uhr in der Chabad - Synagoge Zemach Zedek in der Altstadt, Rehov Chabad, die Lesung der Megillath Esther statt.
Ausserdem werden leichte Getraenke und Gebaeck gereicht.

Montag (Shushan Purim): Purim Parties ueberall.
u.a. Rehov Nissim Bechar in Nachlaot, 15.00 Uhr Party bei Rabbi Mordechai Machlis in Maalot Dafna, Parties ueberall in der Altstadt.
Spirituelle Frauen - Party bei Susi (Sarah) Schneider in Rehov Chabad 90. Nur jued. Frauen!!!!!
Party in der Carlebach - Synagoge Kol Rina in Nachlaot.

Machlis - Details incl. Adresse: http://machlis.org/

PURIM SAMEACH